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Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Verfasst: Mo 12. Jan 2026, 12:15
von theoderich
Bundesheer sucht Kampfjets: Wer ersetzt den Eurofighter?
Bis zu einer Typenentscheidung in der milliardenschweren Beschaffung wird noch etwas Zeit vergehen, doch über mögliche Kandidaten wird bereits gegrübelt. Es sei das Ziel, „in Richtung eines hochtechnologischen, modernen Flugzeugs zu gehen“, sagt Generalleutnant Harald Vodosek, Rüstungsdirektor des Bundesheers, zur „Presse“.
„Wir schließen kein System aus und werden alle Angebote prüfen“, sagt Vodosek. Neben den Fähigkeiten des Flugzeuges werde es dabei auch darum gehen, ob sich die Jets beispielsweise in die Infrastruktur der Luftstreitkräfte integrieren lassen, wie und wo die Ausbildung der Piloten erfolgen wird und welche Munition eingesetzt werden kann.
Knackpunkt Gegengeschäfte
Wichtig sind laut dem Rüstungsdirektor auch Industriekooperationen. Früher wurden sie Gegengeschäfte genannt. Dadurch soll die Versorgungs- und Liefersicherheit für das Bundesheer gestärkt und auch heimische Unternehmen sollen in die Lieferkette integriert werden. Beim Kauf der zwölf Leonardo-M-346-Jets im November des Vorjahres wurden etwa mit Italien Industriekooperationen in Höhe von 400 Millionen Euro vereinbart. „Ich sehe bei praktisch jedem möglichen Anbieter, dass es dafür auch bei der Eurofighter–Nachfolge eine Bereitschaft gibt“ sagt Vodosek.
Letztlich sei vor allem entscheidend, „wann ist welches Luftfahrzeug für die Republik Österreich verfügbar“, so der Rüstungschef. „Wenn man ein Produkt erst im Jahr 2040 bekommen kann, muss man sich das schon überlegen.“ Die ersten neuen Kampfjets sollen nämlich laut Regierungsprogramm ab dem Jahr 2033 zulaufen, um den Eurofighter abzulösen und eine effektive Luftraumüberwachung und Luftverteidigung zu gewährleisten.
Die 15 Eurofighter werden seit 2007 eingesetzt und sollen laut Angaben des Verteidigungsministeriums allerspätestens 2037 bis 2039 außer Dienst gestellt werden. Derzeit plant das Bundesheer als Ersatz mit zumindest 36 überschallschnellen Kampfjets – zusätzlich zu den bereits bestellten, unterschallschnellen Leonardo M-346FA Jets, die als Ausbildungsflugzeuge dienen sollen, aber auch in der Luftraumüberwachung und Luftverteidigung eingesetzt werden.
Die Finanzierung der Eurofighter-Nachbeschaffung ist noch offen – budgetiert ist sie bisher nicht, eine milliardenschwere Investition wird es jedenfalls sein.
„Wir gehen davon aus, dass wir im ersten Quartal 2026 das Planungsdokument zur Eurofighter-Nachfolge erhalten werden“, sagt der Generalleutnant. Darin schreibt das Bundesheer nieder, wie Österreichs Luftverteidigung künftig organisiert werden soll und welche Aufgaben die neuen Kampfjets übernehmen sollen. Anhand dieser Vorgaben werden dann die genauen technischen Anforderungen für das Vergabeverfahren analysiert und festgeschrieben. Im Laufe des nächsten Jahres könnten dann Angebote eingeholt werden.
„Eine Möglichkeit wäre auch, dass andere Staaten Jets beschaffen und wir uns mit unserer Bestellung daran beteiligen, falls eine Beschaffungskooperation angeboten wird“, schildert Vodosek. Ziel sei es jedenfalls, „in dieser Legislaturperiode bis 2029 die Grundlage dafür zu bereiten, dass die Politik eine Entscheidung treffen kann“. Eine Vertragsunterzeichnung 2028 könnte sich durchaus ausgehen, so der Rüstungschef. Dadurch wäre auch ein erster Zulauf ab dem Jahr 2033 möglich.
https://www.diepresse.com/20464434/ersa ... das-rennen
https://de.linkedin.com/posts/harald-vo ... 08672-T4zZ
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Verfasst: Di 13. Jan 2026, 22:02
von theoderich
Bundesheer will 36 neue Kampfjets: „Luftangriffe auf Österreichs Souveränität sind jederzeit möglich“
Geht es nach dem Bundesheer, so stehen Österreichs Luftstreitkräfte vor einer massiven Aufwertung: Die derzeit 15 Eurofighter sollen durch 36 neue Kampfflugzeuge ersetzt werden. Wie das Bundesheer die gewünschte Aufstockung begründet und wie es die Kampfjets einsetzen will, hat es in einem internen Papier zur „Luftverteidigung 2032+“ dargelegt. Es liegt der „Presse“ vor.
Das Papier basiert im Wesentlichen auf einer Evaluierung zur aktiven Luftraumüberwachung, die von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) im Sommer 2024 beauftragt wurde. Eine Kommission im Bundesheer erstellte daraufhin einen 44-seitigen Bericht. Das interne Dokument fasst nun die grundlegenden Erkenntnisse des Berichts zusammen.
In dem Papier wird gewarnt, dass sich die Sicherheitslage „dramatisch verschlechtert“ habe: „In derselben Entfernung wie von Wien zum Bodensee findet in der (West-)Ukraine der Luftkrieg statt.“ Als Risiken für Österreich genannt werden Angriffe durch bemannte Luftfahrzeuge und die „massiv gesteigerte Bedrohung“ durch „Marschflugkörper, ballistische Raketen, Hyperschallwaffen und Drohnen“. „Angriffe und Anschläge aus der Luft, die die Souveränität und Integrität Österreichs gefährden, können jederzeit und ohne Vorwarnung stattfinden.“
Aktuelle Konflikte würden zeigen, „dass ein Land ohne Luftverteidigung einem Angriff schutzlos ausgeliefert ist“, führt die Analyse aus. Derzeit aber könne die Luftverteidigung Österreichs „durch unsere Luftstreitkräfte nicht vollumfänglich wahrgenommen werden. Dies betrifft sowohl die Fähigkeiten des Kampfflugzeuges Eurofighter als auch jene der bodengebundenen Luftabwehr“. Diese Fähigkeiten seien „unverzüglich aufzubauen“. Zur Abwehr der Gefahren seien unterschiedliche Systeme wie bodengebundene Flugabwehrsysteme und Kampfflugzeuge notwendig.
Überschall- und Unterschalljets
Unterschieden wird dabei zwischen zwei Gruppen von Kampfjets. Die 36 neuen Jets für die Eurofighter-Nachfolge sollen in Überschallgeschwindigkeit fliegen können: Sie sind dadurch hochgradig flexibel und können Luftziele bereits in großen Entfernungen mit weitreichenden Lenkwaffen bekämpfen. Kampfflugzeuge im Unterschallbereich werden hingegen unterstützend in niedrigeren Höhen gegen langsam fliegende Ziele eingesetzt: Solche Jets sind die zwölf Leonardo M-346-Flieger, die Österreich im November 2025 bestellt hat. Sie sollen vor allem auch in der Pilotenausbildung eingesetzt werden.
Das Papier unterteilt die Einsatzbereiche der Jets in die Luftraumüberwachung, die Luftraumsicherung und Luftverteidigung. Für eine permanente Luftraumüberwachung werden Sensoren wie etwa Radar und einsatzbereite Kampfjets benötigt. Durch die Radarsysteme können verdächtige Flugobjekte erkannt und rasch von den Überschalljets identifiziert und abgefangen werden. Laut der Analyse muss dafür rund um die Uhr eine Alarmrotte am Boden oder in der Luft verfügbar sein: Sie besteht aus zwei bewaffneten Kampfjets und einem Kampfjet als Reserve. Eine zweite Rotte muss bereit sein, die erste Rotte abzulösen.
24 Kampfjets jederzeit bereit
Bei der Luftraumsicherung geht es darum, einen eingeschränkten oder gesperrten Luftraum zu sichern, beispielsweise bei einem Großereignis oder bei angespannter Sicherheitslage. Dafür muss eine Alarmrotte der Kampfjets in der Luft sein, während eine zweite Rotte am Boden zur Ablöse oder Unterstützung bereitsteht. Weitere Systeme wie Unterschall-Jets, Hubschrauber, Drohnen und verlegbare Radarsysteme sind ebenfalls im Einsatz oder stehen bereit.
Doch wie kommt das Bundesheer darauf, dass es 36 Kampfjets benötigt? Hier kommt nun der Fall der Luftverteidigung ins Spiel – also die Abwehr eines bewaffneten Angriffs auf Österreich. „Die internationale Lageentwicklung macht es zwingend erforderlich, nicht nur die ständige Luftraumüberwachung zu gewährleisten, sondern auch die Luftverteidigung sicherzustellen“, heißt es in der Analyse. Bisher sei eine „Luftbedrohung in Mitteleuropa durch militärische Aggressoren“ nur ein Nebenaspekt gewesen, heute sei diese Bedrohung „auch in Österreich sehr ernst zu nehmen“. Eine qualitativ hochwertige Luftverteidigung halte den Aggressor ab und schütze im Angriffsfall das Land, heißt es im Papier.
Für eine qualitativ hochwertige Verteidigung sind laut dem Bundesheer 36 überschallschnelle Kampfjets erforderlich. Wobei es in diesem Fall nicht so wäre, dass diese Jets dann im Verteidigungsfall alle ständig gleichzeitig einsatzbereit sind. „Aufgrund der Komplexität der fliegenden Systeme sind intensive Wartungen erforderlich, die eine gleichzeitige Einsatzbereitschaft von etwa zwei Drittel der Flotte (internationaler Standard) zur Folge haben.“ Bei 36 Kampfjets geht das Bundesheer also von durchschnittlich 24 ständig einsatzbereiten Jets aus.
Im Fall eines bewaffneten Angriffs sind sechs überschallschnelle Kampfflugzeuge stets in der Luft. Ein Dutzend weiterer Jets steht zur Ablöse bzw. sofortigen Verstärkung am Boden bereit. Sechs weitere Jets befinden sich nach ihrem Einsatz in der Nachbereitung, werden also auf Beschädigungen und notwendige Wartungen geprüft. Das letzte Dutzend Jets ist zu umfangreicheren Wartungen in der Werft. Zudem stehen auch noch acht Unterschall-Leonardo-Kampfjets zur Unterstützung bereit.
https://www.diepresse.com/20475222/bund ... eichs-sind
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Verfasst: Mi 14. Jan 2026, 14:53
von theoderich
Bundesheer will 36 neue Kampfjets
14.1.2026, 12.31 Uhr
Ö1 Mittagsjournal
Thomas Langpaul: "Zunächst aber zum Bundesheer: Die Anschaffung der Eurofighter ist noch in frischer Erinnerung. Jetzt wird offenbar die nächste Runde eingeläutet: Das Bundesheer will 36 neue Kampfjets als Ersatz für die Eurofighter. Das geht aus einem internen Strategiepapier hervor, über das die ,Presse' zuerst berichtet hat. Das wären mehr als doppelt so viele Kampfflugzeuge wie bisher. Begründet wird das mit der verschlechterten Sicherheitslage. Aktuell sind im Bundesheer 15 Eurofighter im Einsatz. Die Entscheidung über die Nachfolge steht aber schon in den kommenden Jahren an. Es wird wieder ein milliardenschweres Rüstungsgeschäft werden. Die Finanzierung ist dabei noch völlig offen, berichtet Niklas Lercher."
Niklas Lercher: "Das Bundesheer wälzt bereits Ideen zur Eurofighter-Nachfolge. Zwar werden die 15 Kampfjets erst bis spätestens 2039 ausgemustert - die Entscheidung über die Nachfolge muss aber schon in den kommenden Jahren fallen. Über konkrete Modelle ist noch nichts bekannt - sehr wohl aber über die Stückzahl. Die Tageszeitung ,Die Presse' zitiert aus einem internen Papier zur Luftverteidigung, das auch dem Ö1 Mittagsjournal vorliegt. Demnach sollen 36 neue Kampfflugzeuge angeschafft werden. So viele Kampfjets seien notwendig, um einen bewaffneten Angriff aus der Luft abwehren zu können, lautet die Begründung. Zitat:"
ORF: "Bisher ist eine Luftbedrohung in Mitteleuropa durch militärische Aggressoren nur ein Nebenaspekt gewesen. Heute ist diese Bedrohung auch in Österreich sehr ernst zu nehmen."
LERCHER: "Und weiter:"
ORF: "Angriffe und Anschläge aus der Luft, die die Souveränität und Integrität Österreichs gefährden, können jederzeit und ohne Vorwarnung stattfinden."
LERCHER: "Das Bundesheer sieht sich hier aktuell nicht gut aufgestellt. In dem internen Dokument ist dazu festgehalten:"
ORF: "Derzeit kann die Aufgabe der Luftverteidigung durch unsere Luftstreitkräfte nicht vollumfänglich wahrgenommen werden. Dies betrifft sowohl die Fähigkeiten des Kampfflugzeugs Eurofighter, als auch jene der bodengebundenen Flugabwehrsysteme."
LERCHER: "Für eine umfassende Luftverteidigung sind aus Sicht des Strategiepapiers 36 Überschallkampfjets notwendig. Denn im Fall eines Angriffs könnten nicht immer alle ständig einsatzbereit sein. Zitat aus dem Bericht:"
ORF: "Aufgrund der Komplexität der fliegenden Systeme sind intensive Wartungen erforderlich, die eine gleichzeitige Einsatzbereitschaft von etwa zwei Drittel der Flotte zur Folge haben."
LERCHER: "Das bedeutet: 24 Kampfjets wären im Ernstfall immer einsatzbereit. Zur Unterstützung in der Luft würden dann noch die zwölf Leonardo-Unterschallflugzeuge kommen. Den Kauf der italienischen Jettrainer hat das Bundesheer Ende November fixiert. Kostenpunkt: 1,5 Milliarden Euro. Darin enthalten sind Bewaffnung, Munition, Ausbildung und Wartung.
Im Gegensatz zu den Leonardo-Flugzeugen ist bei der Eurofighter-Nachfolge die Finanzierung noch völlig offen. Die Verhandlungen dazu stehen in der Regierung erst an und dürften zäh werden. Denn bisher ist das Bundesheer vom Sparpaket weitgehend ausgenommen gewesen. Ob das so bleibt, wird auch daran abzulesen sein, ob am Ende wirklich 36 statt bisher 15 Kampfjets für das Bundesheer im Einsatz sind."
https://orf.at/av/audio/130222
https://oe1.orf.at/player/20260114/819454/1768390288300
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Verfasst: Mi 14. Jan 2026, 20:04
von iceman
Bin gespannt, wie man das finanzieren will….
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 06:39
von theoderich
Jetzt fängt das alte Spiel wieder an:
„Acht oder neun Monate“: Doskozil will längeren Wehrdienst und auch Frauen verpflichten
Wien hingegen will keine Gastpatienten aus anderen Ländern. Wird das Burgenland deshalb auch wie Niederösterreich klagen?
[...] Generell gilt: Wenn es zu wenig Geld für Gesundheit von Bund und ÖGK gibt, muss man auf Bundesebene umschichten. Da sage ich jetzt auch als früherer Verteidigungsminister: Wozu brauchen wir als neutraler Staat zwei Abfangjägertypen statt einem? Warum sparen wir nicht bei der Luftraumüberwachung und geben das Geld in die Gesundheit? Warum haben wir drei Nachrichtendienste? Zwei Spezialeinheiten mit Jagdkommando und Cobra? Und so weiter. Es gibt genug Sparpotenzial.
https://www.diepresse.com/20484071/acht ... t-und-auch
Sagt ein Landeshauptmann, dessen in der Gesundheit Burgenland (Landesholding Burgenland) gebündelte Krankenhäuser laut
Landesrechnungshof mit nicht besicherten Krediten finanziert werden. Die Schulden der Gesundheit Burgenland sind von 2021 bis 2024 um 62,2 % gestiegen! Aber ja, "bei der Luftraumüberwachung sparen und das Geld in die Gesundheit geben" - das löst alle Probleme ...
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Verfasst: So 18. Jan 2026, 10:22
von theoderich
Geht nicht alleine um Verlängerung der Wehrpflicht: Tanner will „breiten Konsens“
Was die Eurofighter-Nachfolge anbelangt, versicherte Tanner, dass die Arbeiten an den operativen Anforderungen und der Leistungsbeschreibung, die als Grundlage für die Beschaffung dienen sollen, bereits im Gang sind. Denn mit 2035 ist das technische Ende der Überschalljets erreicht, daher brauche es noch eine Entscheidung in dieser Legislaturperiode, bekräftigte sie abermals.
Dass in einem internen Papier zur Evaluierung der „Luftverteidigung 2032+“ künftig 36 neue Überschall-Kampfflugzeuge statt der aktuell 15 Eurofighter als Notwendigkeit angegeben werden, kann Tanner nachvollziehen: „Ich habe keinen Grund, an dem Expertenpapier irgendwie zu zweifeln.“
https://www.diepresse.com/20490026/wehr ... en-konsens
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Verfasst: Sa 31. Jan 2026, 09:58
von theoderich
Interview
Bundesheer-General rechnet ab: „Österreicher glauben, notfalls hilft uns eh wer“
Das betrifft ja auch die Eurofighter-Nachfolge, bei der das Bundesheer mit 36 neuen Kampfjets plant. Müsste man diese Jets dann nicht sowieso immer woanders stationieren, um dieser Gefahr zu begegnen? Könnte man etwa 36 F-35-Jets in Zeltweg stationieren?
Nein, das hätten wir nicht vor. Wir bräuchten einen zweiten Standort, wo wir eine Staffel dieses Nachfolgejets stationieren. Das müssen wir uns anschauen – wir könnten es in Hörsching machen, wenn dort noch ein Platz ist. Denn dort ist schon viel untergebracht. Das ist natürlich alles mit einem hohen Budgetaufwand verbunden.
https://www.diepresse.com/20530777/gene ... uns-eh-wer
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Verfasst: So 1. Feb 2026, 13:19
von Maschin
Hätte man nicht den Fliegerhorst Nittner verkauft hätte man einen Platz und das Personal für eine weitere Staffel. Aber so wird alles zuerst zerstört und dann kommt man drauf das ein weiterer Fliegerhorst nicht schlecht wäre.
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Verfasst: So 1. Feb 2026, 13:35
von propellix
Nittner aufzugeben war völlig richtig, überhaupt aus der damaligen Zeit gesehen:
- Viel zu nahe bei einer Großstadt
- Kein Wachstumspotential am Standort; alles bereits oder demnächst umzingelt von zivilen Liegenschaften. Der zivile Teil des Flugplatzes verzeichnete damals recht ordentliche Wachstumsraten.
- Nur EIN Rollweg zur Piste und der führt in die MITTE der Piste! Ein rollender Start also UNMÖGLICH! Und warum? Wegen dem vermaledeiten Segelfliegerclub im Nordwesten! Der hätte dort schon ganz grundsätzlich seit den 50-ern weggehört und die dort aktiven Altspatzen sollen sonstwohin gehen, aber nicht die Entwicklung eines Verkehrsflieger- bzw. Militärplatzes hemmen.
Nittner ist viel zu weit östlich und zu nahe bei einer Staatsgrenze; der ist heutzutage nicht zu verteidigen. Ideal wäre halt Zell am See oder eben im Ennstal nahe oder am Platz in Aigen.
Und die Luftabwehrraketen auf den umliegenden Bergketten.
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Verfasst: So 1. Feb 2026, 16:23
von theoderich
propellix hat geschrieben: ↑So 1. Feb 2026, 13:35Ideal wäre halt Zell am See oder eben im Ennstal nahe oder am Platz in Aigen.
So etwas war am Höhepunkt des Kalten Krieges unmöglich und wäre es heute noch weniger:
.
viewtopic.php?p=41305#p41305
Eine UVP wäre in jedem Fall erforderlich - es sei denn, Österreich befindet sich im Krieg:
Der Anhang enthält die gemäß § 3 UVP-pflichtigen Vorhaben.
UVP
[...]
a) Neubau von Flugplätzen [Ein Flugplatz ist ein festgelegtes Gebiet zu Land oder zu Wasser (einschließlich der Gebäude, Anlagen und Ausrüstungen), das entweder ganz oder teilweise für die Ankunft, den Abflug oder die Bewegungen von Luftfahrzeugen am Boden bestimmt ist.], ausgenommen Segelflugfelder und Flugplätze für Hubschrauber;
b) Neuerrichtung von Pisten mit einer Grundlänge von mindestens 2 100 m;
c) Erweiterungen von Flugplätzen durch Neuerrichtung oder Verlängerung von Pisten, wenn durch die Neuerrichtung oder Verlängerung die Gesamtpistenlänge um mindestens 25 % erweitert wird;
d) Erweiterungen von Flugplätzen, wenn dadurch die Summe der Flugsteige [Der Flugsteig (Passenger Gate) auf Flughäfen bezeichnet den für die Passagiere im Abfertigungsgebäude zum Besteigen des Luftfahrzeuges bestimmten Abrufraum. Für die Summe der Flugsteige ist die größte Summe der genehmigten Flugsteige der letzten 5 Jahre maßgeblich.] um mindestens 50 % oder um mindestens 10 Stück – auf Großflughäfen1e) um mindestens 20 Stück – erhöht wird;
e) Erweiterungen von Flugplätzen, wenn dadurch die Summe der Abstellflächen [Abstellflächen gemäß § 1 Zivilflugplatz-Verordnung 1972, BGBl. Nr. 313/1972. Für die Summe der Abstellflächen ist die größte Summe der genehmigten Abstellflächen der letzten 5 Jahre maßgeblich.] um mindestens 32 000 m2 erhöht oder die Summe der Abstellflächen für die Allgemeine Luftfahrt um mindestens 50 % erweitert werden; im Fall von Großflughäfen [Großflughafen bezeichnet einen Flughafen, auf welchem es zu einem Verkehrsaufkommen von mehr als 150.000 Bewegungen (Start oder Landung) pro Kalenderjahr kommt. Hiervon sind ausschließlich der Ausbildung dienende Bewegungen mit Leichtflugzeugen ausgenommen.] Erweiterungen, wenn dadurch die Summe der Abstellflächen um mindestens 25 % erhöht wird;
UVP im vereinfachten Verfahren
[...]
Spalte 3
[...]
f) Neuerrichtung von Pisten in schutzwürdigen Gebieten der Kategorien A, D oder E mit einer Grundlänge von mindestens 1 050 m;
g) Erweiterungen von Flugplätzen durch Neuerrichtung oder Verlängerung von Pisten in schutzwürdigen Gebieten der Kategorien A, D oder E, wenn durch die Neuerrichtung oder Verlängerung die Gesamtpistenlänge um mindestens 12,5 % erweitert wird;
Von lit. b, c, f und g ausgenommen ist die Errichtung von Pisten für Zwecke der Militärluftfahrt aus Anlass eines Einsatzes des Bundesheeres gemäß § 2 Abs. 1 des Wehrgesetzes 2001 (WG 2001), BGBl. I Nr. 146.
Von lit. b, c, e, f, g und i ausgenommen ist die Errichtung und Verlängerung von Pisten sowie sonstige Änderungen von Flugplätzen, die im überwiegenden Ausmaß für Zwecke der Militärluftfahrt genützt werden.
https://ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.w ... r=10010767