IfW-Präsident wirft Pistorius falsche Investitionen vor
Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Moritz Schularick, hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) vorgeworfen, in veraltete Technik zu investieren. Statt die ihm bis 2030 für Verteidigung und Aufrüstung zur Verfügung stehenden Mittel gezielt in Waffensysteme der Zukunft zu investieren, gebe Pistorius einen Großteil des Geldes weiter für Panzer, Fregatten und andere veraltete Technologien aus, kritisierte Schularick im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung.
"Wir haben viel Kapital, viel industrielles Know-how und in Teilbereichen auch immer noch hochmoderne Technologien", sagte Schularick. "Was wir nicht haben, sind Hunderttausende Menschen, die in Panzer steigen und an die Front fahren möchten. Das heißt: Statt auf mehr Soldaten, mehr bemannte Fahrzeuge und mehr Kasernen müssen wir - wo immer möglich - auf KI, Robotik, Drohnen und Satellitentechnik setzen."
Das Bundeskabinett hat den deutschen Verteidigungshaushalt für 2027 angenommen. Insgesamt sind Ausgaben in Höhe von fast €140 Mrd. ($161,5 Mrd.) vorgesehen. Das entspricht etwa 3% des deutschen Bruttoinlandprodukts. (Quelle)
theoderich hat geschrieben: ↑Mo 12. Aug 2024, 22:06„Dann kommen stattdessen graue Schiffe mit Kriegsmaterial“
Um Russland von einem Angriff auf Nato-Gebiet abzuhalten, müsse Deutschland kriegstauglich sein, sagt Michael Giss, Kommandeur des Landeskommandos Hamburg der Bundeswehr. Der größte deutsche Seehafen soll dabei eine wichtige Rolle spielen.
In Emden soll ein neuer Militärhafen der Marine entstehen
Ein neuer Militärhafen für die Marine soll nach NDR Informationen im ostfriesischen Emden entstehen. Die offizielle Verkündung wird für Montag erwartet.
Auch die Deutsche Presse-Agentur (dpa) hat am Dienstag die potenziellen Pläne vermeldet. Beispielsweise am Rysumer Nacken wäre demnach genügend Platz, um einen entsprechenden Stützpunkt zu bauen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) wollte sich dazu am Dienstag nicht äußern - und auch die niedersächsische Staatskanzlei wollte die Informationen auf Nachfrage nicht bestätigen.
Das Bundesverteidigungsministerium verwies derweil auf einen Termin am 5. Oktober. Da werden Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (beide SPD) in Emden erwartet - das geht aus einer Einladung der Staatskanzlei in Hannover hervor. Dabei solle das "weitere Vorgehen hinsichtlich eines möglichen neuen Marinestützpunktes erläutert" werden.
Für den neuen Marinehafen werden 40 Hektar mit Option auf weitere 10 Hektar benötigt. Der neue Marinehafen soll Liegeplätze für sieben Fregatten, zehn Minensucher und zehn Schlepper bieten. Eine vierstellige Zahl an Soldaten und zivilen Mitarbeitern soll dort voraussichtlich arbeiten.
Bremen und Bremerhaven sollen mit „Rekordinvestitionen“ militärtauglich werden
Bis 2031 würden fast 1,4 Milliarden Euro ausgegeben, um den See- und den Flughafen militärtauglich zu machen, erklärte Verteidigungsminister Pistorius, SPD, bei der Unterzeichnung einer Absichtserklärung. Es gehe darum, im Ernstfall sowohl deutsche als auch NATO-Soldaten über Bremen und Bremerhaven verlegen zu können. Gegebenenfalls müssten Zehntausende Soldaten auf dem Weg an die Ostflanke hier versorgt werden. Daher werde man Hafen, Brücken, Straßen und Verkehrsanbindungen ausbauen. Bürgermeister, Bovenschulte, ebenfalls SPD, versprach, alles zu tun, um die Maßnahmen so schnell wie möglich umzusetzen. Der Bremer Senat will mehr als 200 Millionen Euro beisteuern.