Wenn sich ein unbekanntes Flugobjekt Österreich nähert, wer entscheidet beim Sky Shield über einen möglichen Abschuss?
Diese Entscheidung muss immer bei uns bleiben.
Wie sollte das überhaupt funktionieren? Wenn sich ein unbekanntes Flugobjekt Österreich
nähert, befindet es sich doch logischerweise außerhalb österreichischen Luftraums. Warum sollte die Entscheidung zum Abschuss dann bei Österreich verbleiben? Warum sollten Österreichs Nachbarstaaten zuschauen, wie sie z.B. von einer Kinschal überflogen werden?
Außerdem ist Sky Shield ein System der kollektiven Sicherheit. Wie könnte es da für Österreich eine "Opt out"-Klausel geben, wie sie Wien offenbar vorschwebt? Was soll denn bspw. passieren, wenn Russland die NATO angreift, stellt Österreich dann aus Neutralitätsgründen die Zusammenarbeit ein? Es muss sich doch jedes Mitglied darauf verlassen können, dass sich die anderen Mitglieder gerade nicht auf den Standpunkt zurückziehen: "Wir kümmern uns nur um die Raketen, die bei uns landen."
Genau wegen dieser schwammigen Kommunikation übe ich seit Monaten Kritik am Vorgehen Tanners. Fakt ist, es gibt nur zwei Möglichkeiten für Österreich, bei Sky Shield mitzumachen:
Entweder rein passiv, durch Geld- oder Dienstleistungen bezahlend für den empfangenen Schutz.
Oder aktiv, und dann kann und darf es kein "Opt out" geben. Österreich würde in ein Bündnis kollektiver Sicherheit eintreten und müsste entsprechend für die Sicherheit der anderen Mitglieder Mitverantwortung übernehmen. Es würde Österreich nicht möglich sein, frei zu entscheiden, ob es eine mögliche Bedrohung anderer Staaten über dem eigenen Luftraum abwehrt. Andernfalls könnte man Sky Shield gleich wieder einstampfen, es wären ja lauter Löcher in diesem Schutzschirm.