Entwicklungen Luftraumüberwachung
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Ein Umstieg von T1 auf T5 ist aber praktisch auch ein Systemumstieg. Neue komplett andere Elektronik, geändertes Cockpit, Selbstschutz, neue Waffen, anderes Triebwerk. Ob da der Wechsel so viel weniger Aufwand macht als wie zB auf den Gripen bin ich mir nicht sicher. Selbst der Simulator muß bei T5 kräftig adaptiert werden.
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Was ist eigentlich genau der Zweck der Investition - daraus ergeben sich dann die erforderlichen Mittel. Und die sind nicht auf die Flugzeuge und deren Bewaffnung beschränkt. Dazu benötigt es Personal, Training, Unterstände, Ausweichpisten, Aufklärungsmittel etc. Bis das klar ist, kann man eigentlich keine Entscheidung treffen. Und genau das muss zwischen Bundesheer und Politik erstmal ausverhandelt werden, sonst landen wir wieder bei einer vertrottelten Entscheidung wie damals für die EF T1, die nach der halben Nutzungsdauer verschrottet werden müssen und mangels Bewaffnung, Training, Flugstunden und Infrastruktur zu keinem Zeitpunkt gemäß ihrer Leistungsfähigkeit eingesetzt werden konnten.
Also was wollen wir eigentlich ?
* Luftraumüberwachung
* Luftraumsicherung
* Luftverteidigung
* Bodenunterstützung
* Aufklärung
* ...
Also was wollen wir eigentlich ?
* Luftraumüberwachung
* Luftraumsicherung
* Luftverteidigung
* Bodenunterstützung
* Aufklärung
* ...
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theoderich
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Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Im Streitkräfteprofil "Unser Heer" vom April 2021 waren immer noch Anleihen aus dem zur Auflösung der militärischen Landesverteidigung ausgelegten Streitkräfteprofil F2 von 2012 zu finden:
Streitkräfteprofil F2 (Juni 2012)
https://www.bmlv.gv.at/cms/artikel.php?ID=7421
Unser Heer 2030: Bericht zum Zustand des Bundesheeres



https://www.bmlv.gv.at/archiv/a2019/uns ... ndex.shtml
Streitkräfteprofil Unser Heer (April 2021)
Streitkräfteprofil F2 (Juni 2012)
Bei dieser Profilvariante liegt das Schwergewicht auf einem Höchstmaß an Kooperation sowohl zum Zwecke des Fähigkeitserhalts (Rekonstruktion) als auch der Fähigkeitsentwicklung (Krisenmanagement).
Die Reduktion der Fähigkeiten außerhalb des Strategiekerns erfolgt nur soweit, als dass eine lageangepasste Rekonstruktionsmöglichkeit sichergestellt bleibt.
Die traditionelle Landesverteidigung wird auf Kompetenzerhalt im europäischen Verbund reduziert. Der militärische Schutz bildet die qualitativ anspruchsvollste Aufgabe des ÖBH im Inland; die hierzu benötigten Fähigkeiten sind aus der bestehenden Struktur aufrechtzuerhalten. Diese Schutzaufgaben werden dabei mit hochwertigen Exzellenzfähigkeiten unterstützt. LRÜ erfolgt in enger Einbindung in den europäischen Verbund.
3. Verteidigungspolitische Aufgabengewichtung
Das Schwergewicht dieses Streitkräfteprofils liegt auf den Strategieelementen militärischer Schutzeinsatz, AssE/KatHi, Stabilisierungsoperationen und strategische Handlungsreserve sowie Antizipation. Dies geht einher mit einer Redimensionierung der Fähigkeiten in nahezu allen anderen Bereichen, speziell bei der Territorialverteidigung sowie dem Schutz vor Bedrohungen aus der Luft und in Bezug auf die bisher verfolgte generelle Ausrichtung des ÖBH auf robuste Krisenmanagementeinsätze.
Als Beitrag zu einer sich allenfalls entwickelnden EU-Verteidigung werden in erster Linie die vorhandenen robusten Fähigkeiten eingebracht. Darüber hinaus gehende Fähigkeiten, vor allem der Schutz vor Angriffen aus der Luft, weitreichende Panzerabwehr und die weitreichende Feuerunterstützung werden im multinationalen Verbund abgedeckt. Die anzunehmende kürzere Dauer einer derartigen Verteidigung erfordert keine Berücksichtigung der Durchhaltefähigkeit.
Schutz vor Bedrohungen aus der Luft
Der Schutz vor Bedrohungen aus der Luft wird unter Rückbildung nationaler, zeitlicher wie qualitativer Fähigkeiten sichergestellt; dies wird durch die Einbindung in ein europäisches Luftraumsicherungsmanagement erreicht.
Strategieelement
Strategieelement 3: Schutz vor Bedrohungen aus der Luft
Strategische Option
Option B: LRÜ im internationalen Verbund
Einsatz der aktiven Komponente grenzüberschreitend in Kooperation mit Partnern; Einsatz der passiven LRÜ im Vollbetrieb; größtmögliche internationale Kooperation.
https://www.bmlv.gv.at/cms/artikel.php?ID=7421
- Teilstrategie Verteidigungspolitik 2014 (Oktober 2014)
Abgeleitet aus den in der Österreichischen Sicherheitsstrategie definierten Interessen ergeben sich fünf grundlegende verteidigungspolitische Zielsetzungen:
1. Gewährleistung der staatlichen Souveränität und Integrität.
[...]
Eine lageangepasste »Aufwuchsfähigkeit« ist sicherzustellen. Eine konsequente Ausrichtung des ÖBH auf die Abwehr nicht-konventioneller bzw. hybrider Angriffe ist ebenfalls unabdingbar. Luftraumsouveränität und Luftraumüberwachung sowie Luftunterstützung müssen gewährleistet werden.Kernaufgabe des Österreichischen Bundesheeres ist die militärische Landesverteidigung zur Abwehr von Angriffen von außen. Die Cyber-Verteidigung gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung.
Dabei hat das ÖBH auch die Aufgabe der Überwachung und Sicherung des Luftraumes, mit dem Ziel der Erhaltung der Souveränität in der Luft.
https://www.bmlv.gv.at/download_archiv/ ... olitik.pdfUnter Beachtung der verfassungs- und einfachgesetzlichen Rahmenbedingungen besteht für das
ÖBH Kooperationsbedarf auch in den Bereichen der Aufwuchsfähigkeit für die konventionelle militärische Landesverteidigung und der Einsatzvorbereitung in den national nicht abgebildeten Fähigkeiten des teilstreitkräfteübergreifenden Zusammenwirkens, der grenzüberschreitenden Luftraumüberwachung sowie bei der nachrichtendienstlichen Aufklärung. Es kommt zu keiner Übertragung eigenstaatlicher Aufgaben des neutralen Österreich.
- Militärstrategisches Konzept 2015
Die Reduktion von Fähigkeiten im Bereich der militärischen Landesverteidigung erfolgt nur soweit, als eine lageangepasste Rekonstruktionsmöglichkeit sichergestellt bleibt. Daher werden Aufgabenträger, die vorrangig der Landesverteidigung gegen einen konventionellen Gegner dienen, auf einen Rekonstruktionskern redimensioniert.
Rekonstruktion ist das anlassbezogene erneute Aufwachsen von Truppen bestimmter Waffengattungen, die auf einen, zum Fähigkeitserhalt bestimmten, Kern reduziert wurden. Sie ist die Voraussetzung für die Erfüllung der einsatzwahrscheinlichen Aufgaben „Kompetenzerhalt zur militärischen Landesverteidigung gegen konventionelle Angriffe“ und „Sicherstellen des lageangepassten Aufwuchses“.
Die Rekonstruktion beruht auf der Annahme einer Vorwarnzeit für eine konventionelle militärische Bedrohung Österreichs oder seiner vitalen nationalen Interessen. Diese Vorwarnzeit unterteilt sich in die Phasen Früherkennung, politischer Entscheidungsfindungsprozess und Rekonstruktion. Die Phase der Früherkennung beinhaltet eine permanente Überwachung von Indikatoren im Rahmen der Früherkennungsarchitektur bis zum Zeitpunkt der Information und Empfehlung an die politische Führung, die Rekonstruktion zum vollen Fähigkeitenaufbau zur konventionellen militärischen Landesverteidigung zu beginnen. Die Rekonstruktionszeit beginnt ab Entscheidung der politischen Führung zum Willen und damit auch zur Finanzierung der Rekonstruktion.
Bereits im Laufe der letzten 25 Jahre wurden Waffengattungen, die vorrangig der konventionellen militärischen Landesverteidigung dienen, in ihren Fähigkeiten erheblich reduziert. Manche Waffengattungen, wie z.B. die Kampffliegertruppe, wurden darüber hinaus zu einer umfassenden Abwehroperation noch nie in ausreichender Qualität oder Quantität befähigt.
Ein Rekonstruktionskern setzt sich aus Kräften der Friedensorganisation und der Miliz zusammen. Er bildet den Grundstock für einen Aufwuchs zur vollständigen Verteidigungsfähigkeit gegen einen konventionellen Angriff auf österreichisches Territorium
bzw. bei Bedarf für die Sicherstellung eines möglichen Solidarbeitrages im Rahmen einer sich allfällig entwickelnden europäischen Verteidigung. Zweckdienliche Kooperationen mit Partnern im In- und Ausland werden hierzu eingegangen.
Ohne entsprechende Ressourcenzuordnung bzw. Ausbildungs- und Übungstätigkeit reduzieren sich Fähigkeiten von Truppen im Rekonstruktionskern im Laufe der Zeit von der Erhaltung von Kompetenzen und Systemen (=Strukturerhalt) auf einen alleinigen Systemerhalt und danach auf einen reinen Kompetenzerhalt. Am Ende steht die vollständige Aufgabe einer Fähigkeit.
Konkret werden nunmehr im ÖBH 2018 die Waffengattungen Artillerie, Fliegerabwehr, Kampfflieger und Panzer auf die Stufe Rekonstruktion redimensioniert.Einsatzwahrscheinliche Aufgaben mit der Bereitschaftsstufe „Hoch“ sind:- Überwachung des Luftraumes,
Einsatzwahrscheinliche Aufgaben mit der Bereitschaftsstufe „Mittel“ sind:- Sicherung des Luftraumes,
Einsatzwahrscheinliche Aufgaben mit der Bereitschaftsstufe „Geringer“ sind:- Kompetenzerhalt zur militärischen Landesverteidigung gegen konventionelle Angriffe und Sicherstellen des lageangepassten Aufwuchses,
Die Einsatzambition des ÖBH 2018 ist die gleichzeitige Gewährleistung
[...]
- der militärischen Landesverteidigung zur permanenten passiven Luftraumüberwachung (LRÜ) und zur lageangepassten, zeitlich flexiblen aktiven LRÜ im integrierten Luftabwehrverbund,
Aufgrund von ressourcenbedingten Einschränkungen kann die aktive LRÜ nur zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang durchgeführt werden. Punktuell kann innerhalb dieses Zeitraumes auch in der Nachtzeit aktiv überwacht werden. Zusätzlich können zur Schwergewichtsbildung bis zu insgesamt 3 Wochen Luftraumsicherungsoperationen durchgeführt werden.Die Fliegerabwehrtruppe stellt mit ihren bodengestützten Einsatzmitteln die erforderliche Ergänzung zur Luftraumüberwachungstruppe, Luftunterstützungstruppe und Kampffliegertruppe dar. Mit Wirkungsmitteln kürzerer Reichweite ist die Fliegerabwehrtruppe befähigt, stationäre Objekte, insbesondere eigene Truppen oder wichtige Einrichtungen im Rahmen eines präventiven Objektschutzes, in konzentrierter Form vor Angriffen aus der Luft zu schützen. Im ÖBH 2018 wird die Fliegerabwehrtruppe Teil des Rekonstruktionskerns.Die Kampffliegertruppe stellt mit ihren Einsatzmitteln ein Element des Kampfes gegen feindliche Luftkriegsmittel bzw. Luftfahrzeuge dar. Derzeit verfügt die Kampffliegertruppe des ÖBH nur über Fähigkeiten zur aktiven Luftraumüberwachung. Alle darüber hinaus benötigten Fähigkeiten für die militärische Landesverteidigung sind im ÖBH 2018 Teil des Rekonstruktionskerns oder im Bedarfsfall neu aufzubauen.
https://www.bmlv.gv.at/wissen-forschung ... hp?id=26713.3. Vorgaben für die Fähigkeitsentwicklung zum ÖBH der Zukunft
[...]
In den militärischen Kernbereichen hat eine klare Schwergewichtssetzung nach dem Grundsatz „Tiefe vor Breite“ zu erfolgen. Militärische Fähigkeiten außerhalb des Streitkräfteprofils sind mit Schwergewicht durch Kooperationen mit anderen Streitkräften zu decken. Dies ist vor allem dann anzustreben, wenn Ersparnis eintritt.
Ist der Zeitbedarf für das Wiederherstellen einer kritischen Fähigkeit länger als eine realistische Vorwarnzeit, so sind Maßnahmen des Fähigkeitserhalts in Zusammenschau mit dem damit verbundenen Risiko zu beurteilen.
Unser Heer 2030: Bericht zum Zustand des Bundesheeres



https://www.bmlv.gv.at/archiv/a2019/uns ... ndex.shtml
https://www.bmlv.gv.at/archiv/a2019/uns ... er2030.pdfWerden die Abfangjäger keinem Upgrade unterzogen, hat dies zur Folge, dass die Flugzeuge nur am Tag Ziele identifizieren können, da keine Nachsichtfähigkeit gegeben ist. Bei Nacht ist der Einsatz zur Identifikation von Luftraumverletzungen nur durch Radar zu beobachten, es können keine aktiven Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Der Souveränitätsschutz im Luftraum kann temporär nur passiv wahrgenommen werden. Gegnerische Kräfte können ihre Aktivitäten in die Nacht verschieben, dies bedeutet den Verlust der Handlungsfähigkeit wie auch der Souveränität im Luftraum.
Werden die Flugstunden nicht auf einen für militärische Einsätze nötigen Standard gehoben, können die Piloten nur Aufgaben in einer Umgebung ohne Feindbedrohung wahrnehmen. In einem bedrohten Umfeld kann nicht mit ausreichender Sicherheit agiert werden. Die Piloten müssen ein höheres Einsatzrisiko tragen und die Sicherheit des Flugbetriebes ist gefährdet. Kampfaufgaben können nicht erfüllt werden. Objekte können nicht vor heranfliegenden Bedrohungen aus der Luft geschützt werden. Letztendlich wird der Verlust von Menschenleben durch Feindeinwirkung bzw. Fehlverhalten in ungewohnten Extremsituationen riskiert.
Erfolgt kein Upgrade der Radaranlagen der Luftraumüberwachung des ÖBH, können diese modernen Stör- und Täuschungsmaßnahmen und neuen technologischen Entwicklungen nicht begegnen und eventuelle Bedrohungen nicht erkennen. Kleinflugzeuge und Drohnen werden nicht aufgefasst. Die Radaranlagen können nicht das gesamte Luftlagebild erfassen und somit keine ausreichende Frühwarnung sicherstellen. Die Feuerleitung der Flugabwehr erkennt Ziele zu spät und kann diese daher nicht mehr bekämpfen. Ein gekapertes ziviles Flugzeug wird unerkannt zur Waffe, ein Abfangen und eine Zielzuweisung kann nicht erfolgen. Schutzobjekte und Räume, sowie die eingesetzten Kräfte und die Zivilbevölkerung können nicht gegen Bedrohungen aus der Luft geschützt werden.
Wird die bodengebundene Luftabwehr nicht kampfwertgesteigert, können Objekte am Boden nicht ausreichend vor Angriffen aus der Luft geschützt werden. Angriffe mit gekaperten Flugzeugen, Drohnen oder Steilfeuer (Raketen, Granaten) können nicht verhindert werden. Objekte, Räume und Bevölkerung können nicht geschützt werden. Großveranstaltungen, internationale Konferenzen und Treffen können nicht gegen Gefahren aus der Luft geschützt werden. Die Fähigkeit geht verloren. Im Falle einer Abwehroperation ist ein Aufwuchs nicht mehr möglich.
Streitkräfteprofil Unser Heer (April 2021)
Eine flächendeckende Luftraumsicherung durch die aktive Komponente erfolgt in einer gegenüber dem aktuellen Stand vertieften grenzüberschreitenden Kooperation mit Partnern unter Beachtung der gesetzlichen Rahmenbedingungen.
3. Charakteristik der künftigen Streitkräfte
Planungsleitend:
Planungsleitend im Streitkräfteprofil „Unser Heer“ ist der gleichzeitige Kampf des gesamten ÖBH in allen Teilen Österreichs gegen nicht-konventionelle Gegner zu Land, in der Luft, im Cyber-Raum und im Informationsumfeld. Mit den dafür strukturierten und ausgestatteten Kräften werden grundsätzlich auch die anderen Aufgaben des ÖBH erfüllt.
Die Ausrichtung des ÖBH orientiert sich prioritär auf die Abwehr nicht-konventioneller bzw. hybrider Angriffe vorrangig irregulärer, aber auch regulärer Gegner im Rahmen einer Schutzoperation.
Dem militärischen Restrisiko eines konventionellen Angriffs wird durch eine lageangepasste Aufwuchsfähigkeit entgegengetreten. Das bereits bestehende Risiko der Fähigkeit zur Abwehr eines auf absehbare Zeit nicht zu erwartenden konventionellen Angriffs auf Österreich kann aus Sicht des Generalstabes, in Verbindung mit dem Fähigkeitsaufbau für das Streitkräfteprofil „Unser Heer“, akzeptiert werden.
Die Aufwuchsfähigkeit wird im Rahmen der budgetären Möglichkeiten durch einen Rekonstruktionskern erhalten, der auch eine Abhaltewirkung gegenüber externen Bedrohungen repräsentiert. Die kleinste vertretbare Struktur des Fähigkeitskerns einer Waffengattung ist der kleine Verband. Für den Fähigkeitserhalt wird auch ein robuster Fähigkeitskern mit mechanisierten Elementen erhalten.
https://www.bmlv.gv.at/wissen-forschung ... hp?id=3677Luftraumüberwachung:
Die Luftstreitkräfte gewährleisten die aktive und passive Luftraumüberwachung. Die bedrohungsangepasste Überwachung und Sicherung des österreichischen Luftraumes ist unter Berücksichtigung der gesamteuropäischen Entwicklungen sicherzustellen, wobei Luftraumsicherungsoperationen weiterhin im Rechtsrahmen als „verstärkte Luftraumüberwachung“ im Rahmen des Militärbefugnisgesetzes (MBG) durchgeführt werden.
Die eigenen bodengebundenen taktischen Luftabwehrkapazitäten bis zur mittleren Reichweite (inklusive Drohnenabwehr) sind weiterzuentwickeln.
Zuletzt geändert von theoderich am Fr 2. Jan 2026, 05:56, insgesamt 21-mal geändert.
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Hier schwingt der Geist der Zeit vor dem Ukrainekrieg mit. Was soll das eigentlich heißen ? Wohin will man da wachsen und womit ?Dem militärischen Restrisiko eines konventionellen Angriffs wird durch eine lageangepasste Aufwuchsfähigkeit entgegengetreten
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theoderich
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Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Ich drücke es mal so aus: Das Szenario hätte vorgesehen, dass für diese Waffengattungen nur noch je ein kleiner Verband übrig geblieben wäre, um Restfähgkeiten bei minimaler Übungs- und Ausbildungstätigkeit und ohne Investitionen aufrecht zu erhalten. Die Einsatzfähigkeit oberhalb der "Einheitsebene" (Einheit/Kompanie - kleiner Verband/Bataillon - großer Verband/Brigade) wäre verloren gegangen.
https://www.doppeladler.com/da/forum/vi ... 3128#p3128
Man ging davon aus, dass sich ein militärischer Konflikt mehr als zehn Jahre im Voraus "ankündigen" würde und man damit "genug" Zeit hätte, quasi aus dem Nichts eine komplette Armee neu aufzubauen.
Als die Teilstrategie Verteidigungspolitik im Oktober 2014 vorgestellt worden ist, war der Ukrainekrieg schon seit sieben Monaten in vollem Gang.
Parallel wurde die Einsatzbereitschaft der aktiven LRÜ heruntergefahren:JANKO Mjr Reinhard: Editorial, in: 33er. Die Truppenzeitung des Panzerbataillons 33, H 2 (2014), p. 3 hat geschrieben:Dazu ist aber das Üben und Schießen mit dem Kampfpanzer bis inklusive der Einheitsebene zwingend erforderlich. Wenn man den derzeitigen Status Quo der Panzertruppe betrachtet so ist die Struktur des Panzerbataillon 33 der dazu erforderliche Mindestrahmen. Wie aus den Artikeln dieser Ausgabe des 33er entnommen werden kann erhalten wir immer noch erfolgreich die Fähigkeit zum Einsatz einer Panzerkompanie. Darüber hinaus ist das Bataillonskommando auch weiterhin in der Lage eine mechanisierte Bataillonskampfgruppe im Einsatz zu führen.
https://www.doppeladler.com/da/forum/vi ... 3128#p3128
Man ging davon aus, dass sich ein militärischer Konflikt mehr als zehn Jahre im Voraus "ankündigen" würde und man damit "genug" Zeit hätte, quasi aus dem Nichts eine komplette Armee neu aufzubauen.
Als die Teilstrategie Verteidigungspolitik im Oktober 2014 vorgestellt worden ist, war der Ukrainekrieg schon seit sieben Monaten in vollem Gang.
Zuletzt geändert von theoderich am Fr 2. Jan 2026, 06:05, insgesamt 45-mal geändert.
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Das Prinzip Hoffnung ist mittlerweile vermutlich überarbeitet worden. Für die Luftstreitkräfte gibt es hoffentlich messbare Ziele, anhand derer man die erforderlichen Kapazitäten ermitteln kann, also sowas in der Art von...
* 3 LRÜ-Sorties pro Werktag oder 1 an einem Feiertag/Wochenende innerhalb von 5 Minuten in der Luft
* 2 Aufklärungsflüge innerhalb des Bundesgebiets pro Tag
* Bekämpfung von 2 Luftzielen pro Tag mid-range für einen Zeitraum von 2 Wochen
und was auch immer man machen will.
Daraus kann man ableiten, was alles erforderlich ist und dann kann man die notwendigen Mittel bestimmen (die weit mehr betreffen als Flugzeuge und Bewaffnung) und nur dann kann man sowas wie eine Typentscheidung treffen. In der Vergangenheit war es halt leider umgekehrt. Irgendjemand hat Geld erbettelt und dann hat man gekauft, was man dafür grad noch bekommen hat bzw. was die Politik ausgemauschelt hat (z.B. Saab 105 für die Unterschall-LRÜ oder abgerüstete EF ohne ernsthafte Bewaffnung). Mit geringem Effekt auf die Verteidigungsfähigkeit und jedesmal enormem Imageverlust für das Bundesheer.
Wollen wir hoffen, dass es diesmal anders läuft.
* 3 LRÜ-Sorties pro Werktag oder 1 an einem Feiertag/Wochenende innerhalb von 5 Minuten in der Luft
* 2 Aufklärungsflüge innerhalb des Bundesgebiets pro Tag
* Bekämpfung von 2 Luftzielen pro Tag mid-range für einen Zeitraum von 2 Wochen
und was auch immer man machen will.
Daraus kann man ableiten, was alles erforderlich ist und dann kann man die notwendigen Mittel bestimmen (die weit mehr betreffen als Flugzeuge und Bewaffnung) und nur dann kann man sowas wie eine Typentscheidung treffen. In der Vergangenheit war es halt leider umgekehrt. Irgendjemand hat Geld erbettelt und dann hat man gekauft, was man dafür grad noch bekommen hat bzw. was die Politik ausgemauschelt hat (z.B. Saab 105 für die Unterschall-LRÜ oder abgerüstete EF ohne ernsthafte Bewaffnung). Mit geringem Effekt auf die Verteidigungsfähigkeit und jedesmal enormem Imageverlust für das Bundesheer.
Wollen wir hoffen, dass es diesmal anders läuft.
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
……F-16alps_spirit hat geschrieben: ↑Do 1. Jan 2026, 15:17 Eben. Politisch wird es für EF am schwersten und wenn man bedenkt wie die F-35 Anschaffung in der Schweiz verläuft... glaube nicht dass das bei uns besser laufen wird, auch wenn wir uns bei einem Partner (welchen?) dranhängen könnten.
Bleiben noch Rafale und Gripen, und von den beiden eher letzterer. Ist aber nur meine persönliche Meinung.
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Ganz so falsch war die Annahme ja eh nicht - seit 2014 konnte man sehen, wie der Hase läuft. Bloß wollte keiner die "Ankündigung" sehen - weder bei uns, noch in der NATO.Man ging davon aus, dass sich ein militärischer Konflikt mehr als zehn Jahre im Voraus "ankündigen" würde und man damit "genug" Zeit hätte, quasi aus dem Nichts eine komplette Armee neu aufzubauen.
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Ich zitier dich hier, passt besser:
Es gibt aber schon einige Länder, die den Kauf bereuen. Weniger aus technischer, aber aus politischer und vor allem auch finanzieller Sicht ...
Re: Entwicklungen Luftraumüberwachung
Ich würd mich über 24 Gripen schon freuen - bei 30 jubeln - und bei 36 pack ichs wohl nimma 😁
