Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Großgerät, Fliegerhorste, ...
opticartini
Beiträge: 178
Registriert: So 14. Okt 2018, 13:36

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini » Mi 2. Okt 2019, 19:22

Dr4ven hat geschrieben:
Di 1. Okt 2019, 19:09
Das was du willst, ist nicht die Arbeit von Oberst Bauer.
Als "Sprecher des Verteidigungsministeriums/BMLV" scheint er mir durchaus für dessen Außendarstellung zuständig zu sein (was er ja auch beständig tut) und schnippische Antworten auf was auch immer zu geben, wird nicht reichen, den Steuerzahler und Politiker von irgendwas zu überzeugen. Geistige Landesverteidigung quasi.

Als Politiker würde ich jedenfalls sagen: "Der Hersteller garantiert den Betrieb der derzeitigen Eurofighter bis 2040. Es besteht kein Handlungsbedarf aber sehr wohl Sparpotential." Thema erledigt, der Wähler nickt.

Oder: Der Pilz'schen Vorstellung, man könnte mit billigen Unterschall-Fliegern den Luftraum überwachen, müsste man sofort mit allen Mitteln per Fakten-Check Contra geben: Um ein Flugzeug, das in 10 km Höhe mit 850 km/h unterwegs ist zu erwischen, reicht ein gleich schneller Jet-Trainer nicht aus.

Ohne entsprechende Jagdflugzeuge müsste man schlichtweg hinnehmen, dass jeder herumfliegt, wie er lustig ist. Und selbst wenn man vom Bodenradar aus sieht, dass da oben irgendwas ist, wüsste man nicht was das genau ist. Mit Boden-Luft-Waffen kann man nur abschießen oder eben nicht abschießen, und ich glaube nicht, dass es vernünftig wäre, z. B. ein amerikanisches Tankflugzeug abzuschießen, in dessen "Windschatten" zwei unangemeldete Kampfjets mitfliegen.

öbh
Beiträge: 116
Registriert: Sa 21. Jul 2018, 11:12

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von öbh » Mi 2. Okt 2019, 19:43

soviel Blödheit in puncto Bundesheer und vor allem LRÜ wie in der Wahldiskussion mit den Parteichefs und Diskussionsleiter Wolf hat man schon lange nicht gehört. Insbesondere Pilz und Kogler haben Null-Ahnung vom Bundesheer, Kurz und Rendi-Wagner auch nicht viel mehr. Hofer hat eventuell punktuell mehr Ahnung von der Materie als alle anderen Parteichefs. Bei einer grünen Regierungsbeteiligung kann man nur sagen - Gute Nacht liebes Bundesheer! Die seinerzeitige B-Gendarmerie war wahrscheinlich schlagkräftiger, als die Grünen aus dem ÖBH machen werden.

Dr4ven
Beiträge: 78
Registriert: Mo 30. Apr 2018, 13:35

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Dr4ven » Do 3. Okt 2019, 07:51

opticartini hat geschrieben:
Mi 2. Okt 2019, 19:22
.... z. B. ein amerikanisches Tankflugzeug abzuschießen, in dessen "Windschatten" zwei unangemeldete Kampfjets mitfliegen.
Es wäre echt super, wenn man diese urbane Politikerlegende zum Zwecke der medialen Manipulation und Beschaffung von Abfangjägern endlich abstellt.
Alle 3 hatten eine Genehmigung, nur die Formation war so nicht ok und im Flugplan nicht richtig angegeben (da gibt man nur den Lead an).
Können wir das jetzt damit erledigen? Danke.

theoderich
Beiträge: 4647
Registriert: So 29. Apr 2018, 17:13

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Do 3. Okt 2019, 09:01

opticartini hat geschrieben:
Mi 2. Okt 2019, 19:22
Oder: Der Pilz'schen Vorstellung, man könnte mit billigen Unterschall-Fliegern den Luftraum überwachen, müsste man sofort mit allen Mitteln per Fakten-Check Contra geben: Um ein Flugzeug, das in 10 km Höhe mit 850 km/h unterwegs ist zu erwischen, reicht ein gleich schneller Jet-Trainer nicht aus.
Eigentlich würde es schon reichen, diesen Link auf Twitter zu teilen:

https://bibisdata.bmlv.gv.at/187724.pdf

Darin stehen alle nötigen Informationen zur Notwendigkeit einer aktiven LRÜ mit Mehrzweckkampflugzeugen.

opticartini
Beiträge: 178
Registriert: So 14. Okt 2018, 13:36

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini » Do 3. Okt 2019, 23:05

Dr4ven hat geschrieben:
Do 3. Okt 2019, 07:51
opticartini hat geschrieben:
Mi 2. Okt 2019, 19:22
.... z. B. ein amerikanisches Tankflugzeug abzuschießen, in dessen "Windschatten" zwei unangemeldete Kampfjets mitfliegen.
Es wäre echt super, wenn man diese urbane Politikerlegende zum Zwecke der medialen Manipulation und Beschaffung von Abfangjägern endlich abstellt.
Alle 3 hatten eine Genehmigung, nur die Formation war so nicht ok und im Flugplan nicht richtig angegeben (da gibt man nur den Lead an).
Können wir das jetzt damit erledigen? Danke.
Das war ein Beispiel um einen Punkt anschaulich zu machen - nämlich dass man keine Luftraumüberwachung nur mit Boden-Luft-Raketen machen kann. Ob das irgendwas mit einer tatsächlichen passierten Gegebenheit oder "Politikerlegende" gemein hat, ist völlig unerheblich. Erwarte ich zu viel Hirnschmalz? Du darfst dir gerne ein anderes Beispiel ausdenken.
theoderich hat geschrieben:
Do 3. Okt 2019, 09:01
Eigentlich würde es schon reichen, diesen Link auf Twitter zu teilen:

https://bibisdata.bmlv.gv.at/187724.pdf

Darin stehen alle nötigen Informationen zur Notwendigkeit einer aktiven LRÜ mit Mehrzweckkampflugzeugen.
Das ja das Problem: Es reicht eben nicht, weil wer liest das, bei wem kommt das an? Sicher nicht beim Durchschnittsbürger der dann sein Kreuzerl bei den Politikern macht, die sich auch nicht auskennen aber den Leuten erklären, wie viel man einsparen könnte, wenn man Unterschall-Jettrainer als Abfangjäger verwendet.

Aus SIcht eines Militärs müssen solche Aussagen als Skandal gebrandmarkt werden, die Entrüstung und der mediale Aufschrei muss lauten: "Politiker rufen im ORF zum Verfassungsbruch auf, gefährden die Sicherheit Österreichs."

theoderich
Beiträge: 4647
Registriert: So 29. Apr 2018, 17:13

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Fr 4. Okt 2019, 14:12

Ich fürchte, bei der Fülle an Fehlinformationen, die während einer typischen ORF-Diskussion zum Bundesheer, bei der lediglich ein oder zwei Journalisten und einige Parteipolitiker debattieren, verbreitet werden, käme der Ressortsprecher mit den Richtigstellungen kaum hinterher.

theoderich
Beiträge: 4647
Registriert: So 29. Apr 2018, 17:13

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Sa 12. Okt 2019, 22:37

Military Flight Training

9th October to 10th October 2019,
London, United Kingdom
day one

[...]

11:40 Austrian Fast Jet Training: Safeguarding Future Fast Jet Capabilities

Lieutenant Colonel Alexander Koell, Commander of the Pilot Training Institute, Austrian Air Force
  • Preparing pilots for specific air defence operations by collaborating with other central European air forces
  • Overcoming challenges in pilot numbers, creating effective strategies to reduce pilot workload and fatigue
  • Prioritising pilot retention to prevent future weakening of air combat effectiveness
  • Integrating new solutions for optimal pilot training experience: working with industry and third-party contractors
https://www.smi-online.co.uk/defence/uk ... 2167#day_1

theoderich
Beiträge: 4647
Registriert: So 29. Apr 2018, 17:13

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Mi 23. Okt 2019, 17:20

Personal-, Vergabe und Ausgabenentscheidungen der letzten Tage der Koalition vor Antritt der neuen Bundesregierung (3970/J)
2. Wurden im angegebenen Zeitraum vom/von der damaligen Ressortchef_in, dem Ministerkabinett, dem Ressort oder einer nachgeordneten Dienststelle Entscheidungen in Bezug auf die Beauftragung von externen Leistungen getroffen?
5. Wurden im angegebenen Zeitraum vom/von der damaligen Ressortchef_in, dem Ministerkabinett, dem Ressort oder einer nachgeordneten Dienststelle Vergabeentscheidungen getroffen?
  • Zu 2 und 5:

    Im Oberschwellenbereich wurden im angeführten Zeitraum keine Entscheidungen getroffen; die im Unterschwellenbereich erteilten Aufträge sind nachstehender Auflistung zu entnehmen. Verantwortlich dafür war die kaufmännische Abteilung des Bundesministeriums für Landesverteidigung (BMLV) bzw. das Militärische Immobilien Management Zentrum.

    [...]

    Thema/Vertragsinhalt: Obsolescence Mitigation Service

    Auftragnehmer: Eurofighter GmbH

    Kosten: 10.300,00 Euro
https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml

theoderich
Beiträge: 4647
Registriert: So 29. Apr 2018, 17:13

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » So 27. Okt 2019, 22:14

FPÖ will Zukunft für Eurofighter
Graz/Wien. Zumindest einmal im Jahr steht in Österreich das Bundesheer im Zentrum. Bei der militärischen Leistungsschau am Nationalfeiertag - auch wenn sie diesmal bescheidener dimensioniert war: keine Hubschrauber, keine Kettenpanzer. Bloß als Plakat war auch die prominenteste Gerätschaft dabei: der Eurofighter.

Sein Schicksal wird die künftige Regierung beschäftigen, weil Türkis-Blau den Entschluss zu lang hinausgezögert hat - und dann nicht mehr dazugekommen ist: Kurz vor Weihnachten 2018 verfolgte Mario Kunasek, damals Verteidigungsminister, das Pressefoyer nach der wöchentlichen Regierungssitzung. ÖVP-Chef Sebastian Kurz, so erinnert sich der steirische FPÖ-Chef heute, hatte eine Ankündigung. Die Bundesregierung werde nicht, wie geplant, bis Jahresende eine Entscheidung über die Eurofighter fällen. Sondern erst im Sommer. "Das war eine mehr oder weniger überraschende Situation für mich", so Kunasek zur "Presse". Überraschend kam dann auch das Ende der türkis-blauen Regierung vor dem Sommer. Damit blieb die politische Frage unbeantwortet, wie die Luftraumüberwachung in Zukunft organisiert werden soll. Denn Kurz spielte auf Zeit, und Kunasek wehrte sich damals zumindest nicht lautstark dagegen.

Ab 2022 fluguntauglich

Die Eurofighter können in ihrer jetzigen Form jedenfalls ab 2022 nicht mehr fliegen. Der Republik stehen damit zwei teure Optionen zur Auswahl: Entweder sie rüstet die Eurofighter technisch auf - oder sie ersetzt sie durch andere Jets.

Zu Regierungszeiten sprach sich die FPÖ für keine der beiden Varianten aus. Jetzt wünschen sich die Freiheitlichen aber eine Zukunft für die Eurofighter: "Ja, man sollte sie upgraden und möglichst lang nutzen", sagt Kunasek. Auch Parteichef Norbert Hofer sprach sich dafür aus. "Die Kommission, die ich installiert habe, hat dieses Ergebnis auch präsentiert. Eine Neuanschaffung würde ein größeres Budgetloch aufreißen." Tatsächlich arbeitete eine Runde an Experten im Verteidigungsministerium einen Bericht aus - mit mehreren Zukunftsvarianten. Denn neben dem Eurofighter ist auch der zweite Flugzeugtyp, der für die Luftraumüberwachung eingesetzt wird, bald fluguntauglich: Ab 2021 muss die Saab 105 auf dem Boden bleiben. Ein technisches Update, wie beim Eurofighter, ist hier nicht möglich. "Die kostengünstigste Lösung wäre die Anschaffung eines Flugzeugs, das man auch für die Ausbildung der Piloten nutzen kann." Ganz auf Eurofighter sollte sich das Heer nicht konzentrieren, um die Kosten nicht allzu sehr in die Höhe zu treiben.

Wie viel Geld in Zukunft in die Luftraumüberwachung fließen könnte, wurde noch nicht offiziell kommuniziert. Laut mehreren Medienberichten würde eine Nachrüstung der Eurofighter rund 200 Millionen Euro kosten. Dazu kommt der laufende Betrieb: Eine Flugstunde kostet bis zu 80.000 Euro. Die jährlichen Betriebskosten betragen 80 Millionen Euro. In der Vergangenheit versuchte das Bundesheer bereits, in diesem Bereich zu sparen: Es gibt weniger Piloten, die auch weniger fliegen.
https://www.diepresse.com/5713027/fpo-w ... urofighter
Zuletzt geändert von theoderich am Mo 28. Okt 2019, 17:01, insgesamt 1-mal geändert.

Tribun
Beiträge: 84
Registriert: Fr 4. Mai 2018, 11:11

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Tribun » Mo 28. Okt 2019, 07:28

theoderich hat geschrieben:
So 27. Okt 2019, 22:14
FPÖ will Zukunft für Eurofighter

https://www.diepresse.com/5713027/fpo-w ... urofighter
Kann den Artikel nicht lesen, da ich dafür nicht zahlen will...
Aber... für den EF hätte man sich lange genug aussprechen und dementsprechend handeln können! Lange genug bestand die letzte Regierung.

Antworten