EU: Ständige Strukturierte Zusammenarbeit

Wehrtechnik & Rüstung, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
theoderich
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Re: EU: Ständige Strukturierte Zusammenarbeit

Beitrag von theoderich » So 14. Apr 2019, 15:40

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Vorstellung unseres PESCO-Projekts in Brüssel.
https://www.facebook.com/ABCAbwZentrum/ ... &__tn__=-R

theoderich
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Re: EU: Ständige Strukturierte Zusammenarbeit

Beitrag von theoderich » Di 14. Mai 2019, 16:27

Defence cooperation: Council assesses progress made in the framework of PESCO after first year of implementation

https://www.consilium.europa.eu/en/pres ... mentation/




Ö1 Mittagsjournal
Dienstag, 14. 5. 2019
12:00

USA attackieren Pläne für EU-Verteidigung

Franz Renner: Themenwechsel in diesem Mittagsjournal. Schrecken Sie sich nicht, wenn Ihnen im Juni auf österreichischen Straßen US-Truppentransporter entgegenkommen. Es hat nichts mit Österreich zu tun - wir gewähren den Amis nur die Durchfahrt zu einem großen Militärmanöver in Südosteuropa.

Schon ein bisschen zum schrecken zumindest ist indes das, was die EU-Verteidigungsminister heute in Brüssel diskutieren: Es geht um die adäquate Reaktion auf einen heiklen Brief aus den USA. In dem Brief drohen die USA offen mit Sanktionen, sollten die Europäer weiter versuchen militärisch unabhängiger zu werden.

Im Fokus steht vor allem der milliardenschwere Rüstungsfonds und die vertiefte militärische Zusammenarbeit, PESCO genannt.

Aus PESCO wiederum hat Österreich seine Gebirgsjäger zurückgezogen. Warum? Das wollte Verteidigungsminister Mario Kunasek heute nicht erläutern.

Aus Brüssel, Raffaela Schaidreiter.
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Die EU rückt militärisch zusammen. Österreich wollte sich mit seinen Gebirgsjägern einbringen, einen Ausbildungstrupp anführen. Doch davon ist keine Rede mehr. Die Gebirgsjäger weichen einem Abwehrsystem für ABC-Waffen. ABC steht für atomar, biologisch und chemisch.

Aus Militärkreisen heißt es, das habe mit Kosten zu tun. Innenpolitisch habe es "Wickel" gegeben. Die Gebirgsjägerausbildung wäre Österreich zu teuer gekommen.

Verteidigungsminister Mario Kunasek von der FPÖ lässt das heute in Brüssel unbestätigt und antwortet ausweichend:

"Ich glaub' wir sind auf einem sehr guten Weg. Wir haben mit unseren laufenden Projekten, vor allen Dingen auch mit unserem ABC-Sensorikprojekt, glaub' ich bewiesen, dass wir als kleines Land auch in der Lage sind, hier uns qualitativ hochwertig einzubringen."

Kunaseks Wunsch ist in Wien bekannt. Er drängt regelmäßig auf höhere Ausgaben für die Verteidigung. Ein Drittel mehr bis 2022, lautet die Ansage. In den nächsten Monaten muss er sich mit Finanzminister Hartwig Löger von der ÖVP einigen. Der zeigt sich zurückhaltend.

Welchen Unterschied es finanziell macht, ob Österreich bei PESCO die ABC-Abwehr übernimmt oder die Gebirgsjägerausbildung, das sei nicht die Frage, meint Kunasek.

"Das, glaub' ich, sollte man auch nicht gegenrechnen. Ich glaube wir sind sehr hoch engagiert. Es ist auch hoch geschätzt, seitens der Europäischen Union. Gut so!"

PESCO steht momentan nicht nur im Fokus der EU-Verteidigungsminister. Auch die USA nehmen die Kooperation der EU-Länder ins Visier - in Form einer Kampfansage: Die EU riskiere die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den USA.

Der Brief aus Washington ist an die EU-Außenbeauftragte Mogherini addressiert und hat in seiner Heftigkeit viele EU-Diplomaten überrascht.

Neben PESCO will die EU vor allem über den EU-Rüstungsfonds die eigene Rüstungsindustrie stärken, Waffen selber entwickeln und herstellen, um sich von der US-Industrie unabhängiger zu machen, heißt es. Der Fonds umfasst 13 Milliarden Euro.

Konkret moniert Washington, US-Firmen dürften hier nicht mitwirken, was den NATO-Verträgen widerspreche. In dem Brief ist die Rede von Strafen, sollte die EU nicht einlenken und die Regeln ändern.

Frankreich und Deutschland werben offensiv für die verstärkte EU-Kooperation, schweigen aber heute zu dem Brief aus den USA. So wie die EU-Außenbeauftragte, Federica Mogherini. Sie will mit den EU-Verteidigungsministern über eine Reaktion beraten.

FPÖ-Verteidigungsminister Kunasek appelliert, sich nicht einschüchtern zu lassen:

"Das heißt, ich will es hier nicht überbewerten. Auf der anderen Seite schon auch darauf pochen, dass wir hier eine eigenständige und auch aktive Rolle auch spielen, wenn's darum geht, für die Sicherheit unserer Bürger einzutreten."

Auf der Tagesordnung der EU-Verteidigungsminister steht auch die Terrorbekämpfung in Afrika. Österreich übernimmt mit Juni die Führung einer EU-Einsatztruppe in Mali. Österreich ist mit 50 Männern und Frauen vertreten. Ziel ist es, malische Streitkräfte auszubilden für die Terror- und Schlepperbekämpfung.

Gestaltung: Raffaela Schaidreiter, Brüssel

'Poison pills': Pentagon tells EU not to block U.S. companies from defense pact
In a May 1 letter, the U.S. government said limitations on the involvement of non-EU countries under consideration in the European pact amounted to “poison pills”.

“It is clear that similar reciprocally imposed U.S. restrictions would not be welcomed by our European partners and allies, and we would not relish having to consider them in the future,” said the letter from two U.S. Department of Defense undersecretaries, Ellen Lord and Andrea Thompson, to the EU’s foreign affairs chief, Federica Mogherini.

Any rules limiting U.S. defense contractors’ participation would also amount to “a dramatic reversal of the last three decades of increased integration of the transatlantic defense sector,” said the letter, seen by Reuters.
https://www.reuters.com/article/us-usa- ... SKCN1SK1V9
Zuletzt geändert von theoderich am So 19. Mai 2019, 23:22, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: EU: Ständige Strukturierte Zusammenarbeit

Beitrag von theoderich » Do 16. Mai 2019, 19:27

European Union rejects US claims to internal defense coffers
European Union officials have rejected U.S. demands for automatic access to the bloc’s defense budget, arguing the money is meant only to nurse military capabilities among member countries.

The reaction follows renewed pressure by senior defense officials in Washington to open EU programs and budgets – namely, the envisioned €13 billion European Defence Fund and the growing collection of programs under the Permanent Structured Cooperation, or PESCO, framework – for U.S. contractors.
Washington's latest shot against the EU's defense plans came in the form of a letter this month from Pentagon acquisition chief Ellen Lord and Under Secretary of State for Arms Control and International Security Andrea Thompson. The two complained to EU foreign policy and defense chief Federica Mogherini that draft rules for allowing non-Europeans into the bloc's programs were too restrictive, amounting to a “dramatic reversal of the last three decades of increased integration of the trans-Atlantic defense sector.”

Mogherini retorted in a press conference late Tuesday that the bloc remains open to cooperation with the United States, but that the European Defence Fund and PESCO were primarily designed to be intra-continental affairs.

“It's not defined as an instrument for partnership,” she said, noting that other avenues exist for trans-Atlantic cooperation.

She also argued that American defense companies already do more business in Europe than European companies are able to do with the U.S. military, suggesting a mismatch by design.

At the heart of the matter lies the still-unresolved rule for permitting so-called “third-party states” into the inner sanctum of EU defense machinations. According to Mogherini, continued uncertainty on the issue creates “unnecessary agitation.” A final decision on the policy should be made “as soon as possible,” hopefully at a mid-June meeting of the EU Foreign Affairs Council, she said.

European Defence Agency chief Jorge Domecq echoed Mogherini’s remarks in an interview with Defense News on Wednesday. He likened the EU-wide defense pact to a marriage of the 25 participating member states. “In a marriage, in a couple, inviting a third person in, you have to decide the conditions.”
https://www.defensenews.com/global/euro ... e-coffers/

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Re: EU: Ständige Strukturierte Zusammenarbeit

Beitrag von theoderich » Fr 17. Mai 2019, 21:56

Česká republika se stala garantem projektu elektronického boje v rámci PESCO

http://www.acr.army.cz/informacni-servi ... co-211510/

Bild
https://www.facebook.com/ArmadaCeskerep ... &__tn__=-R

Deutschland und die Tschechische Republik haben vom 14. bis zum 16. Mai in Prag eine Besprechung zum PESCO-Projekt „Electronic Warfare Capability and Interoperability Programme for Future Joint Intelligence, Surveillance and Reconnaissance (JISR)“ abgehalten. Weitere Kooperationspartner sind Litauen, die Niederlande, Schweden, die Slowakei und Italien.

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Re: EU: Ständige Strukturierte Zusammenarbeit

Beitrag von theoderich » Mi 29. Mai 2019, 22:21

Aber PESCO und EDF mit Sanktionen drohen ...
  • Inside America’s multimillion-dollar plan to get allies off Russian equipment
    To address the issue, the U.S. State Department has, in the last year, quietly launched a new program known as the European Recapitalization Incentive Program (ERIP), a new tool developed with U.S. European Command to try and speed the process of getting allied nations off Russian gear. As envisioned, it targets Albania, Bosnia, Croatia, Greece, North Macedonia and Slovakia.

    While still in its early stages, officials at State are feeling confident enough about the potential in ERIP that they expect to make a decision on expanding the program within the next few weeks, potentially opening up a new dollar stream for allied nations — one which could result in those nations buying high-end American defense goods.
    https://www.defensenews.com/global/euro ... equipment/

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Re: EU: Ständige Strukturierte Zusammenarbeit

Beitrag von theoderich » So 15. Sep 2019, 10:22

Review No 09/2019: European defence

https://www.eca.europa.eu/en/Pages/DocI ... ?did=51055
  • Die Auswirkungen auf den tatsächlichen Bedarf an Fähigkeiten

    136 Die deutliche und rasche Erhöhung der Mittel zur Unterstützung von FuE-Tätigkeiten im Bereich der Verteidigung bringt Leistungsrisiken für den Europäischen Verteidigungsfonds mit sich. Insbesondere besteht das Risiko, dass die Finanzierung nicht dazu dient, die europäische Verteidigungsindustrie wettbewerbsfähiger zu machen oder die erforderlichen Fähigkeiten zu schaffen und auszubauen. Bei der Umsetzung muss daher ein angemessenes Gleichgewicht gewahrt werden, um zu vermeiden, dass die Maßnahmen als Subventionen für KMU in kleineren Mitgliedstaaten oder als ausschließlich für große Unternehmen in größeren Mitgliedstaaten vorgesehenes Instrument angesehen werden.

    137 Im Hinblick auf die SSZ gelangten die Autoren einer vom European Leadership Network und dem IISS durchgeführten Studie im Februar 2019 zu dem Schluss, dass die ersten 34 SSZ-Projekte zwar nützlich gewesen seien, es jedoch unwahrscheinlich sei, dass sie wesentliche Auswirkungen auf die Anforderungen der EU haben würden, insbesondere im Hinblick auf die mit Blick auf die Zielvorgaben der EU ermittelten Mängel.
    https://www.eca.europa.eu/Lists/ECADocu ... nce_DE.pdf


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