theoderich hat geschrieben: ↑Fr 6. Mär 2026, 19:15Befristete Mehrwertsteuer-Erhöhung zur Stärkung der Sicherheit und Verteidigung: Bundesrat eröffnet die Vernehmlassung
Die Absicht, in Schwergewichtszonen einen aktiven Abwehrkampf zu führen, wirkt sich insbesondere auf die Führungsstruktur der Bodentruppen aus. Neu sollen anstelle des heutigen Heeres, d. h. einer mechanisierten Division mit drei mechanisierten Brigaden, zwei dem Kommando Operationen unterstellte, schwere Divisionen gebildet werden. Daneben bleiben militärische Beiträge zugunsten der zivilen Behörden, Schutzaufgaben ausserhalb der Schwergewichtszonen und territoriale Aufgaben wichtig. Für die Erfüllung dieser überwiegend ortsgebundenen Aufgaben sollen künftig zusätzliche leichte Kräfte zur Verfügung stehen.
Damit die Armee ihre Aufgaben erfüllen kann, muss sie ausreichend personell alimentiert sein, was zunehmend schwierig ist. Bevor zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit eine Bestandeserhöhung ins Auge gefasst wird, müssen zuerst die bestehenden Alimentierungsprobleme gelöst werden. Um die personelle Alimentierung zu stabilisieren, hat die Armee verschiedene Massnahmen ergriffen. Weitere sind geplant und im Bericht des Bundesrats zur Umsetzung der WEA beschrieben.
Um den Verteidigungsauftrag künftig besser erfüllen zu können, braucht die Armee wieder mehr und besser geschützte militärische Infrastrukturen. Ein weiterer Abbau, wie er mit dem aktuellen Stationierungskonzept vorgesehen ist, ist mit hohen Risiken verbunden.
Die Ausbildung soll konsequent auf die Verteidigung ausgerichtet werden. Erforderlich sind dabei insbesondere Möglichkeiten, den kombinierten Einsatz von Feuer und Bewegung auch auf Stufe Bataillon und höher zu üben, ebenso den Kampf in überbautem Gelände, wie es für das schweizerische Mittelland charakteristisch ist.
Der erste Modernisierungsschritt bis 2031 soll die investive Erneuerung von Systemen umfassen, die für die Verteidigungsfähigkeit besonders bedeutend sind. Am Boden gehören dazu unter anderem die Panzerabwehr auf mehrere Kilometer, das indirekte Feuer und verschiedenste neue geschützte Fahrzeuge. Zudem gilt es, Ausrüstungslücken bei den mechanisierten Verbänden zu schliessen. Zu diesem Zweck soll ein Teil der eingelagerten Kampfpanzer Leopard einem Werterhaltungsprogramm unterzogen werden. Bei der bodengestützten Luftverteidigung sollen Lücken im Abwehrdispositiv geschlossen werden, die im mittleren und unteren Luftraum vor allem mit Blick auf die Bedrohung durch Lenkwaffen, Marschflugkörper und Drohnen bestehen. Erforderlich sind überdies Erneuerungen im Bereich der vernetzten Führung, der Nachrichtenbeschaffung, der Cyberabwehr, der elektronischen Kriegführung und der taktischen Luftmobilität. Schliesslich sind auch Investitionen nötig, um die Bevorratung, insbesondere von Munition, wieder in bedeutendem Mass zu erhöhen.
Für diesen ersten Schritt zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit werden für Investitionen in Rüstungsmaterialbeschaffungen im Zeitraum von 2024 bis 2031 insgesamt gegen 13 Milliarden Franken benötigt. Mit der vom Parlament beschlossenen, schrittweisen Erhöhung des Armeebudgets auf 1 Prozent des BIP bis spätestens 2030 stünden dazu genügend Finanzmittel zur Verfügung.
theoderich hat geschrieben: ↑Fr 6. Mär 2026, 19:15Befristete Mehrwertsteuer-Erhöhung zur Stärkung der Sicherheit und Verteidigung: Bundesrat eröffnet die Vernehmlassung
Drohnen, Drohnenabwehr und Robotik: VBS setzt strategischen Schwerpunkt zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit
Zentrum Unbemannte Systeme VBS
Mit dem Zentrum Unbemannte Systeme schafft das VBS ein zivil-militärisches Zentrum für Drohnen und Robotik. Es besteht aus einem Tech Hub und einem militärischen Kommando.
Im Tech Hub werden die Bedürfnisse der Truppe, die technologische Kompetenz der armasuisse sowie das Wissen von Hochschulen, Start-ups und Industrie gebündelt. Neue Lösungen sollen gemeinsam entwickelt, erprobt und rasch für den militärischen Einsatz nutzbar gemacht werden. Das militärische Kommando umfasst eine Versuchs- und eine Ausbildungsorganisation. Es erprobt neue Systeme unter möglichst realen Bedingungen und verantwortet die Ausbildung für das Drohnenbataillon. Erkenntnisse aus der Truppe sollen über den Tech Hub rasch an Wissenschaft und Wirtschaft zurückfliessen.
Das Kompetenzzentrum soll auch anderen Departementen, Kantonen und Blaulichtorganisationen offenstehen. Die reibungslose Zusammenarbeit aller Staatsebenen und Organisationen ist zentral angesichts der Bedrohungslage.
Drohnenbataillon und Drohnen-Rekrutenschule
Ab 2028 setzt die Armee ein eigenes Drohnenbataillon zur Aufklärung, Wirkung und Abwehr ein. Gleichzeitig wird die Ausbildung in diesem Bereich gestärkt. Eine eigene Drohnen-Rekrutenschule wird die erforderlichen Kompetenzen systematisch aufbauen und das Drohnenbataillon alimentieren.
Darüber hinaus wird das VBS die Drohnenkompetenzen breit in der Armee verankern. Dabei kann die Armee auf das Wissen und die Erfahrung ihrer Milizangehörigen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie zurückgreifen.
Investitionen in Drohnenfähigkeiten und Drohnenabwehr
Das VBS investiert sowohl in den Einsatz von Drohnen als auch in deren Abwehr. Erste Systeme zur Drohnenabwehr sind bereits eingeführt. Mit der Armeebotschaft 2026 hat der Bundesrat den weiteren Fähigkeitszuwachs eingeleitet. Mit dem Rüstungsprogramm 2027 sind weitere Mittel vorgesehen, um zusätzliche Infrastrukturen und Verbände zu schützen und das neue Drohnenbataillon auszurüsten.
Da sich die Technologien laufend und rasch ändern, will die Armee die Systeme gezielter, in kleineren Stückzahlen und in kürzeren Zyklen beschaffen. Was sich bewährt, soll rasch in der Truppe eingesetzt und aufgrund der dort gewonnenen Erfahrungen weiterentwickelt werden.