Man muss eine Armee aufbauen, die mit den vorhandenen Mitteln das Maximum an Verteidigungswert herausholt. Das bedeutet umgekehrt, dass man sich von der Idee verabschieden muss, mit 1,2% BIP eine Vollarmee nach NATO-Vorbild zu schaffen und bei jeder Waffengattung dabei zu sein. Vor allem bedeutet es aber auch, dass man nach angemessenen Lösungen suchen muss und nicht minimale Stückzahlen besonders teurer Goldlösungen beschaffen kann, die einen Rattenschwanz an Logistik, Wartung, Ausbildung etc. verursachen.theoderich hat geschrieben: ↑Mi 24. Jun 2026, 23:28 Mit diesem Argument könnte man fast das ganze Bundesheer auflösen. Bis auf Lkw und ein paar Panzerfahrzeuge gibt es kaum noch etwas, wovon wir künftig mehr als "zwei Hand voll" haben
Und ich gebe Maro recht in seiner Analyse, dass der Aufbauplan 2032+ im Wesentlichen dem fiktiven Aufbauplan 1995+ gleicht, wenn man damals nur das Geld dafür gehabt hätte. Wir haben vor der Haustüre einen Krieg, der doch recht gut zeigt, wie man heute kämpft und wie sich die schwächere Ukraine auch im vierten Jahr erfolgreich gegen Russland behaupten kann. An ihrer Airforce liegt es nicht, auch nicht an den bei uns noch immer gelehrten und längst unzulänglichen Panzer- und Infanterietaktiken. Die aktuellen Erfolge am Gefechtsfeld und v.a. im strategischen Bereich liegen vor allem an ihrem innovativen Drohnenprogramm, das sich im Quartalsrhythmus erneuert und flexibel auf neue Bedrohungen reagieren kann. Vom Nahbereich bis in den Deep Strike. Hier sieht der Aufbauplan 2032+ bestenfalls symbolische Aktivitäten vor und das fiktive Bundesheer 2032 würde bei einem Konflikt mit einem drohnenerfahrenen Gegner nicht mal in den Bereitstellungsraum kommen.
Für mich fühlt sich der Aufbauplan 2032+ an wie der Versuch, am Vorabend des ersten Weltkriegs besonders schöne Dragonereinheiten aufzubauen - weit besser als die, die man vor 20 Jahren hatte, aber leider wird man die im Stellungskrieg nicht brauchen können.
