Nein, ein großer Teil der Migrationskosten fällt gerade beim Typenwechsel an, und ich würde behaupten, dass die politische Lage in Österreich dazu zwingt, mehr auf die kurzfristig anfallenden Kosten zu blicken, nicht auf die Kosten über die gesamte Nutzungsdauer. Denn in der Budgetplanung wird es nicht so sehr darum gehen, wie viele Millionen man in den 2040ern pro Jahr einsparen könnte, sondern woher man am Stichtag X die Mittel nimmt, um die Migration überhaupt zu ermöglichen.Woyzeck hat geschrieben: ↑So 21. Jun 2026, 19:36Über eine Nutzungsdauer von mindestens 30 Jahren sind die Betriebskosten der relevante Faktor, da sich die Migrationskosten ja über die gesamte Nutzungsdauer aufteilen. Ein zweistrahliges Flugzeug hingegen ist mit einem Schlag um mindestens 1/3 im Betrieb teurer (Triebwerke und deren Wartung sind der größte Kostentreiber bei einem Flugzeug) - das geht sich einfach nicht aus mit Typhoon/Rafale/F-15 gegen Gripen/F-16.
Das ist meines Wissens nicht korrekt.Woyzeck hat geschrieben: ↑So 21. Jun 2026, 19:36Ein Typhoon T4 hat mit einem Typhoon T1 kaum mehr etwas gemeinsam, jedenfalls keine Ersatzteile (von denen gibt es außerdem ja ohnehin nur wenig). Das ist faktisch ein neues Flugzeug und das Personal muss komplett neu eingeschult werden. Die Ersparnis ist da relativ gering (bauliche Infrastruktur) - erneut nichts im Vergleich zu den Betriebskosten.
Tranche 1 unterscheidet sich von Tranche 4 hauptsächlich durch die Sensorik (ECRS Mk 1/2 statt Captor-M), Avionik und elektronische Infrastruktur (v.a. Verkabelung und Computer). Die Zelle (OML und IML) mitsamt Fahrwerk bleibt nahezu unverändert; das Triebwerk ist (ausgenommen das FADEC) identisch. Spezialwerkzeuge und Ground Support Equipment können explizit weiter genutzt werden. Wie groß die Kommunalität ist, da gehen die Meinungen in den Fachzeitschriften auseinander, aber man findet Zahlenwerte zwischen 60% und 70%. Beides ist besser als 0%.
Richtig, und deswegen finde ich die Entscheidung pro M-346 umso unverständlicher. Man hat sich den Ferrari unter den Strahltrainern geleistet, obwohl ein Ford völlig genügt hätte, und sich damit einen fiskalischen und politischen Druck aufgeladen, der Handlungsspielräume einengt.Woyzeck hat geschrieben: ↑So 21. Jun 2026, 19:36Bloß: Da gibt es faktisch nur die F-35 und die scheidet aus mehreren Gründen komplett aus. Auf Gen 6 wird man wohl nicht warten können, also wird es Gen 4/4.5. Und für das, was wir hier tatsächlich tun werden bzw. tun können bzw. tun dürfen, ist das völlig ausreichend. Wichtiger als das Flugzeug wären Bewaffnung, Flugstunden, Sensorverbund, Teilnahme an internationalen Übungen etc. Typhoon T1 mit 1,5 Kurzstreckenlenkwaffen pro Flugzeug - so modern sie damals auch waren - haben einen Verteidigungswert von Nahe Null. Eine Wiederholung dieses Desasters wäre der Worst Case.
