Neue Helikopter und Panzerfahrzeuge für das BMI

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theoderich
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Re: Neue Helikopter und Panzerfahrzeuge für das BMI

Beitrag von theoderich »

2700 Wiener Neustad, Str. d. Gendarmerie 5, Cobra, Sicherheitstechnik Erneuerung
a) Name des Auftraggebers

Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.
j) Bezeichnung des Auftrages

2700 Wiener Neustad, Str. d. Gendarmerie 5, Cobra, Sicherheitstechnik Erneuerung

k) Kurze Beschreibung des Auftrages

Sicherheitstechnik Videoanlage, Bodendetection, IR-Melder, Erneuerung
https://www.auftrag.at/ETender.aspx?id= ... ction=show
theoderich
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Re: Neue Helikopter und Panzerfahrzeuge für das BMI

Beitrag von theoderich »

Deal um neue Polizeihubschrauber nach Prüfung geplatzt
KURIER.at hat geschrieben:Bis Jahresende wollte das Innenministerium eigentlich vier neue Transporthubschrauber Leonardo AW169 des italienischen Herstellers Agusta Westland kaufen. Und sich dafür an einem Government-to-Government-Geschäft (also zwischen zwei Regierungen) des Bundesheeres, das ebenfalls neues Fluggerät ankauft, beteiligen.

Doch zuletzt hatte es, wie berichtet, rechtliche Bedenken gegeben, ob diese Variante möglich ist. Denn offenbar hätten die neuen Polizeihubschrauber durch diese Konstruktion eine militärische Zulassung gehabt. Ein Hubschrauber des Innenministeriums muss allerdings zivil zugelassen werden, denn im Cockpit sitzen Polizisten und nicht Soldaten.

Eine rechtliche Prüfung sollte Klarheit bringen, ob das Geschäft möglich ist. Das Ergebnis ist nun da und lässt das Geschäft für das Innenministerium platzen, wie dieses am Sonntag bestätigt:

Die Experten sind zum Schluss gekommen, dass eine gemeinsame Beschaffung mit dem Verteidigungsministerium aufgrund rechtlicher Unsicherheiten und vorausgegangener, dementsprechender Judikatur nicht möglich ist.

Das Innenministerium lege höchsten Wert auf größtmögliche Rechtssicherheit und einen unstrittigen Beschaffungsvorgang. Deshalb sei eine umfassende rechtliche Prüfung der Möglichkeiten zur Beschaffung neuer Polizeihubschrauber in Auftrag gegeben worden.

Als zu unsicher eingestuft

Die Bedenken haben sich bestätigt: Eine gemeinsame Beschaffung von militärischen Hubschraubern, die vom Bundesministerium für Inneres aber zivil verwendet werden, wird von den Experten als rechtlich zu unsicher eingestuft und könnte demnach als Umgehung einer Ausschreibung für das Fluggerät ausgelegt werden, heißt es vom Innenministerium. Deshalb werde man nun in enger Abstimmung mit der Finanzprokuratur rasch die erforderlichen Vorarbeiten vornehmen und umgehend den Prozess für eine eigene Ausschreibung starten, um die rechtzeitige Beschaffung von neuen Polizeihubschraubern zu gewährleisten. Einen wesentlichen Zeitverlust werde es nicht geben, wenn die Ausschreibung nun zügig angegangen wird, versichert das Ministerium. Für den Ausschreibungsprozess wird Franz Ruf, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, verantwortlich sein.

Die Anschaffungspläne für die italienischen Maschinen waren in der Exekutive ohnehin umstritten. Denn während für das Bundesheer außer Frage steht, dass die Transporthubschrauber, mit Platz für bis zu zwölf Mann, die richtige Entscheidung sind, gibt es bei der Polizei Kritik: Die Maschinen seien mit einem Preis von 15 Millionen Euro pro Stück zu teuer und zu schwerfällig, war unter anderem zu hören.
https://kurier.at/chronik/oesterreich/d ... /402247689
Zuletzt geändert von theoderich am So 4. Dez 2022, 22:22, insgesamt 2-mal geändert.
Verweigerer
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Re: Neue Helikopter und Panzerfahrzeuge für das BMI

Beitrag von Verweigerer »

Da haben wieder echte "Praktiker" etwas geplant oder wollten sich irgendwie profilieren.
Im Prinzip ist dies peinlich schief gegangen.
Bin gespannt, wann und ob nun überhaupt 4+2 neue Transporthubschrauber beschafft werden.
Die Fertigungsschiene des AW169 steht ja. Muss man halt in ziviler Version bestellen.
Sonderwünsche werden vom Hersteller sicher dennoch gerne erfüllt.
Sollte trotzdem noch billiger kommen als eine rein militärische Version, die im Endeffekt ja eh nicht passen würde.
Und eine gemeinsame Wartung mit dem Bundesheer schließt sich deswegen ja trotzdem nicht aus.
Acipenser
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Re: Neue Helikopter und Panzerfahrzeuge für das BMI

Beitrag von Acipenser »

Nein, die Flugpolizei sollte in die Cobra integriert werden und die haben dann die Mauer gemacht. Hatten wir schon unter einem blauen Minister als der fixe Plan die Flugpolizei nach Wr Neustadt zu verlegen durchkreuzt wurde.
Inzwischen hat den berittenen Minister die Geschichte überholt und nun kommt die Flugpolizei eben doch nach Wr Neustadt von der Meidlinger Kaserne
Der AW169 ist da wohl ein "Koladaralschaden"

Hinweis: Unter einen schwarzen Innenminister wurde der ursprünglich Plan entwickelt alle Helis der Flugpolizei rund um Wien nach Wr Neustadt dauerhaft zu bringen, er wäre damals für die Nachbestellung des verunfallten H135 im Achensee im Parlament fast durchgefallen
theoderich
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Re: Neue Helikopter und Panzerfahrzeuge für das BMI

Beitrag von theoderich »

KURIER.AT hat geschrieben: So 4. Dez 2022, 16:20Die Bedenken haben sich bestätigt: Eine gemeinsame Beschaffung von militärischen Hubschraubern, die vom Bundesministerium für Inneres aber zivil verwendet werden, wird von den Experten als rechtlich zu unsicher eingestuft und könnte demnach als Umgehung einer Ausschreibung für das Fluggerät ausgelegt werden, heißt es vom Innenministerium. Deshalb werde man nun in enger Abstimmung mit der Finanzprokuratur rasch die erforderlichen Vorarbeiten vornehmen und umgehend den Prozess für eine eigene Ausschreibung starten, um die rechtzeitige Beschaffung von neuen Polizeihubschraubern zu gewährleisten.
Das "Framing" ist interessant: Beim BMI will man den Eindruck erwecken, dass ein Regierungsgeschäft "rechtlich unsicher" sei und die "Umgehung einer Ausschreibung" darstellt - beim BMLV dagegen hat man die letzten fünf Jahre lang die Mär verbreitet, dass öffentliche Ausschreibungen von Rüstungsgütern rechtlich fragwürdig, ein Einfallstor für Korruption und Bestechung und überhaupt grundsätzlich zu vermeiden sind. Und dass deshalb Regierungsgeschäfte das "einzig Wahre" darstellen ...
  • BERICHT der Task Force Eurofighter

    12. Februar 2017
    Die Task Force Eurofighter empfiehlt ungeachtet dessen und im Hinblick auf die festgestellten enormen Kosten beim Betrieb des Abfangjägers Eurofighter die Prüfung der militärischen und wirtschaftlichen Alternativen zum System Eurofighter.

    In diese Prüfung wäre auch die anstehende Beschaffung eines Nachfolgeflugzeugs für die SAAB 105 einzubeziehen, zumal derzeit vom Österreichischen Bundesheer zwei Flotten von Düsenluftfahrzeugen betrieben werden und erwartbar ist, dass durch das Betreiben einer einzigen, im Betrieb kostengünstigen Flotte weitere Kostenvorteile lukriert werden könnten.
    Untersucht werden sollte zudem, ob und gegebenenfalls durch welche weiteren organisatorischen und strukturellen Maßnahmen Entscheidungen zur Vergabe und zum Ankauf von Rüstungsmaterial transparenter gestaltet und der Einflussnahme durch Proponenten eines Berater- und Interessensnetzwerkes entzogen werden können.

    Wie im Rahmen der Untersuchungsergebnisse dargelegt, wäre es zudem geboten, ressortübergreifende einheitliche Standards bei der Vertragsanbahnung und dem Vertragsabschluss sowie der Informationserteilung zwischen den Ressorts festzulegen, um unredliches Verhalten zum Nachteil der Republik Österreich nachhaltig zu verhindern
    https://www.bundesheer.at/download_arch ... ighter.pdf
  • Bericht der Sonderkommission "Aktive Luftraumüberwachung"

    30. Juni 2017
    9 Empfehlungen der Sonderkommission „Aktive Luftraumüberwachung“

    [...]

    die Umsetzung dieser Forderungen durch den Betrieb einer einzigen bewaffneten Abfangjägerflotte mit 15 Einsitzern und 3 Doppelsitzern an zwei Standorten,

    [...]

    (ii) oder durch die Beschaffung einer leistungsfähigen alternativen Abfangjägerflotte mit 15 Einsitzern und 3 Doppelsitzern auf Basis eines Regierungsgeschäfts (Government to Government) unter möglichst rascher Ausphasung der Eurofighter Typhoon Tranche 1-Flotte.

    [...]

    Aus all diesen Gründen empfiehlt die Sonderkommission „Aktive Luftraumüberwachung“ den österreichischen Eurofighter Typhoon der Tranche 1 in seinem aktuell beschränkten Ausrüstungsstand, wie er derzeit genutzt wird, nicht weiter zu betreiben.

    Aus all diesen Gründen empfiehlt die Sonderkommission „Aktive Luftraumüberwachung“ auf die bisher geplante Beschaffung von Advanced Jet Trainern als Ersatz für die Saab 105 OE zu verzichten.
    https://www.bundesheer.at/download_arch ... achung.pdf
Und welche Zeitung war natürlich ebenfalls ganz vorne dabei? Der "Kurier"! U.a. neben der "Krone" und den"Salzburger Nachrichten" eines jener Printmedien, deren Journalisten von Rüstungsunternehmen eingeladen worden sind und die daraufhin recht "wohlwollende" Artikel publiziert haben ...
  • Heeresbericht:
    Eurofighter fliegt nur noch 40 Monate! (4. August 2018)
    Auf 20 Jahre gerechnet verursachen alle Varianten Kosten von etwa 200 Millionen Euro pro Jahr, das System Gripen wird aber günstiger.
    Minister Kunasek will sich keinesfalls als Eurofighter-Fan positionieren lassen, obwohl ihn ÖVP-Kreise mit medialer Hilfe in diese Ecke drängen wollen. Kunasek und die Heeresführung sind vielmehr für eine saubere Lösung - ganz ohne Lobbyisten: also eher für den schwedischen Gripen über ein Government-to-Government-Geschäft. Auch Vizekanzler Strache (FPÖ) will raus aus dem Eurofighter-Deal.
    https://www.krone.at/1749709
  • Harte Rempeleien
    Türkis-Blau auf Crashkurs: Streit um Abfangjäger (15. August 2018)
    Die FPÖ sieht die nationale Sicherheit gefährdet, falls nicht bald neue Abfangjäger geordert werden. Doch die ÖVP bremst - und wird deshalb inoffiziell von der FPÖ verdächtigt, noch immer die Firma Eurofighter verdienen lassen zu wollen.
    Dieses Thema sorgt nun für die erste gröbere Verstimmung in der türkis-blauen Regierung, erfuhr die „Krone“ aus der FPÖ-Spitze: „Die ÖVP will mit einer Entscheidung warten, bis der Eurofighter-U-Ausschuss beendet ist - aber das ist dann viel zu spät.“ Und: „Die ÖVP will die Geschäftsbeziehungen mit der Firma Eurofighter weiterhin nicht beenden. Trotz eines Betrugsverfahrens, trotz aller Erfahrungen. Was läuft da noch im Hintergrund?“

    Die FPÖ macht kein Geheimnis daraus, was sie, ihr Verteidigungsminister und die Heeresführung wollen: einen Umstieg auf das günstigere Abfangjägersystem Saab JAS 39 „Gripen“. Aber das soll ein Parlamentsausschuss entscheiden und ein „sauberer Government-to-Government-Deal“ (etwa mit Schweden) Lobbyismus und Schmiergeldzahlungen verhindern.
    https://www.krone.at/1755149
  • Österreich: Ein kleiner Bruder für den Eurofighter? (17. September 2018)
    Nun steigt auch die tschechische Firma Aero Vodochody offiziell in den Ring. Am 12. Oktober möchte sie erstmals ihren neuen Kampfflieger L-39NG der Öffentlichkeit vorführen. Der KURIER durfte als erstes österreichisches Medium einen Blick auf den fast fertigen Prototypen werfen (fotografieren war aber verboten). „Wir haben Österreich ein attraktives Angebot gemacht“, erklärte danach Firmenchef Giuseppe Giordo. Aus dem Firmenumfeld werden Stückkosten von angeblich nur rund zwölf Millionen Euro kolportiert. Insgesamt soll es ein Angebot – inklusive Training und allem Drum und Dran – für 300 Millionen Euro geben. Verifizieren lässt sich diese Summe allerdings nicht.

    Aus dem Regierungsumfeld wird dem KURIER bestätigt, dass der Jet Chancen hat, er würde sowohl zum Eurofighter als auch zum Gripen dazupassen. Als großer Vorteil wird ebenfalls der Preis genannt. Der Betrieb wäre billiger als etwa bei der M-346 oder der Hawk, die allerdings weit mehr Einsatzmöglichkeiten bieten.

    Regierungsdeal

    Denkbar wäre für den Zweitjet ein Government-to-Government-Deal mit dem Österreich eine langwierige Ausschreibung umgehen könnte. Die FPÖ und Tschechien (Mitglied der Visegrád-Gruppe) würden dabei durchaus zueinander finden können, zu Präsident Miloš Zeman gibt es freundschaftliche FP-Kontakte. „Die anderen zwei Flugzeuge sind zu teuer und zu komplex“, preist Projektleiter Marco Venanzetti seinen Jet an. Wie sein Firmenchef (und acht andere Mitarbeiter) ist er vom italienischen Hersteller der M-346 vor rund zwei Jahren zu Aero gewechselt. „Unsere Maschine deckt alles ab, von zero to hero. 80 Prozent des Fliegens heute ist das Bord-Trainingssystem und wir können den Eurofighter und den Gripen einspielen.“
    https://kurier.at/chronik/oesterreich/o ... /400118744
  • ALTE JET-FLOTTE MARODE
    Duell über Wolken bei Suche nach Saab-Nachfolger (14. Oktober 2018)
    Beim Rollout, also der ersten öffentlichen Präsentation des tschechischen Flugtrainers L-39NG, wurden auch zwei österreichische Ministeriumsmitarbeiter - unauffällig unter den Gästen - gesichtet.

    "Es wurde ein Angebot an Österreich erstellt“

    Ganz offen erklärten hingegen Vertreter von Aero Vodochody: „Es wurde ein Angebot an Österreich erstellt: zwölf Maschinen sowie weitere sechs Jets zum Preis von rund zwölf Millionen Euro pro Stück.“
    Im Duell über den Wolken würde Italiens „Master“ den tschechischen „Albatros“ zwar um 300 km/h abhängen, doch am Boden der Realität, sprich: beim Preis, gewinnt Tschechiens Trainer der neuen Generation (L-39NG) klar: Er ist um 18 Millionen Euro pro Stück billiger!
    https://www.krone.at/1788389
  • Vor Abfangjäger-Entscheidung: Saab macht Druck auf Österreich (20. Oktober 2018)
    Noch heuer will Verteidigungsminister Mario Kunasek entscheiden, mit welchem Abfangjäger Österreichs Luftraum künftig überwacht wird. Eines der in Frage kommenden Unternehmen meldet Beschwerde an. „Wir würden Österreich gern ein formelles Angebot für unseren Gripen machen“, sagt Per Alriksson, zuständig für Verkauf und Marketing beim schwedischen Hersteller Saab. Bisher habe man dem Verteidigungsressort in Wien nur ein paar Zahlen aus anderen Angeboten aus der Schublade grob zusammengerechnet.

    Bevor Österreich ein derart großes Geschäft abschließe, würde man aber gern „ein ernsthaftes Angebot statt einer ungefähren Kalkulation abgeben“, betont Alriksson im Gespräch mit dem KURIER. Die nicht sehr valide Berechnung stamme außerdem aus dem April 2017, sei nicht mehr aktuell.

    Das klingt anders als zuletzt in Medien dargestellt. Via Kronenzeitung wurde im August das Ergebnis der „Evaluierungskommission aktive Luftraumüberwachung“ lanciert. Darin ist von drei beziehungsweise vier Varianten und offenbar relativ fixen Kosten die Rede: Würde der Eurofighter nachgerüstet, würde das – je nach Variante – 2,3 oder 2,4 Milliarden Euro kosten. 18 neue Gripen würden 2,7 Milliarden, die F-16-Kampfjets drei Milliarden Euro kosten.

    „Kostenschonend“

    „Wir möchten uns nicht in den Entscheidungsprozess Österreichs einmischen“, betont Alriksson. „Wir würden aber gern unseren konkreten Preis nennen“, schließlich seien die Kosten ein wesentlicher Entscheidungsgrund.
    Etwas anders klang das zuletzt beim tschechischen Hersteller Aero Vodochody, der seine brandneue L-39NG als möglichen Nachfolger der kleineren Saab 105 anbietet. Dort hieß es, dass ein komplettes Angebot an Österreich abgegeben wurde. Auch Aero versucht, den Druck auf Österreich zu erhöhen, um eine rasche Entscheidung zu bekommen. Saab wirft zusätzlich die Möglichkeit einer gemeinsamen Ausbildung mit anderen Ländern (Schweden, Ungarn) in die Waagschale.

    Der Preiskampf ist offenkundig eröffnet.
    https://kurier.at/politik/inland/vor-ab ... /400151334
  • „Wir haben die Nase voll“: Eine freudlose Shoppingtour (8. Dezember 2018)
    Türkis-Blau muss die Luftraumüberwachung neu aufstellen. Und zwar bald. Beim Eurofighter ist die Elektronik veraltet, die Saab 105 ist 47 Jahre alt und fällt demnächst vom Himmel. Die Zeit drängt also, Bundesheer und Verteidigungsministerium wünschen sich eine Entscheidung bis Jahresende, also in wenigen Wochen. Die Regierung mauert jedoch bei dem Thema und blockt jede Information für die Öffentlichkeit ab. Die heikle Flugzeug-Causa liegt auf dem Vierertisch von Kanzler, Vizekanzler und den beiden Koordinationsministern – also beim höchsten Steuerungsgremium. Der Grund: Zuerst wollen die Regierungsspitzen eine politische Entscheidung fällen.
    Abschreckende Erfahrungen

    Warum dieses deutliche Primat der Politik? Die Antwort liegt in den abschreckenden Ereignissen der letzten Jahre. Schon der Ankauf der Abfangjäger 2002 hatte einen politischen Knall zur Folge: Neuwahlen. Jörg Haider benutzte den Eurofighter als Trägerrakete, um den Aufstand von Knittelfeld gegen die Regierung Schüssel/Riess-Passer zu befeuern. In der Folge diente der Eurofighter der SPÖ in mehreren Wahlkämpfen als Munition gegen Schwarz-Blau. „Sozialfighter“ taufte sie den Abfangjäger und plakatierte ihn mit dem Slogan: „Hier fliegt Ihre Pensionserhöhung“. Der Grüne Peter Pilz polierte mit dem Eurofighter sein Image als Aufdecker, die Justiz ermittelte, der bereits dritte Untersuchungsausschuss des Parlaments beschäftigt sich mit der Causa.

    „Wir haben die Nase voll“, sagt denn auch der Vorsitzende des Landesverteidigungsausschusses im Nationalrat, Reinhard Bösch (FPÖ), zum KURIER. „Wir wollen keine Firmen. Keine Gegengeschäfte. Keine Lobbyisten. Keine komplizierten Vertragsklauseln. Keine wirtschaftlichen Verpflichtungen. Ich sitze bereits im dritten Untersuchungsausschuss, es reicht. Auch die Bevölkerung hat die Nase voll davon.“

    "Es wird ein Regierungsgeschäft"

    Aber wie kauft man Abfangjäger ohne Firmen? Bösch: „Es wird ein Regierungsgeschäft sein. Und wir bemühen uns um volle Transparenz.“ „Regierungsgeschäft“ heißt, dass die Republik direkt von einem anderen Staat gebrauchte Abfangjäger kaufen könnte. „Das ist vermutlich auch die kostengünstigste Variante“, sagt Bösch.
    https://kurier.at/politik/inland/freudl ... /400347880
  • Möglicher Saab-Nachfolger: Erstes Foto vom Jungfern-Flug (24. Dezember 2018)
    Der tschechische Billigflieger L-39NG könnte bald Österreichs in die Jahre gekommene Saab-105-Flugzeuge ersetzen. Der Vorteil wäre ein günstiger Preis, ein möglicher Nachteil, dass es bei neuen Fliegern oft Probleme gibt. Nun konnte der Jet von Aero Vodochody zumindest einmal (planmäßig) seinen Erstflug absolvieren.
    Eigentlich hätte es heuer bereits eine Entscheidung über die Nachfolge des Eurofighters und der alten Saab 105 geben sollen. Diese sollen 2020 ausgetauscht werden und mehrere Betreiber (Saab und Aero) haben zuletzt Druck ausgeübt, dass sie eine rasche Entscheidung benötigen, um das Datum halten zu können.
    Wie im Sommer berichtet, ist ein Regierungsgeschäft bei der Nachfolge der Saab geplant. Der tschechische Vize-Verteidigungsminister Jakub Landovský war deshalb am 3. Dezember zu Besuch in der Wiener Roßauerkaserne, um für seinen Flieger zu werben.

    Ein Gespräch mit Minister Marion Kunasek (FPÖ) gab es dabei allerdings nicht, betont man im Verteidigungsressort. Den Vize-Vertdeigungsminister bezeichnete ein Kunasek-Sprecher sogar nur als "Lobbyisten, der sein Flugzeug verkaufen möchte".
    https://kurier.at/chronik/oesterreich/m ... /400361957
theoderich
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Re: Neue Helikopter und Panzerfahrzeuge für das BMI

Beitrag von theoderich »

KEINE „KOOP“ MIT HEER
Polizeihubschrauber: BMI kündigt Ausschreibung an

https://www.krone.at/2874423
muck
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Re: Neue Helikopter und Panzerfahrzeuge für das BMI

Beitrag von muck »

theoderich hat geschrieben: So 4. Dez 2022, 22:13Das "Framing" ist interessant: Beim BMI will man den Eindruck erwecken, dass ein Regierungsgeschäft "rechtlich unsicher" sei und die "Umgehung einer Ausschreibung" darstellt - beim BMLV dagegen hat man die letzten fünf Jahre lang die Mär verbreitet, dass öffentliche Ausschreibungen von Rüstungsgütern rechtlich fragwürdig, ein Einfallstor für Korruption und Bestechung und überhaupt grundsätzlich zu vermeiden sind. Und dass deshalb Regierungsgeschäfte das "einzig Wahre" darstellen ...
Die Tannerin wollte sich als Sauberfrau gerieren, und die Presse hätte ihr Narrativ durchaus anzweifeln dürfen. Es ist nicht einzusehen, warum es bei einem Geschäft, das in Hinterzimmern ausgehandelt wird, ohne dass zuvor ein Wettbewerb zur Ermittlung des besten Angebots stattgefunden hat, eher mit rechten Dingen zugehen sollte.
muck
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Re: Neue Helikopter und Panzerfahrzeuge für das BMI

Beitrag von muck »

Nachtrag zum Thema Helikopter und Gebirge: Die Schweizer Rettungsflugwacht Rega wird ab 2024 21 Airbus H145 in der neuesten Version mit Fünfblattrotor beschaffen, um ihre Bestandsflotte zu ersetzen. (Quelle)
Acipenser
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Re: Neue Helikopter und Panzerfahrzeuge für das BMI

Beitrag von Acipenser »

muck hat geschrieben: Mo 5. Dez 2022, 21:29 Nachtrag zum Thema Helikopter und Gebirge: Die Schweizer Rettungsflugwacht Rega wird ab 2024 21 Airbus H145 in der neuesten Version mit Fünfblattrotor beschaffen, um ihre Bestandsflotte zu ersetzen. (Quelle)
Kann man aber mit den Beschaffungsvorgang 3 AW169 nicht umbedingt vergleichen! Wohl der Grund das man damals nur einen Anlass gesucht hat um diesen abzustechen
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