Medienberichte 2022

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
chuckw
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Re: Medienberichte 2022

Beitrag von chuckw »

Naja, es schadet sicher nicht etwaige Jubelgefühle frühzeitig zu erden.

Doch betrachte ich z.B. den Zulauf gepanzerter Sanitätsfahrzeuge (bereits bestellt Dingo?) und weiterer BVS10 als realitisches Szenario, und zwar auch finanziell. Weitere 32 Stück BVS10 würden wohl so um die 100 Millionen liegen.
Alles läßt sich durch Standhaftigkeit und feste Entschlossenheit erreichen. (Prinz Eugen v. Savoyen)
theoderich
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Re: Medienberichte 2022

Beitrag von theoderich »

Kriege gehören ins Museum
Das Museum selbst, in diesem Bereich eines der größten in Europa, ist leider nicht eines der besten. Die Neubesetzung der Direktion steht an und dutzende namhafte Historiker und Historikerinnen sagen, mit dem derzeit amtierenden Direktor Mario Christian Ortner, der schon mehrere negative Expertenberichte hinnehmen musste, sei kein Neuanfang möglich. Doch wenn Kriege schon ins Museum gehören, dann sollte vielleicht thematisiert werden wie Kriege entstehen, wie sie geführt werden, wer Kriege finanziert, wer daran verdient und wer daran stirbt. Doch was man im Heeresgeschichtlichen Museum sieht, sind Uniformen, Lanzen, Hinterlader, Kanonen, Orden und Schlachtengemälde. Geht man durch die Säle der jüngeren Geschichte: zu viele Hakenkreuze, zu viele NS-Devotionalien- und Uniformen.

Das Museum ist – im Gegensatz zu den anderen Bundesmuseen - direkt einem Ministerium, in diesem Fall dem Landesverteidigungsministerium unterstellt. Die eingereichten Konzepte der Bewerber hat eine mit Ministerialjuristen, Beamtengewerkschaftern und Berufsoffizieren bestückte Kommission bewertet. Und der amtierende Museumsdirektor ist, trotz aller Kritik, an vorderster Stelle gereiht und wird als „im höchsten Ausmaß geeignet“ befunden.

Kein Wunder, dass einige Parteibuchwirtschaft schreien.
https://www.profil.at/morgenpost/kriege ... /402249162
Acipenser
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Re: Medienberichte 2022

Beitrag von Acipenser »

Nur der Versuch ein erfolgreiches Konzept kaput zureden, meine Meinung.
Der erfolgreiche Direktor wird von allen kompetenten, fachlich versierten Experten befürwortet und trotzdem so eine Medienschellte?

Hat Tradition in Österreich

p.S.: Für "Historiker" ist das Museum der Geschichte wohl angebrachter

Kinder wollen Panzer, Flugzeuge und auch Uniformen sehen, warum es Ihnen verheimlichen?
übrigens gab es zu den angeprangerten Fehlinhalten immer wieder Sonderausstellungen oder Themenschwerpunkte, bloß wie sollen das die negativ urteilenden Experten wissen wenn sie nie dort gesehen wurden?
innsbronx
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Re: Medienberichte 2022

Beitrag von innsbronx »

Ortner ist sicher nicht besonders anerkannt unter den Fachexperten. Und Fachexperten sind in dem Fall eben Museumsleute und Historiker.

Das Museum hätte viel Potenzial, ist aber einfach altbacken und vielfach schlecht. Leider sind aber die neueren Teile größtenteils noch schlechter als die alten. Man muss nur einmal in ein Museum wie das Imperial War Museum gehen um zu sehen, wie stiefmütterlich das HGM behandelt wird.

Dass es so politisiert und verbeamtet ist, das macht es nicht besser. Das ist ja der Intrigantenstadel schlechthin.
theoderich
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Re: Medienberichte 2022

Beitrag von theoderich »

innsbronx hat geschrieben: Di 6. Dez 2022, 13:15Leider sind aber die neueren Teile größtenteils noch schlechter als die alten.
Das würde ich nicht so generell sagen. Die Ausstellung zum 2. Weltkrieg hat viel "Luft nach oben", die ist einfach völlig veraltet. Aber was man seit der Neugestaltung 2014 zum 1. Weltkrieg geboten bekommt, ist hervorragend.

Mich stört, dass die im "Standard" und "Profil" auftretenden Kommentatoren weniger konkrete inhaltliche, sondern vorwiegend ideologiegetriebene Kritik üben. Diese Leute würden wahrscheinlich auch das Zeughaus in Graz ausräumen lassen, weil es dort (Skandal!!) Waffen und Rüstungen zu sehen gibt.

Nur ein Beispiel - die Frage eines "Standard"-Journalisten in einem Interview vor eineinhalb Jahren:
STANDARD: Angesprochen fühlten sich bislang sehr wohl Rechtsextreme, Monarchisten, Militaristen. Wer für alle offen ist, ist nicht ganz dicht, oder?
viewtopic.php?p=18190#p18190

Und oftmals ist zu offensichtlich gewesen, dass die Einstellung vertreten wird, eine "Militärmuseum" dürfe es grundsätzlich gar nicht geben:

viewtopic.php?p=12194#p12194
innsbronx
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Re: Medienberichte 2022

Beitrag von innsbronx »

Wie du sagst, die Rauchensteiner-Ausstellung ist eigentlich unter jeder Kritik - samt dem Fieseler Storch, der da nichts verloren hat.
theoderich
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Re: Medienberichte 2022

Beitrag von theoderich »

innsbronx hat geschrieben: Mi 7. Dez 2022, 09:57 samt dem Fieseler Storch, der da nichts verloren hat.
Der Fieseler S 14B "Storch" (Fi 156 C-3/Trop) (D-ENPE) ist eine Leihgabe des Technischen Museums Wien - schon seit 1994:

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml

Dieser Flugzeugtyp kam während des 2. Weltkriegs auch auf österreichischem Territorium zum Einsatz.
innsbronx
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Re: Medienberichte 2022

Beitrag von innsbronx »

Dieser Storch hat weder etwas mit Österreich noch mit der Deutschen Luftwaffe zu tun. Den hat man einfach umgemalt. Das ist ein Fake, der nichts in einem seriösen Museum zu suchen hat. Den können sich private Sammler in ihren Hangar stellen, aber im HGM hat dieser Fake nichts verloren.
theoderich
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Re: Medienberichte 2022

Beitrag von theoderich »

Sicherheitsexperte Mayr-Harting: "Keine Neutralität im Verteidigungsfall“

https://www.diepresse.com/6224547/siche ... igungsfall
muck
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Re: Medienberichte 2022

Beitrag von muck »

innsbronx hat geschrieben: Mi 7. Dez 2022, 11:26 Dieser Storch hat weder etwas mit Österreich noch mit der Deutschen Luftwaffe zu tun. Den hat man einfach umgemalt. Das ist ein Fake, der nichts in einem seriösen Museum zu suchen hat. Den können sich private Sammler in ihren Hangar stellen, aber im HGM hat dieser Fake nichts verloren.
Es ist völlig gängig, Exponate als Repräsentationen dessen einzusetzen, was man nicht hat. Dazu gehören Nachbauten ebenso wie in einen anderen Zustand gebrachte Originale. Das exzellente britische Panzermuseum von Bovington zum Beispiel besitzt ein ex-finnisches StuG III, das man im Zuge der Restaurierung in Ermangelung eines deutschen Originals in Wehrmachtsfarben umgepinselt hat, weil es in der fraglichen Ausstellung eben um deutsche und nicht um finnische Fahrzeuge geht. Solange der Besucher darauf hingewiesen wird, ist das meines Erachtens nicht zu beanstanden.
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