Schweiz: Rüstungsprogramm 2016

Wehrtechnik & Rüstung, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
theoderich
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Re: Schweiz: Rüstungsprogramm 2016

Beitrag von theoderich »

Nur bei schönem Wetter benutzen! (4. November 2020)
So vermeldete das Verteidigungsdepartement VBS im Frühling stolz: «12 cm Mörser 16 erfüllt die Kriterien für 
die Truppentauglichkeit.» Das System sei «im ‹scharfen Schuss› erfolgreich erprobt worden», die Übergabe der 32 Mörser an die Truppe sei für 2024 vorgesehen.

Damit schien das Rüstungsgeschäft, das seit Jahren immer wieder für Kopfschütteln gesorgt hatte, auf der Zielgeraden zu sein. Die Beschaffung eines neuen Mörsers, auch genannt Minenwerfer, hatte die Armasuisse 2014 im Schnellverfahren durchgewinkt. Von einer ursprünglichen Liste von 14 Anbietern blieben nur zwei übrig: der finnische Mörser «Nemo» mit einem Geschützturm und das Schweizer System «Cobra» der bundeseigenen Ruag, montiert auf einem Piranha-IV-Radpanzer der GDELS-Mowag in Kreuzlingen.
Davon stand in der Medienmitteilung vom April 2020 jedoch kein Wort, und das VBS machte um die technischen Probleme auch nicht viel Aufhebens. Das Waffensystem sei «truppentauglich», und damit basta.

Das war bestenfalls die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte lieferte ein interner Bericht des VBS – allerdings erst ein paar Wochen nach der Medienmitteilung. Der Beobachter hat gestützt auf das Bundesgesetz über die Öffentlichkeit Einsicht erhalten in das Dokument. Es zeigt denkwürdige Vorgänge: Mit dem sperrigen Titel «Fragebogen (ausgefüllt) für den Truppenversuch mit dem 12cm Mörser 16 (Fz) und integrierte Systeme» wird minutiös protokolliert, was am neuen Waffensystem als truppentauglich gilt (im Bericht grün markiert), was als teilweise (gelb) und was als nicht truppentauglich (rot). Um es kurz zu machen: Es gibt sehr viel Rot im Bericht. Die Truppentauglichkeit, so das Fazit des verantwortlichen Offiziers, könne nur «mit Einschränkungen ausgesprochen werden».

Munition könnte bei Regen nass werden

Wer den Bericht liest, stellt bald einmal fest, dass der Begriff «Einschränkungen» arg untertrieben ist. 
Es sind derart handfeste Mängel, dass sich die Frage stellt, warum der Mörser 16 nicht als völlig untauglich bewertet wurde. Von 157 untersuchten Punkten sind 47 rot und 
37 gelb markiert. Sprich: Bei mehr als der Hälfte der untersuchten Kriterien erfüllt der Mörser 16 die Anforderungen der Armee nur teilweise oder gar nicht.

Der wohl gravierendste Mangel: Der Mörser 16 kann nur bei schönem Wetter eingesetzt werden. Wenn es regnet oder schneit, dringt Wasser ins Geschützrohr, weil eine Abdeckung fehlt, die sich nach dem Schuss wieder schliesst. Die möglichen Konsequenzen: feuchte Munition, die unter Umständen nicht zündet. Und falls sie es doch tut, leidet die Zielgenauigkeit.

Im Moment gibt es lediglich eine sogenannte Mündungskappe, die das Rohr schützt. Sie muss jedoch vor jedem Einsatz entfernt werden. Das Fazit der Tester: «unbrauchbar». Ein Versuch, dieses Problem zu beheben, ging schief. «Die neue ‹Wetterschutzblache› erfüllt ihren aktuellen Zweck nicht», heisst es im Bericht. «Sie ist nicht benutzerfreundlich. Da die von W+T/ar [Technologiezentrum der Armee, Red.] vorgegebenen Sicherheitsvorschriften ein Schiessen bei Regen oder Schnee untersagt haben, konnte diese nicht im scharfen Schuss überprüft werden.» Sprich: Noch weiss man nicht, wie sich das Geschütz bei nassem Wetter wirklich verhält.

Armasuisse-Sprecherin Jacqueline Stampfli widerspricht dieser Darstellung der Armee: «Die Überprüfung der taktischen Aspekte wie etwa des Handlings bei solchen Witterungsbedingungen war der Truppe möglich.»

Unfreiwillige Dusche

Regen und Schnee werden den Soldaten im Mörser 16 aber auch sonst das Leben schwermachen. Im Gefecht stehen sie im offenen Geschützraum – und sie werden buchstäblich abgeduscht, sobald die Lukendeckel geschlossen werden. Denn darin sammelt sich bei Regen Wasser, das nicht abfliessen kann. «Dies führt dazu, dass sich bei der Schliessung der Geschützluken das gesammelte Wasser in den Luken komplett in den Kampfraum entleert», so die Prüfer. «Dies kann je nach Wassermassen zu Personen- oder Sachschaden führen.» Anders gesagt: Neben den Soldaten kann auch die Munition nass werden.

Doch nicht nur schlechtes Wetter ist für den neuen Mörser eine Herausforderung. Auch in der Nacht belässt man ihn besser in der Garage. Die Kameras, mit denen der Fahrer das riesige Gefährt steuert, «besitzen keine Nachtsichtfähigkeit und sind dementsprechend unbrauchbar». Auch die Rückfahrkamera taxieren die Prüfer als «aktuell nicht brauchbar, um in der Nacht oder bei Dunkelheit zu navigieren». Auch das GPS hilft nicht weiter. Es stellte sich als unzuverlässig heraus. Und wenn es ausgeschaltet wird, «muss der Mörser 16 als Ganzes aus- und wieder eingeschaltet werden», heisst es im Bericht.

«System ist noch sehr instabil»

Dafür sieht man den Mörser 16 bei Sonnenlicht gut – zu gut. «Die aktuelle Rohrfarbe der Primärwaffe kann bei ungünstiger Sonneneinstrahlung reflektieren und ist somit über eine grössere Distanz gut sichtbar (trotz grüner Farbe des Fahrzeugs).» Auch die Unterbringung der Munition ist noch optimierbar. Vibration kann die Sicherungssplinte lösen. «Je nach Kurvenlage und Geschwindigkeit öffnen sich die Munitionsregale», so der Bericht.

Und dann ist da noch das Informatiksystem für die Feuerführung und die Feuerleitung. Auch bei ihm kommen die Prüfer zu einem vernichtenden Fazit: «Das System ist im Grossen und Ganzen noch sehr instabil.»
https://www.beobachter.ch/burger-verwal ... r-benutzen

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Kampfhamster
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Re: Schweiz: Rüstungsprogramm 2016

Beitrag von Kampfhamster »

Das Debakel geht weiter.
Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 12/2020 hat geschrieben: Panzermörser 16: Truppentauglich?
Der Panzermörser 16 war schon verschiedentlich Gegenstand kritischer Berichterstattung in der ASMZ und in der Tagespresse. Der Schreibende wies als erster auf die vielfältigen Mängel des Panzers im Detail hin und bezeichnete ihn als Fehlkonstruktion von Ingenieuren, «die eine technisch mögliche Lösung gesucht, aber keine Ahnung von den Anforderungen an einen Panzermörser auf dem Gefechtsfeld gehabt haben».1

Rudolf P. Schaub
Die Eidgenössische Finanzkontrolle sah sich aufgrund der publizierten negativenBerichte veranlasst, das Vorgehen des VBS bei der Beschaffung des Panzers zu untersuchen.2
Sie kritisierte den Beschaffungsentscheid als in verschiedener Hinsicht nicht nachvollziehbar und stellte (sachfremde) politische Einflussnahme und Verstösse gegen die geltenden Beschaffungsrichtlinien fest.3
Ihre Kritik gipfelt in der Rüge, das VBS habe das zu beschaffende Mörsersystem weder erprobt noch auf technische und kommerzielle Risiken überprüft, bevor dessen Beschaffung in der Armeebotschaft beantragt worden sei.4
EigenmächtigeTruppentauglichkeitserklärung der armasuisse
Am 24. April 2020 veröffentlichte die armasuisse ohne Kenntnis und Zustimmung der in die Überprüfung der Truppentauglichkeit des Panzers involvierten militärischen Stellen eine Medienmitteilung, der Panzermörser 16 sei truppentauglich.
Dies entsprach nicht dem erst am 25. Mai 2020 unterzeichnet vorliegenden Bericht über die Ergebnisse des im März 2020 erfolgten Truppenversuchs.
Darin wurde der Panzermörser 16 als nur «bedingt truppentauglich» qualifiziert.
Diese Beurteilung überzeugt allerdings nicht aufgrund der festgehaltenen Ergebnisse der vorgenommenen Prüfungen und aufgrund der nicht durchgeführten Kontrollen.
5 Die verfrühte und falsche Medienmitteilung der armasuisse ermöglichte insbesondere folgende, aufgrund des EFK-Berichts naheliegende Argumentation beziehungsweise Schutzbehauptung:
Zwar habe die EFK Unregelmässigkeiten bei der Beschaffung des Panzermörsers 16 gerügt; dennoch liegt nun ein brauchbares, truppentaugliches Waffensystem vor.
Das durch die EFK missbilligte Vorgehen habe sich nicht negativ ausgewirkt und insbesondere keinen Schaden verursacht.
Keine Überprüfung der Allwettertauglichkeit des Panzermörsers 16
In der Truppentauglichkeitserklärung 12-cm-Mörser 16 des Armeestabs vom 3. August 2020 ist als Vorbemerkung festgehalten:
6 «Das Schiessen mit dem 12-cm-Geschütz bei Niederschlag ist durch arma - suisse noch nicht zugelassen worden, da noch keine zweckmässige Rohrabdeckung verfügbar war.
Somit können aus dem Trp Vsu7 keine Aussagen bezüglich der Handhabung8 der Waffe bei nasser Witterung gemacht werden.»
Allein aufgrund dieser Feststellung ist das Schlussurteil in der Truppentauglichkeitserklärung, der Panzermörser 16 sei «bedingt truppentauglich», mehr als erstaunlich.
Wie kann ein Waffensystem als bedingt truppentauglich beurteilt werden, wenn nicht geprüft worden ist, ob es unter häufig vorkommenden, widrigen Wetterbedingungen einwandfrei funktioniert? Probleme hinsichtlich Zuverlässigkeit beim Schiessen sind aber selbst ohne Schiessversuche bei schlechten Wetterverhältnissen bereits erkannt worden.
Denn als «roter» Kritikpunkt wird gerügt, die Pulverladungen im offenen Geschützraum (open hatch) würden infolge unzweckmässiger Lagerung nass, so dass sie nicht mehr zuverlässig durch die Patronen der zu verschiessenden Granaten gezündet würden. Dies wirkt sich zwangsläufig negativ auf die Zuverlässigkeit des Mörsers beim Schiessen aus und kann beim Überschiessen zu gefährlichen Kurzschüssen für die eigenen Truppen zwischen dem Mörser und dem Ziel führen.

Es ist in künftigen Schiessversuchen auch zu prüfen, ob die Ladungen beim Ladevorgang während starken Regens nicht nass werden.

Untaugliche Konstruktion der Geschützraum-Deckel

Steht der Panzer mit geöffnetem Geschützraum im Regen, z.B. beim Schiessen, sammelt sich auf den Innenseiten der beiden Geschützraum-Deckel Wasser an.

Dieses ergiesst sich in den Geschützraum, wenn die Deckel geschlossen werden. Das kann zur Funktionsuntauglichkeit des Panzers führen und ist für die Besetzung äusserst unangenehm. Es ist übrigens zu bezweifeln, dass der Geschützraum mit geschlossenen Deckeln den erforderlichen ABC-Schutz gewährt. Sind die Deckel offen, ist das Manövrieren mit dem Panzer ein riskantes Unterfangen.

Wirkungssektor von 120° anstatt 360°

Der im Panzer montierte Mörser «Cobra» von RUAG soll zwar in allen Elevationen um 360° drehbar sein, kann aber wegen des engen Geschützraumes und des Ladeautomaten auf dem Rohr imWiderspruch zu den ursprünglichen Ankündigungennur im Sektor 10 bis 14Uhr (= 120°) in Fahrtrichtung (= 12 Uhr) schiessen.

Dies wird den Einsatz des Panzers im Kampf erheblich erschweren, weil technische Stellungswechsel schon bei geringen Änderungen der Schussrichtung unumgänglich sind. Ausserdem schränkt der Wirkungssektor von 120° die Möglichkeiten des Panzers auch beim Stellungsbezug stark ein. Darüber ist im Bericht über die angebliche Truppentauglichkeit des Panzermörsers nichts vermerkt.

Es ist seltsam, dass die Schweizer Armee imJahr 2016 einen Panzermörsermit einem Wirkungssektor von 120° beschafft. Denn die gezogenenGeschütze, die ab 1971 durch die Panzerhaubitzen M-109 abgelöst wurden, hatten bereits einen Wirkungssektor von 120° ohne technischen Stellungswechsel.

Die 10,5-cm-Haubitzen und Kanonen konnten zudem auf eine Grundplatte abgestützt und hydraulisch angehoben werden. Dies ermöglichte es den Kanonieren, ihr Geschütz mit geringstem Zeitaufwand um 360° in eine andere Schussrichtung zu drehen, was beim Panzermörser 16 nicht möglich ist. Dieser kann als Radpanzer keine Drehungen an Ort durchführen. Sein Wendekreis beträgt 17 Meter.
Drehungen können bei beschränkten Platzverhältnissen somit nur mit zahlreichen kurzen Vorwärts- und Rückwärtsfahrten mit grossem Zeitaufwand vorgenommen werden.9
Der Mörser soll seine Feuerstellungen auf Strassen und Plätzen zwecks Vermeidung von Spuren im Nebengelände beziehen.

Vorgegebenes Gesamturteil

Im Bericht wird zwischen «orangen» Beanstandungen, das heisst «bedingt truppentauglich », und «roten» Beanstandungen, das heisst «nicht truppentauglich», unterschieden. Der Bericht enthält 95 orange und 120 rote Beanstandungen.10

Trotz dieser Beanstandungen und der Tatsache, dass das Funktionieren des Mörsers bei Regen und Schneefall infolge einer Weisung von armasuisse nicht überprüft werden konnte, beurteilt der für die Prüfung verantwortliche Mörsersachverständige, ein Major der Artillerie, den Panzermörser 16 für «bedingt truppentauglich». Diese nicht nachvollziehbare, geradezu bizarre Beurteilung wird nicht begründet. Das wäre mit Überzeugungskraft auch nicht möglich gewesen. Noch grotesker ist folgende Aussage des Armeestabes in seiner formellen Genehmigung der Truppentauglichkeitserklärung vom 4. August 202011: «Die militärischen Anforderungen wurden überprüft und grösstenteils als erfüllt betrachtet.»

Im VBS werden wichtigste Arbeiten auf verschiedenen Stufen offensichtlich nicht professionell durchgeführt und Dokumente verfasst, bei denen die Verfasser wissen oder wissen müssen, dass ihre Aussagen nicht zutreffen. Diese Mitarbeiter haben Pseudo-Abklärungen durchzuführen, wobei mindestens das Gesamtergebnis vorbestimmt ist.12

Dies führt zu peinlichen Diskrepanzen in den Aussagen. Es sollte niemanden im VBS erstaunen, wenn ihr Arbeitgeber und die Landesverteidigung immer weniger Kredit im Schweizer Volk geniessen.

Oberstlt aD
Rudolf P. Schaub
Dr. iur.
Rechtsanwalt im Ruhestand
6318 Walchwil
Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 12/2020 25 - Wirtschaft/Rüstung
1 Schaub, Rudolf, Schweizer Armee – Tauglich für den Ernstfall oder teure Luftschloss-Armee? S. 32ff., Walchwil, April 2019.
2 Eidgenössische Finanzkontrolle, Prüfung der Beschaffung 12-cm-Mörser 16, 4. März 2020 (zit.EFK-Bericht).
3 Die Hauptverantwortung für die Beschaffung des nicht gefechtsfeldtauglichen Panzermörsers 16 tragen Bundesrat Ueli Maurer, Chef VBS, und Korpskommandant aD André Blattmann, Chef der Armee. BR Maurer stoppte die Beschaffung des Panzermörsers «NEMO» finnischer Provenienz, obwohl die Kaufverträge unterschriftsreif vorlagen. Ausschlaggebend dafür soll eine Intervention der RUAG gewesen sein. Diese beschwerte sich, der Kauf des Mörsers «NEMO» wäre eine Misstrauenskundgebung gegen ihren zukünftigen Mörser «Cobra» und würde dessen Verkauf an Drittstaaten gefährden. Korpskommandant Blattmann befahl die Änderung des ursprünglichen Pflichtenhefts dem Chef Lehrverband Panzer/Artillerie, damit der erst auf Bildschirmen Gestalt annehmende Panzermörser der RUAG das Pflichtenheft erfüllte.
4 EFK-Bericht, S. 23
5 Dazu unten
6 S. 4
7 Militärische Abkürzung für Truppen-Versuch
8 Richtig wäre «bezüglich des Funktionierens».
9 Schaub, Rudolf, Schweizer Billig-Armee – Im «hybrid Modus» von Bundesrätin Viola Amherd, S. 59f.
10 In Anbetracht dieser Beanstandungen ist die Werbung der RUAG für den Mörser «Cobra» in der ASMZ ziemlich grotesk und dient nur der Image-Pflege. Absatzfördernd ist sie sicher nicht.
11 Truppentauglichkeitserklärung 12-cm-Mörser 16, S. 4.
12 Wenn ein nicht gefechtsfeldtauglicher Panzermörser beschafft wird, um die Exportchancen seiner Herstellerin nicht zu beeinträchtigen, liegt es auch nahe, das missratene Vehikel als truppentauglich zu bezeichnen, damit sich die Exportchancen der Herstellerin nicht komplett in Luft auflösen.
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theoderich
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Re: Schweiz: Rüstungsprogramm 2016

Beitrag von theoderich »

https://www.asmz.ch/fileadmin/asmz/Doku ... uglich.pdf

In diesem Zusammenhang sehr interessant:

Nur bei schönem Wetter benutzen! (4. November 2020)

https://www.beobachter.ch/burger-verwal ... r-benutzen

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Kampfhamster
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Re: Schweiz: Rüstungsprogramm 2016

Beitrag von Kampfhamster »

Kurz zusammengefasst aus meiner Sicht:

weil der Saab Gripen vom Volk abgelehnt wurde, das Geld aber schon eingeplant war, musste man kurzfristig ein paar hundert Millionen "sinnvoll" ausgeben. Die Mafia von der Armasuisse hatte aber etwas dagegen, dass den Finnen der Vorzug gegeben wurde, obwohl das eigenen Produkt Schrott ist. (Armsuisse hat übrigens seit dem Festigungsgeschütz Bison in den 90er Jahren nichts eigenes konstruiert)

Man hätte aber auch genauso gut den NEMO auf den Piranha setzen können.
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theoderich
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Re: Schweiz: Rüstungsprogramm 2016

Beitrag von theoderich »

12 cm Mörser 16: Serienvertrag unterzeichnet
Bern, 23.02.2021 – Nach Abschluss der Nachweisführung zur Erfüllung der militärischen Anforderungen hat armasuisse den Serienvertrag mit dem Generalunternehmen GDELS-Mowag für die Fertigung von 32 12 cm Mörsersystemen unterzeichnet. RUAG AG ist Unterauftragnehmerin von GDELS-Mowag und liefert das Mörsergeschütz.
Das System erfüllt die militärischen Anforderungen und ist in seiner heutigen Form einsatzfähig. Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Truppenversuchen und weiteren von armasuisse und der Industrie durchgeführten technischen Tests fliessen in die Serienfertigung ein.

Start der Serienfertigung

Mit der Unterzeichnung des Serienvertrages beginnt nun die Serienfertigung. Diese wird in mehreren Phasen realisiert. Erste Mörsersysteme können der Truppe ab 2024 übergeben werden. Parallel dazu erfolgt die Beschaffung der weiteren Komponenten im Projekt 12 cm Mörser 16 gemäss Armeebotschaft wie Munition, Fahrzeuge und Material für den Munitionsnachschub sowie notwendige Anpassungen an Führungsfahrzeugen und Software.
https://www.vbs.admin.ch/de/aktuell/med ... 82423.html


theoderich
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Re: Schweiz: Rüstungsprogramm 2016

Beitrag von theoderich »

Projektbericht VBS - Projektbeurteilung per 31.12.2020
12 cm-Mörser 16

Seit der altersbedingten Ausserdienststellung der 12 cm-Minenwerferpanzer 64/91 im Jahre 2009 verfügen die Kampfverbände der Schweizer Armee über kein System zur Sicherstellung der indirekten Feuerunterstützung auf kurze Distanz. Mit dem 12 cm-Mörser 16 wird diese Fähigkeit wiedererlangt.

Der künftige Nutzer, das Heer, hat den Prototypen des Mörsers in Truppenversuchen eingehend getestet. Diese Tests fanden im Sommer 2019 und im Frühjahr 2020 statt. Dabei zeigte sich, dass die Kriterien für die Truppentauglichkeit erfüllt sind. Das heisst, das Waffensystem eignet sich für den angestrebten taktischen Verwendungszweck und erfüllt die vorgängig definierten militärischen Anforderungen. Der Armeestab hat deshalb die Truppentauglichkeit mit Auflagen ausgesprochen. Die Allwetter-Tauglichkeit – also Schiessen bei Regen – wird im Verlauf 2021 geprüft und je nach Prüfungsergebnis zertifiziert. Die vereinbarten Auflagen werden am Serienmuster übernommen.

Nebst der offiziellen Truppentauglichkeitsprüfung wurde den am Test teilnehmenden Angehörigen der Armee ein separater Fragebogen abgegeben. Dieser diente dazu, die Meinung der Truppe zur Handhabung des Waffensystems abzuholen. Die Antworten sind mitunter subjektiver Natur und damit nicht ausschlaggebend für die Erklärung der Truppentauglichkeit.
https://www.vbs.admin.ch/de/dokumente/p ... d.pdf.html

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