Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

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propellix
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von propellix »

forumla1express hat geschrieben:
Di 26. Mai 2020, 10:40
Schweden hat sich mit Saab übrigens gerade über ein Maintenance Programm für die Sk-60 bis 2025 geeinigt. https://www.airforce-technology.com/new ... -aircraft/
Dürfte für unsere FÜNFZIG Jahre alten Airframes aber nicht mehr in Frage kommen, da die meisten tatsächlich ABGEFLOGEN sind, sprich noch ein Dutzend oder so Stunden auf der Zelle haben. Wenn Saab die zu einer Lebensdauerverlängerung holt bzw. hier eine durchführt, kostet das eine Lawine und wahrscheinlich genauso viel wie irgendwas neues oder anderes.
Entweder passiert gar nichts und die 105er laufen aus, oder die Frau Minister wird irgendwelche durchgerittenen L-39/59 von irgendwo auf'n Hof stellen lassen.
Etwas neues kommt garantiert nicht, weil sich das mit den Zeiten nicht ausgehen kann. Höchstens es werden gerade MB339CD in Italien frei; aber wie gut die beisammen sind und was die kosten würden, ist eben unbekannt.
Aber mit DER Lösung könnte man zumindest bis zum Zulauf eines wirklich NEUEN Einsatz-/Schulungsmusters leben.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Kleine Zeitung Online hat geschrieben:Die gesamte österreichische Luftraumüberwachung wird künftig vom Eurofighter getragen - diese Nachricht der Kleinen Zeitung sorgt seit Tagen für Diskussionsstoff im Aichfeld. Angeheizt wird die Debatte durch die seit 25. Mai stattfindenden Überschall-Trainings, die für Aufregung bei der Bevölkerung sorgen. Wie berichtet gibt es wohl keinen Nachfolger für die auslaufenden Saab 105, kompensiert wird der Ausfall mit den in Zeltweg stationierten Eurofightern. Das bringt nicht nur höhere Kosten für das Bundesheer mit sich, die Region muss sich auch auf vermehrte Flugbewegung auch am Wochenende einstellen. "Wir wurden darüber nicht im Ansatz informiert", ärgert sich Knittelfelds Bürgermeister Harald Bergmann (SPÖ). Im heutigen Gemeinderat bringt er einen Dringlichkeitsantrag ein, sich eindeutig gegen vermehrten Flugverkehr durch Eurofighter zu positionieren. "Lärm macht krank, vor allem an den Wochenenden ist regelmäßiger Flugbetrieb nicht zumutbar." Bergmann kritisiert auch die hohen Kosten, die für jeden Flug anfallen.
Kleine Zeitung Print hat geschrieben:Die gesamte österreichische Luftraumüberwachung wird künftig vom Eurofighter getragen - diese Nachricht der Kleinen Zeitung sorgt seit Tagen für Diskussionsstoff im Aichfeld. Angeheizt wird die Debatte durch die seit 25. Mai stattfindenden Überschall-Trainings, die gestern gut hörbar starteten (siehe rechts unten).

Wie berichtet gibt es wohl keinen Nachfolger für die auslaufenden Saab 105, kompensiert wird der Ausfall mit den in Zeltweg stationierten Eurofightern. Das bringt nicht nur höhere Kosten für das Bundesheer mit sich, die Region muss sich auf vermehrte Flugbewegungen auch am Wochenende einstellen. "Wir wurden darüber nicht im Ansatz informiert", ärgert sich Knittelfelds Bürgermeister Harald Bergmann (SPÖ). Im Gemeinderat brachte seine Fraktion gestern einen Dringlichkeitsantrag ein, sich eindeutig gegen vermehrten Flugverkehr durch Eurofighter zu positionieren. "Lärm macht krank, vor allem an den Wochenenden ist regelmäßiger Flugbetrieb nicht zumutbar", heißt es. Auch die KPÖ brachte in der gestrigen Sitzung einen Dringlichkeitsantrag betreffend Fluglärm durch Eurofighter ein.

"Lärm macht krank, an Wochenenden ist regelmäßiger Flugbetrieb nicht zumutbar."
Harald Bergmann, Bürgermeister (das Bild zeigt ihn, wie er sich selbst auf Facebook präsentiert)


Spielbergs Bürgermeister Manfred Lenger warnte bereits im Dezember vor einer vermehrten Lärmbelastung. Auch die SPÖ Spielberg wird nun einen Antrag im Gemeinderat einbringen, gemeinsam soll der Protest an das Verteidigungsministerium und die Regierung herangetragen werden. Lenger betont, man wolle den Standort nicht gefährden: "Aber es ist weder aus strategischer noch aus finanzieller Sicht sinnvoll, die gesamte Luftraumüberwachung für Österreich mit den Eurofightern von Zeltweg aus zu machen." Die Belastungsgrenze sei bereits erreicht. Ähnlich Amtskollege Günter Reichhold aus Zeltweg: "Es kann natürlich nicht sein, dass jetzt die ganze Belastung auf Zeltweg abgewälzt wird." Informationen seitens des Bundesheeres gäbe es keine. "Wir schauen jetzt einmal, was da genau geplant ist. Aber natürlich wäre es wünschenswert, dass es für die Saab in Linz einen Nachfolger gibt."

Nationalratsabgeordneter Max Lercher (SPÖ) kündigt eine Anfrage an Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) an: Schon jetzt würde das Murtal die Hauptlast von ganz Österreich tragen. "Eine weitere Verschlechterung durch eine eventuelle Nichtanschaffung eines Nachfolgemodells für die Saab 105 würde diese Situation nochmals verschärfen." Lercher fordert daher, entweder den Flughafen Linz-Hörsching für die Eurofighter zu adaptieren oder ein Nachfolgemodell für die Saab zu kaufen.

Protest kommt auch seitens der KPÖ, die seit Jahren vor einer Ausweitung des Flugbetriebes warnt. "Lärm ist nicht nur eine Gefahr für die Gesundheit, durch die Ausweitung der Lärmzonen wird die Entwicklung unserer Region behindert, da auf immer mehr Flächen nicht gebaut werden darf, weil die Lärmgrenzwerte überschritten werden", heißt es in einer Aussendung. Zudem verweisen die Kommunisten auf den hohen COs-Ausstoß und die Kosten des Flugbetriebes.
https://www.kleinezeitung.at/steiermark ... otestwelle
Kleine Zeitung Print hat geschrieben:Kommentar

Josef Fröhlich
josef.froehlich@kleinezeitung.at


Das gehört rasch geändert

Herrlich, was sich die Menschen auf den sozialen Medien zum Thema Eurofighter-Fluglärm auszurichten haben. Eine junge Frau beklagt sich auf Facebook, dass keine Rücksicht auf Nachtschichtlcher [sic!] genommen werde und auf "Kinder, die Mittagsschlaferl machen". Worauf sie die Antwort bekommt: "Übermitteln Sie doch dem Fliegerhorst den Schichtplan des Nachtschichtlers und die Zeiten des Mittagsschlafes der Kinder. Somit hat der Fliegerhorst die Möglichkeit, rücksichtsvoll auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen."

Was lustig klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Die Bevölkerung ist in zwei Lager gespalten, was die Eurofighter betrifft. Die einen sehen nur den Lärm, die anderen die Hunderten Arbeitsplätze am Fliegerhorst Zeltweg und die Notwendigkeit einer Luftraumüberwachung.

Was fehlt, ist der konstruktive Dialog zwischen Heer und den Gemeinden der Region. Wenn die Menschen wissen, wann sie mit Lärm zu rechnen haben und sich darauf einstellen können, sind viele bereit, Belastungen mitzutragen. Momentan herrscht der Eindruck vor, die dauerhafte Belastung steigt und das Heer hat wenig Interesse, die Bürger über das Warum und Weshalb aufzuklären. Das gehört geändert.
propellix hat geschrieben:
Di 26. Mai 2020, 16:04
Aber mit DER Lösung könnte man zumindest bis zum Zulauf eines wirklich NEUEN Einsatz-/Schulungsmusters leben.
Alles was man dem Bundesheer nicht nachschmeißt, samt garantierter fast kostenloser Ersatzteilversorgung für die nächsten 60 Jahre, ist nicht realistisch.
Zuletzt geändert von theoderich am Di 26. Mai 2020, 21:16, insgesamt 1-mal geändert.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

propellix hat geschrieben:
Di 26. Mai 2020, 16:04
Etwas neues kommt garantiert nicht, weil sich das mit den Zeiten nicht ausgehen kann. Höchstens es werden gerade MB339CD in Italien frei; aber wie gut die beisammen sind und was die kosten würden, ist eben unbekannt.
Aber mit DER Lösung könnte man zumindest bis zum Zulauf eines wirklich NEUEN Einsatz-/Schulungsmusters leben.
Wenn was Gebrauchtes geholt wird, wird das so lange betrieben, bis es auseinanderfällt. Sobald das Gebrauchte da ist, kommt nix Neues mehr. Außer es wird im gleichen Atemzug der Vertrag für das neue Gerät unterschrieben aber selbst dann kann es erfahrungsgemäß passieren, dass nachfolgende Regierungen in irgendeiner Form reinpfuschen.

Nachdem ihren großen Tönen keine Taten folgten und Airbus wenig überraschend nicht mal eben ein paar Milliarden rüberschieben wollte, wird die Ministerin im besten Fall eben irgendeine provisorische Lösung als großen Wurf präsentieren, um die Zeit bis zur nächsten Wahl zu übertauchen, nach der dann der/die nächste Unqualifizierte herumfuhrwerken darf.

Zum Vergleich: Kunst- und Kultur-Staatssekretärin Lunacek trat zurück, weil "die Unzufriedenheit und Enttäuschung im Kulturbereich trotz ihrer Bemühungen nicht geringer wurde" und sie "keine positive Wirkung mehr erzielen konnte" und sie wurde kritisiert wegen "mangelnder fachlicher Expertise". Sowas kann dir als Verteidigungsminister, egal welcher Farbe, niemals passieren.

Und ein Bürgermeister der in aller Öffentlichkeit verlangt, dass er explizit darüber informiert werden muss, dass kein Nachfolger für die Saab 105 gleichbedeutend damit ist, dass die Eurofighter öfter fliegen, dessen Kompetenz zur Ausübung seines Amts muss schwer hinterfragt werden.

anastasius
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von anastasius »

opticartini hat geschrieben:
Di 26. Mai 2020, 20:23

Zum Vergleich: ....................... sie wurde kritisiert wegen "mangelnder fachlicher Expertise". Sowas kann dir als Verteidigungsminister, egal welcher Farbe, niemals passieren.
Natürlich kann dir das als Verteidigungsminister, egal welcher Farbe, auch passieren, dass man kritisiert wird.

Der große Unterschied ist aber, dass die Medien darauf nicht einsteigen werden wie im Fall Lunacek.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Am besten sind ja diese Äußerungen:
Kleine Zeitung hat geschrieben:Ähnlich Amtskollege Günter Reichhold aus Zeltweg: "Es kann natürlich nicht sein, dass jetzt die ganze Belastung auf Zeltweg abgewälzt wird."
Kleine Zeitung hat geschrieben:Lercher fordert daher, entweder den Flughafen Linz-Hörsching für die Eurofighter zu adaptieren oder ein Nachfolgemodell für die Saab zu kaufen.
Wieso hat man denn dafür gesorgt, dass man lediglich 15 Flugzeuge aus Kostengründen an nur noch einem Standort betreibt? Das Gedächtnis dieser Politiker (deren Parteikollegen ja immer gerne im Zusammenhang mit der LRÜ die Schlagwörter "kostengünstig" und "effizient" bemühen - sprich: "Es soll so wenig wie möglich können und darf möglichst nichts kosten!") scheint nicht allzu weit zurückzureichen:
  • Untersuchungsausschussprotokoll (1/GO) 12. Sitzung, 17.01.2007 - öffentlicher Teil (49/KOMM)
    Karl Hofer: Ja. Man muss jetzt noch dazu sagen, damit hier keine Verwirrung entsteht, diese Life Cycle Costs wurden berechnet auf 24 Flugzeuge mit 4 120 Flugstunden pro Jahr für zwei Standorte. Die Realität schaut jetzt so aus: Wir haben jetzt nicht mehr zwei Standorte Graz und Zeltweg, wo betrieben wird, was bedeutet, wir konnten bereits erheblich bei den logistischen Produkten und den logistischen Vorsorgen reduzieren. – Das ist das eine.

    Das andere ist: Durch die Reduktion von 24 auf 18 Flugzeuge ist jetzt auch das Betriebsstundenvolumen, das zu produzieren ist, nur mehr 1 800 Flugstunden. Alle diese Maßnahmen zusammen wie auch organisatorische Änderungen, dass wir jetzt in Zeltweg nicht mehr eine Staffeltechnik haben mit den fliegertechnischen Kompanien und eine Werfttechnik, sondern wir haben einen Technikpool unter einer technischen Leitung ... Aus dieser Ecke heraus haben wir die 127 Leute, die ich hier genannt habe. Wären diese Elemente, diese technischen Elemente noch organisatorisch getrennt, hätten wir automatisch um mehr als 20 Personen mehr gebraucht.
    Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Kurz noch etwas anderes: Sie haben gesagt, danach, als dann alles abgehandelt war, haben Sie die Aufgabe, das möglichst kostengünstig über die Bühne zu bringen – das spricht ja sehr für die grundsätzliche Einstellung. Und unter anderem haben Sie die Reduktion der beiden Standorte – ursprünglich Graz, Zeltweg – auf einen Standort – nur mehr Zeltweg – als Beispiel gebracht.

    Karl Hofer: Ja.

    Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Aber das kann ja so nicht funktionieren! Da müssen Sie ja eine Weisung und einen Auftrag bekommen haben, weil da geht es ja nicht nur darum zu sparen. Ich kann ja nicht eine so entscheidende Frage wie zwei Standorte ausschließlich auf Grund der Kosten entscheiden! Das sind ja geopolitische, militärtechnische ...

    Karl Hofer: Wenn ich das noch einmal präzisieren darf: Man muss jetzt streng unterscheiden, ob das in der Phase der Bewertung war oder danach. Die Reduktion, die finale Reduktion auf 18 Flugzeuge, 1 800 Flugstunden und einen Standort ist im Zuge der Vertragsverhandlung getroffen worden – eine politische Entscheidung im Rahmen der Vertragsverhandlungen – und nicht zum Zeitpunkt der Bewertung. Zum Zeitpunkt der Bewertung waren immer zwei Standorte maßgebend.

    Und für die Vertragsverhandlungen selbst – nachdem ich die wesentlich mitgestalten durfte – waren das für mich dann die neuen Input-Daten, die ich einfach von meinem Verhandlungsleiter, Ministerialrat Wall, der ja heute auch noch kommen wird, schriftlich beauftragt wurde, auf einen Standort zu reduzieren, und aus der Unterlage – soweit ich mich noch erinnern kann – war ableitbar, dass das ein politischer Wunsch ist.
    https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml
  • Untersuchungsausschussprotokoll (1/GO) 20. Sitzung, 20.02.2007 - öffentlicher Teil (57/KOMM)
    Mag. Erich Wolf: Es ist richtig, dass es immer das Bestreben war, zwei Standorte zu haben und zusätzlich auch die Möglichkeit, auf einer so genannten Forward Operating Base analog wie heute von Hörsching aus zu operieren, nämlich nördlich und südlich des Alpenhauptkammes, weil es da wettermäßig Situationen geben kann, wo man entweder nördlich oder südlich kaum Flugbetrieb machen kann, besonders in den Winterlagen, vielleicht weniger im heurigen Winter, aber normalerweise. Diese Frage wurde mir erinnerlich im Frühjahr 2003 releviert, wo es darum gegangen ist, den Aufwand oder die Kosten zu reduzieren. Und es geht nicht nur um einen Reparatursatz, sondern es geht im Wesentlichen natürlich um die Vorkehrungen für so einen Standort, um so ein Flugzeug betreiben zu können.

    Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Ist es richtig, dass man dann Sie mit diesem Teil der Vertragsverhandlungen massiv beschäftigt hat?

    Mag. Erich Wolf: Es ist lediglich um die Frage gegangen, was für flugbetriebliche Auswirkungen das haben kann, und ich habe gesagt, soweit mir zu diesem Zeitpunkt erinnerlich, dass das natürlich Probleme geben kann oder Auswirkungen haben kann in der Anzahl der Flugbewegungen, die man von einem Standort aus machen muss oder machen können sollte. Und wenn man jetzt reduziert von zwei auf einen, kann es diesbezüglich Auswirkungen haben.

    Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Wo und bei welcher Gelegenheit haben Sie das festgestellt? Waren das wieder Vertragsverhandlungen?

    Mag. Erich Wolf: Nein, das war in keinen Vertragsverhandlungen, sondern das war in internen Vorgängen im BMLV.
    Obmann Dr. Peter Pilz: […] Ich lese Ihnen aus diesem Protokoll vom 28. März 2003 vor und bitte Sie, das dann näher zu erläutern:

    Ministerialrat Dr. Hillingrathner fragt: Kann bei einer Reduktion auf einen Standort die Anzahl der Piloten reduziert werden? Generalmajor Wolf antwortet: Luftraumüberwachung ist dann vom Wetter abhängig, es kann nicht mehr auf einen zweiten Standort ausgewichen werden. – Zitatende.

    Können Sie uns erzählen, wie es von einer wetterunabhängigen Luftraumüberwachung im Zuge der Einsparungen im Frühjahr 2003 zu einer wetterabhängigen Luftraumüberwachung gekommen ist?

    Mag. Erich Wolf: Das ist grob so erklärbar – wie ich schon vorhin ausgeführt habe –: Idealtypischer Zustand wären zwei Standorte, unter dem Gesichtspunkt, dass auf einem Standort irgendwelche Gegner Luftballons steigen lassen und man die Verlegefähigkeit auf einen Ausweichstandort hat; insbesondere nördlich und südlich des Alpenhauptkammes, weil man auch bestimmte Wetterlagen in Österreich hat, Nebellagen, wo eben auf Grund der statistischen Auswertung ein Flugbetrieb nur sehr schwer möglich ist. Es muss bestimmte Mindestbedingungen geben für den Betrieb eines einsitzigen Kampfflugzeuges, Mindestsichtbedingungen für die Landung.

    Daher die Beantwortung der Frage, in diesem Protokoll natürlich sehr verkürzt wiedergegeben: Wenn man sich ausschließlich auf einen Standort begibt, von einem Standort abhängig macht, dann kann es natürlich wetterbedingt möglich sein, dass, wenn eine entsprechende Nebellage oder auch eine Vereisungslage ist, dort kein Flugbetrieb möglich ist oder der Flugbetrieb eingeschränkt ist. Darüber hinaus ist das natürlich auch eine gewisse Einschränkung auf Grund der Luftraumbewirtschaftung, wenn man von einem Platz abhängig ist.

    Daher sind wir in diesem Projekt zu dem Schluss gekommen: eine Main Operating Base sowie die Fähigkeit zur Verlegung auf einen wie immer gearteten anderen Flugplatz, das kann sein Graz, Linz, Wien, Salzburg oder auch Klagenfurt, welcher auch immer geeignet ist.
    Karl Hofer: Wie ich schon in der Einleitung gesagt habe, sind genau zu diesem Zeitpunkt eben die Aufträge gekommen: ein Stationierungsort, Stationierungsort Zeltweg, also Reduktion auf einen Hauptbetriebsstandort, was ja sofort in der Umsetzung des Vertrages gewaltige Einsparungen gebracht hat. Wenn ich bei sonst gleicher Leistung zwei Standorte betreiben muss, mit der Infrastruktur, mit all dem, was dazu notwendig ist, wo ich einfach nur eine Splittung machen muss, das Gleiche in Zeltweg vorhalten muss, aber auch unten in Graz – das war ja ursprünglich im Angebot so angedacht: dass wir mit zwei Hauptbetriebsstandorten arbeiten. Und durch den Wegfall des Hauptbetriebsstandortes Graz haben sich natürlich da, vor allem in den logistischen Produkten, wesentliche Einsparungen ergeben.

    Wir haben das Ganze dann weiterentwickelt in Zeltweg, wie Sie vielleicht wissen: Geschwader und Werft. Geschwader betreibt den Flieger, hat aber auch technische Einheiten, um die Flightline zu bedienen, und kleinere Wartungen. Und die Werft eben dazu, um größere Wartungen zu machen, Reparaturen und so weiter.

    Und im Zuge der Vertragsabwicklung wurde jetzt auch die Technik gepoolt, sodass wir, wie ich beim letzten Untersuchungsausschuss schon angedeutet habe, noch einmal zusätzlich Personal eingespart haben – wirklich eingespart, eben allein durch die Zusammenführung der Technik. – Das war die Reduktion auf einen Standort. Dann war eben zu diesem Zeitpunkt – 25.4.2003, habe ich mir aufgeschrieben – auch die Reduktion dann letztendlich auf die 1 800 Flugstunden.

    Die 1 800 Flugstunden haben sich so ergeben, um es in aller Ehrlichkeit zu sagen: Es wurde reduziert. Ich habe die Reduktion zur Kenntnis genommen. Und meine Aufgabe war es, diese Reduktionen in Möglichkeiten umzusetzen: Was bedeutet das umgesetzt? Wie viele Flugstunden können wir jetzt noch fliegen? Was braucht man dazu an Material? Geht sich das noch aus, oder ist das ein Scheinbild, das wir hier verfolgen? – Und genau das war in der Phase meine Aufgabe, sodass man dann am Ende sagen hat können: Mit dem, was dann letztendlich übrig geblieben ist, mit dem Budgetansatz knapp unter 2 Milliarden gehen sich, wenn man einen Hauptbetriebsstandort wählt, diese 1 800 Flugstunden aus, um eben die Luftraumüberwachung sicherzustellen, die Luftraumsicherung nicht vollinhaltlich, aber doch temporär ebenfalls sicherzustellen; und Luftverteidigung ist, wie Sie wissen – kann man auch nachlesen –, im Prinzip zu vernachlässigen.

    Und das war so der Ablauf zu diesem Zeitpunkt.

    Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Veranlasst wurde diese Kostenreduktion aber vom Finanzressort, oder?

    Karl Hofer: Wie ich schon sagte, Frau Abgeordnete: Wir sind dort im Besprechungssaal gesessen mit einer verkleinerten Mannschaft, weil ja inhaltlich am Vertrag nichts mehr zu ändern war. Es wurden Ansagen getätigt, dass die Kosten zu reduzieren sind; besser: dass die Kosten in diesem und jenem Bereich reduziert wurden und daher in der Umsetzung bestimmte logistische Produkte und Leistungen noch möglich sind. – Und unsere Aufgabe war es eben, dann nur mehr zu rechnen, ob das dann noch überhaupt Sinn macht.
    Karl Hofer: Hauptbetriebsstandort heißt, dort ist auch die logistische Basis. Das ist völlig zum Unterschied, wenn ein Flugzeug in der Luft ist und witterungsbedingt auf einen Ausweichflugplatz ausweichen muss. Das ist nicht eine Forward Operating Base oder ein Nebenstandort, sondern das ist ein flugsicherheitsbedingter Ausweichflugplatz. Und hier ist jeder Flugplatz in Österreich vorgesehen als Ausweichflugplatz, wo ein Eurofighter starten und landen kann, insbesondere unsere Zivilflugplätze, ob das jetzt Graz, Linz, Schwechat, Innsbruck, Salzburg, wo immer. Und wir haben dann die Aufgabe, wenn dort ein Flugzeug landet, konkret in Innsbruck, dort haben wir keine Militärbasis, wie man so sagt, da müssen wir eben Vorbereitungen treffen, um von dort das Flugzeug wieder wegzubekommen.

    In Linz-Hörsching haben wir dieses Problem nicht, dort haben wir eine Kaserne, dort können wir auch jetzt bereits Vorkehrungen treffen, um das Flugzeug wieder wegzubringen. Graz-Thalerhof, wie Sie wissen, ist von unserem Organisationsprojekt BH 2010 geplant, dass geschlossen wird, was aber nicht notwendigerweise heißt, dass es dort keine Militärteile mehr geben wird. Ich muss nicht um meine Materialerhaltungseinrichtung, SAAB 105 ist ja noch immer in Graz unten, dort wird die SAAB 105 gewartet. Wir werden vermutlich noch das eine oder andere Jahr in Graz verbleiben müssen, was aber nicht heißt, dass man den Flugplatz nicht schon deswegen verkaufen kann. Das ist völlig unabhängig davon. Wir können die Wartung für die SAAB 105 in jeder beliebigen Halle in Graz-Thalerhof machen. Und solange wir eine Basis in Graz haben, ist das Landen eines Eurofighters wetterbedingt in Graz als Ausweichflugplatz absolut kein Problem, weil wir dort schon Kräfte vor Ort haben.

    Vorsorgen muss man dort treffen, wo eben der Eurofighter landet, wo wir überhaupt nichts haben, wie zum Beispiel in Wien-Schwechat. Das sind die Ausweichflugplätze.

    Wir haben – und Generalmajor Wolf wird das sicher besser beantworten können – mit dem Draken durchschnittlich ein bis zweimal im Monat über das Jahr gesehen die Notwendigkeit, so einen Ausweichflugplatz anzufliegen, also nicht mehr nach Zeltweg zurück, sondern Graz oder Linz, wo halt der Flugplatz offen ist. Zum Unterschied von einer Forward Operating Base.

    Zeltweg ist die Haupt-, Main Operating Base, früher war es auch Graz. Hätte geheißen, neun Maschinen in Zeltweg, neun Maschinen in Graz, bei identer Infrastruktur, was eigentlich nur die Kosten vermehrt hätte. Daher ist es jetzt so: Konzentration auf einen Hauptbetriebsstandort, Zeltweg, und damit nicht die ganze Last in Zeltweg ist, vor allem Lärmbelastung, Starts, Landungen, was immer, arbeiten wir mit den so genannten Forward Operating Bases. Forward Operating Base ist wieder jeder Flugplatz in Österreich, wo ein Eurofighter starten und landen kann. Wird nicht friedensmäßig vorbereitet, sondern hier halten wir in Zeltweg mobile Einheiten bereit in Form von Containern, wo eben alles drinnen ist, was man braucht, um eine Forward Operating Base zu betreiben, egal, ob das in Linz ist, in Salzburg oder sonst wo. Das heißt, wir nehmen temporär alles mit, betreiben von dort aus in einem durch bis zu sechs Wochen bis zu sechs Flugzeuge, und das bis zu vier Mal im Jahr, was so viel bedeutet wie, wir bringen ein Flugaufkommen, vergleichbar mit dem jetzigen Drakenbetrieb, zusammen, dass zirka 1 200 Stunden in Zeltweg geflogen werden auf der Main Operating Base und ausgelagert übers Jahr verteilt zirka 600 Stunden irgendwo auf einer Forward Operating Base.

    Es gibt derzeit keine designierte Forward Operating Base, weil man immer wieder hört, Hörsching ist die Forward Operating Base. Hörsching ist nicht die Forward Operating Base. Forward Operating Base ist jeder Flugplatz, wo der Eurofighter starten und landen kann. Und damit er tatsächlich als Forward Operating Base genutzt werden kann, haben wir mobile Einheiten von Material, Mensch und so weiter, die man dort nachfüllt. Natürlich muss das ein paar Tage Vorlauf haben, damit wir uns darauf einrichten können und das dort hinbringen.
    https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml
  • Untersuchungsausschussprotokoll (1/GO) 24. Sitzung, 08.03.2007 - öffentlicher Teil (61/KOMM)
    Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (FPÖ): […] Nun komme ich auf das Gespräch. Ich habe Sie gefragt, ob Sie sich an das Gespräch gemeinsam mit Herrn Bundesminister Grasser im Finanzministerium am 30. April 2003 erinnern – weil das aus dem Tagebuch des Finanzministeriums hervorgeht – wo anschließend am Abend das Vertragskonvolut V1 und V2 versiegelt wurde. – Erinnern Sie sich an dieses Gespräch?
    Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (FPÖ): […] Die Diskussion im Finanzministerium ist wie abgelaufen am 30. April? Was ist dort wirklich referiert worden bei dieser Gelegenheit, als Grasser und Sie vor der Versiegelung der Vertragsexemplare diese Frage behandelt haben?

    Günther Platter: Ich kann mich da wirklich nicht mehr genau erinnern, welche Details hier besprochen worden sind. Man hat natürlich das gesamte Beschaffungsvorhaben besprochen, wie es mit den Kürzungen ausschaut, denn diese Arbeitsgruppe, die installiert worden ist, Spinka und Hillingrathner haben ja hier einige Leistungen noch heruntergenommen, die aber militärisch vertretbar waren. Ich kann mich erinnern auch an die zwei Standorte. Es war ja ursprünglich so, dass zwei Standorte, von denen aus die Eurofighter betrieben werden, geplant waren, aber letztlich hat man sich dann für einen Standort und einen Ausweichstandort entschieden. – Und so waren das diese Bereiche, die natürlich besprochen worden sind.
    Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): […] Herr Minister, ich darf Ihnen aus der „Kleinen Zeitung“ vom 22. Mai 2003 zitieren. Da geht es um die Standorte. Sie haben da erklärt, Eurofighter kommen nach Graz und Zeltweg:

    Die 18 Eurofighter werden laut Platter, entgegen anderen Gerüchten, in Graz und Zeltweg stationiert. Platter: Eine Standortfrage hat es nie gegeben. (Obmann Dr. Pilz übernimmt wieder den Vorsitz.)

    Was ist denn da eigentlich geschehen in weiterer Folge? Wie muss man sich das vorstellen?

    Günther Platter: Ganz einfach: Die militärische Planung ausgehend von 24 Eurofightern war, dass wir zwei fixe Standorte haben werden. Das war auch meine Aussage, denn das war der damalige Stand, diese zwei Standorte. Da haben Sie völlig Recht. Es hat dann im Zuge dieser Nach … – Ich möchte das so bezeichnen, dass wir, die Politik, uns Gedanken gemacht haben, dass die Grundsätze der Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit erfüllt werden sollten, dass man noch einmal genau eruieren soll, wo eingespart werden kann, aber letztlich muss es auch militärisch vertretbar sein. Da ist dann letztlich die Entscheidung getroffen worden, dass wir nur einen Standort und einen Ausweichstandort betreiben werden.

    Ich sage Ihnen: Wir ersparen den Steuerzahlern sehr, sehr viel Geld, wenn nur ein Standort gemacht wird, weil sonst bräuchten wir die ganze Infrastruktur an einem zweiten Standort für 18 Eurofighter. Und deshalb war das zweifellos eine sinnvolle Maßnahme und eine sinnvolle Korrektur, damit wir sparsamst mit dieser Situation umgehen.

    Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Wem ist diese Korrektur eingefallen? Waren das Sie? War das der Finanzminister?

    Günther Platter: Das war dann letztlich eine gemeinsame Entscheidung.

    Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Na ja, irgendjemand muss das ja dann vorgeschlagen haben?

    Günther Platter: Man hat über diesen Punkt diskutiert, und dann war es eigentlich logisch, dass man über diese Standortfrage diskutiert hat, weil das doch große Kosten gewesen wären – nicht nur die Anschaffungskosten, sondern darüber hinaus wären das zusätzliche Kosten gewesen, was den Betrieb betrifft. Wenn man an zwei Standorten 18 Eurofighter betreibt, so bedeutet das auch mehr Betriebskosten, als wenn man von einem Standort aus 18 Eurofighter betreibt.

    Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Ein drittes Mal die ganz einfache Frage, die Sie nicht beantworten wollen: Ist das von Ihnen ausgegangen oder vom Finanzministerium?

    Günther Platter: Das ist eine gemeinsame Beurteilung gewesen, die letztlich dann auch das Militär akzeptiert hat.
    https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml
  • Luftraumüberwachungsflugzeuge: Kaufverträge. Finanzierung. Gegengeschäftsvertrag (Bund 2005/3)
    Standorte

    8.1 Die Angebotseinholung sah für den Betrieb der neuen Flugzeuge zwei Standorte und bis zu sechs Monaten den Betrieb an einem dritten Standort (Ausweichflugplatz) vor. Der Kaufvertrag sah hingegen den Betrieb an einem Standort und den Betrieb für sechs Monate an einem Ausweichflughafen vor.

    8.2 Wie der RH feststellte, konnte das BMLV durch die Standortreduzierung eine Preisminderung von rd. 4,6 Mill. EUR erreichen. Allerdings befürchteten die Luftstreitkräfte, dass hiedurch die Zugänge zum Luftraum nicht mehr ausreichend gegeben seien. Am verbliebenen Standort wird auch eine vermehrte Lärmbelästigung zu erwarten sein. Der RH empfahl daher eine baldige Klärung der Notwendigkeit eines zweiten Standortes.

    8.3 Das BMLV wies in seiner Stellungnahme darauf hin, dass das gekaufte Flugsystem aus einem Hauptbetriebsstandort und einem Ausweichbetriebsstandort betreibbar sei.
    https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/ ... haefte.pdf
  • Luftraumüberwachungsflugzeuge: Vergleich der Republik Österreich mit der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH (Bund 2009/1)
    Infolge einer Weisung des Bundesministers für Landesverteidigung, Herbert Scheibner, vom August 2002 wurde die Stückzahl auf 18 Flugzeuge der Type Eurofighter reduziert (mit einer Option für sechs Einsitzer oder sechs Doppelsitzer; in den Kaufverträgen wurde diese Option jedoch nicht aufgenommen). Darüber hinaus erfolgte eine Reduktion bei der Anzahl der auszubildenden Piloten, bei der Anzahl der ständigen Standorte sowie bei militärischen Anforderungen. Im Juni 2005 wurde das operativ–taktische Konzept aus dem Jahr 1997 durch ein überarbeitetes operativ–taktisches Konzept ersetzt.
    Ausweichstandort

    56 Die Angebotseinholung vom Oktober 2001 sah zwei Hauptstandorte für die neuen Abfangjäger sowie einen dritten Standort (Ausweichflugplatz) vor. In den Kaufverträgen wurde der Betrieb auf einen Standort (Zeltweg) mit einem reduzierten temporären Betrieb an einem zweiten Standort eingeschränkt.

    Laut operativ–taktischem Konzept vom Juni 2005, das sich noch auf 18 Flugzeuge bezog, wäre für den Ausweichstandort grundsätzlich „jeder Flugplatz“ geeignet. Auch das operativ–taktische Konzept vom November 2007 sah neben dem Hauptstandort am Militärflughafen in Zeltweg einen Ausweichstandort vor. Dafür würde „jeder geeignete Flugplatz“ — auch außerhalb Österreichs, etwa im Rahmen von Übungen — in Frage kommen.

    Laut BMLV seien für den Ausweichstandort keine besonderen infrastrukturellen Aufwendungen vorgesehen.
    https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/ ... _Oesterrei
  • Adaptierung und Erweiterung der Infrastruktur am Militärflugplatz Zeltweg in Zusammenhang mit der Einführung des Systems Eurofighter (Bund 2011/5)
    (2) Der Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg ist seit 1937 Militärflugplatz, der auch zivil genutzt wird. Die Flugsicherung des Luftraums Zeltweg wird von Fluglotsen des Österreichischen Bundesheeres wahrgenommen.

    Mit der Unterzeichnung der Eurofighter–Kaufverträge im Juli 2003 stand Zeltweg als Hauptbetriebsstandort für die neuen Luftraumüberwachungsflugzeuge fest. Die bestehende Infrastruktur war für die moderne Flugtechnik nicht ausreichend und musste entsprechend ausgebaut werden.
    18.1 Im Juli 2002 fiel im Ministerrat die Typenentscheidung zum Kauf der „Eurofighter Typhoon“. Im Juli 2005 legte der damalige Bundesminister für Landesverteidigung die für die Einführung der Eurofighter erforderlichen Adaptierungen und Erweiterungen der Bau–Infrastruktur am Betriebsstandort Zeltweg fest. Der Erlass enthielt die zu errichtenden Gebäude mit den grundsätzlich zu erfüllenden Anforderungen, einen Budget– und einen Zeitplan.
    https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/ ... aerflugpla
  • Luftraumüberwachungsflugzeuge – Vergleich der Republik Österreich mit der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH; Follow–up–Überprüfung (Bund 2013/2)
    Das operative Verfahrenskonzept „Luftsouveränität“ wurde im November 2011, also während der Überprüfung durch den RH, als verbindliche Planungsgrundlage verfügt und löste das operativ–taktische Konzept vom November 2007 ab. Der Fähigkeiten– und Anforderungskatalog für die Luftraumüberwachung und –sicherung wurde im April 2011 genehmigt.

    In die Planungsdokumente wurden auch jene Eckdaten übernommen, die bereits im Oktober 2009 im Rahmen einer logistischen Analyse festgelegt worden waren. Dabei waren die militärischen Vorgaben für den Betrieb der Eurofighter sowie für die Luftraumüberwachung und –sicherung und den Ausbildungsflugbetrieb gegenüber früheren Planungen deutlich reduziert worden. Die Einschränkungen erfolgten insbesondere aus budgetären Gründen.
    Tabelle 1: Reduktion militärischer Vorgaben für den Betrieb des Systems Eurofighter
    • Flugstundenproduktion der Gesamtflotte ab 2015
      • frühere Vorgaben

        1.800 Flugstunden/Jahr
      • reduzierte Vorgaben

        1.500 Flugstunden/Jahr
    • Flottenverfügbarkeit (Klarstand–Planwert)
      • frühere Vorgaben

        bis zu 66 % (10 Eurofighter)
      • reduzierte Vorgaben

        33 % täglich (5 Eurofighter)
    • Einsatzbereitschaft für Luftraumüberwachung
      • frühere Vorgaben

        täglich 2 Eurofighter
        (+ 1 Eurofighter in Reserve)
      • reduzierte Vorgaben

        täglich 2 Eurofighter
        (+ 1 Eurofighter in Reserve);
        alternativ Trainingsflugzeuge der Type Saab 105–OE
    https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/ ... ter_FU.pdf
  • Veröffentlichung des wörtlichen Protokolls über die öffentliche Befragung der Auskunftsperson Mag. Karl Gruber (251/KOMM)
    Abgeordneter Rudolf Plessl (SPÖ): Ich habe zu diesen Empfehlungen eine ergänzende Frage. Hier ist angeführt: 15 Einsitzer, drei Doppelsitzer an zwei Standorten. (Auskunftsperson Gruber: Ja!) Es war ursprünglich die Angebotseinholung 24 plus 6. Es ist ja dann von Minister Platter auf 18 reduziert worden, und zwei Standorte sind weggekommen, genauso sind auch diese Doppelsitzer weggekommen. Also die damalige Entscheidung des Ministers Platter ist mit dieser Empfehlung kritisiert worden. Kann ich das so richtig entnehmen?

    Mag. Karl Gruber: […] Zu den Standorten: Man hat früher mit dem - - Wir hatten einmal traditionell vier Jetstandorte, dann sind es irgendwann einmal drei geworden, Linz, Graz, Zeltweg, ja, dann ist man zurückgegangen auf Zeltweg und Linz, und jetzt betreiben wir den Eurofighter in Zeltweg und den Trainer in Linz. Die gesamte künftige Flotte ausschließlich auf einen Standort zu stellen ist zwar vom täglichen Betrieb her praktisch, aber stellen Sie sich die Situation vor, Sie haben eine Extremwetterlage südlich des Alpenhauptkamms, Sie haben eine harte Landung, eine Sperre der Piste, es muss die Piste in Zeltweg saniert werden – dann stehen Sie mit der Luftraumüberwachung.

    Wenn Sie einen zweiten Flugplatz zur Verfügung haben, von dem aus Sie Betrieb machen können, dann sind Sie einfach flexibler – in Einzelsituationen sowieso, da würden wir ohnehin einen Teil der Flotte irgendwo anders hin verlegen, um nicht an einem Standort alleine sozusagen handlungsunfähig zu werden.

    Betrachten Sie das vielleicht unter der aktuellen Bedrohung durch Drohnen. Wir haben alle gehört, dass ein englischer Flugplatz tagelang gesperrt war, weil dort Drohnen herumfliegen. Das Gleiche kann einem militärischen Einsatzflugplatz passieren. Wenn Sie zwei Flugplätze haben, sind Sie einfach flexibler. Das andere Problem ist noch die Lärmverteilung, aber ich glaube, das ist nicht unbedingt das Thema dieser Kommission.
    https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml

forumla1express
Beiträge: 43
Registriert: Di 11. Feb 2020, 10:06

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von forumla1express »

Andere Frage zu den Saab 105 und technischem Support: Gab es seitens der heimischen Industrie, die ja gerade in OÖ durchaus als hochwertig und technologieführend angesehen werden kann nie ein Unternehmen, das Teile oder Komponenten für die Saab 105 oder damals Saab Draken im Inland produzieren konnte / durfte? Damit meine ich jetzt natürlich nicht Triebwerke, weil das nochmal spezieller ist. Aber es sollte der heimischen Industrie doch bei 50-jährigem Betrieb möglich sein Bolzen, Flaps, Leading Edges, Steuerflächen etc. zu produzieren. Überhaupt, weil das ja ein Metallflieger ist und keine Hochtechnologie?

Oder anders ausgedrückt, unverständlich für mich, dass man bei Beschaffungen zwar Gegengeschäfte aushandelt, die jedoch scheinbar mit dem Support des Musters nichts zu tun haben. Anders als beispielsweise die RUAG in der Schweiz, die nicht nur Teile selbst produzieren, sondern auch die Wartung komplett übernehmen und Teile der F-18 selbst zusammengebaut haben. Klar so ein Unternehmen wie die RUAG haben wir nicht, aber oben genannte Teile könnten wir sicher auch in Österreich in höchster Qualität bauen.

cliffhanger
Beiträge: 282
Registriert: Do 7. Jun 2018, 12:20

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von cliffhanger »

Ich glaub das scheitert nicht am Bauen sondern an den Zulassungen.... Ein Österreichisches Unternehmen müsste wahrscheindlich einige 100.000,- in die Hand nehmen um die paar berühmten OE105er Bolzen um 30.000,- überhaupt produzieren zu dürfen...

theoderich
Beiträge: 6530
Registriert: So 29. Apr 2018, 18:13

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Eurofighter-Fluglärm | Verteidigungsministerin sucht nach Protesten Dialog mit Bürgermeistern
Kleine Zeitung Murtal Print vom 27. Mai 2020 hat geschrieben:Von: Josef Fröhlich

Nach Aufregung um Eurofighter-Fluglärm: Bundesrätin Isabella Kaltenegger fädelt Dialog zwischen Ministerin Klaudia Tanner, Bürgermeistern und Militärvertretern ein.

Mehr Eurofighter-Fluglärm in der Region, auch an Wochenenden hat das Bundesheer angekündigt. Die Aufregung darüber in der Region ist nun auch bei Verteidigungsministerin Klaudia Tanner angekommen. ÖVP-Bundesrätin Isabella Kaltenegger hat gestern mit Tanner telefoniert, dabei sei ein "zeitnaher Termin" in der Region vereinbart worden. Zum Dialog mit der Ministerin sollen Bürgermeister und Vertreter des Militärkommandos Steiermark geladen werden.

Der Fliegerhorst Zeltweg sei mit rund 1000 Bediensteten einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region. "Die Sicherstellung einer ständigen Luftraumüberwachung unter gleichzeitiger Minimierung von Fluglärm muss im Einvernehmen mit den Gemeindevertretern erfolgen", erklärt Isabella Kaltenegger.

Als Reaktion auf Kritik vonseiten mehrerer Bürgermeister warnt Bundesheer-Gewerkschafter Günther Tafeit indes, den Fliegerhorst in den Gemeinderatswahlkampf hineinzuziehen: "Mit Polemik und Verunglimpfungen des Bundesheeres und der Luftstreitkräfte ist niemandem geholfen", so Tafeit, die Bediensteten der Luftstreitkräfte seien "wesentlich für die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung".

FPÖ-Nationalratsabgeordneter Wolfgang Zanger wirft der SPÖ in Sachen Eurofighter "populistische Politik" vor. Sein Kollege Max Lercher hatte gefordert, dass nach einem Ausfall der Saab 105 nicht von Zeltweg aus die gesamte Luftraumüberwachung mit dem Eurofighter durchgeführt werden soll. Deshalb solle Linz-Hörsching für den Eurofighter adaptiert oder ein Nachfolgemodell für die Saab 105 angeschafft werden, so Lercher (wir berichteten).

Der SPÖ-Ruf nach dem Kauf eines Nachfolgemodells ärgert Zanger: "Seit Verteidigungsminister Doskozil fordert die SPÖ, dass es nicht mehr zwei Flotten wie derzeit geben soll, sondern nur noch ein Modell, das dann wohl in Zeltweg stationiert wäre und eine stärkere Fluglärm-Belastung bedeuten würde."

Die FPÖ sei immer für einen "vernünftigen Nachbeschaffungsvorgang" für die Saab 105 gewesen, das garantiere eine Aufteilung der Flüge auf Zeltweg und Linz, erklärt Wolfgang Zanger.
https://www.kleinezeitung.at/steiermark ... -Protesten
Zuletzt geändert von theoderich am Mi 27. Mai 2020, 22:44, insgesamt 1-mal geändert.

opticartini
Beiträge: 351
Registriert: So 14. Okt 2018, 14:36

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

forumla1express hat geschrieben:
Mi 27. Mai 2020, 10:21
Aber es sollte der heimischen Industrie doch bei 50-jährigem Betrieb möglich sein Bolzen, Flaps, Leading Edges, Steuerflächen etc. zu produzieren.
In der Lage dazu wäre man sicher aber eine eigene Entwicklungs- und Fertigungslinie für die paar Stück, die das Bundesheer benötigt, wäre sehr teuer. Das zahlt sich nur bei großen Mengen aus.

opticartini
Beiträge: 351
Registriert: So 14. Okt 2018, 14:36

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

theoderich hat geschrieben:
Mi 27. Mai 2020, 17:34
Eurofighter-Fluglärm | Verteidigungsministerin sucht nach Protesten Dialog mit Bürgermeistern

https://www.kleinezeitung.at/steiermark ... -Protesten
Unter normalen Umständen sollte es absolut undenkbar sein, dass sich ein BUNDES-Heer bei der Erfüllung seiner verfassungsgemäßen Aufgaben an den Forderungen von irgendwelchen Lokalpolitikern und ihren Haus- und Hof-Schreiberlingen orientieren muss.

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