Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

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theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Nachtsichtbrillen sind zur Identifizierung von Luftzielen nicht geeignet.
Das Benutzen der Nachtsichtbrillen ermöglicht das frühzeitige Erkennen von Militärmaschinen, die mit Infrarotlichtern und/oder Infrarotstreifen gekennzeichnet sind.
https://www.flugrevue.de/militaer/schne ... en-nutzen/
Infrared Covert Mode

With the flip of a switch, covert infrared (IR) lights turn on and visible lights turn off – rendering your aircraft less visible to the naked eye. This covert mode provides the necessary IR luminance for night vision imaging systems (NVIS) and night vision goggles (NVG). Enhancing stealth and situational awareness, our dual-mode covert lights are an essential aircraft upgrade for effective nighttime missions.
https://www.collinsaerospace.com/what-w ... ert-Lights

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

theoderich hat geschrieben:
Mo 27. Apr 2020, 23:10
Nachtsichtbrillen sind zur Identifizierung von Luftzielen nicht geeignet.
Also erstens ist das aus den geposteten Links nicht herauszulesen, ganz im Gegenteil, da gehts um was komplett anderes.

Und zweitens erfolgt die Identifikation natürlich nicht mit den Nachtsichtbrillen, die sind ja nur das Hilfsmittel damit das sog. "Auge" auch in der Nacht seine Aufgaben wahrnehmen kann. Denn als Teil der Sinnesorgane nehmen die beiden Stück Augen, über die Menschen normalerweise verfügen, Lichtreize wahr (im vorliegenden Fall vorher ausreichend verstärkt durch die Brille) und leiten sie zur Analyse ins Gehirn weiter, wo die dermaßen wahrgenommenen Muster interpretiert werden und also hier die Identifikation z. B. von Luftfahrzeugen vorgenommen werden kann. Sofern der Besitzer und Benutzer jener Augen auch des Lesens mächtig ist, kann er sogar das auf einem Flugzeug angebrachte Luftfahrzeugkennzeichen wahrnehmen!

Oder willst du andeuten, dass unsere tapfen Kampfjet-Piloten einen Airbus A320 nicht von einer Cessna Skyhawk unterscheiden können? Das hoffe ich ja doch nicht!

Dr4ven
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Dr4ven »

opticartini hat geschrieben:
Mo 27. Apr 2020, 20:20
Dr4ven hat geschrieben:
Mo 27. Apr 2020, 08:12
opticartini hat geschrieben:
So 26. Apr 2020, 13:02
Eine kampfflugzeug-taugliche Nachtsichtbrille kostet weniger als 10.000 Euro. Was sagt es über ein Bundesheer aus, welches es angeblich nicht schafft, eine Handvoll davon zu besorgen?
Bitte bitte eine Bezugsquelle für diese Okkasion.
Siehe meine Beiträge zu exakt diesem Thema weiter vorne.
Die Inhalte sind absolut nutzlos, weil falsch.

Und nimm endlich zur Kenntnis, dass du hier nicht mit Kindergartenkindern oder deren Pädagogen sprichst.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Salzburger Nachrichten vom 29. April 2020, p. 4 hat geschrieben:Eurofighter: Die Chancen des Gripen steigen

Nach dem Scheitern der Klage sind nun Alternativen gefragt.

Wien. Die Hoffnungen, den Eurofighter-Hersteller Airbus mit einer Betrugsklage weichzuklopfen und zu finanziellen Zugeständnissen zu bewegen, haben sich mit der Zurücklegung der sogenannten Doskozil-Anzeige durch die österreichische Justiz zerschlagen. Auch die Erwartungen, mit einer gleichzeitig in den USA eingereichten Klage die US-Justiz gegen den Boeing-Konkurrenten Airbus in Gang zu setzen, haben sich nicht wirklich erfüllt.

Österreich steht damit praktisch wieder am Anfang und muss die Frage klären: Wie soll es mit den 15 Eurofightern des Bundesheeres weitergehen?

Auch wenn das Klima zwischen Österreich und Airbus durch den Rechtsstreit schwer belastet ist, muss man zumindest vorerst weiter zusammenarbeiten. Denn mindestens zwei oder drei Jahre muss Österreich seine Eurofighter noch betreiben. Und in dieser Zeit braucht man von Airbus Ersatzteile und Modernisierungen (Updates). Und Österreich wird dafür zahlen müssen. Airbus wird sie nicht herschenken.

In der Zwischenzeit kann sich Österreich nach Alternativen zum Eurofighter umsehen. Aus Schweden liegt dem Vernehmen nach ein Leasingangebot über 18 Saab Gripen vor, wobei die jährlichen Leasingraten nicht mehr kosten sollen als die Betriebskosten der Eurofighter. Die Belastungen für das coronageschwächte Budget wären also relativ gering. Bis diese Jets geliefert werden und in Betrieb genommen werden könnten, dauert es aber eben die erwähnten zwei bis drei Jahre.

Bis Ende Juni möchte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) eine Entscheidung treffen. Und zwar auch über die Nachfolge der veralteten Trainingsjets Saab 105. Von den einst 40 Maschinen können nicht einmal mehr zehn fliegen.

pur
Die "Salzburger Nachrichten" publizieren in den letzten Monaten auffällig viele Gefälligkeitsartikel für SAAB …
Und in dieser Zeit braucht man von Airbus Ersatzteile und Modernisierungen (Updates). Und Österreich wird dafür zahlen müssen. Airbus wird sie nicht herschenken.
Der Wohltätigkeitsverein SAAB stellt schließlich Upgrades gratis zur Verfügung … Die haben tausende ehrenamtliche Mitarbeiter, die aus reiner Herzensgüte auf ihre Gehälter verzichten und verschenken Waffensysteme aus Mildtätigkeit und zum Wohle der Menschheit an finanzschwache 1. Welt-Länder.
______________________________________________________________

Experimental Flight Testing of Night Vision Imaging Systems in Military Fighter Aircraft, in: Journal of Testing and Evaluation (January 2014)
This paper describes the research and experimental flight test activities conducted by the Italian Air Force Official Test Centre (RSV) in collaboration with Alenia Aermacchi and Cranfield University, in order to confer the Night Vision Imaging Systems (NVIS) capability to the Italian TORNADO IDS (Interdiction and Strike) and ECR (Electronic Combat and Reconnaissance) aircraft.
The Image Intensifier (I²) is the core element of NVIS systems. I² devices are electro-optic systems used to detect and intensify reflected energy in the visible and near infrared regions of the electromagnetic spectrum. They require some external illumination in order to operate because the image quality is a function of the reflective contrast. The performances of I² devices are also dependant on atmospheric and environmental conditions. Particularly, penetration through moisture can be quite effective (especially when compared to other Electro-Optic (EO) devices, like FLIR systems), while smoke, haze and dust can significantly reduce I2 performance. Signal-to-noise ratio (SNR) is the parameter commonly used to characterise I² systems performance.
Based on visual acuity measurements results, the NVG detection, recognition and identification range performances were calculated using equations (9) and (10) in paragraph 5, for different types of targets. Particularly, the detection/recognition/identification range performances were calculated with 80%, 90% and 100% probability levels.

Furthermore, the detection performances (80%, 90% and 100% probability) were also calculated in low, medium and high clutter conditions. Examples of the results obtained are shown in Fig. 16.
https://www.researchgate.net/profile/Ro ... ion_detail


Man musste sich mithilfe der Nachtsichtbrille AN/AVS-9 einem Tornado ECR bis auf 4-5 NM (7,4 - 9,26 km) frontal annähern, um das Ziel überhaupt mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 % detektieren zu können. Eine Identifikation war erst auf ca. 1 NM (1,85 km) möglich. Bei einem nicht-kooperativen Flugzeug ist eine Nachtsichtbrille nicht ausreichend.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

theoderich hat geschrieben:
Fr 1. Mai 2020, 01:45
Man musste sich mithilfe der Nachtsichtbrille AN/AVS-9 einem Tornado ECR bis auf 4-5 NM (7,4 - 9,26 km) frontal annähern, um das Ziel überhaupt mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 % detektieren zu können. Eine Identifikation war erst auf ca. 1 NM (1,85 km) möglich. Bei einem nicht-kooperativen Flugzeug ist eine Nachtsichtbrille nicht ausreichend.
Ein Flugzeug von der Größe eines Tornado identifizierst du auch am hellichten Tag mit bloßem Auge nicht auf 2 Kilometern Entfernung, der ist da bloß ein Punkt am Horizont.

Beim QRE müssen Abfangjäger ohnehin immer direkten Kontakt herstellen. Bis das Ziel in Sichtweite ist, werden die Abfangjäger nicht per Nachtsichtbrille, sondern per Radar (Boden und Bord) an das Ziel herangeführt.

Daher ist es ziemlich egal, ob man mit optischen Hilfsmitteln aus zwei oder schon aus zwanzig Kilometern erkennen kann, was das jetzt genau für ein Typ ist. Hinfliegen muss man so oder so, um das Flugzeug aus der Nähe identifizieren zu können, um visuellen Kontakt mit dessen Piloten herstellen zu können, um das Flugzeug aus dem Luftraum zu eskortieren oder es gegebenenfalls zur Landung zu zwingen etc.

Ein "nicht-kooperatives" Ziel, welches vor Erreichen des Sichtkontakts ausweicht, wird einfach weiterhin mit Radar verfolgt. Mit selbigem wurde es ja ursprünglich entdeckt, andernfalls würden von vornherein gar keine Abfangjäger zum Einsatz kommen. Wenn das nicht-kooperative Ziel sich z. B. im Tiefflug hinter Bergketten versteckt, dann ist auch ein IRST nutzlos.

IRST hat zwar seine Daseinsberechtigung, aber es hat ein eher beschränktes Einsatzspektrum, weswegen es nicht flächendeckend in Kampfjets verbaut ist, nicht mal bei deutlich größeren Luftwaffen als der österreichischen.

Für Österreich gilt: Als reines Nachtsicht-Gerät ist IRST überdimensioniert, zur Verfolgung von Luftzielen wird ohnehin Radar verwendet, zur Identifikation kann so wie bei Tageslicht der Augapfel Mk.1 verwendet werden, welcher in der Nacht und zwecks Dokumentation (Foto, Video) unterstützt wird durch geeignete Restlichtverstärker und bildgebende Verfahren.

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Doppeladler
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Doppeladler »

Admin: Bitte achtet auf Euren Umgangston! "Behauptungen/Meinungen" entweder als solche identifizierbar machen oder mit Quellen belegen. Die IR-Diskussion ist darüber hinaus off-topic.
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theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »





Kleine Zeitung Murtal vom 23. Mai 2020 hat geschrieben:ZELTWEG
"Gesamte Luftraumüberwachung wird vom Eurofighter getragen"

Durch das Auslaufen der Saab 105 steigt der Eurofighter-Betrieb in der Region. Auch an Wochenenden wird der Kampfjet wohl abheben.


So oft wie die Eurofighter derzeit abheben, könnte man fast meinen, eine Airpower steht vor der Tür. Das ist natürlich nicht der Fall. Dass es allerdings vermehrt Flugbewegung in der Region gibt, wird vonseiten des Bundesheeres nicht verleugnet. Mehr noch: Die Bevölkerung muss sich darauf einstellen, dass dies zum Dauerzustand wird.

Grund ist das Auslaufen der Saab 105, für die wohl auch keine Nachfolger angeschafft werden (wir berichteten). Die Fluggeräte, die vom Militärflugplatz Linz-Hörsching abheben, steuern auf das Ende ihrer Nutzungsphase zu. Die Luftraumüberwachung mit der Saab wurde bereits reduziert. Kompensiert wird dies mit dem Eurofighter.

Kurzum: "Die gesamte Luftraumüberwachung wird künftig vom Eurofighter getragen", so Oberst Gerhard Schweiger, Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation des Militärkommandos Steiermark.

Im Murtal wird das Flugaufkommen stark steigen, einen genauen Plan über "Flugtage" will das Bundesheer mit Verantwortungsträgern aus der Region noch erstellen. Nicht unwahrscheinlich ist, dass die Kampfflieger - wie schon in den vergangenen Wochen - regelmäßig an Wochenenden fliegen.

Michaela Egger
https://www.kleinezeitung.at/steiermark ... lugbetrieb

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Ja, das wird ein Dauerzustand werden. Und wenn es wem nicht passt, dann werden die Eurofighter daran Schuld sein, nicht die Politik, die es nicht schafft, rechtzeitig ein paar Trainerjets zu kaufen.

Bin in meinen Downloads auf die Aero L-39NG Präsentation gestossen, die war von 2015 und versprach eine Lieferung "2019/2020". Jetzt haben wir Mitte 2020 und es scheint immer noch nichts zu passieren, außer dass unsere Verteidigungsministerin sich im "lauten Denken" übt und dabei auf so "genialen" Ideen kommt, wie dass man irgendwelche uralten Schweizer F-5 least oder die Saab-105 verlängert wenn man Gripen holt.

Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin »

opticartini hat geschrieben:
Mo 25. Mai 2020, 23:25
Ja, das wird ein Dauerzustand werden. Und wenn es wem nicht passt, dann werden die Eurofighter daran Schuld sein, nicht die Politik, die es nicht schafft, rechtzeitig ein paar Trainerjets zu kaufen.
Das wird kein Dauerzustand weil der „Routine“ Betrieb ist schon wieder eingekehrt. Man hat in den letzten Wochen mehr Stunden produziert weil während der „Corona“ Krise der Betrieb reduziert wurde. Auch mit auslaufen der Saab 105 werden die Flugstunden auf ein Minimum bleiben weil die LRÜ ja „Kosteneffizient“ sein muss.

Aber die SPÖ will eh schon gegen den „extremen“ Betrieb vorgehen.

https://www.kleinezeitung.at/steiermark ... otestwelle

forumla1express
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von forumla1express »

Irgendwie schon witzig das Verhalten der steirischen Politik im Murtal. Da hat man durch den Red-Bull Ring und durch LOXZ riesige Treiber für die Wirtschaft, die Hotellerie und Gastro, aber hört laufend nur Beschwerden. Sollen die SPÖ Politiker doch mal an einem Samstag im Winter nach Salzburg oder Innsbruck und sich überlegen, ob die paar Eurofighter und PC-7 Flugbewegungen wirklich so viel Fluglärm produzieren.

Dass keine neuen Trainer kommen war übrigens auch absehbar, hätte vermutlich doch alle gewundert, wenn die Bauernministerin aus NÖ etwas zusammengebracht hätte außer einer reißerischen Schlagzeile.

Schweden hat sich mit Saab übrigens gerade über ein Maintenance Programm für die Sk-60 bis 2025 geeinigt. https://www.airforce-technology.com/new ... -aircraft/

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