Schweiz: Programm "Air2030"

Wehrtechnik & Rüstung, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
theoderich
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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich » Fr 28. Sep 2018, 22:48

Die Stellungnahmen zum Planungsbeschluss zur Erneuerung der Mittel zum Schutz des Luftraums wurden mittlerweile veröffentlicht:
Für das, was die Grünen und die Sozialdemokraten in ihren Stellungnahmen so von sich geben, ist "hirnrissig" noch ein sehr freundlicher Ausdruck ...
GRÜNE hat geschrieben:Aus grüner Sicht kann die Schweiz die Aufgabe der Luftpolizei mit 8 bis 12 in der Nutzungsdauer verlängerten F/A-18 sicherstellen. Es besteht keine Notwendigkeit, auf Vorrat eine neue Kampfjetflotte zu beschaffen.
Sozialdemokratische Partei der Schweiz hat geschrieben:Für den Luftpolizeidienst braucht es keine Höchstleistungs-Kampfflugzeuge, deren Betrieb extrem teuer, lärmig und CO2-intensiv ist. Damit lässt sich die Nutzungsdauer der vorhandenen FA-18 weit über das Jahr 2035 hinaus verlängern, weil parallel auch der Ausbildungsaufwand für den Luftkampf deutlich reduziert werden kann. Für den (nach wie vor höchst unwahrscheinlichen) Fall eines militärischen Angriffes sind bodengestützte Systeme zum Schutz des Luftraums wirkungsvoller als Kampfflugzeuge, deren angeblicher Schutz weit löcheriger ist, als oft behauptet wird: Ihre Verfügbarkeit ist notorisch gering, gegen zahlreiche Risiken wie Raketen oder tieffliegende Drohnen und viele weitere Bedrohungen aus der Luft sind sie machtlos. Bodengestützte Systeme sind demgegenüber rund um die Uhr verfügbar, weit kostengünstiger und erst noch in der Lage, ein grösseres Spektrum von Gefahren abzuwehren. Eine Zwei-Typen-Luftwaffe hat zudem den Vorteil, dass nach Ablauf der mittels Schonung verlängerten Nutzungsdauer der FA-18 ein europäisches Kampfflugzeug der neuesten Generation im Angebot stehen dürfte.

[...]

Aus finanziellen, ökologischen und polizeilichen Gründen sind alltägliche, häufig vorkommende luftpolizeiliche Aufgaben mit agilen, leichten Kampfjets zu erledigen statt mit Höchstleistungs-Kampfflugzeugen. Leichte Kampfjets sind in Beschaffung und Betrieb um ein Vielfaches kostengünstiger; verursachen viel weniger Lärm; verbrauchen um Faktoren weniger Kerosin; sind technologisch weniger anfällig, weniger wartungsintensiv und somit weit nachhaltiger verfügbar; und sie lassen sich dennoch mit Waffen wie 20-mm-Schnellfeuer-Kanonen oder Luft-Luft-Kurzstrecken-Raketen vom Typ Sidewinder (2–2.7 Mach, 4,8–17,7 km Reichweite) oder Asraam (3 Mach, 15 km Reichweite) bewaffnen. Damit lässt sich kein Luftkrieg führen. Gegen die allermeisten alltäglichen Ziele sind leichte Kampfjets aber hinreichend wirksam. Sie könnten praktisch sämtliche der rund 400 luftpolizeilichen Einsätze erledigen, die von der Schweizer Luftwaffe jedes Jahr ausgeführt werden, sei es, weil Transportflugzeuge den Transponder abstellen, um Gebühren zu sparen; weil Sportflugzeuge vom richtigen Weg abgekommen sind; oder um Aufklärungs- und Überwachungsaufgaben zu erledigen. Selbst für den Schutz des Luftraums über dem WEF in Davos oder einer internationalen Konferenz in Genf wären leichte Kampfjets hinreichend, weil es ja auch dort nicht um das Risiko eines geballten Angriffs von symmetrischen Gegnern geht.

[...]

Leichte Kampfjets sind kostengünstig und leistungsfähig: Der tschechische Aero L-159 Jet Trainer ist für rund 10 Mio. Franken zu haben, der MB-346 Master von Aermacchi aus Italien für rund 25 Mio., beide Typen sind Tag/Nacht- und Allwetter-flugtauglich. Höchstleistungs-Kampfflugzeuge wie der FA-18 sind äusserst wartungsintensiv, müssen deshalb meistens am Boden in der Halle technisch überholt werden und können pro Einsatz bloss 1 bis 1.5 Stunden in der Luft bleiben. Bei leichten Kampfjets ist der Wartungsaufwand demgegenüber viel kleiner und die Verweildauer in der Luft mit bis zu 2.5 Stunden deutlich höher – und dies erst noch zu einem halb so grossen Treibstoffverbrauch, was einen Effizienzfaktor von 5 ergibt.

  • Zukunft der Schweizer Luftwaffe: Parmelin hat zu hoch gepokert (Kommentar, 25. September 2018)
    Die Vernehmlassung zur Beschaffung neuer Kampfflugzeuge ist zu Ende, und für die von Bundesrat Guy Parmelin vorgegebene Marschroute sieht es gar nicht gut aus.
    Indem Parmelin die Ersatzbeschaffung neuer Kampfflugzeuge und einer bodengestützten Fliegerabwehr (Bodluv) ohne Not und entgegen der Empfehlung einer Expertengruppe dem fakultativen Referendum unterstellte, ging er ein nur schwer kalkulierbares Risiko ein. Denn damit ist so gut wie gewiss, dass das Volk in einer gemeinsamen Abstimmung über beides befinden wird. So hat beispielsweise die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) bereits angekündigt, dass sie das Referendum ergreifen wird.

    Parmelin und seine Leute setzen damit alles auf eine Karte. Sie gelangten offenbar zuvor im engeren Kreis zur Überzeugung, dass eine Entscheidung über Sein oder Nichtsein der Schweizer Luftwaffe dem Anliegen die nötige Dramatik verleihen würde, die dann im entscheidenden Moment eine Mehrheit der Stimmbürger auf die eigene Seite zu ziehen vermöge.

    Bei der nun anstehenden Beschaffung sollen zudem tunlichst die Fehler der Vergangenheit vermieden werden. Im Abstimmungskampf soll es keine Typendiskussionen mehr geben. Gewählt wurde der Weg über einen sogenannten Planungsbeschluss von grosser Tragweite, der dem Volk unterbreitet werden dürfte. Er wird einzig den finanziellen Rahmen von 8 Milliarden Franken und den grundsätzlichen Beschluss, neue Kampfflugzeuge und eine Bodluv zu kaufen, umfassen. Diskussionen darüber, welches das für die Schweiz richtige Kampfflugzeug, die beste Bodluv sei, sollen erst nach gewonnener Abstimmung und von den entsprechenden Experten geführt werden – so der vom VBS ausgearbeitete Plan.

    Schon aufgelaufen

    Doch wie es scheint, passiert nun gerade das, was mit diesem Vorgehen eigentlich um jeden Preis hätte verhindert werden sollen. War es beim Gripen-Absturz der Typenentscheid, der einen Keil mitten durch die bürgerlichen Kreise trieb, so tritt an dessen Stelle nun das vom Bundesrat veranschlagte politische Vorgehen selbst. Dies zeigt die am Samstag zu Ende gegangene Vernehmlassung deutlich. Bundesrat Parmelins Vorschlag, die beiden Beschaffungen über einen referendumsfähigen Planungsbeschluss abzuwickeln, kommt bei den bürgerlichen Parteien schlecht an.

    Die Freisinnigen haben schon vor längerem signalisiert, dass sie den sogenannten Planungsbeschluss von grosser Tragweite kritisch sehen. Zu Recht weisen sie in ihrer Vernehmlassungsantwort darauf hin, dass es nicht nachvollziehbar sei, weshalb der Kauf von Luftverteidigungsmitteln von grösserer Tragweite sein sollte als andere Rüstungsvorhaben, zumal es sich hierbei um eine Ersatzbeschaffung handle. Zudem habe der Bundesrat ohne Not auch die bodengestützte Luftverteidigung, die politisch eigentlich unbestritten sei, einem Plebiszit ausgesetzt. An diesem Umstand stört sich auch die CVP. Sie fordert, dass die Bodluv aus dem Planungsbeschluss ausgeklammert wird.

    Parmelins Kalkül, mit einer Grundsatzabstimmung über die Zukunft der Luftwaffe in Bern eine möglichst breite Front hinter sich und sein Vorhaben zu scharen, scheint schon vor der 2019 anstehenden Parlamentsdebatte gescheitert. Einzig von seiner Partei, der SVP, erhält der Bundesrat noch Sukkurs. Es sei konzeptionell richtig, dass das Volk über eine aufeinander abgestimmte Verbundlösung entscheiden könne. «Flugzeuge und Abwehrraketen hängen zusammen», gab der Berner SVP-Nationalrat Adrian Amstutz unlängst zu Protokoll. Dass man die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge und einer Bodluv konzeptionell zusammen denkt, ist zweifellos richtig, nur muss dies nicht zwangsläufig bedeuten, dass man sie gleich auch beide einem fakultativen Referendum unterstellen muss.

    Quasi-institutionelle Weihen

    Ohnehin irritiert, dass die Regierung nun wider besseres Wissen die Gripen-Niederlage von 2014 noch zu Teilen in die Zukunft einschreiben möchte. Im Nachhinein betrachtet, war es – ungeachtet der Typenfrage – ein grober politischer Fehler, die Kampfjet-Beschaffung dem fakultativen Referendum zu unterstellen. Der Bundesrat schuf damit quasi ein Präjudiz für all die kommenden Kampfjetkäufe. Darin scheint er nun auch selbst gefangen zu sein. Aus den zwei vorangehenden Abstimmungen über den Kauf von Kampfflugzeugen leite sich zwar kein Rechtsanspruch auf einen erneuten direktdemokratischen Entscheid ab, hält der Bundesrat mit Blick auf das nun anstehende Beschaffungsprojekt fest, «aber eine politisch zu beachtende Erwartung». Aussenstehende können nur staunen, wie schnell in Bern politische Ausnahmesituationen quasi-institutionelle Weihen zugesprochen bekommen.

    So besehen, ist es noch schwerer, zu begreifen, weshalb der Bundesrat gleich noch eins draufgesetzt hat und die bisher nie einem Referendum unterstellte Fliegerabwehr ebenfalls einem Plebiszit zuführt. Die vielerorts geäusserte Sorge, dass bei den in Kürze anstehenden Erneuerungen grosser und kostspieliger Systeme, wie beispielsweise der Panzerwaffe oder der Artillerie, ebenfalls referendumsfähige Beschlüsse eingefordert werden könnten, ist deshalb nur schwer von der Hand zu weisen. Das Schreckgespenst eines generellen Rüstungsreferendums, das in den 1980er Jahren schon einmal per Initiative hätte eingeführt werden sollen, würde so Jahrzehnte später doch noch – zumindest indirekt – zur Realität.
    Und auch wenn es nicht gänzlich ausgeschlossen ist, dass Parmelin sein Geschäft doch noch in seinem oder in einem abgeschwächten Sinne durchzubringen weiss, so wäre jetzt der Zeitpunkt, sich nochmals zu fragen, auf welchem Weg der politisch doch breit abgestützte Kauf einer neuen Luftwaffe am sinnvollsten abzuwickeln ist.

    Dabei ist es ratsam, sich seine Agenda nicht von den Gegnern neuer Kampfjets diktieren zu lassen, wie dies schon beim Gripen-Kauf der Fall war. Die damalige Entscheidung, den Gripen-Fonds dem fakultativen Referendum zu unterstellen, war eher vorauseilendem Gehorsam gegenüber diesen politischen Kräften denn einer politischen Notwendigkeit geschuldet. Die schon Jahre vor der Gripen-Abstimmung von der GSoA eingereichte, dann aber wieder zurückgezogene Volksinitiative gegen neue Kampfflugzeuge vermochte in Bern schon viel zu lange eine Drohkulisse aufrechtzuerhalten, vor der dann schliesslich der Bundesrat kuschte – mit den bekannten Folgen.

    Schlechte Karten gut spielen

    Auch der jetzige Planungsbeschluss atmet wieder diesen defensiven Geist, der mehr die Angst vor der direktdemokratischen Auseinandersetzung erahnen lässt, als die Überzeugung versprüht, dass die Schweiz eine neue Luftverteidigung braucht. Offenbar spekulierte man im VBS darauf, dass eine dem Volk schon fast vorsorglich dargebotene Referendumsabstimmung eher zu gewinnen ist als eine allfällige Initiativabstimmung der Gegner. Was zumindest aus abstimmungstaktischer Warte ein durchaus gewagter Gedankengang ist, da es sich bei diesen zwei Mitteln der direkten Demokratie bekanntlich gerade umgekehrt verhält: Referenden sind aufgrund des nicht benötigten Ständemehrs einfacher zu gewinnen als Volksinitiativen.

    Und auch bei einem Referendum wird die Stimmbevölkerung wieder davon zu überzeugen sein, dass die angedachte Erneuerung der Luftwaffe im Rahmen der veranschlagten 8 Milliarden Franken sinnvoll und nötig ist. Um diesen Abstimmungskampf wird man bei der anstehenden Beschaffung wohl ohnehin nicht herumkommen. Und diese Auseinandersetzung lässt sich gewinnen, vor allem in einer Initiativabstimmung.
    https://www.nzz.ch/meinung/zu-hoch-gepokert-ld.1421962

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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich » Mo 8. Okt 2018, 17:44

Air2030 – Schweizer Industrie trifft sich mit den NKF-Kandidaten in Bern und Lausanne
Bei der Beschaffung des neuen Kampfflugzeugs (NKF) soll der Kaufpreis zu 100 Prozent durch Offsetaufträge an die Schweizer Industrie kompensiert werden. Um die Zusammenarbeit zwischen den fünf NKF-Kandidaten und der Schweizer Industrie in Gang zu bringen, organisieren das Offset-Büro Bern sowie Swissmem / SWISS ASD und GRPM im Oktober 2018 für die fünf Kandidaten je eine Kontaktveranstaltung in Bern und in Lausanne.
Um diese Auflage zu erfüllen, sind die Kandidaten unter anderem gefordert, frühzeitig Kontakte zur Schweizer Industrie herzustellen und Informationen zu den möglichen Kompensationsgeschäften einzuholen. Frühzeitige Kontakte sind auch deshalb notwendig, weil die Kandidaten mit ihrer ersten Offerte ein Konzept über die Umsetzung der Offsetverpflichtungen einreichen müssen. Bei den fünf Kandidaten handelt es sich um Airbus (Eurofighter), Boeing (Super Hornet), Dassault (Rafale), Lockheed Martin (F-35A) und Saab (Gripen E).

Business-to-Business-Meetings in Bern und Lausanne

Zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Kandidaten und der Schweizer Industrie organisieren das Offsetbüro Bern sowie Swissmem / SWISS ASD (Vereinigung der schweizerischen Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie) und GRPM (Westschweizer Vereinigung für Verteidigungs- und Sicherheitsgüter) im Oktober 2018 pro Kandidat zwei Veranstaltungen. Diese finden in Bern und Lausanne statt. Jede Veranstaltung beginnt mit einer kurzen Vorstellung des Kandidaten. Hauptsächlich treffen sich die Schweizer Unternehmen und die des Kandidaten zu kurzen individuellen Business-to-Business-Meetings (inkl. Partnerunternehmen, Hauptlieferanten etc.). Für die einzelnen Veranstaltungen haben sich rund 80 Schweizer Firmen aus den für Offset vorgesehenen Industriebranchen** angemeldet. Die Teilnahme ist angemeldeten Firmen vorbehalten.
https://www.ar.admin.ch/content/ar-inte ... 72430.html

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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich » Di 9. Okt 2018, 23:48

Air2030 – die Schweiz testet Luftraumüberwachungssysteme in Dübendorf
In Dübendorf erprobt armasuisse drei Ersatzsysteme für das bestehende Luftlageverarbeitungs- und Führungssystem «RALUS/LUNAS». Erprobt werden drei Systeme aus drei verschiedenen Ländern: Frankreich (Thales), Schweden (Saab) und USA (Raytheon). Die Erprobungsteams aus armasuisse und Armee prüfen die Funktionalität des Flugwegrechners sowie Fähigkeiten zur Führung des zivilen und militärischen Flugverkehrs. Die Erprobungen dauern bis Ende Dezember 2018. Anschliessend wertet armasuisse die Resultate aus und unterbreitet der Programmführung eine Empfehlung zur Systemwahl.
Die weiteren Komponenten von «FLORAKO», die schrittweise ersetzt oder modernisiert werden sollen, sind:
  • FLORES: Radarsensoren.
  • FLORAKO Data Link: Funknetzwerk zur taktischen Datenübertragung mit Kampfflugzeugen.
  • mob RAP (mobiles Recognized Air Picture): Darstellung der identifizierten Luftlage für Entscheidungsträger auf einem mobilen Terminal.
  • KOMSYS (Kommunikationssystem): Daten- und Sprachübertragung.
Mit dem Ersatz dieser Komponenten zur Datenverarbeitung und Einsatzleitung ist der Betrieb von «FLORAKO» bis in die 2030er Jahre möglich.
https://www.ar.admin.ch/content/ar-inte ... 72436.html

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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich » Fr 12. Okt 2018, 13:22

Nächster Umsetzungsschritt im Projekt Luftpolizeidienst 24 wird getestet
Ab 2019 - der dritte Schritt - werden die Jets von 6 bis 22 Uhr bereitstehen. Während diesen Zeiten findet weit mehr als 90% des Flugverkehrs über der Schweiz statt Ende 2020 erfolgt dann im Rahmen des vierten Schritts der Ausbau auf 24 Stunden während 365 Tagen. Zusätzlich kann bereits vor Ende 2020 jederzeit bei Bedarf oder zufällig die Bereitschaft für beschränkte Zeit auf 24 Stunden pro Tag erhöht werden.

Vom 15. bis 19. Oktober 2018 prüft die Armee die Abläufe während diesen erweiterten Bereitschaftszeiten. Es geht darum, die Prozesse und Einsatzverfahren zu prüfen um mögliche Komplikationen rechtzeitig erkennen und korrigieren zu können. Daher ist es möglich, dass in dieser Zeitspanne Einsätze ausserhalb der ordentlichen Flugbetriebszeiten stattfinden, allenfalls auch mitten in der Nacht.
https://www.vbs.admin.ch/content/vbs-in ... 72475.html

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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich » Sa 3. Nov 2018, 21:40

Parmelin läuft im Bundesrat auf (2. November 2018)
Der Bundesrat wollte eigentlich gestern entscheiden, wie es mit der Beschaffung von Kampfjets und dem Kauf eines neuen Systems zur bodengestützten Luftverteidigung weitergehen soll. Bundesrat Guy Parmelin (SVP) hatte in einem Interview in dieser Zeitung angekündigt, dass noch bis Ende Oktober das weitere Vorgehen für das Beschaffungsprojekt festgelegt werden soll. Bis Ende Februar sollte dann eine entsprechende Vorlage ans Parlament ausgearbeitet werden.

Der Bundesrat will nach seiner gestrigen Diskussion jedoch erst gegen Ende dieses Jahres über das weitere Schicksal des Planungsbeschlusses entscheiden. Was ist passiert? Aufgrund eines kritischen Mitberichts aus dem Departement von Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) entspann sich in der gestrigen Sitzung eine längere Diskussion zur Frage, wie im Parlament und später in einer allfälligen Volksabstimmung Mehrheiten für das Projekt zu erreichen seien. Diese Diskussion verlief laut gut informierten Quellen ohne konkretes Ergebnis. Offensichtlich besteht die Befürchtung, dass der Verteidigungsminister mit dem acht Milliarden Franken schweren Rüstungsgeschäft scheitern könnte.
In den Vordergrund rücken könnte ein Vorschlag der CVP. Sie möchte die Vorlage aufspalten. Demnach soll die Kampfjetbeschaffung über ein referendumsfähiges Gesetz erfolgen. Die Beschaffung eines Boden-Luft-Abwehrsystems soll hingegen über das normale Rüstungsprogramm abgewickelt werden.
https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/st ... y/19632403


Update: Switzerland’s Air 2030 plan narrows down options (24. Oktober 2018)
The Schweizer Luftwaffe (Swiss Air Force) may be limited to purchasing a single-engine fighter as it is the only solution that fits budgetary limitations, it has unofficially emerged after the recent 8-10 October 'Axalp' annual exercise.
The NKF will be a single aircraft type that will undertake missions previously carried out by two aircraft operated by the service: the F/A-18C/D Hornet and the soon-to-be-retired F-5. Five aircraft types - the Boeing F/A-18E/F Super Hornet, Dassault Rafale, Eurofighter Typhoon, Lockheed Martin F-35A, and Saab Gripen E - are in contention.

The air-defence option will be selected from the same three systems that previously competed in Poland, Romania, and Sweden: MBDA's SAMP/T, Rafael's David's Sling, and Raytheon's Patriot PAC-3.
The consensus of companies bidding is that Schweizer Luftwaffe pilots "are so enamoured of their Hornets that they will be inclined to select another two-seat fighter", said one European company representative.
https://www.janes.com/article/84023/upd ... wn-options
Zuletzt geändert von theoderich am Fr 30. Nov 2018, 21:32, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich » Mo 12. Nov 2018, 17:38

Kampfjet-Beschaffung: Belgien und Co. erhalten ihre Flugzeuge billiger, als die Schweiz es kalkuliert
Das Verteidigungsdepartement setzt die Kosten für den Kauf von Kampfjets sehr hoch an. Dies zeigt der Blick auf andere europäische Staaten: Sie konnten Jets zu einem deutlich tieferen Preis beschaffen.

Die belgische Regierung hat Ende Oktober bekanntgegeben, dass sie den F-35-Kampfjet von Lockheed Martin kaufen werde. Durch das amerikanische Kampfflugzeug sollen die mittlerweile in die Jahre gekommenen F-16-Kampfflieger ersetzt werden. Kosten wird die Beschaffung rund 4 Milliarden Euro. Für diese Summe bekommt Belgien 34 neue Kampfjets. Wie die Regierung von Ministerpräsident Charles Michel betonte, käme der Kauf des F-35 auf lange Sicht billiger als die ebenfalls eruierte europäische Konkurrenz. Diese Aussage dürfte auch in der Schweiz angekommen sein, fungiert der F-35-Jet doch auch auf der Shortlist jener Anbieter, die das VBS für den Ersatz der eigenen Luftwaffe unlängst erstellt hat.

Der F-35, der zur neusten, sogenannten fünften Generation von Kampfjets gehört, hatte lange den Ruf, nicht nur teuer in der Anschaffung zu sein, sondern vor allem im weiteren Unterhalt hohe Kosten zu verursachen. Glaubt man den Wortmeldungen der belgischen Regierung, trifft Letzteres offenbar nicht mehr zu. Über eine Lebenszeit von 40 Jahren würden die Jets 12,4 Milliarden Euro kosten und damit um einiges weniger, als das belgische Verteidigungsdepartement ursprünglich errechnet hatte – dieses ging von Kosten von rund 15 Milliarden Euro aus.

Konservative Kalkulation

Vor allem liegt auch der Preis pro Jet mittlerweile auf einem konkurrenzfähigen Niveau. Dies liegt vor allem daran, dass die Herstellungskosten des Flugzeugs innerhalb von zehn Jahren um über 100 Millionen Dollar pro Stück gesunken sind. Umgerechnet bezahlen die Belgier rund 135 Millionen Franken pro F-35-Kampfjet. In diesem sogenannten Systempreis enthalten sind nach Angaben der belgischen Regierung neben dem Flugzeug selbst auch das Pilotentraining, Logistikbauten wie Hangars sowie die Instandhaltung der Kampfjets bis ins Jahr 2030. Auch wenn der direkte Vergleich von Systempreisen schwierig ist, da nicht immer bekannt ist, welche Leistungen genau mitgeliefert werden, fällt doch auf, dass man im Verteidigungsdepartement (VBS) für die anstehende Beschaffung neuer Kampfjets mit einem signifikant höheren Systempreis rechnet.

Wie es im Expertenbericht des VBS heisst, wurde ein «mittlerer Systempreis von rund 200 Millionen Franken pro Mehrzweckkampfflugzeug» angenommen. «Grundlage für die Kostenschätzung sind Erfahrungswerte aus vergangenen Evaluationen und Beschaffungen sowie Schätzungen für Flugzeuge, die in der Schweiz noch nicht evaluiert wurden», sagt das VBS auf Anfrage. Offensichtlich rechnet man im Verteidigungsdepartement äusserst konservativ.

Erste Gewissheiten im Januar

Als Vergleichsgrösse bietet sich die 2014 an der Urne gescheiterte Beschaffung eines Gripen-Kampfjets an. Dazumal hätte für die 22 Flugzeuge ein durchschnittlicher Systempreis von je rund 140 Millionen Franken gezahlt werden müssen. Ob diesmal ein vergleichbarer Preis erzielt werden könne, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht abzuschätzen, betont das VBS. Beim Gripen habe es sich um ein für die Schweiz «ausgesprochen vorteilhaftes Angebot» gehandelt, schreibt das Verteidigungsdepartement weiter. Ein solches Angebot hat nun offensichtlich auch Belgien bekommen.
Die ersten 37 Stück erstanden die Niederlande für einen Systempreis von umgerechnet unter 150 Millionen Franken pro Jet. Zurzeit läuft die Debatte, ob man zu den 37 schon bestellten Flugzeugen noch 30 zusätzliche anschaffen soll. Der Kampfjet stösst in Nordeuropa allgemein auf gute Resonanz. So setzen beispielsweise auch die Norweger auf den F-35. Genauso wie Dänemark, welches unlängst 27 Stück zu einem gar noch tieferen Systempreis erstand, als es nun Belgien tut.

Mehr fürs Geld

Wie das Angebot des US-Herstellers Lockheed Martin für die Schweiz aussehen wird, wird sich Anfang des nächsten Jahres weisen. Bis Ende Januar 2019 müssen die vom VBS angeschriebenen Hersteller – neben Lockheed Martin (F-35) sind dies Airbus (Eurofighter), Boeing (Super Hornet), Saab (Gripen E) und Dassault (Rafale) – eine erste Offerte einreichen und darin aufzeigen, wie teuer ihre Flugzeuge inklusive Logistik und Lenkwaffen sein werden.

Ausgehend davon soll dann die für die Sicherung des hiesigen Luftraums erforderliche Stückzahl bestimmt werden. Orientiert man sich an den Systempreisen für die F-35-Jets der Niederlande, von Dänemark und Belgien, dann könnten wohl mehr Jets innerhalb des vorgesehenen Finanzrahmens erstanden werden als bisher veranschlagt. Zumal die erwähnten Länder bisher ähnliche Stückzahlen einkauften, wie dies auch die Schweizer Luftwaffe vorsieht.
Das Verteidigungsdepartement geht davon aus, dass mit den 6 Milliarden Franken zirka 30 Kampfjets gekauft werden können. Rechnet man mit den Systempreisen, welche Belgien oder die Niederlande für die F-35 veranschlagt haben, dürften wohl deutlich mehr Flugzeuge im Bereich des Möglichen liegen als bis anhin angenommen.
https://www.nzz.ch/schweiz/konservative ... ld.1435720

"Unseriös" ist bei diesem Artikel noch höflich ausgedrückt.


Die Zeitung "Le Matin" hat auf Basis des Text der NZZ einen eigenen Artikel veröffentlicht - mit demselben Niveau:

Berne pourrait acheter plus d'avions de combat

https://www.lematin.ch/suisse/berne-pou ... y/14992808
Zuletzt geändert von theoderich am Do 15. Nov 2018, 04:25, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von iceman » Mo 12. Nov 2018, 18:37

Naja, hier wurden nur die Zahlen veglichen....

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Doppeladler
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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von Doppeladler » Di 13. Nov 2018, 07:46

Ordentliche Preisauskünfte gibts nicht mal, wenn man beim Beispiel Belgien bleibt:
5 prices have been cited for 34 #F35s :
-- €2.594bn (closed Oct 24 briefing to MPs)
-- €4.658bn (public Oct 24 briefing to MPs)
-- €4.011bn (Oct 26 statement)
-- €3.600bn (amount budgeted)
-- $6.3 bn (amount quoted by US DSCA)

So real price is anyone's guess
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theoderich
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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von theoderich » Do 15. Nov 2018, 04:30

Aéronautique : que d’erreurs dans la presse

https://blogs.letemps.ch/pascal-kuemmer ... la-presse/

Ich wüsste gerne, wieso hier geschrieben wird, die belgische Luftwaffe würde zunächst Waffen und Ersatzteile von den Niederlanden erhalten und diese erst später ankaufen?

Im anlässlich der Entscheidung zum Kauf der F-35 veröffentlichten Artikel auf der Website des belgischen Verteidigungsministeriums steht folgendes:
Les frais s'élèvent à 4,011 milliards d'euro soit un demi-milliard moins cher que prévu dans la Vision Stratégique. » Pour cette somme, notre pays acquiert 34 F-35A, deux centres de simulation de vol, le matériel et les systèmes ICT pour l'appui opérationnel et technique des avions sur la base et durant leurs déploiements, ainsi que des systèmes de casque de haute technologie pour les pilotes. Ce montant d'investissement couvre entre autres les coûts de mise à niveau du système d'arme ainsi que du recyclage des pilotes et du personnel technique et ce, pour la période 2018-2030. Les premiers nouveaux avions de combat sont attendus d'ici 2023.
https://www.mil.be/fr/article/le-gouver ... la-defense
  • 4,011 Mrd. EUR
    • 34 F-35A
    • 2 Flugsimulatoren
    • Material und IKT-Systeme für den Betrieb der Flugzeuge auf dem Militärflugplatz und im Einsatz
    • Neue Pilotenhelme
    • Weitere enthaltene Kosten:
      • u.a. die Werterhaltung des Waffensystems für den Zeitraum 2018-2030
      • und die Weiterbildung von Piloten und Technikern für den Zeitraum 2018-2030


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Re: Schweiz: Programm "Air2030"

Beitrag von iceman » Do 15. Nov 2018, 18:59

...dann können wir uns gleich mit der EF Nachfolge dranhängen....
(Scherz)

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