Schweiz: Rüstungsprogramm 2015

Wehrtechnik & Rüstung, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
theoderich
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Re: Schweiz: Rüstungsprogramm 2015

Beitrag von theoderich » Di 19. Mär 2019, 20:12

Das VBS erläutert seine wichtigsten Projekte

https://www.ar.admin.ch/content/ar-inte ... 74379.html
  • Projektbericht VBS – Projektbeurteilung per 31.12.2018
    Aufklärungsdrohnensystem 15 (ADS 15)

    [...]

    Projektdauer
    • Projektstart 2008
    • Projektende 2020
    • Bemerkungen Teilsystem von Sense and Avoid wird 2021 eingeführt.
    Projektbeurteilung per 31.12. 2018

    [...]

    Die knappen personellen Ressourcen können eine Priorisierung zwischen dem Projekt ADS 15 und dem Programm Air 2030 erfordern. Die erste Teillieferung wurde neu auf Ende 2019 festgelegt; Termin wurde vom Lieferant bestätigt. Der Endtermin für das Projekt kann gemäss heutigem Kenntnisstand eingehalten werden.
    https://www.vbs.admin.ch/content/vbs-in ... 18_web.pdf


theoderich
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Re: Schweiz: Rüstungsprogramm 2015

Beitrag von theoderich » Fr 12. Jul 2019, 20:31

Werterhalt Duro: Generalunternehmer löst Lieferschwierigkeiten dank neuem Motor
Der mit dem Werterhalt des Duro I beauftragte Generalunternehmer GDELS-Mowag hat in der ungewissen Situation bei dem Motorenlieferanten eine Lösung gefunden. Der Duro-Mannschaftstransporter wird mit einem anderen Motor ausgerüstet. Heute Nachmittag wurde ein modernes Turbo-Dieselaggregat, das die EURO-6 Abgasnorm erfüllt, ausgewählt. Dieser ökologische Vorteil war für armasuisse ausschlaggebend, diese Lösung zu akzeptieren.

Ende November 2018 hatte der Generalunternehmer GDELS-Mowag armasuisse darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Motorenlieferant ein gerichtliches Sanierungsverfahren beantragt hat. Die Motorenlieferungen für den Werterhalt des Mannschaftstransporter Duro I konnten nicht mehr sichergestellt werden. Die seit Monaten andauernde ungewisse Situation im nach wie vor laufenden rechtlichen Verfahren, veranlasste GDELS-Mowag alternative Lösungen zu prüfen. Nun hat GDELS-Mowag armasuisse den Vorschlag unterbreitet, die Duro-Mannschaftstransporter mit einem anderen Motor auszurüsten. Diesen Vorschlag hat armasuisse angenommen.
Es handelt sich dabei um den F1C-Motor von FPT (Fiat Powertrain Technologies). Dieses moderne Turbo-Dieselaggregat erfüllt die derzeit gültige strenge EURO-6 Abgasnorm und hat eine effizientere Motorenleistung.
Bild
https://www.fptindustrial.com/global/de ... porter/f1c
Der Wechsel auf die strenge EURO-6 Norm und der damit verbundene Einbau eines Abgasnachbehandlungssystems führt zu Mehrkosten, an denen sich armasuisse mit 3'500 Franken pro Fahrzeug beteiligt. Diese Zusatzkosten können im Rahmen des vom Parlament mit dem zusätzlichen Rüstungsprogramm 2015 bewilligten Verpflichtungskredits von 558 Millionen Franken aufgefangen werden.

Konventionalstrafe und Mehrkosten für den Generalunternehmer

Der Motorenwechsel führt zu einer zeitlichen Verzögerung des Gesamtprojektes. Das genaue Ausmass wird zurzeit abgeklärt. armasuisse wird beim Generalunternehmer GDELS-Mowag die vertraglich vereinbarte Konventionalstrafe einfordern. Zudem muss GDELS-Mowag basierend auf dieser neuen Ausgangslage die Produktionsplanung neu aufsetzen. Dabei wird weiterhin eine Einflottenstrategie verfolgt, d.h. alle mit dem bisherigen Motor ausgerüsteten Fahrzeuge werden ebenfalls auf den EURO-6 Motor umgerüstet. Diese Mehrkosten werden von GDELS-Mowag übernommen.
https://www.ar.admin.ch/content/ar-inte ... 75808.html


Werkplatz Kreuzlingen: Die Mowag macht Platz für andere Firmen (3. Juli 2019)
In den vergangenen gut zwei Jahren hat die Militärfahrzeugherstellerin GDELS-Mowag die Produktion von Kreuzlingen in neue Hallen in Tägerwilen gezügelt. Dort hat sie mehr Kapazität und könne effizienter, besser und sicherer arbeiten. Im Gegenzug wollte man das Areal südlich der Unterseestrasse in Kreuzlingen verkaufen.

Das ist nun geschehen. Vor wenigen Tagen hat der Immobiliendienstleister HRS mit Sitz in Frauenfeld einen Kaufvertrag unterzeichnet für den Grossteil des Areals mit Industrie- und Gewerbeflächen in der Grösse von 24500 Quadratmetern. Das entspricht dreieinhalb Fussballfeldern.

Mowag-Zulieferer zeigen Interesse

Die HRS Investment AG will das Gelände, auf dem zehn betriebsbereite Produktions- und Gewerbehallen stehen, als Gewerbe- und Industriepark nutzen. Man will hier neue Betriebe ansiedeln und Arbeitsplätze schaffen. Laut Mitteilung haben auch schon einzelne Zulieferbetriebe der Mowag Interesse angemeldet, sich hier einzumieten. HRS zeigt sich überzeugt, weitere Firmen aus dem Maschinen- und Metallbau und aus anderen Branchen als Mieter zu gewinnen.

Auch die Mowag nutzt, trotz der Verlegung der Fahrzeugherstellung nach Tägerwilen, auf dem südlichen Areal in Kreuzlingen diverse Flächen und Hallen. Zudem bleibt sie nördlich der Unterseestrasse mit ihrem Trainingszentrum sowie der Produktion von Antriebssträngen und Prototypen. Am neuen Standort Tägerwilen hat die Mowag 250 Mitarbeitende, am Hauptsitz in Kreuzlingen sind es 680.
https://www.tagblatt.ch/wirtschaft/die- ... ld.1132423

theoderich
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Re: Schweiz: Rüstungsprogramm 2015

Beitrag von theoderich » So 28. Jul 2019, 22:16

Auch das noch: Dem teuren neuen Duro tropfen die Scheinwerfer (23. Juli 2019)
Auch das noch: Bei teuren neuen Duro-Mannschaftstransportern der Armee gibt es Probleme mit Kondenswasser, wie Fotos belegen.
Zuerst stellte sich heraus, dass der Lieferant der neuen Motoren pleite ist. Die chinesisch beherrschte Firma Steyr Motors aus Österreich konnte nicht mehr liefern.

So werden jetzt Fiat-Motoren in die «werterhaltenen» 2200 Duros eingebaut. Bei 215 alten Duros war dummerweise bereits der Steyr-Motor eingepflanzt – der wird jetzt wieder ausgebaut. Einziger Lichtblick: Der Fiat-Motor ist ökologischer als der Steyr-Motor, Euro-6-Norm statt nur Euro-3.

Dann kam aus, dass der neue Duro ein Langsamstarter ist: 15 Sekunden dauert es, bis die Elektronik des aufgemotzten Vehikels hochgefahren ist und der Motor gestartet werden kann.

LED-Scheinwerfer triefen vor Kondenswasser

Und jetzt zeigt sich: Die neuen Duros kranken auch an den Scheinwerfern. Bei «werterhaltenden» Vehikeln traten bereits nach einigen hundert Kilometern Kondenswasser-Schäden an LED-Scheinwerfern und anderen Lampen auf.

Das zuständige Bundesamt für Rüstung Armasuisse stellte dies zwar kürzlich in Abrede. Auf die Frage, ob es bei Scheinwerfern Probleme mit Kondenswasser gebe, antwortete ein Sprecher: «Nein, dies ist nicht zutreffend.»

Bild
LED-Scheinwerfer mit Kondenswasser.
© zvg

Aber jetzt zeigen Fotos, dass es eben doch so ist. Auf Bildern, die dieser Zeitung zugespielt wurden, sind vor Kondenswasser triefende und innen angelaufene Lampen zu sehen: Ein LED-Scheinwerfer und eine Zusatzbeleuchtung.

Die Fotos stammen von einem der Duro WE, also einem für teures Geld «werterhaltenen» Fahrzeug. Das betroffene Fahrzeug hatte gerade mal 300 Kilometer auf dem neuen Tacho.

Dass die neuen Duros Scheinwerfer schleissen, stellte kürzlich auch ein Kommentarschreiber auf 20min.ch fest, der die RS als Motorfahrer absolvierte. «Kaum auf der Strasse, verbringt der Duro mehr Zeit in der Werkstatt, LED-Scheinwerfer, welche ein Leben lang halten sollen, sind nach 3 Monaten defekt», hielt der Soldat fest.

Der fragliche LED-Scheinwerfer ist bei Onlinehändlern erhältlich, er kostet dort rund 500 Franken.

Bild
Kondenswasser in einer Zusatzleuchte.
© zvg

«Ein Debakel ohne Ende, man glaubt es gar nicht», stöhnt Roland Schmid vom Aargauer Bürgerforum «Duro-Millionen», das die Beschaffung des Vehikels kritisch begleitet.

Umbau fast doppelt so teuer wie der Neukauf

Bei dem Preis, den der Duro koste, müsste doch eine gewisse Qualität möglich sein, sagt Schmid. «Leider scheint das nicht der Fall zu sein.» Trotzdem hofft er, dass das Duro-Drama irgendwann ein Ende finde. Denn die Armee brauche die Lastwagen, sagt ehemalige Motorfahrer-Offizier.
https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/ ... -135300773

Oben ist ein NCC® 90 mm Bi-LED-Scheinwerfer zu sehen.


Warum sich der teure neue Duro der Armee erst nach 15 Sekunden starten lässt (16. Juli 2019)
«Früher», sagt Motorfahrer-Offizier a. D. Roland Schmid, «konnte man bei den Militärfahrzeugen den Hauptschalter drehen und losfahren.» Zum Glück, denn im Notfall zähle jede Sekunde. Nicht so beim aufgepeppten Mannschaftstransporter Duro. Da dauere es etwa 15 Sekunden, bis die Elektronik hochgefahren und das Vehikel einsatzbereit sei, staunt Schmid.

Er ist einer der Exponenten des Aargauer Bürgerforums «Duro-Millionen», das seit 2015 gegen die «Geldverschleuderung» beim Duro ins Feld zieht.
Armasuisse bestätigt: Lange Anlaufzeit

Die Sache mit den 15 Sekunden bestätigt au Anfrage ein Sprecher von Armasuisse im Verteidigungsministeriums (VBS). Aber der Hauptschalter werde nur ausgeschaltet, wenn das Gefährt längere Zeit parkiert werde. «Zum Beispiel am Abend». Aber es gibt noch viel mehr Ärger mit dem Duro. Jetzt hat sich herausgestellt, dass die österreichische Steyr Motors, die den neuen Motor liefern sollte, insolvent ist.

GDELS-Mowag und Armasuisse haben daher entschieden, stattdessen einen italienischen Fiat-Motor einzubauen (diese Zeitung berichtete). Der Bund muss jetzt 3500 Franken pro Motor draufzahlen: Der Fiat-Motor ist teurer, erfüllt die ökologischere Euro-Norm 6. Der zuerst vorgesehene neue Steyr-Motor war nur Euro-3. Aber das VBS wollte vor paar Jahren unbedingt diesen Euro-3-Motor im Duro. «Ein Witz», sagt Schmid, «ein Motor mit steinalter Technologie. Angeblich, weil man den alten Dieselvorrat noch brauchen wollte.»
Nun staunt auch Giezendanner, dass es unter CVP-Bundesrätin Viola Amherd plötzlich doch geht mit der umweltfreundlicheren Euro-6-Norm. Wegen dem Flop mit den chinesischen Österreich-Motoren wird die Auslieferung der teuren Duros weiter verzögert. Und die 215 Stück, die bereits den Steyr-Motor erhielten, werden zurückgebaut. Denn, so die Begründung der Armee: Man fahre eine «Einmotorenstrategie». Will heissen: Jetzt kommt bei allen Duros Fiat rein.

Das bringt Roland Schmid vom Duro-Forum erneut auf die Palme: «Die Sache wird weiter beschönigt, was das Zeug hält.» Es stimme nicht, dass bei allen Duros künftig die gleiche Motoren-Marke drinstecke. Denn es gebe noch gegen 800 Duros, die gar nicht «werterhalten» werden. Dort seien weiterhin alte Steyr-Motoren im Einsatz. Was Armasuisse bestätigt, es handle sich um 780 Duro I mit Spezialaufbauten, die nur wenig Kilometer absolvierten. Diese würden nicht mit Fiat-Motoren nachgerüstet.

Garagisten gucken in die Röhre

Aber der Duro-Ärger geht noch weiter. Einheimische Garagisten gucken in die Röhre Schmid weiss: «Bisher konnten mechanische Werkstätten und Garagen den Service der Duros machen. Jetzt hat die GDELS Mowag den Auftrag an Scania vergeben. Der Armeeauftrag geht also an eine ausländische Firma. Das ist ein Skandal für sich. Ich kenne Kleinunternehmer, die mussten deswegen Mechaniker entlassen.» Dies kritisiert auch Ueli Giezendanner: «Ich habe nichts gegen Scania. Aber es ist ein Skandal, dass man den Garagisten diese Aufträge wegnimmt.»
https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/ ... -134809137



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