Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Großgerät, Fliegerhorste, ...
iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

Sie spricht aber mit den Deutschen und Italienern....
Die ganzen Pressemeldungen würde ich mit Vorsicht genießen: Nach einem halben Jahr Beamtenregierung stürzt sich förmlich jeder Jornalist auf einen der neuen Minister/innen.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

iceman hat geschrieben:
Fr 17. Jan 2020, 20:38
Sie spricht aber mit den Deutschen und Italienern....
Also aus der Twitter-Meldung vom "Bundesheerbauer" geht nicht klar hervor, ob sich diese Gespräche auf die Flächenflugzeuge und die Drehflügler beziehen ODER nur auf die Hubschrauber. Meine Interpretation ist zweiteres.

Eine Paket-Lösung wäre natürlich speziell mit Italien möglich, glaube ich aber nicht.

Ein paar tschechische Düsentrainer wird man schon kaufen, dann hat man gleich auch einen Nachfolger für PC-7.

Soweit ich das sehe hat Deutschland übrigens auch keine Trainer-Flugzeuge im eigenen Land. Deren Ausbildung verläuft über das Euro-NATO Joint Jet Pilot Training Program auf der Sheppard Air Force Base in Texas mit Beechcraft T-6 und Northrop T-38.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

opticartini hat geschrieben:
Fr 17. Jan 2020, 21:30
Soweit ich das sehe hat Deutschland übrigens auch keine Trainer-Flugzeuge im eigenen Land. Deren Ausbildung verläuft über das Euro-NATO Joint Jet Pilot Training Program auf der Sheppard Air Force Base in Texas mit Beechcraft T-6 und Northrop T-38.
Die Bundeswehr muss aber nicht eine um 50 % zu kleine Kampfflugzeugflotte mit einem Jettrainer substituieren, wie man es in Österreich seit 2007 praktiziert (genauer genommen seit 2003, denn die Entscheidung zum Weiterbetrieb und eventuellen Upgrade der Saab-105OE fiel mit der Reduktion der "Eurofighter" auf nur noch 18 Stück).

Alpine
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Alpine »

theoderich hat geschrieben:
Fr 17. Jan 2020, 21:44

Die Bundeswehr muss aber nicht eine um 50 % zu kleine Kampfflugzeugflotte mit einem Jettrainer substituieren, wie man es in Österreich seit 2007 praktiziert (genauer genommen seit 2003, denn die Entscheidung zum Weiterbetrieb und eventuellen Upgrade der Saab-105OE fiel mit der Reduktion der "Eurofighter" auf nur noch 18 Stück).
bereits zu Draken Zeiten waren zusätzlich 8 Saab 105 permanent dem Überwachungsgeschwader zugeordnet.

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

Und vor den Draken war nur die Saab.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Interessante PowerPoint-Präsentation:

Download: http://www.advantageaustria.org/cz/oest ... chody.pptx

Online-Ansicht: https://slideplayer.org/slide/10535595/

Das ist angeblich eine Präsentation von Aero Vodochody für Österreich als möglichen Kunden der L-39NG.

Speziell ab Folie 13 "L-39NG for Austria"

Einige Auszüge aus der Präsentation:

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Anzahl an Maschinen: 8 bis 12

Offene Frage: Eigene Trainingsflotte oder Anmietung von Flugstunden? Aero Vodochody bietet beides an.

Finanzierung: Direktkauf oder Leasing?

Ausstattung:
Luft-zu-Luft Bewaffnung mit Kanone und Lenkraketen
Mögliche Integration der IRIS-T (Luft-Luft-Lenkflugkörper mit IR-Sucher).

Soll-Kriterien (Priorität 1): Abfangen und "Beschatten" von Verkehrsflugzeugen
Diese Kriterien werden durch die geringe Geschwindigkeit (ca. 420 Knoten = 775 km/h) und Steigrate (5 Minuten auf 25.000 Fuß = 7,7 km) limitiert. Die L-39NG kann dazu benutzt werden um Flugzeuge mit einer Maximalgeschwindigkeit von 300 Knoten (ca. 555 km/h) abzufangen.

Besonders betont wird, dass die Rolle der L-39NG als "ergänzend" zum Eurofighter ist (also nicht als Ersatz).

Soll-Kriterien (Priorität 2):
Radar: L-39NG hat kein Radar, als Alternativen gäbe es "TAS - Traffic Advisory System" und "Datalink", was aber ein Netzwerk aus bodenbasierten Datalink-Radarstationen benötigen würde.

Überschall: Die L-39NG ist nicht zu Überschallflug fähig und wird diese Option auch nie erhalten.

Die L-39NG soll dafür geeignet sein, dass man damit nur diesen einen Flugzeugtyp fürs Training zwischen Basis-Trainer (Propeller) und Kampfjet benötigt.

------------

Die Ausstattungskriterien lesen sich so, als ob hier tatsächlich irgendwem eingefallen ist, die L-39NG als Eurofighter-Nachfolger anzufragen. Diese Möglichkeit wurde wenig überraschend vom Hersteller aber sehr deutlich verneint.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

opticartini hat geschrieben:
Fr 17. Jan 2020, 22:39
Die Ausstattungskriterien lesen sich so, als ob hier tatsächlich irgendwem eingefallen ist, die L-39NG als Eurofighter-Nachfolger anzufragen.
Dabei ging es um den Nachfolger der Saab-105OE. Das erkennt man an diesem Absatz:
  • According to our meeting on December 18th, 2015, in Vienna, the Austrian Air Force is considering two main alternatives of future pilot training:
Die Entscheidung der SPÖ, eine "Expertenkommission" einzusetzen, um den Eurofighter mit fadenscheinigen Argumenten durch gebrauchte JAS-39C/D ersetzen zu können und die Saab-105 überhaupt nicht abzulösen, fiel erst 2016/2017:

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

theoderich hat geschrieben:
Fr 17. Jan 2020, 23:13
Dabei ging es um den Nachfolger der Saab-105OE. Das erkennt man an diesem Absatz:

Offensichtlich nicht nur, andernfalls wären die Wünsche des potentiellen Kunden nicht eben jene gewesen, die oben angesprochen wurden. Und offensichtlich gewann Aero Vodochody einen ähnlichen Eindruck, andernfalls müssten sie nicht explizit und mehrfach betonen, dass ihr Flugzeug nur eine "Ergänzung" zum Eurofighter ist.

theoderich hat geschrieben:
Fr 17. Jan 2020, 23:13
Die Entscheidung der SPÖ, eine "Expertenkommission" einzusetzen, um den Eurofighter mit fadenscheinigen Argumenten durch gebrauchte JAS-39C/D ersetzen zu können, fiel erst 2016/2017:
Ich gehe davon aus, dass es bereits vor dem Start dieser Sonderkommission Informationseinholungen zum Thema EF-Nachfolger gab und erst als diese erfolglos waren bzw. nur die "gebrauchten Gripen" übrig blieben, kam die Kommission ins Spiel, welche die Argumente liefern sollte.

Wie du ja selbst vermutest, ging es vor allem darum, Gründe für den EF-Ausstieg zu finden und weniger eine nach allen Seiten offene Untersuchung anzustrengen, also müssen mögliche Alternativen bereits zuvor sondiert worden sein (man stelle sich vor, Doskozil setzt eine Kommission ein, die dann den EF als alternativlos bzw. beste Lösung präsentiert, so läuft das in der Politik sicher nicht).

2014: L-39NG wird der Öffentlichkeit präsentiert
2015: Österr. Bundesheer zeigt Interesse
2016: Doskozil wird Minister und möchte EF ersetzen, braucht dafür Gründe und Alternativen.
Die erwähnte Präsentation ist mit April 2016 datiert und geht auf derartige Wünsche hinsichtlich eines Abfangjägers (Überschall, Radar, Lenkwaffen) ein, die weit über die Anforderungen an ein reines Trainingssystem hinausgehen.
2017: Nachdem alle anderen Optionen die Anforderungen nicht erfüllen, bleiben als einziges die "gebrauchten Saab Gripen" als EF-Nachfolger übrig, also wird die Sonderkommission unter der Prämisse eingesetzt.

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

Könnte man mit der L-39 wirklich zum Teil die pc-7 ersetzen?

Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin »

iceman hat geschrieben:
Sa 18. Jan 2020, 09:14
Könnte man mit der L-39 wirklich zum Teil die pc-7 ersetzen?
Warum sollte die PC-7 ersetzt werden? Die L-39 wollten einige als billige Lösung ins Spiel bringen und das wars schon. Noch dazu wäre es ein teurer Ersatz für den bewährten Turbo Prob Trainer weil man wieder einen Trainer für den EF benötigt.

Fazit es geht in diesem Land nicht um eine effiziente LRÜ sondern nur um die billigste. Gibt es auch nur bei uns.

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