Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

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opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Einsetzen? Ja! Die Frage ist: Wie gut?

Dass der Eurofighter nicht von Grund auf als Erdkampfflugzeug ausgelegt wurde, ist weithin bekannt und wird auch nicht geleugnet. Soweit ich mich erinnere, war mangelhafte Luft-Boden-Fähigkeiten auch das Ergebnis bei der letzten Schweizer Evaluierung. Dass sich das mittlerweile stark verbessert hat, ist Experten bekannt, das ändert aber nichts an seinem Ruf, der in einer Direkt-Demokratie durchaus entscheidender sein kann, als die aktuellen Daten.

Politisch amateurhaft ist der gesamte Kampfflugzeug-Betrieb seit Jahrzehnten quer durch alle Parteien.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

opticartini hat geschrieben:
Fr 23. Aug 2019, 12:08
Soweit ich mich erinnere, war mangelhafte Luft-Boden-Fähigkeiten auch das Ergebnis bei der letzten Schweizer Evaluierung.
Explizit als Minuspunkte wurden im Evaluationsbericht Sensordatenfusion und DASS ("EW suite") angeführt. Außerdem sei es mit dem Eurofighter nicht möglich gewesen, mehrere Bodenziele bei einem Einsatz anzugreifen.

EADS hätte den Eurofighter mit Tranche 3 P1E an die Schweizer Luftwaffe geliefert (P1E wurde 2007 unter Vertrag genommen und 2014 in Dienst gestellt. Es umfasste u.a. auch Erweiterungen, die bisher nur bei Tranche 1-Flugzeugen der Royal Air Force als "Drops" eingeführt waren. P1Ea wurde mit dem Software Release Package SRP 10 implementiert und P1Eb mit dem SRP 12.). In der Flugerprobung befanden sich aber die 30+42 der deutschen Luftwaffe, Produktionsnummer GT015, das letzte Flugzeug der Tranche 1 Block 5, und die 98+03, Produktionsnummer PT003, das erste bei EADS gefertigte Instrumented Production Aircraft aus der Tranche 1 (IPA3)!

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https://www.mediathek.admin.ch/media/im ... dfa227c92b

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https://www.mediathek.admin.ch/media/im ... 7945c0ac7b


Welche "Gripen" wurden erprobt? 822 und 829. Das sind JAS-39D, die dem Produktionsstandard MS19 entsprachen.

https://sv.wikipedia.org/wiki/Lista_%C3 ... _39_Gripen
  • 2002 september

    Fredagen den 6 september skedde en leveranscermoni av det första exemplaret av JAS39C från Saab till FMV. Det skedde i Linköping där generaldirektör Birgitta Böhlin symboliskt tog emot flygplanet genom att motta dess loggbok av Saab Aerospace vd Åke Svensson.
    http://web.archive.org/web/200312192142 ... ://fmv.se/
  • Saab receives 1 Billion SEK order for Continued Development of the Gripen System (3. Juli 2006)
    The order covers various software upgrades as well as other development activities supporting the long term development of the Gripen system.
    https://saabgroup.com/media/news-press/ ... en-system/
MS19 wurde im Februar 2010 vom FMV freigegeben und umfasste die IRIS-T, verbesserte Nachtflugfähigkeit (Nachtsichtbrillen), längere Flugdauer (8 statt 6,6 Stunden), neue Luft-Boden-Lenkwaffen und Bomben (Precision weapon system 39/PWS 39: Raytheon GBU-12, Laser Designator Pod) und Link 16:
The development of version 19 of the Gripen system started in 2006.
In February 2010, the Aviation Safety Inspectorate issued a Materiel System Clearance (MSI) for the JAS 39 Gripen system. This means that FMV has demonstrated that the work methods, procedures and documentation within the system satisfy the requirements of RML for an authorized supplier of defence systems and that the system is safe and meets the requirements.
http://web.archive.org/web/201108080749 ... ppslag.pdf

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https://www.mediathek.admin.ch/media/im ... bdc983a117

Gewisse Fähigkeiten befanden sich damals für die JAS-39C/D nach wie vor in der Entwicklungsphase. Beispielsweise die MBDA "Meteor" oder die IRIS-T, die erst ein Jahr nach den Schweizer Testflügen die Freigabe auf der JAS-39 C/D erhielt. MS20 (Meteor, Small Diameter Bomb - SDB, ABC-Schutz, Ground Collision Avoidance System - GCAS) wurde gar erst im Mai 2016 vom FMV freigegeben:
Der "Gripen Demo" hatte erst vier Monate vor der Schweizer Evaluation seinen Roll-out und eine offizielle Order durch FMV folgte erst fünf Jahre später:

In den damaligen Schweizer Zeitungsberichten wurde aber suggeriert, die armasuisse hätte JAS-39E einer Flugerprobung unterzogen!
  • PLATTNER Titus: Gripen: Sechsmal Note ungenügend, in: Basler Sonntagszeitung vom 12. Februar 2012
    Die Details und die Einzelauswertungen dieses Luftwaffenberichtes vom November 2009 lassen kein gutes Haar am Gripen: Für Luftpolizei-Missionen erhielt er auf einer Skala von 0 bis 10 die Note 5,33. Mindestens eine 6 muss ein Jet erreichen, um die «minimalen erwarteten Fähigkeiten» zu erfüllen. Der Eurofighter kam im Bereich Luftpolizei auf 6,48, der Rafale auf 6,98.
    Doch auch der neue Gripen E/F, den die Schweiz beschaffen will (im Bericht als MS21 bezeichnet), erreichte in keinem der sechs getesteten Bereiche die Note 6. Für die Mission «Luftpolizei» erhielt der Gripen sogar die schlechteste Note. Vor allem wegen zu langsamer Abflugzeiten im Notfall (Note 4,7) und einer schlechten Ausdauerleistung (Note 3,8).
    Als Minimalnote 6 gilt die Leistung des F/A 18, den die Schweiz seit 1997 im Einsatz hat.
    http://sfae9b8224de93aec.jimcontent.com ... 12-003.pdf
  • Kampfjet Gripen mit unbefriedigenden Noten (27. November 2011)
    Dies zeigen zwei Evaluationsberichte, die Luftwaffenkommandant Markus Gygax unterschrieben hat. Der erste Bericht wurde 2008 verfasst, unmittelbar nach Abschluss der umfangreichen Flug- und Bodenerprobung der drei Kandidaten Rafale, Eurofighter und Gripen.

    Der zweite Bericht datiert aus dem Jahr 2009 und schliesst die zweite, bis heute massgebende Evaluationsphase ab. Ziel dieser zweiten Evaluationsphase war es, die bei jedem der drei Flugzeuge vorgesehenen Anpassungen und Verbesserungen zwischen der praktischen Flugversuchsphase 2008 und der vorgesehenen Auslieferung im Jahr 2015 zu eruieren.

    Offiziell wurde bisher stets verlautbart, alle drei Kampfflugzeuge genügten den Minimalanforderungen. In einem Interview vom vergangenen Samstag in der NZZ erklärte Korpskommandant Markus Gygax etwa: «Wir haben eine Benchmark gesetzt, wobei uns die F/A-18 als Vergleichsgrösse diente. Ich habe dem Bundesrat gemeldet, dass alle evaluierten Typen unser Anforderungsprofil erfüllen.» Und weiter gab der Kommandant der Luftwaffe zu Protokoll: «Ich bin glücklich, dass alle an der Evaluation beteiligten Typen die Benchmark erreichen. Das heisst, dass ich mit jedem Entscheid leben kann.»

    Berichte widersprechen Gygax

    Die beiden vertraulich klassifizierten Berichte widersprechen dieser Darstellung nun aber deutlich. Gemäss dem Evaluationsbericht 2009 ist das preislich günstigste Flugzeug unter den Anbietern klar durchgefallen, nämlich der schwedische Gripen von Saab. Im Bericht heisst es: «Der Rafale ist das einzige Flugzeug, welches die Anforderungen der Luftwaffe in allen Einsatzarten erfüllt hat.»

    Gripen habe in der zweiten Evaluationsphase gegenüber den beiden anderen Flugzeugen zwar aufholen können. «Trotzdem reichte es nicht, dass Gripen diese Schwelle grundsätzlich und unabhängig vom Missionstyp überschreiten konnte.» Im ersten Evaluationsbericht, der nach einer Vielzahl von Tests sowie simulierten Kampf-, Luftpolizei und Aufklärungsaufträgen verfasst wurde, heisst es: «Der Gripen konnte in allen Einsatzarten eingesetzt werden, zeigte aber mehrere Defizite, welche eine effiziente Durchführung der Aufträge ernsthaft infrage stellten. Aufgrund seiner Konstruktion waren die Einsatzdauer, die Flugleistungen sowie die maximale Waffentraglast die am meisten einschränkenden Faktoren.»

    Minimalziele nicht erreicht

    Als «unbefriedigend» bezeichnen die Jet-Experten von Armasuisse und Luftwaffe den Gripen in den Bereichen «Luft-Luft» (das heisst in der Luftverteidigung und im Kampf gegen andere Flieger) sowie im Bereich «Luft-Boden». Mit «Luft-Boden» ist die Bekämpfung von Bodenzielen aus der Luft gemeint.

    Demnach sei die modernisierte Version des Gripen, der MS 21 heisst, nicht in der Lage, die beiden anderen Kampfflugzeugtypen Rafale und Eurofighter zu konkurrieren. Gripen habe in allen Anforderungsbereichen die Minimalziele nicht erreicht. Noch schlechter schnitt Gripen im ersten Evaluationsbericht ab: «Die Leistung des Gripen wurde bei Luft-Luft-Einsätzen sowie Angriffseinsätzen als ungenügend beurteilt», heisst es schon in der englischsprachigen Einleitung.

    Eher überraschend dürfte sein, dass der Gripen auch bei Luftpolizeieinsätzen das Prädikat «unbefriedigend» erhalten hat; dies, weil er in vier von dreizehn getesteten Punkten ungenügend abgeschnitten hat (darunter Ausdauer, Datenverbreitung, Leistung). In diesem Anforderungsprofil haben der französische Rafale und der deutsch-englisch-spanische Eurofighter klar bessere Leistungen gebracht.
    Die bekannt gegebene Absicht von Luftwaffe und Verteidigungsminister Maurer ist es, künftig auf eine Einflottenpolitik zu setzen. Das heisst, der neu zu beschaffende Kampfjet soll zuerst den veralteten Tiger ersetzen, später dann auch die F/A-18. Schlecht sieht es diesbezüglich für Gripen aus. Im Bericht heisst es auf Seite 16 unter Punkt 5.3: «Rafale und Eurofighter zeigten generell bessere Leistungen als die F/A-18, Gripen schlechtere (‹the Gripen performed worse›)».
    https://www.bazonline.ch/schweiz/standa ... y/10934828

Und was die "Rafale" betrifft: Erprobt wurden die Flugzeuge 301 und 307. Diese entsprachen dem Standard F2 (MICA IR, MICA RF, SCALP-EG, AASM/armement air-sol modulaire, Luft-Boden-Funktion für Bordradar RBE2, Optronique Secteur Frontal, MIDS-LVT, Modular Data Processing Unit, Direct Voice Input System, Luft-Boden-Betriebsart für das Bordradar RBE2, 3D-Datenbank für Betrieb als Geländefolgeradar, zusätzliche Betriebsarten für Selbstschutzsystem Spectra). F2 wurde ab Dezember 2004 an die Armée de l'Air geliefert:

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https://www.mediathek.admin.ch/media/image/series/5153

Im Dezember 2005 qualifizierte die DGA den Standard F2.1, im Juni 2006 den Standard F2.2 (Obsoleszenzbeseitigung). Als das französische Verteidigungsministerium Anfang Oktober 2006 ein Urgent Operational Requirement für lasergesteuerte Waffen an der "Rafale" verlautbarte, wurde am 17. November mit Dassault Aviation ein Vertrag zur Integration der GBU-12/22 abgeschlossen (die Besatzungen mussten sich mangels Laserzielbehälter mit "buddy-lasing" oder der Unterstützung durch Forward Air Controller begnügen).

Der Standard F3 (Seezielflugkörper AM39/Exocet; Aufklärungsbehälter RECO NG; Nuklearmarschflugkörper ASMPA; HMD Sagem Gerfaut; SAR-Modus für das Bordradar) wurde im Juni 2010, nach sechsjähriger Entwicklung (Vertrag: Februar 2004 - geplante Einführung: 2008), freigegeben:
Dazwischen gab es auch noch einen Standard F3.3, der seit Mai 2013 bei der Armée de l'Air eingeführt ist. Dabei wurden Verbesserungen bei Link 16 und der Feuerleitung lasergesteuerter Waffen eingeführt (Laserzielbehälter Damoclés; GBU-24), wie auch neue Sensorik (Front Sector Optronics-Improved Technologies/FSO-IT; Missile Warning System-New Generation/MWS-NG).

Außerdem den Standard F3.4+, der Softwareupgrades in den Bereichen Erfassung von Informationen durch den Piloten, Umwandlung von Koordinaten in den NATO-Standard MGRS, einer Warnanzeige bei ungewöhnlicher Fluglage im HUD, ein Alarmsignal bei möglicher Überlastung des Flugzeugs beim Start und die Möglichkeit zur Umschaltung zwischen Geländefolgeradar und Digitalkarte in Echtzeit umfasste:
Im übrigen wird die MBDA "Meteor" bei der Armée de l'Air erst mit dem Standard F3-R der Dassault Rafale eingeführt werden, der sich seit 2019 in der Erprobung befindet. Das bedeutet die Einführung folgender Fähigkeiten: MBDA "Meteor"; Laserzielbehälter Talios (PDL NG); Laserlenkung für AASM zum Einsatz gegen bewegliche Ziele; AGCAS (Automatic Ground Collision Avoidance System); weiterentwickeltes Selbstschutzsystem SPECTRA. F3-R beinhaltet außerdem IFF Mode 5, verbesserten Link 16, neue GPS-Chips und die "Rafale" der Marine Nationale erhalten darüber hinaus eine neue Luftbetankungssonde.
Heuer wurde die Entwicklung des Standards F4 gestartet. D.h. Verbesserung des Selbstschutzsystems Spectra, des IRST Optronique secteur frontal (OSF), des Zielbehäters Talios, des Radars mit elektronischer Strahlschwenkung RBE2, die Einführung von verbesserten Waffen der Typen ASMP-A, SCALP und AASM 1000 kg sowie neuer Diagnosefunktionen für die (präventive) Wartung des Flugzeugs und die Erneuerung des Rechners des Triebwerks M88:

P.S.: SRP 12/P1E(b) wurde übrigens u.a. am IPA2 getestet, das ist jener Eurofighter, anhand dem die österreichischen Flugzeuge auf Tranche 2-Funktionalität aufgerüstet worden wären. Derzeit fliegen wir mit SRP 4.3A:
Die Fähigkeiten der verschiedenen Software Release Packages der Tranche 1 sind hier beschrieben:
  • SRP 1 (Entry into Service; entrada en servicio/EIS)
  • SRP 2 (Initial Operating Capability)
    • ASRAAM
    • IRIS-T (analog)
    • AIM-9L Sidewinder
    • AMRAAM (Basisfähigkeit)
  • SRP 3 (Vollbefähigung Luft-Luft)
    • DASS (Basisfähigkeit)
  • SRP 4 (Basisbefähigung Luft-Boden)
    • Luft-Boden-Betrieb des Bordradars CAPTOR
    • Direct Voice Input (DVI)
    • Carefree Handling (CFH)
    • AMRAAM
  • SRP 4.1/SRP 4.2 (Swing Role)
    • AMRAAM C-5
    • GBU-10/16
    • Paveway II
      • Laserbeleuchtung für Enhanced Paveway II (SRP 4.2; wurde nur von UK implementiert)
    • Laser Designator Pod
    • IRST (PIRATE)
    • Helmdisplay mit eingeschränkter Funktion (Projektion des HUD ins Helmdisplay)
    • eingeschränkte Sensorfusion
  • SRP 4.3 (FOC)
    • Helmdisplay mit voller Funktion
    • Carefree Handling (CFH) mit voller Funktion
    • DASS inkl. Towed Decoy
    • IRST
    • volle Sensorfusion
    • Funkgeräte (8,33 MHz)
    • GPS
    • Neue Funktionen von MIDS zur Interoperabilität in zivilen Lufträumen
http://www.ejercitodelaire.mde.es/stweb ... 243EB7.pdf
Zuletzt geändert von theoderich am So 25. Aug 2019, 01:34, insgesamt 48-mal geändert.

Berni88
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Berni88 »


opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

theoderich hat geschrieben:
Fr 23. Aug 2019, 13:07
opticartini hat geschrieben:
Fr 23. Aug 2019, 12:08
Soweit ich mich erinnere, war mangelhafte Luft-Boden-Fähigkeiten auch das Ergebnis bei der letzten Schweizer Evaluierung.
Explizit als Minuspunkte wurden im Evaluationsbericht Sensordatenfusion und DASS ("EW suite") angeführt. Außerdem sei es mit dem Eurofighter nicht möglich gewesen, mehrere Bodenziele bei einem Einsatz anzugreifen.

https://www.offiziere.ch/wp-content/upl ... lease1.pdf[/list][/list]
Genau den Bericht hatte ich in Erinnerung.

- Rafale gewann Flugtests
- Eurofighter wurde in fast allen Bereichen schwächer als Rafale eingestuft
- Gripen wurde trotz deutlichen Schwächen (im Vergleich zu den vorhandenen F-18) aus finanziellen und politischen Gründen ausgewählt

Artikel dazu: https://www.ainonline.com/aviation-news ... ning-point

>>Reviewing the decision a few months ago, former Swiss Air Force commander Gen. Max Gygax admitted that, in the end, the choice was a political one. “The Gripen is multi-role, and life-cycle costs are very important,” he told journalists at the Paris Air Show in June. “The Gripen-E is a big step forward from the current C/D version,” he noted. But even the latter’s performance in the 2008 fly-off was much closer to that of the Eurofighter and Rafale than the Swiss evaluation team had anticipated, he told AIN.

As the clear winner of the flight evaluation, the Rafale won the battle, but lost the war in Switzerland. The Eurofighter did not emerge with much credit. Gygax told AIN that he did not expect the four-nation jet to score worse than the Rafale in air-to-air roles. Moreover, he added, the unpublished reports on maintenance and training did not rate the Eurofighter any better than the Rafale. “The spares are possibly cheaper because of the large number of aircraft, but it’s a very manpower-intensive aircraft,” he said.<<

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theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Heeresflieger in Turbulenzen: Kampfjets mit Ablaufdatum
Für die Saab 105 des Bundesheeres wird die „Airpower“-Flugshow nächste Woche in Zeltweg eine erste Abschiedsvorstellung: Im Jahr 2020 muss der reguläre Betrieb mit diesen Maschinen eingestellt werden. Fragen zur Nachfolge und zur Zukunft der Luftraumüberwachung überhaupt sind aber offen. Zuletzt hat eine Kommission im Auftrag des damaligen Verteidigungsministers Mario Kunasek (FPÖ) im Juni 2018 einen Bericht dazu vorgelegt und rasche Entscheidungen eingefordert, um einen „Verlust der Fähigkeit zur aktiven Luftraumüberwachung“ zu verhindern.

Entschieden hat die türkis-blaue Regierung von Sebastian Kurz (ÖVP) aber nichts. Und bis eine neue Koalition dies nachholt, wird es dauern. Damit droht eine Lücke: Schon mit dem Wegfall der Saab 105 wäre die Luftraumüberwachung „selbst in der jetzigen eingeschränkten Form“ ab 2020 nicht mehr durchführbar, warnen Kunaseks Experten in dem 34-seitigen Papier, das der TT vorliegt. Und ab 2022 drohe ohne eine Aufrüstung und Modernisierung zudem ein Stillstand der Eurofighter, die einst ohne „vollständige Grundausrüstung“ beschafft worden seien.

Für die Zukunft schlagen die Experten mehrere Varianten vor. Auf die Frage, ob sich Bundesheer und Republik vom Eurofighter verabschieden sollen, wie es Kunaseks Vorgänger Hans Peter Doskozil (SPÖ) anstrebte, geben sie keine klare Antwort. Zwar wäre auf 30 Jahre gerechnet der Umstieg auf eine „Alternativflotte“ – gemeint ist der schwedische Gripen – günstiger. Die Differenz wäre laut diesem Bericht aber geringer, als sie eine Kommission unter Doskozil ein Jahr zuvor ausgewiesen hat. Nur den Umstieg auf gebrauchte amerikanische F-16 lehnt die Kommission ab.

Die zu erwartenden Kosten geben die Experten des Verteidigungsministeriums in Bandbreiten an. Am teuersten wäre auf die kürzere Frist von zehn Jahren mit bis zu 3,16 Mrd. Euro der Umstieg auf Gripen. Die zwei Varianten mit dem aufgerüsteten Eurofighter würden mit maximal 3 bzw. 2,6 Mrd. Euro zu Buche schlagen – abhängig davon, ob die Flotte um drei Doppelsitzer-Maschinen für die Ausbildung ergänzt wird.

Nach 30 Jahren wäre das Verhältnis umgekehrt: Weil die Eurofighter im Betrieb teurer sind, werden die Gesamtkosten für das System Gripen dann auf höchstens 7,2 Mrd. Euro geschätzt. Die Eurofighter-Varianten würden bis zu 8,3 bzw. 7,5 Mrd. Euro kosten.

Für dieses Geld würde das Bundesheer am Ende über eine Flotte von bis zu 18 Überschall-Kampjets verfügen. Dazu kämen zehn Trainingsjets für die Grundausbildung.

Die Experten schlagen aber vor, die Luftraumüberwachung damit auch qualitativ zu verbessern: Einsatzflüge wären nur mehr mit den Überschalljets vorgesehen.
https://www.tt.com/politik/innenpolitik ... blaufdatum

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Ist das jetzt schon wieder ein neuer Bericht oder eh noch der gleiche, über den schon berichtet wurde?

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Österreich das letzte Land sein wird, welches ein beliebiges militärisches Gerät betreibt. Das heißt die jetzigen Kampfjets werden mindestens bis 2060 im Einsatz sein.

Für "Einsatzflüge nur mehr mit den Überschalljets" müsste dann aber die Stückzahl erhöht werden oder wie ist das gemeint?

Eine Variante ganz ohne Unterschall-Jäger kommt offensichtlich bei den Experten nicht vor:

https://www.profil.at/wirtschaft/berich ... n-10835547
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS ... kommission

>> Die Kommission leitete aus 40 „Planungsvarianten“ am Ende drei „Handlungsoptionen“ ab, welche sie als „verteidigungspolitisch vorteilhaft“ erachtet. In zwei der drei Szenarien spielt der Eurofighter „Typhoon“ weiterhin eine zentrale Rolle, im dritten der „JAS39 Gripen“ des schwedischen Herstellers Saab (im Bericht ist nur von einer „europäischen Alternativflotte“ die Rede, gemeint ist nach „profil“-Recherchen aber der „Gripen“). Unabhängig davon wird in allen drei Szenarien mit der Anschaffung von Unterschall-Schulungsflugzeugen („Jet-Trainer“) als Ersatz für die Saab „105“-Flotte kalkuliert. So werden beispielsweise unter der Annahme einer Aufrüstung der 15 bestehenden „Typhoon“-Einsitzer, der Anschaffung von drei gebrauchten -Doppelsitzern sowie zehn „High Efficiency Trainer“-Schulungsjets für einen Zeitraum von 20 Jahren Aufwendungen (Investitionen, Betrieb und Personal) von insgesamt 4,2 bis 4,8 Milliarden Euro veranschlagt. <<

Mit welchem Modell der "Jet-Trainer" wohl gerechnet wurde?

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Es ist derselbe Bericht, über den sowieso schon x-mal berichtet wurde.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Zuletzt geändert von theoderich am Mi 18. Sep 2019, 01:34, insgesamt 1-mal geändert.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Nachdem die Weiterführung der Zwei-Flotten-Lösung laut Experten ohnehin alternativlos ist, können wir nur hoffen, dass es die M-346 wird, wünschenswert wäre eine Variante mit eigenem Radar. Das wäre dann sogar eine Fähigkeitsverbesserung, weil diese auch zur Verdichtung der Luftaufklärung "beyond-visual-range" verwendet werden können.

Realistisch ist aber eher dass der tschechische Trainer L-39NG oder irgendwelche gebrauchten BAe Hawks oder Alpha Jets gekauft werden, je nachdem was gerade irgendwo ausgemustert wird.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Unser Heer 2030: Bericht zum Zustand des Bundesheeres

http://www.bundesheer.at/archiv/a2019/u ... ndex.shtml


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Kampffliegertruppe
  • Aktive Luftraumüberwachung mit Abfangjägern (unter Annahme der kostengünstigsten Variante: Weiterbetrieb Eurofighter),
  • Ersatz Düsentrainer Saab 105 (Ergänzungsluftfahrzeug, inkl. Luft-Boden-Wirkung),
  • Avionik Update PC-7 Turbo Trainer,
  • Sonstige Ausrüstung.
€ 1.030 Mio
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Flugmeldetruppe
  • Tieffliegererfassungsradar (AZR-Ersatz, ist nicht gleich AZR der FlA),
  • Ergänzung verlegbares Weitbereichsradar,
  • verlegbare Führungszentralen
  • Sonstige Ausrüstung
€ 40 Mio
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Bodengebundene Luftabwehr
  • Drohnenabwehrsystem gegen Micro- und Mini-Drohnen,
  • Kampfwertsteigerung 35 mm Fliegerabwehrkanone und Feuerleitgerät Skyguard,
  • Kampfwertsteigerung Fliegerabwehrlenkwaffensystem sehr kurze Reichweite (Mistral),
  • Fliegerabwehrlenkwaffensystem mittlerer Reichweite,
  • Fliegerabwehrradar (AZR-Ersatz),
  • verlegbare Führungszentrale
  • Sonstige Ausrüstung
€ 460 Mio
http://www.bundesheer.at/archiv/a2019/u ... Rubrik=371


Mit dem "AZR-Ersatz" sind höchstwahrscheinlich Systeme wie diese Referenzprodukte gemeint:

KRONOS LAND

https://www.leonardocompany.com/en/products/kronos-land





Ground Master 200

Bild
https://www.thalesgroup.com/en/global/a ... nd-sensors Giraffe 4A

https://saab.com/land/istar/multi-role- ... iraffe-4a/



TRML-3D/32

Bild
https://www.hensoldt.net/products/radar ... rml-3d/32/

TRML-4D

Bild
https://www.hensoldt.net/products/radar ... k/trml-4d/

ELM-2084 MMR

Bild
https://www.iai.co.il/p/elm-2084-mmr

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