Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

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theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

alps_spirit hat geschrieben:
Mi 17. Jul 2019, 13:15
Oje, schon wieder schlechte Presse für den EF

https://www.derstandard.at/story/200010 ... urofighter
Und diesen Quatsch hat die gesamte Medienlandschaft aufgegriffen:
  • Wieder Aufregung um teure Eurofighter-Ersatzteile

    https://www.krone.at/1961463
    • Der Rüstungskonzern Airbus verrechnete Österreich Wucherpreise für Eurofighter-Ersatzteile. Der teuerste Schnappverschluss Österreichs kostete rund 10.600 Euro.

      https://www.dossier.at/dossiers/eurofig ... erschluss/

      Das BMLV hat diese Bauteile nie bestellt:
      DOSSIER.AT hat geschrieben:Bei den 15 österreichischen Abfangjägern mit standardmäßig jeweils neun Flush Latches würde eine Runderneuerung aller Schnappverschlüsse mit 2,19 Millionen Euro brutto zu Buche schlagen. Die Beschaffung des Ersatzteils Flush Latch wurde 2018 jedoch auf Eis gelegt – zumindest vorerst.
      Und dass das Problem mittlerweile zu minimalen Kosten gelöst ist, hat man im allerletzten Absatz versteckt:
      DOSSIER.AT hat geschrieben:Die Spezialisten in der heereseigenen Fliegerwerft stellten Anfang Juli 2019 fest, dass in dem Bauteil eine Quasi-Sollbruchstelle eingebaut war. Kaputt ging immer nur eine kleine Stahlfeder. Diese wurde von der Abteilung Materialwirtschaft des Materialstabs Luft zur metallurgischen Untersuchung geschickt. Das Ziel: eine Feder nachzufertigen, um damit die defekten Verschlüsse zu reparieren.

      „Nach Aussage der Abteilung Materialwirtschaft des Materialstabs Luft stellt der Austausch dieser Feder kein Problem dar“, heißt es im Revisionsbericht des Heeres. Im Vergleich zum Flush Latch wäre die Spiralfeder auch billiger – ihr geschätzter Stückpreis: 10 Euro.
      Die APA-Meldung, die nahezu alle Printmedien und der ORF abgekupfert haben, transportiert diese Information einfach überhaupt nicht.

Da passt wieder einmal Reinhard Mey ("Sei wachsam"):
Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
"Halt' du sie dumm, ich halt' sie arm!"

iceman hat geschrieben:
Mi 17. Jul 2019, 08:58
Doppelsitzer ja oder nein: Wie funktioniert die Ausbildung dann zB bei einer F-35? Da gibt es gar keine Doppelsitzer?
Zuletzt geändert von theoderich am Mi 17. Jul 2019, 21:01, insgesamt 1-mal geändert.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

theoderich hat geschrieben:
Di 16. Jul 2019, 23:09
Und was "echte Missionen" betrifft: Ein Flugzeug im Rahmen der QRA abzufangen schafft man mit einem Doppelsitzer genauso gut wie mit einem Einsitzer. Nur weil "Österreich der einzige Betreiber weltweit wäre, der diese versuchen würde", heißt das nicht per se, dass es von vornherein sowieso nicht funktioniert, zum Scheitern verurteilt ist und völlig sinnlos wäre (Zumindest kommt es mir so vor, als würdest Du hier so eine Schlussfolgerung implizieren.).
Natürlich ist es technisch möglich, aber was ich bezweifle ist, dass zwei-drei EF-Twins die rund 20 Saab-105 ersetzen können.

theoderich hat geschrieben:
Mi 17. Jul 2019, 17:31
Und diesen Quatsch hat die gesamte Medienlandschaft aufgegriffen:
Hat Österreich jetzt das genannte Ersatzteil zum überteuerten Preis gekauft oder nicht?

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

opticartini hat geschrieben:
Mi 17. Jul 2019, 20:40
Natürlich ist es technisch möglich, aber was ich bezweifle ist, dass zwei-drei EF-Twins die rund 20 Saab-105 ersetzen können.
Glaube ich auch nicht. Da sind wir ausnahmsweise einmal einer Meinung ;-)

opticartini hat geschrieben:
Mi 17. Jul 2019, 20:40
theoderich hat geschrieben:
Mi 17. Jul 2019, 17:31
Und diesen Quatsch hat die gesamte Medienlandschaft aufgegriffen:
Hat Österreich jetzt das genannte Ersatzteil zum überteuerten Preis gekauft oder nicht?
Nein, haben wir nicht! Nur hat man diese Information so im Fließtext versteckt, dass es nicht auffällt.

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

Warum dann ein Revisionsbericht? Für ein Teil das nicht bestellt wurde und trotzdem in Rechnung gestellt worden ist?

Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin »

Natürlich ist es technisch möglich, aber was ich bezweifle ist, dass zwei-drei EF-Twins die rund 20 Saab-105 ersetzen können.
Das letzte mal das es noch 20 Saab 105 gab war vor rund 10 Jahren.
Zuletzt geändert von Maschin am Do 18. Jul 2019, 09:47, insgesamt 2-mal geändert.

Tribun
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Tribun »

Und was ist jetzt die Wahrheit betreffend Ersatzteile?

öbh
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von öbh »

und die verbleibenden 12 S105 haben militärisch gesehen weder als Düsentrainer noch für die LRÜ einen Sinn.

Acipenser
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Acipenser »

Die Saab 105 sind da weil sie da sind. Man hat noch Piloten, Techniker von denen viele demnächst in Pension gehen, ähnliches bei den AB212. Daher hat man diese Systeme weitergeführt.
Für die LRÜ brauchen wir Überschallflugzeuge also Eurofighter, ob Einsitzer oder Twins, egal. Daher ist es nur logisch 3 Doppelsitzer zur Systemschulung EF gebraucht oder neu(wertig) zu kaufen.
Wenn Anschuldigungen im Raum stehen, wie bei den Ersatzteilen ist es normal das ermittelt wird, nach 3 oder 5 oder10 Jahren wird dann eingestellt, wenn nicht angeklagt wird, das ist normal.
Hilft uns aber nicht weiter, den das Militärbudget ist zu niedrig, da helfen Untaugliche zu Teil auch nicht. Die ÖVP fängt da wieder Diskussionen an die nix bringen werden, denn auch im Rettungsdienst brauchen wir besser bezahlte Fachkräfte als Besenkräfte!
Wer den Krieg nicht selbst erlebt hat weis offensichtlich nicht das es Geld braucht um diesen zu verhindern. Die Politik sollte sich was schämen dauernd so unsinnige Diskussionen anzufangen und die Mannschaften ständig im Regen stehen zu lassen!

Übrigens fliegen lernt man mit der DA 40, Kampfpilot sollte man in den USA bei den Profis lernen, meinetwegen auch bei Putin und Systemrelevant geschult sollte man dann auf Eurofighter eben in einen Doppelsitzer werden. Ob in Laage oder dann eben in Zeltweg ist doch klar.

Nur wenn man mit kampferprobten Piloten, zB in den USA mal geflogen ist, weis man auf was man sich im Einsatzfall da einlässt oder eben anders reagiert, daher helfen uns Unterschalltrainer in Österreich gegen NULL! EF Doppelsitzer brauchen wir seit 2008!

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Interessantes Detail:
  • Österreich:
    Quantensprung: Draken jetzt mit "Sidewinder" ausgerüstet, in: Truppendienst, H 2 (1994), p. 163
    Die Lieferung der ersten von den etwa 200 bis 250 beim amerikanischen Hersteller bestellten "Sidewinder" in der verbesserten Version P4 ist für frühestens 1995 geplant. Die AIM-9P3 können dann für Übungszwecke weiterverwendet bzw. im Zuge von Schießübungen aufgebraucht werden.
    https://bibisdata.bmlv.gv.at/187979.pdf
Und 12 Jahre später:
  • Bundesheer beschafft Iris-T, in: Truppendienst, H 2 (2006), p. 120
    Bereits bei der Ausschreibung für die "Draken"-Nachfolge, die letztlich zugunsten des Eurofighter "Typhoon" entschieden wurde, war auch die Ausrüstung der neuen Kampfflugzeuge mit 20 Kurzstrecken-Luft-Luft-Lenkwaffen und vier Mittelstrecken-Luft-Luft-Lenkwaffen enthalten. Von der IRIS-T werden vorerst etwa 20 Stück beschafft, eine Aufstockung der Stückzahl ist bei Bedarf jederzeit kurzfristig möglich.
    http://www.bundesheer.at/truppendienst/ ... php?id=432
37,5 % weniger Kampfflugzeuge mit 90 - 92 % weniger Lenkwaffen.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Eurofighter: Probleme auf dem Radar
Nicht durchgehend, aber grundsätzlich stehen sie von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang bereit: je zwei diensthabende Piloten im Bundesheer, die in ihrer Flugbox auf einen Alarm warten. Fliegt eine Maschine in den österreichischen Luftraum und gibt beispielsweise via Funk keine Informationen preis, steigen die Bundesheerflugzeuge in die Luft und versuchen, Kontakt aufzunehmen.

Das passiert entweder mit der Saab 105 oder mit den Eurofightern. Das Problem: Ab dem kommenden Jahr wird der erste Flugtyp höchstwahrscheinlich ausfallen. Seine Lebensdauer reicht nur bis 2020. Es gibt allerdings keinen Plan, wie die Saab-Flieger ersetzt werden. Und ob sich das Bundesheer mit ihnen auch von den Eurofightern verabschieden soll. Für die Abfangjäger steht 2021 ein wichtiges, aber kostspieliges Update bevor. Wenn man sich von den Eurofightern verabschieden möchte, würde es sich vor der Investition anbieten.

Die Zukunft der Luftraumüberwachung in Österreich ist also unklar. Möglich (aber sehr teuer) wäre es, dass im Ernstfall die Eurofighter alle Flugstunden übernehmen. Oder Flugstunden geleast werden, wie man es jetzt in Italien bei der Ausbildung der Eurofighter-Piloten macht. Im schlimmsten Fall müssen die Flieger in manchen Situationen aber auch am Boden bleiben.
"Die Entscheidung hätte eigentlich schon vor fünf Jahren gefällt werden sollen", heißt es im Bundesheer. Das Problem sei aber, dass es keine Deadline, keinen Tag X gebe. "So hat jeder die Entscheidung vor sich hergeschoben."

Tatsächlich ist die Frage nach der Zukunft der österreichischen Luftraumüberwachung kompliziert, ein Urteil zu fällen ist langwierig - und auch politisch gefährlich. Denn egal, wie man sich entscheidet, es wird die Republik sehr viel Geld kosten.
https://diepresse.com/home/innenpolitik ... -dem-Radar Ich habe den Artikel nicht gelesen (Paywall), aber ich möchte wetten es ist wieder einmal Altbekanntes neu verpackt.

Edit.: Hier der Text in den wesentlichen Auszügen. Ich habe mich nicht geirrt: Alter Wein in neuen Schläuchen.

Und selbstverständlich gezielte Fehlinformationen, wie die Behauptung, es würde 2021 ein "kostspieliges Update" der Eurofighter bevorstehen. Neue IFF-Transponder für die "horrende Summe" von ca. 500.000 EUR pro Stück - daran wird die Republik Österreich zugrunde gehen!

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