Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

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opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini » Di 9. Jul 2019, 20:03

Sehr interessante Inhalte.

Wenn ich das richtig verstehe würde Brieger ein Zwei-Flotten-System bevorzugen, wo ein billiges Unterschall-Flugzeug einen Teil der Luftraumüberwachung übernimmt. Vermutlich aus pragmatischen Gründen, weil ihm klar ist, dass es 24 Eurofighter sowieso nicht geben wird und eine Ein-Flotten-Lösung schlichtweg eine Steilvorlage ist, um überhaupt die "Hilfsjäger" komplett und ersatzlos abzustellen.

Dieses gefragte Flugzeug sollte aber von einem einzelnen Piloten geflogen werden (können) wegen des Pilotenmangels. Also im Prinzip so ähnlich wie es die Schweiz mit F-18 und F-5 machen. Letztere hätten auch uns - als Ergänzung zu den EF - gut zu Gesicht gestanden, sind aber natürlich veraltet.

Schade dass im Interview nicht nachgehakt wurde, welche Anforderungen so ein Flugzeug erfüllen müsste, z. B.: Soll es ein eigenes Radar haben?

Am ehesten käme die M-346 in der Fighter-Trainer-Variante in Frage, die neue Boeing/Saab T-X hat auch Hardpoints, von der KAI/Lockheed T-50 gibt es eine Kampfflugzeug-Variante mit Radar (TA-50/FA-50) und entspricht damit am ehesten einem F-5 Nachfolger. T-X und T-50 können zudem Überschall erreichen.

Letztlich bleibt das alles aber nur Theorie, solange der politische/gesellschaftliche Wille nicht vorhanden ist, die Mindestanforderungen für eine Luftraumüberwachung herzustellen.

Bei den Eurofightern wird man sich irgendwann mal mit jemandem zusammentun müssen, die Spanier (Lebensverlängerungen, Software-Weiterentwicklung) und Engländer (neue Technik wie Striker 2 Helm und CAPTOR-E Radar) scheinen sich zumindest zu bemühen. Von Deutschland kommt da ja wenig?

alps_spirit
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von alps_spirit » Mi 10. Jul 2019, 08:10

Auf keinen Fall darf der "Hilfsjäger" Überschallfähigkeiten haben denn sonst ist der EF in Ö bald Geschichte.

Die S105 kann offenbar nur noch bis zum nächsten Jahr in der Luft gehalten werden können, aber es unmöglich ist bis dahin auf ein neues System umzustellen. Daher denke ich dass - wenn überhaupt(!) - noch ein paar gebrauchte EF-Doppelsitzer dazukommen.

Ideallösung meiner Meinung nach wäre der Ankauf von einigen M346; d.h. man ersetzt 12 uralte Flugzeuge durch weniger neue. So wie bei den Al3. Das macht Sinn und wäre in den meisten Ländern auch keine Schlagzeile wert.

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman » Mi 10. Jul 2019, 09:13

Die M-346 (oder Saab/Boeing macht uns noch die t-x schmackhaft) wäre wahrscheinlich das politische Ende des EF in Ö: Durch verschiedene "Nacheile"-Abkommen mit anderen Nachbarstaaten hätte man es selbst nicht mehr so "eilig"...

Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin » Mi 10. Jul 2019, 19:27

Erstens haben die Tschechen keine 28 Piloten auf dem Gripen. Die produzieren auch nur ca 2100h pro Jahr. Zweitens.
Was war das Konzept der Kommission? 100% EB mit dem EF. Also soll rein Überschall. Wieviele Piloten benötige ich auf diesem System für normale LRÜ? Wieviele Stunden muss ich für diese Piloten produzieren? Wieviele Maschinen benötigt man. Fertig.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Mi 10. Jul 2019, 22:31

Das wenige, das über dieses "Konzept" eines "Ein-Flotten-Systems" mit nur 18 Jets bekannt geworden ist, war sowieso nicht dazu geeignet, eine 24/7 aktive LRÜ umzusetzen:

viewtopic.php?p=3128#p3128

Doskozil und Gruber haben sich bei der damaligen Pressekonferenz auf die mangelnden Fähigkeiten und die angeblich so "hohen" Kosten des Eurofighter konzentriert - wenn die Journalisten gezielt nach betrieblichen Rahmenbedingungen gefragt hätten (u.a. auch jenen betrieblichen Erfordernissen, die mit der Implementierung dieser neuen Fähigkeiten zusammenhängen), wäre man sehr schnell in Erklärungsnot geraten.

Z.B. bei der Frage, wie viel zusätzliches Personal in der Fliegerwerft 2 erforderlich wäre, um den benötigten Klarstand zur Produktion von 1800 - 1900 Flugstunden jährlich sicherzustellen?

Oder wie 18 - 24 Piloten bei nur 1800 - 1900 jährlichen Flugstunden am Einsatzmuster und ohne Downloadmöglichkeit ihre Einsatzbefähigung hätten halten sollen? § 11 (3) MLPV 2012 sieht zum Erhalt der Grundbefähigung mindestens 40-60 Flugstunden pro Jahr (davon bis zu 20 Flugstunden am Simulator) vor. Der dauernde Erhalt der Einsatzpilotenbefähigung erfordert 110 Flugstunden pro Jahr.

Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin » Do 11. Jul 2019, 08:07

Das wenige, das über dieses "Konzept" eines "Ein-Flotten-Systems" mit nur 18 Jets bekannt geworden ist, war sowieso nicht dazu geeignet, eine 24/7 aktive LRÜ umzusetzen:
Sicher kann man mit 18 Stück 24/7/365 betreiben. Die Frage ist immer nur wieviel Stunden, wieviel Personal benötige ich und was kostet es. Und da geht es nicht rein wieviele Piloten man braucht sondern auch die Technik müsste erheblich aufgestockt werden. Noch dazu benötigt man Fluglotsen, Feuerwehrpersonal usw.

cliffhanger
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von cliffhanger » Do 11. Jul 2019, 08:21

Wäre interessant mit welcher Mindestanzahl an Flugzeugen man 24/7/365 machen könnte wenn Geld & Personal keine Rolle spielt. ( ich meine wenn man z.b. für die piloten Jetflugstunden im ausland kauft damit sie auf ihre mindestflugzeit kommen ect....)

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman » Do 11. Jul 2019, 10:29

Ich glaube, ich dabe das schon einmal gefragt: Ist es notwendig, daß bei Alarmstarts immer zwei EF aufsteigen? Ein oder zwei könnten ja startbereit am Boden bleiben?

Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin » Do 11. Jul 2019, 11:47

iceman hat geschrieben:
Do 11. Jul 2019, 10:29
Ich glaube, ich dabe das schon einmal gefragt: Ist es notwendig, daß bei Alarmstarts immer zwei EF aufsteigen? Ein oder zwei könnten ja startbereit am Boden bleiben?
Jeder „Alpha Scramble“ wird von den geplanten Jahresflugstunden abgezogen!! Aber du könntest dich ja einmal im www erkundigen wie es andere Luftwaffen so machen. Wirst glaube ich keine Luftwaffe weltweit finden was sagt ich muss sparen ich teile die Alarmrotte! Aber es ist immer schön wie hier geschaut wird wie man die Air Force noch kleiner, noch schlechter macht nur um der Politik und gewissen Goldkeksen beim Sparen zu unterstützen. Was ist die nächste frage? Warum stehen aus Kostengründen keine PC-7 in der EB oder machen wir rein passiv kommt noch billiger. gg

Merlin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Merlin » Do 11. Jul 2019, 11:55

iceman hat geschrieben:
Do 11. Jul 2019, 10:29
Ich glaube, ich dabe das schon einmal gefragt: Ist es notwendig, daß bei Alarmstarts immer zwei EF aufsteigen? Ein oder zwei könnten ja startbereit am Boden bleiben?
Ist üblicher internationaler Standard. Und wirde mir von den Herren in Zeltweg einst folgendermaßen erklärt:
- Wenn eine Maschine beim Start Probleme hat dauert es einige Zeit bis ein Ersatzflugzeug abhebt (Pilot muss erst zur Box, Taxi zur Runway, etc.). Das kostet wertvolle Zeit. Bei einer Rotte ist ein Jet einmal unterwegs und die Ersatzmaschine kann, wenn auch mit Verspätung, nachkommen.

- Wenn eine Maschine aufgrund eines Defekts im Flug umkehren muss ist es meist zu spät um das Flugobjekt mit einem Reserveflugzeug, das später startet, noch zu erreichen. Bei einer Rotte ist zumindest eine Machine weiter ‘im Rennen’ gegen die Zeit.

- Standardverfahren bei einem Abfang besteht darin, dass ein Jet mit etwas Abstand sichert und der zweite Jet auf Tuchfühlung geht um nach den Rechten zu sehen (inkl. Blick ins Cockpit) und schöne Portraitfotos schießt. Wenn die betreffende Machine zur Landung gezwungen bzw. irgendwohin geleitet werden muss (z.B. Ausfall von Funk oder Navigationsgeräten) fliegt ebenfalls ein Jet voraus und ‘zeigt den Weg’ während die 2. Maschine von hinten sichert.

- ganz grundsätzlich: 2 Augen sehen mehr und 2 Maschinen erlauben auch eine Vielzahl mehr an möglichen taktischen Manövern (muss gar kein ‘Luftkampf’ sein sondern auch wenn das unbekannte Flugobjekt nicht erkannt/fotografiert werden möchte. Kam/Kommt zB bei Überflügen ausländischer Militärmaschinen ohne Genehmigung oder falsch deklarierter Absicht immer wieder vor)

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