Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

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Doppeladler
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Doppeladler » Di 28. Mai 2019, 11:11

Aus dem Standard-Ticker zur "Regierungskrise":
Lösung für Luftraumüberwachung aufgeschoben

Mit dem anstehenden Neuwahlbeschluss laufen demnächst auch die U-Ausschüsse aus. Der frühere Airchief des Bundesheeres Karl Gruber hat im heutigen Eurofighter-Gremiun die Abgeordneten ermahnt, dass eine Entscheidung über die Nachfolge der veralteten Saab 105 dringend notwendig sei. Denn es gehe um die Sicherheit der "jungen Männer und Frauen, die wir in die Luft schicken". "Wir brauchen eine rasche Entscheidungsfindung, sonst stehen wir vor einer unlösbaren Aufgabe."
Die Entscheidung über die Nachfolge der veralteten Saab-105 -Flieger und damit auch darüber, wie es mit den Eurofighter weitergeht, wurde Ende 2018 vom gestern abgewählten Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) aufgeschoben. Durch die Neuwahl kommt es nun zu einer weiteren Verzögerung, was für das Bundesheer und für die österreichische Luftraumüberwachung zu einem gröberen Problem wird, denn die Saab sind nur mehr bis 2020 flugtauglich. Eine weitere Verzögerung wäre den Soldaten gegenüber "unverantwortlich", warnte Gruber im U-Ausschuss.
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theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Di 28. Mai 2019, 15:03

Die Aussage von GenMjr Gruber hat man fein säuberlich unter den Teppich gekehrt:
  • Eurofighter-Ausschuss: Ex-Airchief fordert Saab-Entscheidung (nicht auf der normalen Homepage, sondern nur über die Suche abrufbar)
    Die Entscheidung über die Nachfolge der veralteten Saab-105 -Flieger und damit auch darüber, wie es mit den Eurofighter weitergeht, wurde Ende 2018 vom am Montag abgewählten Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) aufgeschoben. Durch die Neuwahl kommt es nun zu einer weiteren Verzögerung, was für das Bundesheer und für die österreichische Luftraumüberwachung zu einem gröberen Problem wird, denn die Saab sind nur mehr bis 2020 flugtauglich. Eine weitere Verzögerung wäre den Soldaten gegenüber "unverantwortlich", warnte Gruber im U-Ausschuss.

    Der frühere Airchief bestätigte darüber hinaus bereits Bekanntes: Die größten Schwächen der österreichischen Eurofighter sind der fehlende Selbstschutz und die fehlende Warnvorrichtung. Diese und andere Schwachstellen sind das Ergebnis der Vergleichsverhandlungen vom früheren Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ), der u.a. die moderne Tranche II abbestellte. Er betonte aber, dass die Eurofighter ohne Darabos-Vergleich zwar besser wären, aber nicht billiger. Sie würden auch in der ursprünglich geplanten Ausführung und Ausstattung viel Geld kosten. Den Gesamtaufwand für die Eurofighter bezifferte Gruber mit aktuell 80 Mio. Euro im Jahr.

    Quelle: APA
    https://www.sn.at/politik/innenpolitik/ ... g-70935688
Alle anderen Medien haben einfach gar nicht darüber berichtet. Es gab zu den heutigen Aussagen auch keinen Liveticker anwesender Journalisten mehr.

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman » Di 28. Mai 2019, 16:29

Wenn man bedenkt, daß Ende September gewählt und die Regierungsbildung dann noch leicht bis ins Jahr 2020 dauern wird, wäre es aus Sicherheitsgründen besser, die Saab jetzt schon abzustellen.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Do 6. Jun 2019, 21:24



Kurz gesagt: Spätestens 2021 ist eine eigenständige aktive Luftraumüberwachung in Österreich ein für alle mal Geschichte.

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman » Do 6. Jun 2019, 21:56

Was hat LRÜ mit der Airpower zu tun?

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Do 6. Jun 2019, 22:06

Weil das BMLV schon heuer den Betrieb herunterfahren muss und bis 2021 zahlungsunfähig ist. Ein Ersatz der Saab-105OE ist nicht finanzierbar, der Eurofighter wird die nächsten zwei Jahre schon aus (partei)politischen Gründen nicht überleben.

chuckw
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von chuckw » Sa 8. Jun 2019, 22:02

theoderich hat geschrieben:
Do 6. Jun 2019, 21:24


Kurz gesagt: Spätestens 2021 ist eine eigenständige aktive Luftraumüberwachung in Österreich ein für alle mal Geschichte.
Das stellt sich mir aber schon die Frage welchen (politischen) Auftrag der Herr Beamtenminister verfolgt. Ich halte es für mehr als problematisch wenn ein nicht gewählter Minister derartig schwerwiegende Entscheidungen trifft, besser gesagt existenzielle Entscheidungen für das "Überleben" unseres Heeres. Welche Agenda liegt seinem Handeln zugrunde und welche Personen geben Input.
Alles läßt sich durch Standhaftigkeit und feste Entschlossenheit erreichen. (Prinz Eugen v. Savoyen)

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman » Sa 8. Jun 2019, 22:45

Ohne Geld keine Musi.
Ob Starlinger oder der nächste Minister: Ohne höheres Budget, und 2020 gibt es nur ein Provisoriom, wird man leider Verbände und einzelne Waffengattungen auflösen müssen.
Vom Brieger wissen wir ja bereits, daß alles ein Ablaufdatum hat.
Ich schätze die 15 EF werden irgendwie weiter betrieben um wenigstens den Anschein an einer LRÜ zu wahren. Ein Ersatz für die Saab 105 kommt nicht mehr, das geht sich auch zeitlich nicht mehr aus.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Di 11. Jun 2019, 18:17

Einsatzpilotenausbildung am System Eurofighter – Phase V
Problemdefinition

Die Luftraumüberwachung in Österreich wird grundsätzlich mit dem System EUROFIGHTER (EFT) durchgeführt. Zu diesem Zwecke wurden 15 Stück EFT durch das österreichische Bundesheer beschafft. Um das Waffensystem betreiben zu können, sind Ausbildungen zum Einsatzpiloten am System EFT notwendig. Auf Grund der gegenwärtigen Budgetsituation innerhalb des Ressorts wurde die Anzahl an Einsatzpiloten für das System EFT auf zwölf reduziert. Diese Reduzierung begründet sich vor allem durch die jährliche Kontigentierung an Flugstunden, die aktuell einen sicheren Flugbetrieb mit nur max. zwölf Piloten zulässt. Der in der ggstl. WFA dargestellte Ausbildungsbedarf bis 2022 beruht auf die Festlegung von max. zwölf Einsatzpiloten und begründet sich durch altersbedingtes Ausscheiden von bereits ausgebildeten Einsatzpiloten auf dem System EFT. Gegenwärtig gliedert sich die Ausbildung zum Einsatzpiloten am System EFT in sechs Phasen und dauert bis zu acht Jahre. Die Phase V und VI wird auf dem System EFT selbst durchgeführt. Auf Grund eines fehlenden EFT-Doppelsitzers beim Österreichischen Bundesheer wird die praktische Flugausbildung der Phase V in DEUTSCHLAND durchgeführt. Seit 2006 besteht ein Vertrag mit der Deutschen Luftwaffe, um im Rahmen einer Ausbildungskooperation Ausbildungen für österreichische Militärpiloten auf das Luftfahrzeug EFT sicherzustellen. Um den Bedarf an aktiven Einsatzpiloten am System EFT zu decken, wäre der bestehende Vertrag grundsätzlich auf unbestimmte Zeit zu verlängern.
Zum Zeitpunkt der damaligen Planungen waren für den Zeitraum bis 2018 insgesamt zwei Phase V Ausbildungen für maximal vier Piloten vorgesehen. Im Detail wurde damals festgelegt, dass die Ausbildung im Jahr 2015, mit Bezahlung der Gesamtaufwendungen in der Höhe von 7,12 Millionen Euro im Jahr 2016, und eine weitere Ausbildung im Jahr 2018, mit Bezahlung der Gesamtaufwendungen in der Höhe von 9,5 Millionen Euro im Jahr 2019, stattzufinden haben.
Konnte die Bedeckung (der Struktur nach), wie in der WFA dargestellt, durchgeführt werden? Nein

Die tatsächliche Bedeckung wurde innerhalb des Ressorts durch entsprechende Anpassungen sichergestellt und ist für die Folgejahre gewährleistet.
Basierend auf den ursprünglichen Betriebsplanungen für das System EFT, war ein Betrieb mit 14 EFT-Piloten (und zwei in Ausbildung) vorgesehen. Auf Grund von Budgetzwängen musste auch der EFT-Flugbetrieb, und damit einhergehend auch die Anzahl der EFT-Piloten auf zwölf (welche ein absolutes Minimum für einen sicheren Betrieb des System EFT darstellt) reduziert werden. Die damals erstellte WFA baute auf diese Reduzierung auf und berücksichtigte damals bekannte und somit planbare Abgänge von EFT-Piloten. Auf Grund zusätzlicher Ausfälle musste der geplante Ausbildungsrhythmus angeglichen werden, um zumindest den Stand von zwölf EFT-Piloten zu halten. Darüber hinaus war, basierend auf weiterentwickelten neuen Betriebsplanungen für das System EFT, der Stand an EFT-Piloten wieder anzuheben, sodass seit Ende 2018 wieder 14 EFT-Piloten zur Verfügung stehen. In weiterer Folge ist wieder ein kontinuierlicher Aufwuchs vorgesehen. Das Ziel „Die aktive Überwachung des österreichischen Luftraumes ist unter anderem mit dem eingeführten Waffensystem EFT sichergestellt.“ kann somit erreicht werden. Der kontinuierliche Aufwuchs dafür notwendiger EFT-Piloten ist durch den Ausbildungsvertrag mit Deutschland gesichert. Die Pilotenausbildung muss zwar langfristig geplant werden, erfordert aber auf Grund der vielen Einflussfaktoren und Wechselwirkungen ein laufendes Nachsteuern an die jeweiligen konkreten Verhältnisse.
https://www.oeffentlicherdienst.gv.at/w ... pdf?6zyrxx

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Di 18. Jun 2019, 17:49


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