Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Großgerät, Fliegerhorste, ...
öbh
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von öbh »

Doskozil hatte unbedingt vor unsere EF stillzulegen, ohne einen Cent für diese abbezahlten Flugzeuge zu bekommen, da diese offenbar ohne Erlaubnis von Airbus nicht veräußert werden dürfen. Anstatt dessen wurde die Anschaffung von neuen Gripen oder F-16 zu einem Preis von vmtl über 2 Mrd Euro dargestellt. Die Kosten für die Umstellung auf die Logistik der neuen Flugzeuge kämen noch extra dazu. Also sei das Geld für so eine Anschaffung anscheinend zur Verfügung gestanden.
Es wäre daher ebenfalls eine Option neue EF anzuschaffen, wobei Airbus unsere EF zurücknehmen sollte. In Hinblick auf den Erlös für die Rücknahme unserer EF, den Preisvorteil durch bereits vorhandene Logistik sowie seitens des Ministers an Airbus gestellte Forderung des finanziellen Entgegenkommens, müsste der Preis gegenüber neuen Gripen oder F-16 eher unterhalb liegen.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

öbh hat geschrieben:
Mo 22. Okt 2018, 13:12
Doskozil hatte unbedingt vor unsere EF stillzulegen, ohne einen Cent für diese abbezahlten Flugzeuge zu bekommen, da diese offenbar ohne Erlaubnis von Airbus nicht veräußert werden dürfen. Anstatt dessen wurde die Anschaffung von neuen Gripen oder F-16 zu einem Preis von vmtl über 2 Mrd Euro dargestellt. Die Kosten für die Umstellung auf die Logistik der neuen Flugzeuge kämen noch extra dazu. Also sei das Geld für so eine Anschaffung anscheinend zur Verfügung gestanden.
Doskozil hat damals bei der Pressekonferenz behauptet, es gäbe die Zustimmung des Bundeskanzlers, Christian Kern, und des Finanzministers, Hans Jörg Schelling, zur Beschaffung neuer Kampfflugzeuge über einen Government-to-Government-Deal. Dass es die Mittel dafür gegeben hat, davon war nie die Rede.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,

wir werden also ab sofort auch einen Beschaffungsprozess einleiten, weil wir hier natürlich auch zeitliche Komponenten beachten müssen. Wir werden diesen Beschaffungsprozess, wie vorgeschlagen, im Rahmen eines Regierungsgeschäftes tätigen, eines Geschäftes Government-to-Government. Ich habe diesbezüglich Gespräche geführt bereits mit dem Herrn Bundeskanzler. Es wurden diesbezüglich auch Gespräche bereits geführt mit dem Herrn Finanzminister. Ich bin mit beiden eng abgestimmt und beide werden diesen Weg mitgehen. Mir ist auch persönlich wichtig, dass hier dieser Beschaffungsprozess, diese nächste Typenentscheidung die fallen wird, gemeinsam und in enger Abstimmung auch mit dem Finanzministerium stattfinden wird.
https://www.facebook.com/bundesheer/vid ... 358281419/
öbh hat geschrieben:
Mo 22. Okt 2018, 13:12
Es wäre daher ebenfalls eine Option neue EF anzuschaffen, wobei Airbus unsere EF zurücknehmen sollte. In Hinblick auf den Erlös für die Rücknahme unserer EF, den Preisvorteil durch bereits vorhandene Logistik sowie seitens des Ministers an Airbus gestellte Forderung des finanziellen Entgegenkommens, müsste der Preis gegenüber neuen Gripen oder F-16 eher unterhalb liegen.
Ob das finanziert werden könnte, ist zweifelhaft. Vom parteipolitischen Hickhack, der dann einsetzen würde, ganz zu schweigen. Und ob sich Airbus auf so etwas einlassen würde, wäre erst recht zu hinterfragen.
Zuletzt geändert von theoderich am Mo 22. Okt 2018, 14:59, insgesamt 2-mal geändert.

öbh
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von öbh »

wenn die damalige Regierung geblieben wäre und die Zustimmung von Kern und Schelling schon vorhanden waren, wäre der Deal auf jeden Fall durchgezogen worden. Es hätte kosten können was es wolle, es wäre für die SPÖ ein Triumph gewesen, den EF loszuwerden. Die Medien und voran der ORF wären zufrieden gewesen und hätten die ÖVP/FPÖ gehöhnt. Auch die Mehrheit in der Bevölkerung hätte dies so angenommen und niemand hätte sich wegen des Geldes für neue "billige" Gripen irgendwie nachteilig geäußert.

souverän AT
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von souverän AT »

Vor Abfangjäger-Entscheidung: Saab macht Druck auf Österreich

https://kurier.at/politik/inland/vor-ab ... /400151334

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

öbh hat geschrieben:
Mo 22. Okt 2018, 14:04
wenn die damalige Regierung geblieben wäre und die Zustimmung von Kern und Schelling schon vorhanden waren, wäre der Deal auf jeden Fall durchgezogen worden.
Schelling hat damals gegenüber der APA gesagt, er sei "für alles offen, was für den Steuerzahler Einsparungen bringt, so lange die Sicherheit und Neutralität gewährleistet ist". Und, dass man die Idee nun im Detail prüfen werde. Für mich klang das nicht nach "Zustimmung", sondern eher nach: "Wir wissen überhaupt nicht, worauf wir uns da einlassen würden".

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

öbh hat geschrieben:
Mo 22. Okt 2018, 13:12
Es wäre daher ebenfalls eine Option neue EF anzuschaffen, wobei Airbus unsere EF zurücknehmen sollte. In Hinblick auf den Erlös für die Rücknahme unserer EF, den Preisvorteil durch bereits vorhandene Logistik sowie seitens des Ministers an Airbus gestellte Forderung des finanziellen Entgegenkommens, müsste der Preis gegenüber neuen Gripen oder F-16 eher unterhalb liegen.
Das würde aber ein sehr großes Entgegenkommen von Airbus bedeuten und ich kann mir nicht vorstellen, dass die dazu Lust haben.

Welchen "Erlös" sollte Airbus mit der Rücknahme der österreichischen EF erzielen können? Eher müssten wir noch eine Entsorgungsgebühr obendrauf zahlen …

Das Problem mit den T1 ist nicht, dass sie nicht bis 2035 oder darüber hinaus fliegen könnten. Das Problem ist das Kostenrisiko bei der Beschaffung der Ersatzteile. Und das betrifft alle anderen Betreiberstaaten genauso. Im Gegensatz zu den anderen Betreiberstaaten, welche alle auch T2 und T3 Modelle haben und im Fall des Falles ihre T1 jederzeit stilllegen können, ist Österreich aber auf seine T1 angewiesen.

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

Zusammengefasst würde das bedeuten, das ein Weiterbetrieb unserer EF T1 wieder eine österreichische Insellösung wäre?

öbh
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von öbh »

na ja dem ist nicht so, als Pilz sagte Airbus solle aus dem Bieterverfahren ausgeschlossen werden, hat Airbus sofort auf sein Recht als Bieter aufzutreten reagiert. Ich glaube Airbus ist sogar sehr an einem Geschäft interessiert und die wissen, dass wir weder von Airbus abhängig sind und auch andere Bieter ernsthaft ein Geschäft abschließen wollen. Die Entscheidung mit wem wir Geschäfte machen beschließt nicht Airbus.

Verweigerer
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Verweigerer »

Verweigerer hat geschrieben:
Mo 22. Okt 2018, 12:02
Warum fragt man nicht bei den Italienern an in Bezug auf deren T1 in Verbindung mit M-346? Ähnlich zur Kooperation mit der Royal Airforce und Hawk?
Wollte nur nochmals die Frage in den Raum werfen. Bzgl. Doppelsitzer T1 von Italien. Vielleicht weiß ja jemand mehr ob sinnvoll oder bereits geschehen? Danke.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

iceman hat geschrieben:
Mo 22. Okt 2018, 22:22
Zusammengefasst würde das bedeuten, das ein Weiterbetrieb unserer EF T1 wieder eine österreichische Insellösung wäre?
Ja, das kann man so sagen denke ich und immerhin scheint das auch das Verteidigungsministerium so zu sehen, andernfalls würde man nicht verlautbaren, dass man die Eurofighter bald einmotten muss.

öbh hat geschrieben:
Mo 22. Okt 2018, 23:10
Ich glaube Airbus ist sogar sehr an einem Geschäft interessiert und die wissen, dass wir weder von Airbus abhängig sind und auch andere Bieter ernsthaft ein Geschäft abschließen wollen. Die Entscheidung mit wem wir Geschäfte machen beschließt nicht Airbus.
Die Entscheidung ob wir mit Airbus Geschäfte machen werden, beschließt aber sehr wohl Airbus. Für einen Vertrag brauchts mindestens zwei freiwillige Partner.

Der Unterschied ist: Österreich muss agieren, Airbus kann agieren.

Aber ja, die momentane Strategie scheint zu sein, darauf zu hoffen, dass Airbus an einem Geschäft interessiert ist. Das Problem aus politischer Sicht dabei sind die U-Ausschüsse und die Strafverfahren.

Das heißt man erwartet, dass Airbus zusätzliche Geschäftsbeziehungen mit jemandem aufnehmen und gleichzeitig demjenigen mit günstigen Konditionen entgegenkommen soll, der gerade Untersuchungen und Prozesse gegen Airbus führt ... Hört sich leicht absurd an.

Auf Seiten Österreichs kommt dazu, dass seit die Eurofighter angeschafft wurden, diese regelmäßig von so ziemlich allen Parteien und Medien durch den Kakao gezogen wurden (ob berechtigt oder nicht ist eine andere Frage).

So, und jetzt soll plötzlich die Trendwende vollzogen werden und genau dieses Gerät wieder angeschafft werden. Ein äußerst heikler politischer Spagat, der wohl nur gelingen kann, wenn man sehr günstige Konditionen von Airbus bekommt.

Wofür Airbus allerdings – siehe oben - keine Veranlassung hat, solange U-Ausschüsse und Gerichtsverfahren laufen. Der Verteidigungsminister kann aber natürlich keine Versprechen abgeben, dass diese eingestellt werden und er sollte sich tunlichst hüten, auch nur irgendeinen Verdacht aufkommen zu lassen, dass er diesbezüglich parteilich sein könnte.

Es bleibt also spannend.
Verweigerer hat geschrieben:
Mo 22. Okt 2018, 23:51
Wollte nur nochmals die Frage in den Raum werfen. Bzgl. Doppelsitzer T1 von Italien. Vielleicht weiß ja jemand mehr ob sinnvoll oder bereits geschehen? Danke.
Verstehe die Frage nicht. Wozu sollte man noch mehr Flugzeuge mit Obsoleszenzproblemen anschaffen?

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