Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Großgerät, Fliegerhorste, ...
opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

theoderich hat geschrieben:
Mi 15. Jul 2020, 20:32
Dringliche Anfragen werden üblicherweise mündlich beantwortet ;-) Praktischerweise sind seit kurzem die Sitzungen als Liveübertragungen verfügbar.
Mein Arzt hat mir davon abgeraten Politikern beim Sprechen zuzuhören, das ist schlecht für meinen Blutdruck …

Jedenfalls ist offenbar seit 2016 niemandem eingefallen zu hinterfragen, woraus sich diese 200 Millionen genau zusammensetzen. "Hard- und Softwareanpassungen" ist eine eher situationselastische Aussage.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Und ich habe den Eindruck, dass die Ministerin hinsichtlich der Betriebskosten des Eurofighter mit falschen Zahlen operiert. Oder wie ist eine Steigerung von 60 - 65 Mio. EUR pro Jahr mit Stand Anfang Februar 2020 auf 80 - 90 Mio. EUR pro Jahr im Juli 2020 erklärbar? Mussten die offiziellen Zahlen aus der internen Vollkostenrechnung der Luftstreitkräfte an die gängigen medialen Legenden (80 - 100 Mio. EUR pro Jahr) angeglichen werden, damit sie ins politische Konzept passen?

Dr4ven
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Dr4ven »

Ja, wahrscheinlich würfeln sie in der Früh beim Kaffee...

@opticarini: Deinen Arzt solltest du behalten, der weiss Bescheid.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Im Völkerrecht scheint der Autor nicht allzu bewandert zu sein.

öbh
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von öbh »

Hast recht theoderich, auch wenn dieser Strevjeck Professor ist, hätte er in der Schule besser aufpassen sollen. Der hat wirklich nicht viel Ahnung vom Völkerrecht geschweige denn zu Fragen der LRÜ.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

theoderich hat geschrieben:
Do 16. Jul 2020, 00:09
Und ich habe den Eindruck, dass die Ministerin hinsichtlich der Betriebskosten des Eurofighter mit falschen Zahlen operiert. Oder wie ist eine Steigerung von 60 - 65 Mio. EUR pro Jahr mit Stand Anfang Februar 2020 auf 80 - 90 Mio. EUR pro Jahr im Juli 2020 erklärbar? Mussten die offiziellen Zahlen aus der internen Vollkostenrechnung der Luftstreitkräfte an die gängigen medialen Legenden (80 - 100 Mio. EUR pro Jahr) angeglichen werden, damit sie ins politische Konzept passen?
Kann sein, allerdings wird man ihr vermutlich (!) trotzdem nicht vorwerfen können, dass sie die Unwahrheit sagt, denn die Antworten sind zwar ähnlich aber nicht exakt gleichlautend.

- Bei der einen Zahl steht "im Jahresschnitt" dabei (das könnten also alle Kosten bisher dividiert durch die Jahre sein), das fehlt bei der anderen Zahl, die sich vermutlich auf 2019 bezieht.

- Bei der einen Aussage ist die Rede vom "System Eurofighter Tyhpoon", bei der anderen wird inkludiert: "Logistik, Treibstoff, Munition".

- Was sich außerdem seither geändert hat, ist das Ende der Saab 105, das heißt vielleicht sind in der höheren Zahl bereits höhere Kosten drin.

Was man in jedem Fall daran sehen kann ist, dass die eigentlich relativ einfache Frage nach "jährlichen Kosten", höchst unterschiedlich beantwortet werden kann.
Zuletzt geändert von opticartini am Do 16. Jul 2020, 22:59, insgesamt 1-mal geändert.

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

opticartini hat geschrieben:
Mi 15. Jul 2020, 23:03
theoderich hat geschrieben:
Mi 15. Jul 2020, 20:32
Dringliche Anfragen werden üblicherweise mündlich beantwortet ;-) Praktischerweise sind seit kurzem die Sitzungen als Liveübertragungen verfügbar.
Mein Arzt hat mir davon abgeraten Politikern beim Sprechen zuzuhören, das ist schlecht für meinen Blutdruck …

Jedenfalls ist offenbar seit 2016 niemandem eingefallen zu hinterfragen, woraus sich diese 200 Millionen genau zusammensetzen. "Hard- und Softwareanpassungen" ist eine eher situationselastische Aussage.
Das einzige was zwingend notwendig ist, sind die Transponder, oder?
Mich wundert es, das die ÖVP die EF nicht verkaufen will, weiter streiten kann man ja trotzdem noch...

öbh
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von öbh »

Österreich muss mal die Erlaubnis zum Verkauf der EF haben - sofern wir die Erlaubnis dafür bekommen würden wer sollte uns die kastrierten EF abkaufen und welchen Erlös wir dafür überhaupt bekommen könnten!

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »


opticartini hat geschrieben:
Do 16. Jul 2020, 20:05
- Bei der einen Zahl steht "im Jahresschnitt" dabei (das könnten also alle Kosten bisher dividiert durch die Jahre sein), das fehlt bei der anderen Zahl, die sich vermutlich auf 2019 bezieht.

- Bei der einen Aussage ist die Rede vom "System Eurofighter Tyhpoon", bei der anderen wird inkludiert: "Logistik, Treibstoff, Munition".
Aber wenn man die Fragestellung vom 4. Februar und die Antwort vom 15. Juli betrachtet, gibt es keinen Unterschied. "Durchschnittlich" und "im Jahresschnitt" bedeuten praktisch dasselbe. "Im Jahresschnitt" kann auch als die durchschnittlichen Kosten eines Jahres interpretiert werden:

4. Februar 2020
11. Wie viel kostet eine durchschnittliche Flugstunde eines Eurofighters?
15. Juli 2020
80 bis 90 Millionen Euro im Jahresschnitt.
Zuletzt geändert von theoderich am Fr 17. Jul 2020, 11:51, insgesamt 1-mal geändert.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

iceman hat geschrieben:
Do 16. Jul 2020, 21:36
Das einzige was zwingend notwendig ist, sind die Transponder, oder?
Mich wundert es, das die ÖVP die EF nicht verkaufen will, weiter streiten kann man ja trotzdem noch...
Ich glaube nicht, dass der Einbau eines neuen Transponders 13 Millionen kostet, daher wird das nicht alles sein, was mit "Obsoleszenzen" gemeint ist, da sind schon noch mehr Systeme betroffen.

Und verkaufen? Erstens kann man die Flieger nicht einfach ohne Zustimmung des Herstellers verkaufen. Also genau derselbe, den man gerichtlich bekämpft.
Zweitens: Wer soll diese Eurofighter kaufen, bei denen nicht nur sofort weitere Kosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro anfallen und bei denen Systeme fehlen.

Die "Österreich-Version" des Eurofighters ist kein modernes Mehrzweck-Kampfflugzeug, ist aber andererseits zur reinen "friedlichen" Luftraumüberwachung ein "Overkill".

Der Eurofighter im Allgemeinen wird bisher von keinem mit Österreich vergleichbaren Land betrieben. Das sind entweder deutlich größere Luftwaffen oder Ölscheichs. (Könnte sich mit Schweiz oder Finnland ändern, allerdings sind die Eurofighter dort nur einer von vielen Kandidaten und tendenziell gewinnen solche Vergleiche die Amerikaner.)
theoderich hat geschrieben:
Do 16. Jul 2020, 23:10
Aber wenn man die Fragestellung vom 4. Februar und die Antwort vom 15. Juli betrachtet, gibt es keinen Unterschied. "Durchschnittlich" und "im Jahresschnitt" bedeuten praktisch dasselbe. "Im Jahresschnitt" kann auch als die durchschnittlichen Kosten eines Jahres interpretiert werden:
>>> Der jährliche Betriebsaufwand für den Eurofighter liegt aktuell bei 80 bis 90 Millionen Euro im Jahresschnitt. <<<

vs.

>>> Der jährliche Betriebsaufwand für das System SAAB 105 Ö beläuft sich auf rund 3,5 bis 4 Mio. Euro; für das System Eurofighter Typhoon liegt dieser bei 60 bis 65 Mio. Euro. <<<

So wie das da steht, ist das eine eine "Schnitt" (also arithmetischer Mittelwert), das andere eine fixe Angabe, die sich z. B. auf ein bestimmtes Jahr beziehen kann.

Aber interessant wäre es schon, wie die Ministerin selbst diese Unterschiede begründen würde.

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