Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

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Dr4ven
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Dr4ven »

Es gibt keine gebrauchten F-16 am Markt und schon gar keine Leasingvarianten, verkauft werden nur noch neue F-16V Block 70/72, siehe die slowakische Version und die wurden dem BMLV damals genauso angeboten wie die britische Lösung mit den zusätzlich aufgezwungen Hawks als 2 Typen Variante.
Alles Andere ist gedankliche Zeitverschwendung.

Und da es keine neuen Jets geben wird,weder die SPÖ Type Gripen,noch neue F-16, F-18 oder gar Rafale und ja angeblich die Überschallfähigkeit jetzt doch ein "Muss" ist, bleibt der Typhoon.
Die Frage ist nur noch, wie und wie lange und ob die Entscheidung nicht doch wieder hinausgeschoben wird.

Nur Eines ist sicher - die innere Neiddebatte wird schlimmer, wenn 3 von 4 Brigaden aufgelöst werden und ein Typhoon weiter bleibt.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Eurofighter: NEOS fordert Pilnacek-Suspendierung

https://orf.at//#/stories/3155486/

Die Ideen der politischen Parteien werden von Tag zu Tag wahnsinniger.


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Zuletzt geändert von theoderich am Mi 26. Feb 2020, 00:05, insgesamt 1-mal geändert.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Doppeladler hat geschrieben:
Mo 24. Feb 2020, 08:34
Es ist legitim, diese Anschaffungskosten des EF bei der Gegenüberstellung mit der österreichischen Ist-Situation außen vor zu lassen, weil diese nicht mehr anfallen.
Naja, mit der Begründung wäre dann aber jede Miete schlechter als ein Kauf eines gleichwertiges Produkts. Zum Beispiel wenn ich die laufenden Kosten einer Mietwohnung und einer Eigentumswohnung gegenüberstelle und feststelle, dass die Eigentumswohnung billiger ist, weil eben keine Miete anfällt. Das stimmt zwar rein mathematisch aber Betriebswirte und Buchhalter werden eher den Kopf schütteln.

"Leasing" an sich ist kein exakter Begriff. Bei manchen Formen steht am Ende dann der Kauf ("Leasingkauf"), wo der Restwert zu bezahlen ist und das Eigentum an der Sache geht auf den Käufer über. Soweit ich das verstanden habe, nimmt Saab/Schweden die Kampfjets von Tschechien nach Ende der Leasingdauer zurück, das heißt Tschechien muss die Jets dann nicht zum Restwert kaufen und wird nicht Eigentümer. Diese Form von Leasing ist eher eine Miete, wo der Leasingnehmer auch für die Wartung aufkommen muss, zumindest teilweise.

Bei kürzeren Laufzeiten kann also Leasing durchaus die günstigere Variante sein, speziell wenn man die Dinger dann nicht kaufen muss. Das heißt daraus würde ich kein generelles Contra-Leasing Argument ableiten.

Ich würds eher so sagen:
- Wir benutzen die Flugzeuge sowieso mehr als 40 Jahre, daher ist Kauf günstiger.
- Wir haben die Flugzeuge schon bezahlt und im Hangar stehen, sie jetzt nach 13 Betriebsjahren abzustellen wäre kostenmäßig am ungünstigsten (außer es stehen jetzt tatsächlich wieder Investitionen in hoher Millionen- oder gar Milliardenhöhe an, das ist bis heute unklar - siehe "Was verstehe ich unter Upgrades"? Ich bezweifle, dass das nötig ist.).
- Wie 'theoderich' schreibt: Um Flugzeuge zu leasen braucht es jemand, der uns seine Flugzeuge zu akzeptablen Bedingungen verleast und das ist kann schwierig werden.

Ich vermute, dass sich Saab auf den Deal mit Tschechien und Ungarn eingelassen hat, um zumindest irgendwelche europäischen Referenzen zu haben, denn Gripen verkaufte sich außerhalb Schwedens eher schleppend (Südafrika und Thailand haben welche). Da hat Österreich damals eine Chance vertan, ordentlich zu verhandeln.

Die Nöte von Saab haben sich aber erst kürzlich durch die Kooperation mit Brasilien geändert, wo jetzt ein großes Land und mit Embraer ein internationaler Luftfahrtkonzern hinter dem Projekt stehen. Und zwar so sehr, dass die brasilianischen Gripen ab diesem Jahr komplett in Brasilien gebaut werden. Daher kann man durchaus behaupten, dass Gripen mittlerweile bald gleich schwedisch wie brasilianisch sein wird. Das heißt der Druck, sich auf weitere derartige Leasing-Geschichten einzulassen, ist nicht mehr so groß.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Eurofighter-Affäre: Tarnen und täuschen auf beiden Seiten

https://www.addendum.org/bundesheer/eur ... vergleich/


Zur Eurofighter-Phobie

https://www.austrianwings.info/2020/02/ ... kOedilAS6o

Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin »

opticartini hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 20:07

Gewünscht ist Luftpolizei (nicht Luftkrieg) und so ist der Eurofighter ausgestattet: Nicht als Elitesoldat, sondern als Streifenpolizist.
Witzigerweise war Selbstschutz bei Doskozils und Kunaseks LRÜ Kommission ein Muss (wie 2002 DASS und PIRATE) und witzigerweise auch ein Grund warum der EF abgestellt werden soll. Also ist eine Politische Forderung. Oder glaubst du in allen Ernstes wenn der Schwachsinn der Neubeschaffung tatsächlich stattfindet das auch eine Gripen oder F-16 „Tannatisiert“ wird um dann zu wieder es selbe Theater zu haben weil das und das nicht vorhanden ist? Eher nicht.

Und zwecks Leasing. Woher will man das Personal hernehmen wenn man dann wahrscheinlich für paar Jahre eine zweite Schiene fahren muss inkl Umbau der Infrastruktur in Zeltweg? Und was ist mit dem neuen Trainer? Nein das ganze ist ein dummes politisches Theater was nur auf dem Rücken des Personals und zu schaden der Republik ausgetragen wird.

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

Man wird sicher nicht beides, neue Abfangjäger und Trainingsjets, beschaffen. Eher gar nichts.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

DER hat in der aktuell laufenden Desinformationskampagne gerade noch gefehlt:

Darabos zu Ministerin Tanner: "Das ist eine politische Volte"

https://kurier.at/politik/inland/darabo ... /400765398

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

theoderich hat geschrieben:
Mo 24. Feb 2020, 16:50
Eurofighter: NEOS fordert Pilnacek-Suspendierung

https://orf.at//#/stories/3155486/

Die Ideen der politischen Parteien werden von Tag zu Tag wahnsinniger.
Das mit den Unterschalljets ist eigentlich nur dieser Stögmüller, der wird momentan von den Boulevardmedien gerne genüsslich zitiert, weil es eine schöne Schlagzeile gibt ("Das Aus für die Eurofighter.")
iceman hat geschrieben:
Mi 26. Feb 2020, 12:04
Man wird sicher nicht beides, neue Abfangjäger und Trainingsjets, beschaffen. Eher gar nichts.
Also wenn man Folgendes bewirken könnte, wäre das schon ein Wunder:

1) Sicherstellung des Weiterbetriebs der Eurofighters.
Wenn man die Anschaffungskosten des Eurofighters berücksichtigt, kann man daraus durchaus ein Argument machen, warum man die NICHT nach nur 13 Jahren abstellen sollte.

2) Kauf einer Staffel M-346, idealerweise zumindest ein paar mit dem Onboard-Radar. Diese können einige Aufgaben des Eurofighters günstiger übernehmen.

Das könnte man langfristig als vernünftigste und kostengünstigste Lösung sehen: Die Eurofighter sind schon bezahlt, die betreibt man mit minimalen Stunden, um die Betriebskosten niedrig zu halten und die Lebensdauer möglichst zu strecken. Und die M-346 kommen zur Ausbildung und laufendem Training und in den Fällen zum Einsatz, wo man zwar auch den Eurofighter nehmen könnte, aber nicht unbedingt muss (z. B. Patrouillenflüge).

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Man müsste sich aber auch die Frage stellen, ob man nicht über den eigenen Schatten springen und ein paar gebrauchte Eurofighter-Doppelsitzer für die Phase V der Pilotenausbildung und als zusätzliche Ressource für die aktive LRÜ anschaffen sollte? Die Auslagerung nach Deutschland kostet das BMLV immerhin zwischen 5 und 11 Mio. EUR pro Jahr. Für nur zwei in Ausbildung stehende Piloten und 22-24 h/Pilot (Der Bedarf liegt bei 1,5 Piloten pro Jahr. Die Ausbildung eines Piloten kostet ca. 6 Mio. EUR!).
Ich vermute mit eigenen Doppelsitzern könnte man zwischen 20 und 30 % der Kosten dieser Auslagerung einsparen.

Nur wird es das unter dieser Bundesregierung niemals geben. "Effizienz" bedeutet für diese Leute, dass die aktive LRÜ zwischen "fast nichts" und "nichts" kosten darf. Und Investitionen in die aktive LRÜ werden seit Jahrzehnten gescheut, "wie der Teufel das Weihwasser".
opticartini hat geschrieben:
Mi 26. Feb 2020, 23:15
Wenn man die Anschaffungskosten des Eurofighters berücksichtigt, kann man daraus durchaus ein Argument machen, warum man die NICHT nach nur 13 Jahren abstellen sollte.
Wenn die Bundesregierung das Ziel verfolgt, das Bundesheer zur Selbstauflösung zu zwingen, braucht sie "nur" die Außerdienststellung des Eurofighter und die Anschaffung neuer Kampfflugzeuge zu beschließen. Der parallele Betrieb von zwei Mustern und die Einführungsphase würden dem Heer in sämtlichen Bereichen das Genick brechen, weil zur Finanzierung der Flugzeuge an allen Ecken und Enden gespart werden müsste.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Wenn Deutschland jetzt die Tranche 1 Eurofighter abstellt - dann würden österreichische Piloten dort auf Tranche 2 ausgebildet werden und dann aber die T1 fliegen?

Ich denke es sollte möglich sein, dass man sich die Doppelsitzer-Ausbildung im Einsatzmuster spart. M-346 ist speziell auf die Ausbildung hinsichtlich Eurofighter konzipiert, das heißt z. B. das Fliegen von fortgeschrittenen Manövern, taktisches Training und die Bedienung der Systeme kann man damit machen. Die Spezialisierung auf den Eurofighter beschränkt sich dann noch auf das Trainieren von Bewegungsabläufen im EF-Cockpit und das kann man auch im Simulator machen.

Also quasi: M-346 => EF Simulator => Eurofighter (Einsitzer)

Für die F-35 gibts auch keine Doppelsitzer und deren Piloten haben ein größeres Einsatzspektrum und einen noch komplexeren Flieger als österreichische Piloten. Dieses Konzept eines Zweisitzers für Ausbildungszwecke gehört durch high-performance Trainer und immer besseren Simulatoren sowieso der Vergangenheit an.

Also: Die Investition in high-performance Trainerjets und ev. Simulatoren wäre sinnvoller, zukunftsträchtiger und "kosteneffizienter" als der Betrieb von Eurofighter-Doppelsitzern. (am besten wäre beides aber das ist noch viel weniger realistisch).

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