Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Großgerät, Fliegerhorste, ...
7L*WP
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von 7L*WP »

IndieGrz hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 12:26
Das Bundesheer wäre gut beraten, selbst etwas zur Aufklärungsarbeit im Bereich Kampfflieger beizutragen. Es überlässt die Deutungshoheit Politikern, echten und selbsternannten Experten, Journalisten. Aber offenbar darf oder kann man nicht, weil man der eigenen Ressortchefin widersprechen müsste.
Man darf nicht!!!

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

7L*WP hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 08:28
In der Printausgabe der Kleinen Zeitung gibt es heute einen Leserbrief mit der Überschrift „Lauter Experten“! Geschrieben wurde dieser Leserbrief von Oberst i.R. Dieter „Zorro“ Szolar!
Lauter Experten
Selbstverständlich braucht man zur Luftraumüberwachung auch Flugzeuge, die schneller als der Schall fliegen können. Wie wollen sie ein Flugzeug abfangen, welches mit Mach 0,9 über Österreich fliegt? Wenn man Herren wie Kogler, Darabos, Klug und weitere solche Experten in Sachen Luftraumüberwachung entscheiden lässt, dann braucht man sich nicht wundern, dass schon fast 20 Jahre darum herumgestritten wird und „außer Spesen nichts gewesen“ ist. Ganz nebenbei ist der Eurofighter ein ausgezeichnetes Flugzeug zur Erfüllung dieser Aufgabe, nur nicht die österreichische Ausgabe mit den von Darabos abbestellten „Extras“.
Vorschlag:
-Flugzeugkäufe nur von Goverment zu Goverment (Ausschaltung der Korruption);
-Eurofighter behalten, aber entsprechend „upgraden“ und aufstocken auf 24 Stück, davon vier Doppelsitzer, Stationierung in Zeltweg;
-Beschaffung von 24 Stück MB-346 als Ersatz für die nun bald 50 Jahre alten Saab 105-OE, davon auch vier Doppelsitzer, Stationierung in Linz- Hörsching.
Nur so kann man sich eine glaubhafte Luftraumüberwachung für Österreich vorstellen.

Dieter Szolar, Oberst i.R., Präsident der Kärntner Fliegerelite Alte Adler
Danke Herr Oberst, bis auf die Kleinigkeit mit den 4 Doppelsitzigen MB-346, vollste Zustimmung!
…und es freut mich, dass auch ein Oberst i.R. und ehemaliger Drakenpilot, die gleichen Träume hat, wie wir, wenn wir wieder einmal am Zaun in Zeltweg stehen und auf etwas Action warten!!!
https://www.krone.at/1651348
Sein Vorschlag insgesamt 48 Jetflugzeuge zu betreiben mag idealistisch sein, ist aber völlig unrealistisch.

Und er macht den gleichen Kardinalfehler, den viele Militärs machen: Sie reden den Eurofighter schlecht.

>>Ganz nebenbei ist der Eurofighter ein ausgezeichnetes Flugzeug zur Erfüllung dieser Aufgabe, nur nicht die österreichische Ausgabe mit den von Darabos abbestellten „Extras“.<<

Der Eindruck, der damit entsteht ist NICHT der, der gewünscht ist - nämlich "wir sollten die 'Extras' nachrüsten". Nein, der entstehende Eindruck ist: "Diese Eurofighter sind teure Schrottflieger, die nicht mal ihre grundlegende Aufgaben erfüllen können, also können wir sie uns gleich sparen."

Tatsache ist, dass der momentan betriebene Eurofighter ausreicht, um die von der Politik erwünschten Aufgaben zu erfüllen.

Krexi
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Krexi »

opticartini hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 16:46
Der Eindruck, der damit entsteht ist NICHT der, der gewünscht ist - nämlich "wir sollten die 'Extras' nachrüsten". Nein, der entstehende Eindruck ist: "Diese Eurofighter sind teure Schrottflieger, die nicht mal ihre grundlegende Aufgaben erfüllen können, also können wir sie uns gleich sparen."

Tatsache ist, dass der momentan betriebene Eurofighter ausreicht, um die von der Politik erwünschten Aufgaben zu erfüllen.
Ich weiß nicht, ob der Beitrag eines pensionierten Oberst etwas verändern könnte, an der fast schon Jahrzehnte langen Eintrichterung der österreichischen Bevölkerung durch diverse Medien und Politiker (nur dann wenn sie in Opposition sind), dass Ö eigentlich kein LRÜ braucht :((

Denn wir haben ja Radar, Saab 105 (noch), sind neutral, die Anderen MÜSSEN uns helfen (lesen sie aus dem Staatsvertrag heraus) bzw. als absolutes Killerargument: probieren wir es halt ohne (wird schon nix passieren)
> in Anbetracht dessen hatten die Luftstreitkräfte „großes Glück“ 2001 eine Ausschreibung für Neue Flugzeuge zu bekommen :)
> eine Volksabstimmung, wie zb in der Schweiz wäre nie zu gewinnen
> und das ist für mich das große Problem, für eine Minderheit der Ö, die teuerste Lösung (ich meine Neue, den beim Gripen oder F-16 wäre nix anderes) zu beschaffen, war ein absehbarer Streit auf Jahre hinaus - jetzt Jahrzehnte
> eine Suche nach einer Occasion (wie in der Schweiz oft durchgeführt wurde) wurde nie öffentlich betrieben - seit den Draken hieß es immer, der nächste MÜSSTE ein neuer Jet sein und das Jahre nach Ende des ost/West - Konflikt’s

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

opticartini hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 16:46
Tatsache ist, dass der momentan betriebene Eurofighter ausreicht, um die von der Politik erwünschten Aufgaben zu erfüllen.
Die Politik, die nix besseres zu tun hat, als den selbstverschuldeten Ausrüstungszustand des Eurofighter ohne DASS, IRST und AMRAAM, als Argument gegen das Flugzeug einzusetzen? Meinst Du die?
Krexi hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 19:15
> eine Suche nach einer Occasion (wie in der Schweiz oft durchgeführt wurde) wurde nie öffentlich betrieben - seit den Draken hieß es immer, der nächste MÜSSTE ein neuer Jet sein und das Jahre nach Ende des ost/West - Konflikt’s
Es gibt ja auch keine "Occasionen" am Markt, die man nicht schon nach bis zu zehn Jahren ersetzen müsste. Wenn ich da an Doskozil in "Im Zentrum" denke, der den Zusehern geleaste F-16 aus US-Beständen als "Patentrezept" verkaufen wollte … Also Flugzeuge, die im Schnitt schon 40 Jahre alt sind, vollgestopft mit obsoleter Technik und am Ende ihrer technischen Lebensdauer:
Zuletzt geändert von theoderich am So 23. Feb 2020, 19:48, insgesamt 1-mal geändert.

Dr4ven
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Dr4ven »

Man müsste den Bürgern nur mitteilen, dass es ohne Luftpolizei keine sportlichen Grossereignisse mehr geben wird.
Dazu wackeln dann die Standorte von UNO, OSZE und der OPEC, auch dürfen dann die oberen 10000 statt Alpbach gleich ein 2.Mal nach Davos.
Wien wird ein veritables Problem mit Hotelbuchungen, Arbeitslosen und Werbung als internat. Drehscheibe bekommen, da alle nach Belgien, Finnland oder in die Schweiz abwandern.
Auch wird es keinen POTUS oder andere Staatsbesuche geben, da kann sich Kurz den kommenden
Besuch bei Trump und die wohl kommende Einladung zu neuen Syrien, Israel oder Irangesprächen auch gleich einrexen.

Den selbsternannten Experten ist die Tragweite ihrer Inkompetenz nicht bewusst.
Die Partei über alles, wen kümmert da schon das Land und sein dämliches Stimmvieh?

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

theoderich hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 19:28
opticartini hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 16:46
Tatsache ist, dass der momentan betriebene Eurofighter ausreicht, um die von der Politik erwünschten Aufgaben zu erfüllen.
Die Politik, die nix besseres zu tun hat, als den selbstverschuldeten Ausrüstungszustand des Eurofighter ohne DASS, IRST und AMRAAM, als Argument gegen das Flugzeug einzusetzen? Meinst Du die?
Ja, so wie Michael Bauer das sieht:

https://www.krone.at/2102519
>>
Und die Politik?
Die entscheidet. „Für uns Soldaten ist es einfacher“, sagt Bundesheer-Sprecher Oberst Michael Bauer. „Wir sind gewohnt, zu gehorchen. Wir fliegen das Gerät, das man uns gibt.“
<<

Gewünscht ist Luftpolizei (nicht Luftkrieg) und so ist der Eurofighter ausgestattet: Nicht als Elitesoldat, sondern als Streifenpolizist.

Das kann/sollte man schlecht finden, es gibt aber einfach weder Konsens noch Mehrheit noch eine nennenswerte Lobby, das in die andere Richtung zu ändern, eher im Gegenteil.

theoderich hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 19:28
Es gibt ja auch keine "Occasionen" am Markt, die man nicht schon nach bis zu zehn Jahren ersetzen müsste. Wenn ich da an Doskozil in "Im Zentrum" denke, der den Zusehern geleaste F-16 aus US-Beständen als "Patentrezept" verkaufen wollte … Also Flugzeuge, die im Schnitt schon 40 Jahre alt sind, vollgestopft mit obsoleter Technik und am Ende ihrer technischen Lebensdauer:
Das wäre bei einem Leasing relativ wurscht wie alt die Dinger sind. Technischer Stand würde für den von der Politik gewollten Zweck (siehe oben) ausreichen.

So traurig es klingt aber eines muss man bedenken: Wenn die Saab Draken (!) vom Hersteller weiter unterstützt worden wären, dann hätten wir die hundertprozentig heute noch im Einsatz.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Einstellung von Eurofighter-Verfahren nicht vom Tisch
Schon Ende April 2019 schrieb Ilse Vrabl-Sanda, Chefin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), an den damaligen Justizminister Josef Moser (ÖVP) von einer möglichen Einstellung aller Verfahren. Johann Fuchs, Leitender Staatsanwalt der Wiener Oberstaatsanwaltschaft (OStA), habe laut Vrabl-Sandras Brief zwei mit der Causa betreuten Staatsanwälten gesagt, dass mit Hinblick auf die lange Verfahrensdauer Einstellungen wegen zu geringer Verurteilungswahrscheinlichkeit nötig sein könnten. War er dafür, das ganze Eurofighter-Verfahren abzudrehen? "Nein", sagt Fuchs klar auf Anfrage des STANDARD.
In der Anzeige geht es um den Vorwurf, Airbus habe die Republik beim Verkauf betrogen, unter anderem, weil der Konzern die behaupteten Bestechungszahlungen mitverrechnet und darüber getäuscht habe. Zudem, so der Vorwurf, sei der Konzern gar nicht lieferfähig gewesen. Die WKStA wollte diesen Strang rasch einstellen, weil sie etwa bezweifelt, dass die Täuschungsabsicht nachzuweisen wäre. Zudem liegt ein Gutachten im Akt, wonach eine Täuschungsabsicht bei der Lieferung nicht beweisbar wäre.

An der Neigung der WKStA, das Verfahren einzustellen, ändert auch nichts, dass Airbus mittlerweile in einem Deal mit den USA "nichtdeklarierte Zuwendungen" in der Eurofighter-Causa eingeräumt hat. Auch das sogenannte "Stammverfahren", in dem es um Bestechung rund um Typenentscheidung und Gegengeschäft geht, dürfte großteils eingestellt werden. Auch hier brachte der Airbus-Deal mit der US-Justiz keine neuen Erkenntnisse.
https://www.derstandard.at/story/200011 ... -vom-tisch


Eurofighter-Verfahren | Wie im Krimi: Wende in letzter Minute
Die Republik Österreich sei seit 2002 sowohl über den wahren Kaufpreis als auch über die wahre Lieferfähigkeit und wahre Ausstattung der Eurofighter-Abfangjäger getäuscht worden.

Seit drei Jahren ermitteln Staatsanwälte, später WKStA (Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft), mit mäßigem Erfolg. Seit drei Jahren fürchten Beobachter, das Netzwerk jener, die sich die Hände mit dem Eurofighter-Geschäft schmutzig gemacht haben, könnte das Verfahren im Hintergrund zum Erliegen bringen.

Zu Recht, wie sich jetzt herausstellt. „profil“ berichtet, die WKStA habe Ende 2019 einen „Vorhabensbericht“ ans Justizministerium geschickt, wonach man plane, die Ermittlungen einzustellen.

Rechtshilfeansuchen an USA

Aktuell ist der Entscheidungsprozess jedoch unterbrochen – das Bekanntwerden des Vergleichs von Airbus mit der US-Justiz Anfang Februar funkte in letzter Minute dazwischen. Sicherheitshalber hatte die Finanzprokuratur auch in den USA, Anzeige erstattet. Dort gab Airbus nun nicht deklarierte Zahlungen im Zusammenhang mit dem österreichischen Abfangjäger-Deal zu. Die WKStA richtete daraufhin ein Rechtshilfeansuchen an die USA.

Im Kreuzfeuer der Kritik steht nun der ursprünglich mit der Causa befasste Staatswanwalt R. sowie Kollegin F., die mit dem Verfahren an die WKStA übersiedelte. Beide zeichneten sich offenbar durch eine mehr als lasche Verfahrensführung aus. Dazu kommen Vorwürfe in Richtung Amtsmissbrauch und Verletzung des Amtsgeheimnisses gegen R. sowie der Verdacht, R. habe Absprachen mit Politikern getroffen.

"Wie in einer Bananenrepublik"

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP): "Gerade jetzt sollte man dranbleiben und aufklären statt einstellen", sagte Tanner in einer Aussendung am Samstag. Österreich habe einen Anspruch auf Wiedergutmachung. "Nachdem gerade jetzt nach 17 Jahren durch das Eingeständnis von Airbus in den USA wieder Bewegung in die Sache reingekommen ist, finde ich es wirklich sonderbar, dass die WKSTA die Empfehlung ausspricht einzustellen", findet Tanner. Damit erschwere die WKStA den Weg zu einer vollständigen Aufklärung erheblich.

Ex-Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ): "Ich bin fassungslos. Jetzt muss die türkis-grüne Bundesregierung endlich beweisen, ob ihr wirklich etwas an Aufklärung liegt oder ob es nur bei Lippenbekenntnissen bleibt." Doskozil will wissen, ob Strafrechts-Sektionschef Christian Pilnacek ähnlich wie in der Casinos-Affäre auch im Eurofighter-Verfahren Beschuldigte getroffen hat. "Ich fühle mich nach solchen Veröffentlichungen wie in einer Bananenrepublik."

SPÖ-Verteidigungssprecher Robert Laimer: „Die neuen Erkenntnisse lassen tief blicken und werfen die Frage auf: Hat es 2019 unter dem damaligen ÖVP-Justizminister den Versuch einer politischen Einflussnahme bei den Eurofighter-Verfahren gegeben? Der Verdacht steht im Raum und bedarf dringender Aufklärung. Der Rechtsstaat ist massiv in Gefahr!“ Im April 2019 wurde ein neues Eurofighter-Ermittlerteam in der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft eingesetzt, allerdings ohne Einbindung der Leiterin der WKStA. „Hier gilt es aufzuklären, ob das Team auf Anweisung des umstrittenen Sektionschefs Pilnacek oder des Justizministers eingesetzt wurde“, so Laimer.

Wehrsprecher, NAbg. Reinhard Bösch: „Die heutigen neuen Erkenntnisse zu den Eurofighter Ermittlungen zeigen das Doppelspiel der ÖVP in dieser Frage auf. Auf der einen Seite gibt Verteidigungsministerin Tanner vor, gegenüber Eurofighter eine harte Linie fahren zu wollen, auf der anderen Seite haben die schwarzen Netzwerke in der Justiz hinter den Kulissen offenbar schon vor über einem Jahr die Einstellung der Verfahren betrieben." So solle die Oberstaatsanwaltschaft wenige Wochen nach der ominösen Pilnacek-Dienstbesprechung („Daschlogts es“) die Einstellung der Ermittlungen empfohlen haben. Die ÖVP und insbesondere Sebastian Kurz hätten in der Causa Eurofighter massiven Erklärungsbedarf. Außerdem stelle sich die Frage, warum der im Jahr 2019 amtierende Vertsidigungsminister Mario Kunasek nicht über die Pläne der Justiz für eine Einstellung des Verfahrens informiert worden sei. „Die Rolle der ÖVP ist hier mehr als dubios. Es scheint sich jedenfalls immer mehr zu manifestieren, dass schwarze Netzwerke in den Ermittlungsbehörden massiven politischen Einfluss ausüben, um eine unabhängige Aufklärung zu verhindern."

Der grüne Vizekanzler Werner Kogler: "Die neuen Erkenntnisse aus den USA werden meiner Ansicht nach dazu führen, dass man die Ermittlungen nicht einstellt. Und wie bewerte ich das? Sehr seltsam ist das Ganze. Was die Justizministerin jetzt machen sollte, ist, danach zu trachten, dass die Verfahren nicht vorschnell eingestellt werden. Das Zweite ist, dass sie sich berichten lässt über Hergang, Ablauf und Stand der Ermittlungen. Das braucht es. Denn wenn hier zügiger gearbeitet würde, würde sich die Republik leichter tun mit einem etwaigen Vertragsausstieg."


Neue Fakten

Während die Staatsanwaltschaft untätig blieb, verdichtete sich das Tatsachensubstrat innerhalb dieser drei Jahre. Die Finanzprokuratur legte 2018 eine Zahlungsstromanalyse vor, die den Geldfluss von Airbus hin zu weiteren Empfängern belegten. Verfahrensrichter Ronald Rohrer stellte zum Abschluss des U-Ausschusses im Sommer 2019 unmissverständlich fest, dass Airbus & Co mit der rechtswidrigen Einpreisung von 183,4 Millionen Euro in den Kaufpreis (für Schmiergeldzahlungen) „treuwidrig und unrechtmäßig“ gehandelt habe.

Der Untersuchungsausschuss stellte fest, "dass die Übertragung der Gegengeschäftsverpflichtung an Omesco und sodann an Vector ohne Kenntnis österreichischer Behörden oder Behördenvertreter zu dem Zweck erfolgte, parallel zur Tätigkeit von EBD ein geheim gehaltenes Netzwerk zu schaffen. Dadurch wurden aufgrund von Scheinrechnungen und verschachtelten Offshorefirmen Gelder, die Teil des von der Republik Österreich geleisteten Eurofighter-Kaufpreises waren, einer unrechtmäßigen Verwendung zugeführt.“

Für ÖVP war alles "korrekt"

Auf der „anderen“ Seite ÖVP-Mandatare wie Georg Vetter, die ihre Zweifel an der Anzeige in Buchform publizierten, und der ÖVP-Minderheitsbericht zum U-Ausschuss 2019, wonach alles korrekt abgelaufen sei.

Nun wird also doch nicht eingestellt. Der grüne Eurofighter-Experte Werner Kogler empfiehlt Justizministerin Alma Zadic, dass sie sich künftig direkt berichten lässt über Hergang, Ablauf und Stand der Ermittlungen, um nichts zu riskieren.
https://www.kleinezeitung.at/politik/po ... ter-Minute

opticartini hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 20:07
Gewünscht ist Luftpolizei (nicht Luftkrieg) und so ist der Eurofighter ausgestattet: Nicht als Elitesoldat, sondern als Streifenpolizist.
Nichts für ungut, aber das ist eine populistische "Argumentation" …
opticartini hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 20:07
Das wäre bei einem Leasing relativ wurscht wie alt die Dinger sind. Technischer Stand würde für den von der Politik gewollten Zweck (siehe oben) ausreichen.
Das wäre ganz und gar nicht "wurscht"! Schon einmal etwas von der Badewannenkurve gehört?
opticartini hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 20:07
So traurig es klingt aber eines muss man bedenken: Wenn die Saab Draken (!) vom Hersteller weiter unterstützt worden wären, dann hätten wir die hundertprozentig heute noch im Einsatz.
So sehe ich das nicht. Flugzeuge haben technische Limits, die nicht überschritten werden können. Man hätte sehr wahrscheinlich die Vorschriften gedehnt und ganz bewusst den Tod von Piloten (und von Zivilpersonen bei Abstürzen in bewohntem Gebiet) in Kauf genommen.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Vermutlich hast du mich nicht ganz verstanden. Ich "argumentiere" nicht, sondern ich beschreibe nur den Ist-Zustand. Man kann die Welt so sehen wie sie ist oder wie man sie gerne hätte.

Solange es keine klare Bekenntnis Österreichs dazu gibt, dass man moderne Kampfflugzeuge haben möchte, sondern nur "kosteneffizienteste" Luftpolizisten, solange ist es ziemlich egal welche Überschalljets Dienst schieben. Für den Zweck würden es auch alte, geleaste F-16 tun (nochmal: Ich argumentiere nicht dafür, ich persönlich bin dagegen. Ich beschreibe nur wie es ist).

Gäbe es nicht technische und versorgungstechnische Limits bzw. gäbe es eine Möglichkeit, diese zu einem Non-Faktor zu machen, so würden die Saab Draken heute noch fliegen, siehe Saab 105. Und der Bundesheer-Bauer würde sagen: "Wir fliegen das was wir bekommen."

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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Doppeladler »

opticartini hat geschrieben:
Sa 22. Feb 2020, 21:40
Interessanter Artikel, das mit den jährlichen Betriebskosten ist wirklich schwer zu vergleichen. Ehrlicherweise müsste man die durchschnittlichen Kosten heranziehen, also Gesamtkosten (inklusive Anschaffungskosten und allen laufenden Kosten) dividiert durch Betriebsjahre.
Danke für Dein Feedback! Das die Anschaffungskosten nicht eingerechnet sind steht im Artikel als Begründung dafür, warum sich die jährlichen Kosten so stark annähern. Es ist legitim, diese Anschaffungskosten des EF bei der Gegenüberstellung mit der österreichischen Ist-Situation außen vor zu lassen, weil diese nicht mehr anfallen.

Möchte man die Anschaffungskosten in den Vergleich mit einbeziehen, dann darf man weder über die Dienstjahre des EF beim Heer noch über die Vertragslaufzeit des Gripen rechnen. Man müsste über die gesamte Lebensdauer der beiden Flugzeugtypen rechnen und vergleichen und diese dann auf den gleichen Zeitraum beziehen, in dem die LRÜ sichergestellt werden soll. Kürzere Lebensdauer führt dann zu höheren Kosten. Tschechien zahlt in den 22 Jahren sehr wahrscheinlich auch nicht die vollen Anschaffungskosten. Die Maschinen haben nach ursprünglich 10, jetzt 22 Jahren - wie bei Leasing üblich - einen Restwert. Aber wie schon im Artikel erwähnt. Da kann man vertraglich viel gestalten.
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cliffhanger
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von cliffhanger »

opticartini hat geschrieben:
Sa 22. Feb 2020, 21:40

Nehmen wir folgende Daten für den Eurofighter an:
Betriebskosten: 62.500.000 pro Jahr
Anschaffungskosten: 1.589.000.000
Im Einsatz seit 2007, also 13 Jahre

1.589.000.000 : 13 = ~122.230.000 + 62.500.000 = 184.730.000
Naja wenn man ehrlich ist müsste die Rechnung lauten:

1.589.000.000 dividiert durch sagen wir mal in Österreich typischerweise 50 Jahre Gesamtbetriebszeit(bis 2057) = 31.000.000 + 62.500.000 = 93.500.000 € pro Jahr = sieht doch gleich besser aus....

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