Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Großgerät, Fliegerhorste, ...
anastasius
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von anastasius »

Acipenser hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 09:12
....Getarnte oder abgedunkelte Luftfahrzeuge etwa.
Die abbestellten Zusatzeinrichtungen des Darabosch haben unseren Piloten das Leben und die Arbeit schwerer gemacht,
Wer in der Nacht Flugzeuge nicht eindeutig identifizieren kann, kann auch keine Protestnote senden, sollte deren eindringen unerwünscht sein.

Dr4ven
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Dr4ven »

anastasius hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 15:59
Acipenser hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 09:12
....Getarnte oder abgedunkelte Luftfahrzeuge etwa.
Die abbestellten Zusatzeinrichtungen des Darabosch haben unseren Piloten das Leben und die Arbeit schwerer gemacht,
Wer in der Nacht Flugzeuge nicht eindeutig identifizieren kann, kann auch keine Protestnote senden, sollte deren eindringen unerwünscht sein.
Verbalnote nennt man das.

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

Tribun hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 08:39
Kaufrückabwicklung stelle ich mir auch recht interessant vor. Denn, wenn der Vertrag komplett storniert wird, werden die Gegengeschäfte dann auch rückabgewickelt? Oder täusche ich mich da? Da würdens aber gucken, wenn dann diesbezüglich Schadenersatz von Österreich eingefordert würde...
Bevor es zu einer Rückabwicklung kommt, wird Airbus vor Gericht gehen, weil die Zeit für Airbus spielt.
Vielleicht einigt man sich außergerichtlich auf den Betrag xy, wobei Airbus sicher Interesse hat, hier eine Art Sorglospaket für unsere EF anzubieten, warum sollte Airbus Cash Österreich zurückzahlen?
Allen Anschein nach wollen die Wehrsprecher der Parlamentsparteien mit zu Airbus, das wird sicher eine lustige Truppe.

öbh
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von öbh »

ja wenn die Wehrsprecher aller Parteien mit zu Airbus fahren, ist zu befürchten dass sie mehr vermasseln als positiv zugunsten unserer Luftstreitkräfte zu wirken. Vermutlich hat jeder "Straßenkehrer" mindest gleich viel Ahnung von der Materie "Eurofighter" als unsere Perchtentruppe der Wehrsprecher.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »


opticartini hat geschrieben:
Sa 15. Feb 2020, 21:49
Ich gehe davon aus, dass der "Eurofighter-Vertrag" nicht nur den Kauf der Geräte umfasst, sondern auch die Versorgung mit Ersatzteilen.
Die Ersatzteilversorgung ist nicht Teil der Kaufverträge, sondern der In-Service-Support-Verträge. Diese Verträge wurden erst 2016 bis 2024 verlängert!
Zuletzt geändert von theoderich am Mo 17. Feb 2020, 22:02, insgesamt 1-mal geändert.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

theoderich hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 21:12
opticartini hat geschrieben:
Sa 15. Feb 2020, 21:49
Ich gehe davon aus, dass der "Eurofighter-Vertrag" nicht nur den Kauf der Geräte umfasst, sondern auch die Versorgung mit Ersatzteilen.
Die Ersatzteilversorgung ist nicht Teil der Kaufverträge, sondern der In-Service-Support-Verträge. Diese Verträge wurden erst 2016 bis 2024 verlängert!
O.K. Nachdem Airbus der einzige Anbieter für derartige Support-Verträge ist, wäre das wohl hinsichtlich Rückabwicklung trotzdem so zu bewerten, dass diese Support-Verträge davon betroffen sind (ohne Eurofighter-Kauf gäbe es auch keine Support-Verträge).

Acipenser hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 08:46
Eine Stornierung des Vertrages ist nicht möglich, weil der Vertrag seit über 10 Jahren erfolgreich erfüllt wird.
"Der Vertrag" wird auch hoffentlich nicht storniert (einseitig gekündigt) sondern rückabgewickelt. Das rechtliche Instrument wird sich vermutlich irgendwo analog zu Irrtum und Sittenwidrigkeit befinden.

Vgl. § 870 ABGB: Wer von dem anderen Teile durch List oder durch ungerechte und gegründete Furcht (§ 55) zu einem Vertrage veranlaßt worden, ist ihn zu halten nicht verbunden.

Wobei die komplette Auflösung nicht unverrückbare Folge ist, denkbar ist auch eine Vertragsanpassung/-korrektur.

Außerdem gibt es angeblich im Vertrag selbst einen "Code of Business Conduct", der untersagt, dass quasi keine natürlichen oder juristischen Personen, die an der Auftragsvergabe beteiligt sind, bestochen werden dürfen. Das Problem ist die ganze informelle/politische Ebene (Stichwort: Eine Hand wäscht die andere), wo direkte Korruption schwer nachweisbar ist.

Leider schaffen es die Medien nicht, die rechtliche Seite kurz und knackig zu beleuchten, daher bleiben in der Öffentlichkeit nur populistische Sager diverser Politiker über.

Die momentane Stoßrichtung scheint zu sein: "An andere Länder hat Airbus Strafen gezahlt, also sollen sie das auch bei uns machen." Rechtlich scheint man das aber nicht durchsetzen zu können.

Eventuell könnte man damit drohen, Airbus von Ausschreibungen des Bundes auszuschliessen und auch sonst Stunk zu machen (z. B. in anderen Ländern, wo Eurofighter ein Kandidat ist). Andererseits ist Airbus ein großer Player im Flugzeug- und Rüstungsbereich, wo einige österreichische Unternehmen Zulieferer sind, für die das sicher nicht gesund ist, wenn sie quasi auf schwarzen Liste stehen.

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

Habe gerade "im Zentrum" geschaut:
Egal wie die Sache jetzt ausgeht, ich habe den Eindruck, daß man keine große Lust hat, den EF weiter zu betreiben.
Man will einfach mit Airbus keine Geschäfte mehr machen und folglich auch keine notwendigen upgrades mehr durchführen.
Der EF wird irgendwann in Zwentendorf stehen.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Ich erwarte, dass man jene Lösung wählen wird, die bei den Luftstreitkräften den größtmöglichen und möglichst irreparablen Schaden anrichtet.

öbh
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von öbh »

habe mir die Diskussion auch angesehen - ich hatte den Eindruck, insbesondere von Tanner, Peschhorn und Kogler, dass sie mit allen Mitteln versuchen von Airbus Entschädigungszahlungen zu bekommen, dabei hatte man als Zuhörer das Gefühl, dass sie alle zusammen keine konkrete Vorstellung betreffend Gründe für einen Kaufrücktritt geben konnten. Alle zusammen, ebenfalls der Ex-VM Doskozil, haben null Ahnung betreffend des EF. Es waren ihnen ihre Hilflosigkeit anzusehen, wenn die Diskussionsleiterin Reiterer konkrete Fragen an ihnen gestellt hatte. Es war beschämend zu sehen, welcher Müll dabei hervorgezaubert wurde. Solche unwissende Kasperl wollen bei wichtigen Agenden des Staates ihren Senf dazugeben.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Hofer: "Der Eurofighter kann Flugzeuge, die ohne Transponder in den Luftraum eindringen, nicht erkennen."
Hat der Eurofighter kein Bordradar?

Wenigstens gibt Kogler zu, dass er sich in militärischer Hinsicht nicht auskennt und immerhin wurde den Unterschall-Luftwaffe-Fantasien im Allgemeinen eine Absage erteilt.

Inhaltlich konnte am wenigsten Tanner mithalten, was man ihr aber nicht mal vorwerfen kann, schließlich hat sie im Gegensatz zu den anderen Null Erfahrung mit allen Aspekten der Diskussion. Das zeigt, dass diese Minister-Position nicht nach Sachkompetenz besetzt wurde.

Doskozil ist draufgekommen, dass ihm niemand die Saab Gripen verleast, jetzt geht er mit F-16 hausieren. Vermutlich haben ihm das seine Ami-Freunde empfohlen. Ironisch, wenn in der gleichen Diskussion darauf hingewiesen wird, dass die Abhängigkeit von den USA angeblich neutralitätswidrig sein kann.

Dass eine Aufhebung des Vertrages juristisch überhaupt nicht wasserdicht ist, konnte man auch aus der Diskussion raushören, die Androhung desselben ist eher ein populistischer Bluff und das weiß Airbus sicher. Aber wenn dieser politische Konsens besteht, der in der ORF-Sendung zu spüren war, wird Airbus trotzdem ordentliche Zugeständnisse machen müssen, ich denke da an den kostenlosen Austausch der Flieger gegen Tranche 2 Geräte und niedrige Wartungskosten. Andernfalls wird der Eurofighter stillgelegt und eine Leasing-Variante kommen oder gebrauchte Jets, vermutlich F-16. Damit orientieren wir uns an Rumänien. Ev. könnte auch Dassault Mirage ein Thema sein?

Paar Artikel dazu:

Die Presse, 2017
https://www.diepresse.com/5248637/f-16- ... kommentare
>> F-16 Fighting Falcon: Der VW Golf der Lüfte. Das häufigste Kampfflugzeug der Welt ist auch eines der Bewährtesten, aber dennoch nicht so einfach zu bekommen. <<

Georg Mader interviewt eine Lockheed Martin Führungsperson in DefenceIQ, 2019
https://www.defenceiq.com/air-forces-mi ... m-wugofski
>> F-16 life extension and continued market interest: Interview with Ana M. Wugofski
Austria has recently inquired with the US government about the status and costs of possible alternatives. So, the F-16 is by no means dead, even if it's sometimes painted like that! <<

Reuters, 2017
https://www.reuters.com/article/us-aust ... SKBN19S0ZN
>> The defense ministry said it had already been in touch with other governments, air forces and aircraft producers.
Austria has also spoken with U.S. officials about its interest in the U.S.-built F-16 fighter jet, made by Lockheed Martin Corp (LMT.N), the largest arms maker in the world, according to a source familiar with the matter.
Lockheed is still offering the F-16 in international competitions, although production is due to end, the source said. It would take about three years to start delivering aircraft, or about two years after a contract was signed, the source added. <<

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