Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

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opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Doppeladler hat geschrieben:
Sa 25. Jan 2020, 07:50
Kostengünstig, kosteneffizienteste ... diese Wörter kommen im Text selbst nicht vor. Das wurde nur so interpretiert - tw. auch von Regierungsvertretern selbst. Die Formulierung lässt aber grundsätzlich auch Varianten zu, die die meisten als gute Lösung empfinden würden.
Also ich habe das Regierungsprogramm von hier heruntergeladen:
https://www.wienerzeitung.at/nachrichte ... oaden.html

Da steht auf Seite 228 (ich kopiere das direkt vom PDF): "Weiterhin Sicherstellung der Luftraumüberwachung durch das Österreichische Bundesheer durch eine adäquate und kosteneffizienteste Lösung."

Also nicht IRGENDEINE adäquate und kosteneffiziente Lösung, sondern die adäquate und kosteneffizienteste Lösung.

Was das genau heißt, scheint bis jetzt niemand zu wissen, vermutlich aus den schon oben genannten Gründen. Anders gesagt: Was das Bundesheer als "adäquat" erachtet, ist häufig für den Finanzminister überhaupt nicht "adäquat".

Aufgrund dessen, dass Prinzipientreue (... umfassende Landesverteidigung ... Neutralität ... usw. usf) und Sicherheit durchaus dehnbare Begriffe sind und finanziell nach oben offen sind, kann man davon ausgehen, dass mit "adäquat und kosteneffizienteste" schlichtweg die Option gemeint ist, die für den Finanzminister "adäquat" ist und die trotzdem politisch als Erfolg verkauft werden kann.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Außerdem wird ganz sicher keine "Lösung" präferiert werden, die Verbesserungen bei Betrieb, Ausrüstung oder Bewaffnung vorsieht - solche Verbesserungen wären nämlich durchwegs mit Beschaffungskosten und höherem Betriebs- und Personalaufwand verbunden.

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Doppeladler
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Doppeladler »

Spannend - die ÖVP hat auf ihrer Website eine andere Version:
Weiterhin Sicherstellung der Luftraumüberwachung durch das Österreichische Bundesheer durch eine adäquate und kosteneffiziente Lösung
https://www.dieneuevolkspartei.at/Downl ... m_2020.pdf - Seite 228
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theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Diamond Aircraft D40 und die Militärpilotenausbildung
Nach insgesamt 22 Monaten Pilotengrund- und Einsatzpilotenausbildung mit Verbandflug, Kunstflug, Tiefflug, Schießen mit Bordwaffen, Luftraumüberwachungs-Ausbildung auf der PC-7 erfolgt die Umschulung auf Saab 105OE mit Typenschulung, Verbandflug, Kunstflug, Instrumentenflug, Schießen mit Bordwaffen, die LRÜ-Ausbildung und schließlich die Einsatzpiloten-/Kampfpilotenausbildung.

Da auch die Saab 105OE bereits in die Jahre gekommen ist (Verwendung beim ÖBH seit 1970), entspricht der Stand der Instrumententechnik nicht denen des Eurofighters (z. B. Bildschirme und digitale Datenverarbeitung). Daher muss ein angehender Eurofighter-Pilot einen Zwischenschritt in der Dauer von sechs Monaten in Lecce/Italien in einem modernen Düsentrainer (M-346) absolvieren, bevor er in Deutschland auf einer zweisitzigen Version, über die Österreich nicht verfügt, seine Einschulung auf dem Eurofighter absolvieren kann. Die Ausbildungsinhalte auf der Saab 105OE stellen sicher, dass die Piloten im internationalen Vergleich mit etwa 300 Flugstunden in einem Jet über einen überdurchschnittlichen Erfahrungsstand verfügen, bevor sie in Italien in die M-346 bzw. in Deutschland in den Eurofighter einsteigen. Das verkürzt den Flugstundenaufwand im Ausland auf ein Minimum und senkt die Ausbildungskosten.
Nachfolge Saab 105OE

Moderne Kampfflugzeuge wie der Eurofighter zeichnen sich besonders durch enorme Wendigkeit, gepaart mit hohem Leistungsüberschuss sowie die Integration komplexer Sensoren und Waffensysteme in ein Single-Pilot-Cockpit aus. Dies erfordert von den Piloten eine überdurchschnittliche körperliche Leistungsfähigkeit durch die auftretenden Beschleunigungskräfte und die Fähigkeit zur Informationsverarbeitung großer Datenmengen im Cockpit. Diese Anforderungen sind in der Ausbildung zu berücksichtigen. Daher sollte das Nachfolgemodel für die Saab 105OE ein Zweisitzer mit modernem, digitalem Cockpit sein, um in Zukunft weniger Ausbildung im Ausland zukaufen zu müssen. Der auszubildende Pilot sollte bereits auf dem Düsentrainer einfache Informationen moderner Systeme wie Radar, Frühwarnsysteme oder aktive und passive Selbstverteidigungssysteme verarbeiten können.

Die Präsentation entsprechender Informationen über das Head-Up-Display ist ein zentraler Meilenstein in der Ausbildung und sollte so früh wie möglich in der Ausbildung realisiert werden. Dabei erhält der Pilot wesentliche Informationen über Flugdurchführung und Waffeneinsatz, ohne den Blick in das Cockpit richten muss. Ohne entsprechende Trainingsmöglichkeiten auf einem modernen Düsentrainer ist das für viele Luftwaffen einen wesentlich erhöhter Aufwand in der Ausbildung auf dem Einsatzmuster Eurofighter. Eine Entscheidung bezüglich der Nachfolge der Saab 105OE ist längst überfällig. Ab 2021 dürfen diese Maschinen nicht mehr fliegen.
https://www.truppendienst.com/themen/be ... ng/#page-1

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Doppeladler hat geschrieben:
Di 28. Jan 2020, 13:37
Spannend - die ÖVP hat auf ihrer Website eine andere Version:
Weiterhin Sicherstellung der Luftraumüberwachung durch das Österreichische Bundesheer durch eine adäquate und kosteneffiziente Lösung
https://www.dieneuevolkspartei.at/Downl ... m_2020.pdf - Seite 228
Auch nicht schlecht.

Ich habe mir die Dokumente mal angesehen:

> ÖVP-Download:
https://www.dieneuevolkspartei.at/Downl ... m_2020.pdf
Erstellungsdatum: 07.01.2020 15:15:57
Größe: 46.288.816 bytes
Wörter: 73.204
Zeichen (keine Leerzeichen): 526.607
Zeichen (mit Leerzeichen:): 592.502
Zeilen: 16.369

> Grüne-Download:
https://gruene.at/themen/demokratie-ver ... kommen.pdf
Erstellungsdatum: 02.01.2020 16:20:11
Größe: 46.205.098 bytes
Wörter: 73.186
Zeichen (ohne Leerzeichen): 526.438
Zeichen (mit Leerzeichen): 592.337
Zeilen: 16.358

Ich hab die PDFs automatisiert inhaltlich verglichen. Auf 227 der 328 Seiten gibt es Unterschiede.

Soweit ich das überblicksmäßig sehe, betreffen die Unterschiede eigentlich nur formelle Änderungen und Layout-Anpassungen, wie Interpunktion, Silbentrennung/Zeilenumbruch und Rechtschreibung inkl. Gender-Schreibweise, wobei sich in der Grünen (älteren) Fassung deutlich mehr Fehler befinden. Diese Variante scheinen auch die Medien erhalten zu haben, wobei in deren Fassung 2 Seiten Hochformat auf 1 Seite Querformat gepackt wurden.

Vermutlich hat ein Deutsch-Professor/Lektor (der davor wegen Weihnachten keine Zeit hatte...) bei der ÖVP das Dokument korrekturgelesen und korrigiert, bevor sie es hochgeladen haben.
Vom Erstellungsdatum sieht es so aus als ob das ältere Dokument (2. Jänner) das Original ist, denn am 1. Jänner wurde die Einigung auf das Regierungsprogramm beschlossen und am 2. Jänner wurde es präsentiert. Das ÖVP-Dokument wurde offenbar erst am Tag der Angelobung (7. Jänner) erstellt.

Jedenfalls macht es doch einen feinen Unterschied, ob etwas "kosteneffizient" oder "kosteneffizientest" ist, wobei mir das zweite in dem Zusammenhang einfach merkwürdig übertrieben vorkam (deswegen die mehrmaligen Anspielungen).

Dr4ven
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Dr4ven »

opticartini hat geschrieben:
Di 28. Jan 2020, 21:35

Jedenfalls macht es doch einen feinen Unterschied, ob etwas "kosteneffizient" oder "kosteneffizientest" ist, wobei mir das zweite in dem Zusammenhang einfach merkwürdig übertrieben vorkam (deswegen die mehrmaligen Anspielungen).
Nein, es wird keinen Unterschied machen, was dort genau steht, das hat es ja im Business des Kuhhandels aka Politik nie getan.

Kein TV Moderator oder gar ein unwichtiger Generalstabsoffizier wird einen Kanzler Kurz auf das festnageln können und einen Werner Kogler erst recht nicht.

In der Realität hat noch nie jemand "Betrogener" Kapital aus einer nicht eingehaltener Regierungserklärung schlagen können, im Falle des BMLV erst recht nicht.
Die Regierung wird auch hier wie immer das machen was sie will und was gerade opportun ist, sprich, es wird kein Geld da sein und man wird froh sein, 200 Mio für ein Update rausschlagen zu können.
Neuen Trainer spielt es ohnehin nie mehr, wenn man Standorte schliessen wird müssen - davor schickt man die Piloten lieber mehr ins Ausland, auch wenn es langfristig teurer wird.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Dass diese semantischen Unterschiede in der Realpolitik keine Rolle spielen steht sowieso ausser Frage, darum ging es ja in den letzten Beiträgen nicht.

Ich habs weiter vorne schon geschrieben: Nachdem Begriffe wie Sicherheit, Neutralität und umfassende Landesverteidigung dehnbar sind, ist es gar nicht möglich die kosteneffizienteste Lösung zu finden, weil es letztlich darauf ankommt, wie man die Begriffe definiert.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Luftraumüberwachung: Saab 105OE fliegen wieder

http://www.bundesheer.at/cms/artikel.php?ID=10310


https://www.facebook.com/bundesheer/vid ... ?__tn__=-R






Luftraumüberwachung: Saab 105 fliegen wieder

https://orf.at//#/stories/3153031/
APA hat geschrieben:Die gesamte Luftraumüberwachung wurde seither mit den im Betrieb zehnfach teureren Eurofightern absolviert.
Das heißt also, der "Eurofighter" kostet pro Flugstunde nur halb so viel, wie bisher immer behauptet (30.000 statt 63.000 EUR …)?!? :-)) Hauptsache man schreibt ständig "zehnfach teurer", um die Leser gegen die aktive LRÜ aufzuhetzen.


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https://www.facebook.com/luftstreitkrae ... __tn__=H-R

Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin »

theoderich hat geschrieben:
Mo 3. Feb 2020, 18:06

APA hat geschrieben:Die gesamte Luftraumüberwachung wurde seither mit den im Betrieb zehnfach teureren Eurofightern absolviert.
Das heißt also, der "Eurofighter" kostet pro Flugstunde nur halb so viel, wie bisher immer behauptet (30.000 statt 63.000 EUR …)?!? :-)) Hauptsache man schreibt ständig "zehnfach teurer", um die Leser gegen die aktive LRÜ aufzuhetzen.]
Nein nur gegen den EF weil der Abfangjäger Saab 105 billig ist. Ob jetzt 100000€/70000€/63000€ oder 30000€ ist egal. Hauptsache der Kampfjet der 4. Generation kostet im Betrieb es zehnfache wie der Jet Trainer der 60er. Es zählt nur billig, billiger am Kosteneffizientesten. Was sind wir für eine Bananenrepublik.

Alpine
Beiträge: 46
Registriert: So 29. Apr 2018, 13:07

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Alpine »

ich kenne kein anderes Land der Welt in dem die "geistige" Landesverteidigung so versagt bzw nicht existent ist in Medien und breiten Teilen der Bevölkerung wie bei uns... das wären selbst Bananenrepubliken noch ein Vorbild

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