Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Großgerät, Fliegerhorste, ...
Wolfgang
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Wolfgang »

Glaubt hier wirklich irgendjemand dass wir einen zweiten Abfangjäger bekommen. Nehmt bitte die Scheuklappen ab.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Wolfgang hat geschrieben:
Do 23. Jan 2020, 12:15
Ich weiß jetzt wirklich nicht warum die L39NG so schlecht sein sollte.
Für sich genommen vermutlich nicht. Nur ist Österreich eben ein Spezialfall, wo derartige Trainer-Jets auch Teile der Luftraumüberwachung übernehmen sollen/müssen, weil die eigentlich dafür vorgesehenen Flugzeuge zu teuer sind.

L-39NG ist dafür weniger gut geeignet als die bisherigen Saab-105 weil langsamer. Optimal wäre die M-346, speziell jene mit eingebautem Radar, die dann auch zur aktiven Luftaufklärung und Verdichtung des Radarbildes verwendet werden können.

Aber wenn überhaupt irgendein Gerät gekauft wird, dann das "kosteneffizienteste", also am ehesten der tschechische Flieger oder irgendein gebrauchter.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

opticartini hat geschrieben:
Do 23. Jan 2020, 19:56
Aber wenn überhaupt irgendein Gerät gekauft wird, dann das "kosteneffizienteste", also am ehesten der tschechische Flieger oder irgendein gebrauchter.
Das ist zu befürchten. Womöglich wird gar nichts "gekauft", sondern das BMLV muss jahrelang einen immer höheren Anteil des Budgets an einen Leasinggeber überweisen. Also ein ähnliches Millionengrab wie die Montecuccoli-Kaserne - nur in viel größeren Dimensionen. Einzig für den Flugbetrieb wäre ein Leasingvertrag vorteilhaft - durch die hohe Planbarkeit und ein eventuelles "All-inclusive-Paket" (Ersatzteilversorgung, Wartung, Bereitstellung von ausreichend Flugstunden, etc.).

iceman hat geschrieben:
Do 23. Jan 2020, 12:28
Braucht es unbedingt eine Herkules oder ginge es in der Größe einer C-27 oder Casa auch?
Ich finde die L39NG jetzt auch nicht so schlecht...
Eine C-130 und eine C-27J oder C-295 sind zwei völlig verschiedene Klassen von Flugzeugen. Eine C-130K hat eine Reichweite zwischen 3600 (18 t Nutzlast) und 6000 km (10 t Nutzlast). Um dieselbe Nutzlast zu transportieren, müsste eine C-27J (5100 km Reichweite bei 4,5 t Nutzlast) mindestens zweimal oder eine C-295 vier- bis fünfmal fliegen. Das bedeutet natürlich zusätzlichen logistischen und Wartungsaufwand.

Dr4ven
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Dr4ven »

Die C-130K werden ersatzlos auslaufen.

Es ist angeblich eine EU "pooled-and-shared" Transportstaffel in Tschechien geplant, bei der auch Österreich mitmachen wird, ähnlich der 3 C-17 Globemaster III die in PAPA/Ungarn stehen.
Wenn es genug Maschinen und Stunden gibt, ist das nicht die schlechteste Lösung, um auch mal etwas "low-profile" zu unternehmen.

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Doppeladler
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Doppeladler »

Unter "Kosteneffizienz" versteht man den Vergleich der erreichbaren Wirkung durch Maßnahmen mit den zu erwartenden Kosten für diese Maßnahmen. Das ist nicht gleichbedeutend mit "möglichst billig". Wenn eine Lösung nicht grundsätzlich brauchbar ist, kann sich auch nicht kosteneffizient sein.

Admin: Transporter sind off-topic!
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cliffhanger
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von cliffhanger »

Dr4ven hat geschrieben:
Fr 24. Jan 2020, 14:21
Es ist angeblich eine EU "pooled-and-shared" Transportstaffel in Tschechien geplant, bei der auch Österreich mitmachen wird, ähnlich der 3 C-17 Globemaster III die in PAPA/Ungarn stehen.
Wenn es genug Maschinen und Stunden gibt, ist das nicht die schlechteste Lösung, um auch mal etwas "low-profile" zu unternehmen.
Off topic aber trotzdem: Genau das ist die schlechteste Lösung...

Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin »

Dr4ven hat geschrieben:
Fr 24. Jan 2020, 14:21
Die C-130K werden ersatzlos auslaufen.

Es ist angeblich eine EU "pooled-and-shared" Transportstaffel in Tschechien geplant, bei der auch Österreich mitmachen wird, ähnlich der 3 C-17 Globemaster III die in PAPA/Ungarn stehen.
Wenn es genug Maschinen und Stunden gibt, ist das nicht die schlechteste Lösung, um auch mal etwas "low-profile" zu unternehmen.
Kurz off Topic.

Nein das stimmt nicht. Diese Staffel wird in Lechfeld mit dem A400M aufgebaut. Derzeit sind neben Deutschland nur Ungarn fix dabei. Mit Tschechien und Italien wird derzeit noch verhandelt.

So wieder zurück zum ursprünglichen Thema

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Doppeladler hat geschrieben:
Fr 24. Jan 2020, 14:58
Unter "Kosteneffizienz" versteht man den Vergleich der erreichbaren Wirkung durch Maßnahmen mit den zu erwartenden Kosten für diese Maßnahmen. Das ist nicht gleichbedeutend mit "möglichst billig". Wenn eine Lösung nicht grundsätzlich brauchbar ist, kann sich auch nicht kosteneffizient sein.
Von "Kosteneffizienz" war auch nicht unbedingt die Rede, sondern von "kostengünstigst" = billigste brauchbare Lösung.

Was unterscheidet eigentlich "grundsätzlich brauchbar" vom ganz normalen "brauchbar", wo liegen die Grenzen zu "weitgehend brauchbar" oder "einzig brauchbar"?

In jedem Fall ist der Haken an der Sache nicht die Definition von "Kosteneffizienz", sondern die Definition von "brauchbar" oder anders gesagt: Welche Wirkung soll überhaupt erreicht werden? Wenn es nach dem Bundesheer ginge, wären 30 Stück Eurofighter "brauchbar", wenn es nach manchen Politikern ginge, dann gar keine.

In der Realität bestimmen also häufig Politik / Regierung was brauchbar ist und das Bundesheer muss dementsprechend seine Konzepte daran anpassen, darum dreht sich letztlich diese Diskussion.

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Doppeladler
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Doppeladler »

Im Regierungsprogramm steht:
o Bekenntnis zur Luftraumüberwachung und zum Schutz des österreichischen Luftraums durch das Österreichische Bundesheer und Aufrechterhaltung einer leistungsfähigen aktiven und passiven Luftraumüberwachung
o Weiterhin Sicherstellung der Luftraumüberwachung durch das Österreichische Bundesheer durch eine adäquate und kosteneffiziente Lösung
Kostengünstig, kosteneffizienteste ... diese Wörter kommen im Text selbst nicht vor. Das wurde nur so interpretiert - tw. auch von Regierungsvertretern selbst. Die Formulierung lässt aber grundsätzlich auch Varianten zu, die die meisten als gute Lösung empfinden würden.
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theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

"Leistungsfähig", "adäquat" und "kosteneffizient" sagt leider gar nichts über die angestrebte Qualität aus.

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