Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

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theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » So 21. Okt 2018, 00:44

opticartini hat geschrieben:
So 21. Okt 2018, 00:06
Ergo: Ein Upgrade der Elektronik eines EF Tranche 1 funktionierte zwar in einem Versuchsflugzeug, aber es macht wenig Sinn, da man damit der weltweit einzige Betreiber dieser Frankenstein-Kombination wäre und das noch dazu in relativ geringer Stückzahl.
Es hätte auf jeden Fall Sinn gemacht. Die Obsoleszenzproblematik betrifft schließlich vorwiegend die Avionik der Tranche 1. Mit der Einrüstung von Hardware der Tranche 2 Block 8 hätte man heute keine Versorgungsschwierigkeiten. Dabei ging es um Hardware, die von allen anderen Betreiberstaaten genutzt wird. Im Avioniksystem des Eurofighter gibt es 14 Computer:
  • Front Computer
  • Air Data Computer (ADC)
  • Attack Computer (AC)
  • Defensive Aids Computer (DAC)
  • 4 Flight Control Computers (FCC)
  • Right Fuel Computer (RFC) - Fuel System
  • Left Fuel Computer (LFC) - Fuel System
  • Landing Gear Computer (LGC) - Landing Gear System
  • Navigation Computer (NC) - Navigation System
  • Left Secondary Power System Computer (LSPS) - EJ 200 Engine Turbofan
  • Right Secondary Power System Computer (RSPS) - EJ 200 Engine Turbofan
Keine Baugleichheit hätte bei Strukturteilen der Flügel und beim Fahrwerk bestanden - das hätte man aber in den Griff bekommen können. Das sind keine Teile, die in fünf oder zehn Jahren technisch überholt sind.

Fotos von den Flugtests und einige Artikel in einer Firmenzeitschrift geben einen guten Eindruck, was mit Flugzeugen möglich gewesen wäre, die nach Vorbild von IPA2 nachgerüstet worden wären (Das Flugzeug links ist IPA4, mit dem die MBDA Meteor erprobt wurde.):

Bild
https://www.eurofighter.com/multimedia/ ... hadow-1833

Bild
https://www.eurofighter.com/multimedia/ ... hadow-1830

Eurofighter Typhoon flies METEOR
Beyond Visual Range Lethality
In May, the focus of the testing shifted to Decimomannu, Italy, as IPA2 began a ten-flight campaign with Meteor. Continuing the data gathering, the missile was flown for the first time on the underwing, outboard pylons on the aircraft, exploring the weapon’s reactions to flutter and vibration. The result of the two 2007 campaigns is that Meteor has now flown successfully on all operationally-applicable weapon stations on Eurofighter Typhoon.
http://www.defense-aerospace.com/dae/sp ... screen.pdf

Flight Test Fleet Powering Ahead
Qualifying Tranche 2
IPA2, the Alenia-operated aircraft, has been carrying out important AMRAAM C5 separation tests. The objective was to check on the safe jettison of the missile in relation to other stores ensuring that, on launch, a safe distance is achieved between the weapon itself and the Paveway II store still loaded on the inboard pylon of the aircraft. Both the jet and the missile performed flawlessly. The successful test flight, conducted by Alenia Aeronautica at Decimomannu Air Base, Sardinia, means that all required weapons for operation with Tranche 1 are now cleared, including AIM-9L, ASRAAM, AMRAAM and IRIS-T for air-to-air combat, and Paveway II, Enhanced Paveway II, GBU-10 and GBU-16 for air-to-ground tasks. Lending their presence to Tranche 2 testing further, several IPAs have, in recent weeks, been heavily and successfully involved in Equipment qualification. The Computer Symbol Generator (CSG) and the Identification Friend/Foe (IFF) transponder have been put through a rigorous evaluation procedure to ensure the correct tagging of other airborne platforms. Additionally, the Interface Processor Unit (IPU), the system that deals with all Bus traffic between aircraft systems, has undergone a series of tests assessing correct maintenance recording and failure tracking.
http://www.defense-aerospace.com/dae/sp ... 1-2008.pdf

Flight Test Achievements
More Capabilities!
On the morning of 24 October, Instrumented Production Aircraft Two (IPA2) lifted off from Alenia Aeronautica’s Caselle plant near Turin carrying the advanced Paveway IV air-to-surface weapon. The first phase aeromechanical integration tests with the new 500lb precision-guided store focussed on flutter and vibration investigations and were run by Alenia.
Various software packages have been seeing some flight time over the Summer and Autumn months. IPA2, IPA3 and IPA4 have all completed their contributions on the so-called Service Release Package SRP4.3, which is the final software release for the Block 8b standard covering multi-ship campaigns. Also, the 5.1 software, also known as the Final Operational Capability software, has made its first flights on the IPAs, and it will form the basis for all Tranche 2 standard and beyond aircraft.
http://www.defense-aerospace.com/dae/sp ... 2-2008.pdf

IPA update
Test the Best!
IPA 2, who recorded the earliest first flight of all the IPAs on 5th April 2002, Italian owned, tested the communication and navigation systems. It was also involved in weapons testing and was prominent in the Tranche 2 EJ200 testing. Currently in Caselle, the Alenia site in Turin, IPA 2 started a one year lay-up where it will undergo substantial modifications to bring the aircraft up to the functionality of a Tranche 2 production aircraft. The lay-up will involved dismantling the aircraft and updating its computers.
P1 Enhancements for Eurofighter Typhoon Move Forward
At the same time, Italian IPA2 performed trials with the 500lb Paveway IV bomb. After completion of Flutter and Environmental trials, the recent activities were focused on confirming the aircraft performance characteristics with the new class of dual mode guided 500lb bombs.
http://www.defense-aerospace.com/dae/sp ... 1-2009.pdf
Zuletzt geändert von theoderich am So 21. Okt 2018, 21:11, insgesamt 3-mal geändert.

Hmmwv
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Hmmwv » So 21. Okt 2018, 18:40

Kann es sein das man Darabos genau mit dem Prototyp verkaufen konnte die Tranche 1 Maschinen zu nehmen weil ja nur a bissl a Hardware (nicht EDV) anders ist?

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Mo 22. Okt 2018, 00:29

Der hatte doch keine Ahnung, was einen Block 5 und einen Block 8 tatsächlich ausmacht! Und die Herstellerfirma hat die Tranchenfrage damals einfach heruntergespielt. Die Grundlage für diese Entscheidung haben die damaligen Oppositionsparteien SPÖ und Grüne ganz alleine gelegt:
  • Pilz mit neuen Vorwürfen (18. Mai 2006)
    Außerdem handle es sich bei den Geräten der bestellten Tranche zwei nicht um Abfangjäger, sondern um Jagdbomber - ohne spezifische Ausrüstung, wie Pilz bei einer Pressekonferenz betonte.
    "Von allen bisherigen Bestellern zahlt Österreich den höchsten Preis", mutmaßte Pilz. Er verglich den Anschaffungspreis von 108,33 Millionen Euro mit dem der deutschen Luftwaffe: Diese würde lediglich 85,55 Millionen Euro für ein Modell zahlen, also 22,78 Mio. weniger. Dafür gebe es keine sachliche Begründung, legte Pilz nach, um Interessen der Republik könne es sich wohl kaum handeln.
    Jagdbomber oder Abfangjäger?

    Noch ein weiteres Detail aus dem Vertrag ist den Grünen ein Dorn im Auge: Das Verteidigungsministerium habe laut Vertrag Jagdbomber bestellt, obwohl Abfangjäger ausgeschrieben gewesen seien.

    Dazu habe man auf jegliche spezifische Ausrüstung für Jagdbomber ausdrücklich verzichtet, "wir haben ein Hochleistungsgerät, das wichtige Hochleistungsfunktionen nicht erbringen kann", ist sich der Grün-Politiker sicher.
    https://newsv1.orf.at/060518-131/
  • Drei Minister mauern (18. Mai 2006)
    Es könne einfach nicht sein, dass vertragsmäßig im Fall einer Änderung beispielsweise von Tranche eins auf Tranche zwei der Eurofighter kein Liefertermin ausgemacht sei, meinte Cap. "Die können liefern 2010 oder 2020 oder 2030, wann sie wollen, so nach dem Motto, wir sehen das nicht so eng." Cap sprach von der Aufnahme des "St.-Nimmerleinstags" in den Vertrag.
    https://newsv1.orf.at/060518-131/
  • Darabos' Prophezeiung (8. Mai 2007)
    Darabos' Sprecher Answer Lang präzisierte am Dienstag etwas: Es gehe um die Frage der "Baugleichheit". Techniker des Bundesheeres würden ab 14. Mai prüfen, ob das Flugzeug dem entspricht, was vertraglich festgelegt wurde. Es seien schon längere Zeit "einige Techniker" im deutschen Eurofighter-Werk Manching stationiert.
    https://newsv1.orf.at/070508-12046/
  • Zwölf statt 18 Jets möglich? (14. Juni 2007)
    Die Verhandlungen mit Eurofighter nähern sich laut dem Verteidigungsminister jedenfalls einem Konsens. Über den Inhalt sagte er einmal mehr so gut wie nichts. Es gehe immer noch sowohl um mögliche Kostenreduktionen bei den Betriebs- und Anschaffungskosten sowie um die Verringerung der Stückzahl.

    Auch der Ausstieg zum Nulltarif sei immer noch möglich, sollten illegale Geldflüsse nachgewiesen werden, meinte Darabos. Die kolportierte Kostenersparnis durch Nichtaufrüstung der Tranche eins auf die weiterentwickelte Tranche zwei bezeichnete er als eine Möglichkeit.
    https://newsv1.orf.at/070614-13379/
  • Zahlenspiele mit dem Eurofighter (21. Juni 2007)
    Jets aus Tranche eins?

    Auch eine andere Sparvariante wird bereits länger diskutiert: Jeloschek bestätigte auch die Überlegung einer Verbilligung durch die Nicht-Aufrüstung der Tranche eins auf die weiterentwickelte Tranche zwei. Da der Unterschied in der Fähigkeit "egal" sei, sei das ein "wesentlicher Punkt".

    Laut Rauen sind der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Tranchen lediglich fünf Computer. Außerdem könne man bei Tranche zwei andere Waffen anmontieren.
    https://newsv1.orf.at/070621-13608/
  • Gutachten warnt vor Folgen (25. Juni 2007)
    Koziol sieht in seinem Gutachten drei Ausstiegsszenarien:

    [...]
    • Ein möglicher Ausstiegsgrund könnte sich laut Koziol aus der Tatsache ergeben, dass Eurofighter an Stelle von Flugzeugen der moderneren Tranche zwei auch ältere Modelle der Tranche eins liefern darf, die später umgerüstet werden. Eine "vollständige Gleichwertigkeit" dieser beiden Tranchen müsse laut dem Vertrag aber nicht gewährleistet werden. Für Koziol ist "fraglich, ob die Republik ausreichend über die relevanten Unterschiede (zwischen Tranche eins und Tranche zwei, Anm.) aufgeklärt wurde".
    https://newsv1.orf.at/070625-13728/
  • Statt 18 "nur" 15 Eurofighter (26. Juni 2007)
    Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) hat am frühen Dienstagabend überraschend eine Einigung mit EADS in Sachen Eurofighter-Kauf verkündet. Er hatte sich bereits in den vergangenen Tagen mit der Eurofighter GmbH auf einen Kompromiss geeinigt.

    Wie sein Pressesprecher Answer Lang als erster bestätigte, sollen statt 18 nur 15 Jets gekauft werden. Alle Jets sollen der "Tranche eins" angehören und nicht auf die modernere "Tranche zwei" aufgerüstet werden. Insgesamt soll das Sparpotenzial bei rund 400 Mio. Euro liegen.
    Erzielt werden die Einsparungen demnach durch drei Punkte: Erstens durch die Lieferung von 15 (statt 18) Flugzeugen der "Tranche eins" (statt "Tranche zwei"), zweitens durch die "strikte Anpassung" der Ausstattung der Flugzeuge auf die Aufgabe der Luftraumüberwachung und drittens durch eine Preisreduktion beim noch zu unterschreibenden Betreuungsvertrag.
    https://newsv1.orf.at/070626-13795/
  • ÖVP spricht von "Mogelpackung" (26. Juni 2007)
    Für Cap waren die ursprünglich bestellten Eurofighter dagegen "sündteure Kampfbomber" und für österreichische Zwecke überqualifiziert. "Jetzt wird es eine abgespeckte Variante geben: Neutralitätsflieger sagen wir dazu, nicht mehr Kampfbomber", lobte der SPÖ-Klubchef das Vorgehen des Verteidigungsministers.
    https://newsv1.orf.at/070626-13801/
  • Eurofighter-Sparprogramm in Zahlen (27. Juni 2007)
    Nachdem Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) Mitte der Woche - mit Verspätung - dem Rechnungshof (RH) seine Stellungnahme zum Eurofighter-Prüfbericht übermittelt hat, sind nun die Zahlen auf dem Tisch.

    Darabos hatte den RH, der den vertraulichen Prüfbericht bereits im April erstellt hatte, zuletzt noch um eine Fristverlängerung ersucht, um "zusätzliches Einsparungspotenzial" durch seinen Deal mit dem Hersteller EADS vom Vorjahr, der u. a. eine Reduktion der Stückzahl zur Folge hatte, neu zu berechnen.
    Weniger Personal - keine "Upgrades"

    In der Stellungnahme des Ministeriums werden nun insgesamt Einsparungen von über 730 Mio. Euro aufgelistet. Die setzen sich laut APA u. a. aus Einsparungen bei Material- und Betriebsaufwand, im Infrastruktur- und Logistikbereich (250 Mio.), bei den Treibstoffkosten (40 Mio.), der Wartung (90 Mio. Euro), bei Gehältern durch die Reduktion der Zahl von Piloten und Technikern (38 Mio.) und durch den Verzicht auf "Upgrades", die für die abbestellte Tranche 2 notwendig gewesenen wären (252 Mio.) zusammen.
    https://newsv1.orf.at/070627-13841/
  • Darabos' Eingeständnis (27. Juni 2007)
    Laut Eurofighter GmbH stimmt es auch nicht, dass es sich bei den Tranche-eins-Flugzeugen um "alte Jets" handelt. Hoeveler: "Tranche-eins-Flieger reichen für die Luftraumüberwachung, wie sie Österreich benötigt, aus." Sie später technisch nachzurüsten, sei "problemlos möglich".
    https://newsv1.orf.at/070627-13841/
  • ÖVP legt nach // Werbeschlacht mit Inseraten (28. Juni 2007)
    Der neue Slogan der SPÖ, am Mittwoch per Inserat in mehreren Tageszeigungen verbreitet, lautet: "Neutralitätsflieger statt ÖVP-Kampfbomber!"

    Die SPÖ will ihre "Informationsoffensive" nun noch "ein paar Tage" fortsetzen, kündigte Bundesgeschäftsführer Josef Kalina gegenüber der APA an.
    https://newsv1.orf.at/070628-13853/
  • Kampfflugzeugsystem „Eurofighter Typhoon“ Veröffentlichung des wörtlichen Protokolls über die öffentliche Befragung der Auskunftsperson Mag. Norbert Darabos (411/KOMM)
    Abgeordneter Hannes Weninger (SPÖ): Was hätten die 18 noch mehr gekonnt?

    Mag. Norbert Darabos: Ja, wie gesagt, grundsätzlich nichts. Ich habe zwei Dinge abbestellt: das FLIR- und das DASS-System. FLIR heißt Flying-Infrarot-System und das DASS-System ist das System, das ich schon kurz angesprochen habe, wo es darum geht, dass sich die Eurofighter, wenn sie angegriffen werden, mit Wärmekugeln verteidigen können, damit keine Lenkwaffe auf sie gerichtet werden kann. Das ist aber nicht der Sinn des Systems. Der Sinn ist - -

    Zufälligerweise – habe ich jetzt in dieser Woche aus dem Radio erfahren – fliegen die jetzt auch wieder über Österreich und machen Übungen, mit Ultraschallgeschwindigkeit und so weiter. Also die Einsatzfähigkeit ist offensichtlich gegeben.

    Es hätte zwischen Tranche 1 und Tranche 2 aus meiner Sicht keinen Unterschied gegeben – ganz im Gegenteil. Es reicht uns die Tranche 1 völlig aus, um das, was die Eurofighter erledigen sollen, auch zu erledigen, nämlich den Luftraum zu überwachen. Ich war als Verteidigungsminister beinahe wöchentlich über eine sogenannte Alpha-Nummer damit konfrontiert, wo auch klar geworden ist, dass die Eurofighter nicht nur einsatzfähig sind, sondern auch den Luftraum überwachen.

    Meistens ist es darum gegangen, Flugzeuge, die aus dem deutschen Luftraum gekommen sind und vergessen haben, die Frequenz zu verstellen, abzudrängen beziehungsweise darauf aufmerksam zu machen, dass sie diesen Luftraum auch mit einer Frequenz ausstatten müssen, damit sie für den Tower in Österreich erreichbar sind. Ich finde, dass das gut funktioniert hat.

    Die andere Frage ist – und das ist ja eigentlich der Grund des Untersuchungsausschusses –, was es an Täuschungsmanövern gegeben hat, was den Kaufpreis betrifft, was die Einschätzung betrifft. Grundsätzlich ist diese Tranche 1 aber genauso gut wie die Tranche 2.

    Jetzt plaudere ich ein bisschen, aber ich höre schon auf, weil man im Untersuchungsausschuss nicht plaudern darf. Ich war selbst zweimal bei den Airshows. Ich habe gesehen: Das Flugzeug kann was, ja, aber auch das Flugzeug kann was. Also ist das für unsere Luftraumüberwachung aus meiner Sicht durchaus adäquat. Das andere Gerät wäre billiger gewesen, aber das ist eine Geschichte, die, wie gesagt, mittlerweile nicht nur zehn Jahre her ist, sondern 15 Jahre her ist.
    Mag. Norbert Darabos: Das ist richtig, ja. Aus meiner Sicht wäre es ein schwerer Fehler gewesen, hier verschiedene Tranchen anzukaufen.

    Wir haben mit den Verträgen – den sogenannten ISS-Verträgen – dafür gesorgt, dass eine Reduzierung, wie gesagt, um 120 Millionen € möglich war. Das wäre wahrscheinlich nicht möglich gewesen, wenn wir zwei Tranchen von Flugzeugen angekauft hätten.
    Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Es gibt nichts. Wo ist berechnet worden, wie viel wir zurückbekommen, wenn wir statt Tranche 2 Tranche 1 nehmen? Wer hat das berechnet?

    Mag. Norbert Darabos: Ich kann Ihnen noch einmal sagen: Es geht um einen Vergleich, und dieser Vergleich hat die Reduzierung der Stückzahl mit diesen 250 Millionen so festgelegt.

    Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Herr Mag. Darabos, in einem Vergleich muss es eine Verhandlungsposition geben. Auch wenn Sie mit einem Theoretiker hinfahren, eine Verhandlungsposition müssen Sie ja zumindest haben.

    Was war die Verhandlungsposition der Republik Österreich in Bezug auf Tranche 1, Tranche 2?

    Mag. Norbert Darabos: Es war die Verhandlungsposition, dass wir eine Reduzierung der Flugzeuge erreichen, dass wir billiger werden und dass wir einen Vergleich schaffen, der uns von diesen 18 Flugzeugen trennt. Es gibt in der Taskforce sicher Berechnungen, aber ich habe keinen Zugang zu den Akten.

    Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Es gibt keine Berechnungen, es gibt keine Unterlagen, es gibt für die ganze Zeit der Vergleichsverhandlungen kein Fuzerl Papier, weder in den Kabinettsakten, noch in den Ministerialakten – nichts!

    Warum gibt es keine einzige schriftliche Aufzeichnung über die Vorbereitung und Durchführung der Vergleichsverhandlungen?

    Mag. Norbert Darabos: Das kann ich Ihnen nicht beantworten.
    https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini » Mo 22. Okt 2018, 08:55

Die Aufgabe von Darabos war, soviel wie möglich an Euros herauszuholen, damit sich Gusenbauer politisch als "Sozialfighter" positionieren kann. Welche Auswirkungen das langfristig hat, war nebensächlich. Dass bei einem derartigen System auch laufende Kosten anfallen, war scheinbar egal, es ging nur um die Anschaffungskosten.

Natürlich reicht Tranche 1 aus, den Luftraum zu überwachen. Das Problem sind die Kosten, die durch die Obsoleszenzen entstehen, also z. B. Teile, die nicht mehr (serienmäßig) hergestellt werden und damit teurer sind, als sie sein sollten und wo die Kosten schwer abzuschätzen sind aber tendenziell mit der Zeit eher deutlich höher als niedriger werden.

Das wäre wieder eine typisch österreichische Lösung: T2 bestellen, T1 kaufen und diese dann auf T2 umbauen. Soweit ich weiß plant kein anderes Betreiberland, die T1 aufzurüsten, damit wäre Österreich alleine.

Laut diesen Artikeln von 2016:

https://fightersweep.com/4988/tranche-1 ... ert-force/
https://www.janes.com/article/81705/raf ... -squadrons

plant z. B. die RAF ungefähr die Hälfte ihrer T1 (zwei Staffeln zu 12 Maschinen) bis 2030 quasi als Reserve für die Luftabwehr im eigenen Land und zum Training zu verwenden. Ursprünglich hätten die Maschinen bis 2020 stillgelegt werden sollen.

Zitat: "Es gibt sehr wenige baugleiche Ersatzteile zwischen T1 und T2/T3 und die Aufrüstung wäre zu kompliziert und teuer."

Insgesamt hatte UK mehr als 50 der T1. Ich kann mir vorstellen, dass man die restlichen T1-Maschinen zum Ausschlachten verwendet. Eine Option, die Österreich nicht hat. Immerhin dürften die Briten schon mal in Österreich zwecks T1-Kooperation angefragt haben, inklusive Offert von BAE Hawk als Ersatz für die Saab 105.

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Italien scheint seine T1 zumindest teilweise verkaufen zu wollen:

http://www.defense-aerospace.com/articl ... garia.html

"Italian Eurofighter Proposal Submitted to Bulgaria. The Italian offer is based on the supply to the Bulgarian Air Force of Tranche 1 Eurofighter Typhoons from the Italian Air Force."

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Spanien hat vor einiger Zeit ihre T1 Peru angeboten:
https://www.flightglobal.com/news/artic ... ru-381843/

"Spain's government has tendered a proposal to its Peruvian counterpart covering the possible sale of 18 Tranche 1 Eurofighter combat aircraft currently in service with its air force."

Spanien verwendet die T1 außerdem zum Training und scheint sein eigenes Weiterentwicklungsprogramm zu fahren:

"Concerned by a lack of growth potential within the wider Eurofighter programme when it comes to the early Tranche 1 airframes, the Spanish Air Force opted out of the core plan for the Tranche 1s and instead elected to develop its own OFP 01 and OFP 02 upgrades."

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Zu Deutschland finde ich auf die Schnelle nichts, die sind vermutlich ähnlich planlos wie wir.

Insgesamt scheint es also keine einheitliche Strategie zu geben, was mit den T1 passiert.

Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin » Mo 22. Okt 2018, 10:54

Zu Deutschland finde ich auf die Schnelle nichts, die sind vermutlich ähnlich planlos wie wir.
Deutschland hat mehr oder minder beschlossen die Tranche 1 fix außer Dienst zu stellen und durch wahrscheinlich 35 neue T3b zu ersetzen. Alle Tranche 1 werden in der nächsten Zeit beim TaktLwG 73 in Laage zusammen gezogen und dienen nur mehr beim Ausbildungsgeschwader.

Verweigerer
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Verweigerer » Mo 22. Okt 2018, 11:02

Warum fragt man nicht bei den Italienern an in Bezug auf deren T1 in Verbindung mit M-346? Ähnlich zur Kooperation mit der Royal Airforce und Hawk?

öbh
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von öbh » Mo 22. Okt 2018, 12:12

Doskozil hatte unbedingt vor unsere EF stillzulegen, ohne einen Cent für diese abbezahlten Flugzeuge zu bekommen, da diese offenbar ohne Erlaubnis von Airbus nicht veräußert werden dürfen. Anstatt dessen wurde die Anschaffung von neuen Gripen oder F-16 zu einem Preis von vmtl über 2 Mrd Euro dargestellt. Die Kosten für die Umstellung auf die Logistik der neuen Flugzeuge kämen noch extra dazu. Also sei das Geld für so eine Anschaffung anscheinend zur Verfügung gestanden.
Es wäre daher ebenfalls eine Option neue EF anzuschaffen, wobei Airbus unsere EF zurücknehmen sollte. In Hinblick auf den Erlös für die Rücknahme unserer EF, den Preisvorteil durch bereits vorhandene Logistik sowie seitens des Ministers an Airbus gestellte Forderung des finanziellen Entgegenkommens, müsste der Preis gegenüber neuen Gripen oder F-16 eher unterhalb liegen.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich » Mo 22. Okt 2018, 12:24

öbh hat geschrieben:
Mo 22. Okt 2018, 12:12
Doskozil hatte unbedingt vor unsere EF stillzulegen, ohne einen Cent für diese abbezahlten Flugzeuge zu bekommen, da diese offenbar ohne Erlaubnis von Airbus nicht veräußert werden dürfen. Anstatt dessen wurde die Anschaffung von neuen Gripen oder F-16 zu einem Preis von vmtl über 2 Mrd Euro dargestellt. Die Kosten für die Umstellung auf die Logistik der neuen Flugzeuge kämen noch extra dazu. Also sei das Geld für so eine Anschaffung anscheinend zur Verfügung gestanden.
Doskozil hat damals bei der Pressekonferenz behauptet, es gäbe die Zustimmung des Bundeskanzlers, Christian Kern, und des Finanzministers, Hans Jörg Schelling, zur Beschaffung neuer Kampfflugzeuge über einen Government-to-Government-Deal. Dass es die Mittel dafür gegeben hat, davon war nie die Rede.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,

wir werden also ab sofort auch einen Beschaffungsprozess einleiten, weil wir hier natürlich auch zeitliche Komponenten beachten müssen. Wir werden diesen Beschaffungsprozess, wie vorgeschlagen, im Rahmen eines Regierungsgeschäftes tätigen, eines Geschäftes Government-to-Government. Ich habe diesbezüglich Gespräche geführt bereits mit dem Herrn Bundeskanzler. Es wurden diesbezüglich auch Gespräche bereits geführt mit dem Herrn Finanzminister. Ich bin mit beiden eng abgestimmt und beide werden diesen Weg mitgehen. Mir ist auch persönlich wichtig, dass hier dieser Beschaffungsprozess, diese nächste Typenentscheidung die fallen wird, gemeinsam und in enger Abstimmung auch mit dem Finanzministerium stattfinden wird.
https://www.facebook.com/bundesheer/vid ... 358281419/
öbh hat geschrieben:
Mo 22. Okt 2018, 12:12
Es wäre daher ebenfalls eine Option neue EF anzuschaffen, wobei Airbus unsere EF zurücknehmen sollte. In Hinblick auf den Erlös für die Rücknahme unserer EF, den Preisvorteil durch bereits vorhandene Logistik sowie seitens des Ministers an Airbus gestellte Forderung des finanziellen Entgegenkommens, müsste der Preis gegenüber neuen Gripen oder F-16 eher unterhalb liegen.
Ob das finanziert werden könnte, ist zweifelhaft. Vom parteipolitischen Hickhack, der dann einsetzen würde, ganz zu schweigen. Und ob sich Airbus auf so etwas einlassen würde, wäre erst recht zu hinterfragen.
Zuletzt geändert von theoderich am Mo 22. Okt 2018, 13:59, insgesamt 2-mal geändert.

öbh
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von öbh » Mo 22. Okt 2018, 13:04

wenn die damalige Regierung geblieben wäre und die Zustimmung von Kern und Schelling schon vorhanden waren, wäre der Deal auf jeden Fall durchgezogen worden. Es hätte kosten können was es wolle, es wäre für die SPÖ ein Triumph gewesen, den EF loszuwerden. Die Medien und voran der ORF wären zufrieden gewesen und hätten die ÖVP/FPÖ gehöhnt. Auch die Mehrheit in der Bevölkerung hätte dies so angenommen und niemand hätte sich wegen des Geldes für neue "billige" Gripen irgendwie nachteilig geäußert.

souverän AT
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von souverän AT » Mo 22. Okt 2018, 13:43

Vor Abfangjäger-Entscheidung: Saab macht Druck auf Österreich

https://kurier.at/politik/inland/vor-ab ... /400151334

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