Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

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opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Sorry, habe ich was verpasst? Wo war die Rede von Jahrzehnten? Es ging doch darum, dass wenn man Eurofighter verkauft, eine Lücke entsteht, so lange bis eine neue Lösung bereit ist. Ich sehe in dieser Lücke kein großes Hindernis, denn eine solche hatte man schon mal gefüllt, es spricht also nichts dagegen, dies erneut in irgendeiner Form zu tun.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Das war wohl ein Missverständnis. Aber eine Übergangslösung, wie auch immer die aussehen mag, bedingt, dass uns ein fremder Staat vorübergehend und für einige Jahre Flugzeuge leiht. Und schon das ist mit einem großen Fragezeichen zu versehen.

Und ich habe nach wie vor die Befürchtung, dass man immer noch vom warmen Eislutscher träumt: Dass ein anderer Staat für uns Flugzeuge kauft, diese Flugzeuge und dazugehörige Truppen auf österreichischem Staatsgebiet stationiert - wir aber immer noch offziell behaupten, wir wären "militärisch neutral".

öbh
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von öbh »

wie es damals mit der relativ unbürokratischen und raschen Miete der F5 von der Schweiz klappte, würde sicherlich die schwedische Luftwaffe mit 8-12 Gripen ihres Inventares aushelfen, da die Regierungen Österreichs und Schweden dies relativ rasch aushandeln würden. Zwei Jahre später würden dann die vmtl 18 Gripen von Saab an Österreich geliefert. - Voraussetzung wäre ein Deal mit Indonesien nach vorangehender Zustimmung der vier Herstellerländer sowie USA, wobei der EF-Deal wahrscheinlich ein hohes finanzielles Verlustgeschäft für unser Land wäre.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

Natürlich ist es nicht kosteneffizient, wenn man um 1,8 Millarden Kampfjets kauft und dann 15 Jahre später wieder ausscheidet, selbst wenn man noch eine Kleinigkeit dafür rekuperieren kann. Das zahlt sich nur für die Herstellerländer aus, deren Wirtschaft von der Produktion neuer Jets profitiert.

Schon damals wurde vor steigenden Betriebskosten gewarnt, die von ursprünglich 50 Millionen pro Jahr auf 100 Millionen ansteigen könnten, jetzt dürfte man je nach Berechnungsmethode irgendwo in der Mitte liegen.

Dazu kommt: Die "Österreich"-Variante des Eurofighter ist einerseits technologisch nicht mehr ganz auf der Höhe (wenn auch völlig ausreichend), andererseits aber nicht billig. Das ist eine schlechte Kombination.

Aber das ist nichts neues: Fehler, die von Politikern gemacht werden, werden vom Steuerzahler bezahlt.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

opticartini hat geschrieben:
Sa 10. Okt 2020, 14:10
Die "Österreich"-Variante des Eurofighter ist einerseits technologisch nicht mehr ganz auf der Höhe (wenn auch völlig ausreichend), andererseits aber nicht billig. Das ist eine schlechte Kombination.
Hätte man eine F-16 und einen Gripen würde man über diese Flugzeuge genau dasselbe sagen. Denn eines ist sicher: Bei Upgrademaßnahmen die über bloße Softwareanpassungen hinausgehen und die die Fähigkeiten des Flugzeugs erweitern würden (z.B. das MS 20-Upgrade für die JAS-39C/D), hätte man aus politischen Gründen definitiv nicht mitgemacht. Und bestenfalls die Mittel für einen stark eingeschränkten Flugbetrieb mit nur lückenhafter aktiver LRÜ zur Verfügung gestellt - wie es jetzt schon seit Jahren der Fall ist.

Die Einführung der JAS-39C/D erfolgte vor ca. 15 Jahren u.a. auch wegen Obsoleszenzen von Bauteilen der JAS-39A/B (Die A/B erhielten seit ihrer Einführung 1996 alle zwei Jahre ein Softwareupdate, ein Teil der Flugzeuge wurde auf C/D modernisiert.):

https://www.icas.org/ICAS_ARCHIVE/ICAS2 ... RS/164.PDF

Verweigerer
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Verweigerer »

Habe ich da etwas verpasst oder überlesen? Nochmals gestöbert und gegrübelt... Leasing mit Deutschland!? EF Tranche II oder III?? Bitte schmunzeln ;-) oder doch nicht so abwegig?

Schon vor der Entscheidung am Montag war durchgesickert, dass vor allem mit Deutschland an einer Leasingvariante für die Luftraumüberwachung verhandelt werde. Laut Verteidiungsministerium sind auch andere Länder im Gespräch.“

https://www.wienerzeitung.at/nachricht ... raten.html

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

theoderich hat geschrieben:
Sa 10. Okt 2020, 14:26
Hätte man eine F-16 und einen Gripen würde man über diese Flugzeuge genau dasselbe sagen.
Nein, das täte man nicht, weil man es nicht könnte, denn dann träfe nämlich folgendes nicht zu:
opticartini hat geschrieben:
Sa 10. Okt 2020, 14:10
Das ist eine schlechte Kombination.
Verweigerer hat geschrieben:
Sa 10. Okt 2020, 14:55
Habe ich da etwas verpasst oder überlesen? Nochmals gestöbert und gegrübelt... Leasing mit Deutschland!? EF Tranche II oder III?? Bitte schmunzeln ;-) oder doch nicht so abwegig?
Der "Wiener Zeitung" Artikel ist vom 8. Juli, ob das noch aktuell ist?

Die "Tornados" werden hoffentlich nicht gemeint sein.

Dadurch dass Deutschland seine Tranche 1 stilllegt werden sie eher keine "überzähligen" T2 oder gar T3 haben, die sie verleihen können, allerdings haben sie einige T1, die nicht mehr gebraucht werden.

Also wir geben die Eurofighter Tranche 1 ab und leihen uns dann Eurofighter Tranche 1 aus. Das wäre so absurd, dass es schon wieder realistisch erscheint.

Merlin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Merlin »

opticartini hat geschrieben:
Sa 10. Okt 2020, 16:30
Also wir geben die Eurofighter Tranche 1 ab und leihen uns dann Eurofighter Tranche 1 aus. Das wäre so absurd, dass es schon wieder realistisch erscheint.
Wenn die deutschen Tranche 1 Maschinen mit DASS und Pirate IRST ausgestattet und eventuell 2-3 Doppelsitzer darunter sind wäre es verrückt und dennoch ein Fortschritt in Punkto Fähigkeiten.

Eine Modernisierung von Software und soweit wie möglich mit Tranche 2 Komponenten (wie etwa in Spanien) wäre dann aber schwierig (gehören dann ja nicht ‚uns‘).

Zwei Fragen stellen sich aber.

1. Warum will man in Indonesien die amputierten Tranche 1 Jets aus Österreich wenn auch solche aus D, eventuell UK und Italien mit kompletterer Ausrüstung zu haben sind? Z.B. jene Maschinen die Ö leasen möchte.

2. wie will man das der Bevölkerung verkaufen? Die Betriebskosten werden für deutsche Tranche 1 Maschinen kaum billiger sein als für die österreichischen die ja ebenfalls aus dem gleichen Baulos für D stammen. Da würde ein Leasing von Gripen im Anschluss sicher leichter kommunizierbar. Anders als die Deutschen gibt es bei den Schweden auch den Anreiz im Anschluss, sagen wir in 10-15 Jahren, eventuell Gripen E an den Mann zu bringen. Bei einem Weiterbetrieb von Eurofightern wird sich auch eine weitere Beziehung mit Airbus nicht verhindern lassen. Selbst wenn nur indirekt über die dt. Luftwaffe als ‚Zwischenhändler‘ für Ersatzteile etc.

Tribun
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Tribun »

Ein Leasen von EF wird es nicht spielen, da man zu den Betriebskosten dann auch Leasingkosten zahlen muss, wass dann mit Sicherheit die jährliche 100 Mio-Betriebskostenmarke im Gegensatz zu derzeit weit überschreiten würde.
Tornado oder ein anderes komplexes Flugzeug kann ich mir auch nicht vorstellen, da man erst die Piloten und Techniker um viel Geld umschulen muss, was zudem auch nicht von heute auf morgen passieren kann.
Sollte man die EF tatsächlich verkaufen, werden Gripen oder F16 gekauft oder geleast. Und für die Übergangszeit wird es genau solche gebrauchte Modelle geben.

Ich würde diesem alten Beitrag nicht so wörtlich nehmen. Da wurde schon so viel Blödsinn geredet...

Und meines Wissens nach haben deutsche EF auch kein Pirate...

Hat iregendwer Daten, was die E-Version vom Gripen in der Beschaffung bzw im Betrieb (geschätzt, da noch nicht im Einsatz) kosten? Wäre es so abwegig, statt den lahmen C-Versionen gleich auf E umzusteigen, sofern die Tanner wirklich unsere EF herschenkt? Sind die C-Modelle auf E upgradebar?

Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin »

öbh hat geschrieben:
Sa 10. Okt 2020, 00:02
wie es damals mit der relativ unbürokratischen und raschen Miete der F5 von der Schweiz klappte, würde sicherlich die schwedische Luftwaffe mit 8-12 Gripen ihres Inventares aushelfen, da die Regierungen Österreichs und Schweden dies relativ rasch aushandeln würden. Zwei Jahre später würden dann die vmtl 18 Gripen von Saab an Österreich geliefert. - Voraussetzung wäre ein Deal mit Indonesien nach vorangehender Zustimmung der vier Herstellerländer sowie USA, wobei der EF-Deal wahrscheinlich ein hohes finanzielles Verlustgeschäft für unser Land wäre.
Du darfst nicht vergessen das es damals noch in Graz es den Fliegerhorst und eine komplette Staffel gab.
Zeltweg bzw die 1 Staffel rüstete damals auf EFT um und die 2/3 Staffel aus Graz und Hörsching machten mit F-5E und S-105 LRÜ. Noch dazu übernahm die RUAG die meisten technischen Arbeiten am Tiger und es existierte noch die 2 Technische Kompanie, die ja im Zuge der Eingliederung der 2 Staffel in Zeltweg, aufgelöst wurde. Noch dazu ist ab 01.01 2021 auch die Tigerstaffel Geschichte.
Also wie soll das funktionieren?

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