Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Großgerät, Fliegerhorste, ...
öbh
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von öbh »

Die Aussage von Tanner ist interessant - ob sie jetzt Airbus kennen lernen will und vielleicht auf konstruktive Gespräche bereit ist ??

opticartini
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Registriert: So 14. Okt 2018, 14:36

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

theoderich hat geschrieben:
So 4. Okt 2020, 13:10
Sogenannte "Sonderfinanzierungen" waren trotz der Bezeichnung bisher immer im Gesamtrahmen der UG 14 des Bundesfinanzgesetzes berücksichtigt. D.h. sie werden "aus dem Budget des Bundesheers bezahlt".

Jede denkbare Alternative ist aber auch nicht "billig". Es sei denn, man verzichtet völlig auf eine Überschallkomponente.
Ja, formal kann man das bezeichnen wie man will, Tatsache ist dass das Bundesheer weder Anschaffung von Kampfjets noch neue Hubschrauber etc. aus ihrem üblichen jährlichen Budget bezahlt, das wäre gar nicht möglich. Es ist daher schon so, wie ich schrieb, daran ändert Korinthenkackerei nichts.

Ich setze folgende Definition: Mit "billig", "günstig" etc. ist "kosteneffizient" gemeint. Eurofighter sind das definitiv nicht, dafür sind sie nicht gebaut. Das ist einfach so, speziell wenn man wie Österreich dieses Kampfflugzeug de facto nicht als solches betreibt. Sie sind dafür ausgelegt, den umfangreichen Bedürfnissen von Europa's größten Luftwaffen zu genügen. Ich denke wir sind uns einig, dass Österreich da ganz sicher nicht dazugehört. Die denkbaren Alternativen wurden hingegen bereits von Anbeginn an spezifisch als kosteneffiziente Alternative zu eben genau jenen teuren Wolpertingern wie Typhoon, F-15, F-22 konzipiert.
öbh hat geschrieben:
Di 6. Okt 2020, 00:10
Die Aussage von Tanner ist interessant - ob sie jetzt Airbus kennen lernen will und vielleicht auf konstruktive Gespräche bereit ist ??
Die Gerichtsverfahren werden zu nichts führen, daher geht es wsl. um einen möglichen Verkauf.

Tanner wird sich hüten hinter verschlossenen Türen irgendeinen Deal auszuhandeln, dazu fehlt ihr auch schlichtweg - ähnlich wie damals Darabos - die Fachkompetenz. Die "Gesprächsbereitschaft" bezieht sich also darauf, dass sich die Eurofighter/Airbus-Vertreter der "parlamentarischen Enquete-Kommission" stellen sollen. Die haben aber dazu sicher keine Lust, sich weiterhin als Sau durchs Dorf des österreichischen Polit-Hickhacks treiben zu lassen. Österreich ist in einer sehr schlechten Verhandlungsposition, als Mini-Kunde sind wir für Airbus mittlerweile eher ein Klotz am Bein.

Aber gut, es steht Airbus frei Österreich entgegen zu kommen, die Eurofighter kostenlos auf den ursprünglich vereinbarten Standard aufzurüsten und uns die nächsten 20 Jahre eine Preisgarantie zu gewähren, womit wir die Dinger um mindestens 1/3 billiger betreiben können als bisher.

Dr4ven
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Dr4ven »

Doppeladler hat geschrieben:
Mo 5. Okt 2020, 23:10

Zu den laufenden Verfahren in der Causa Eurofighter verwies Tanner auf die Zuständigkeit der Finanzprokuratur und der Justiz, betonte aber die Gesprächsbereitschaft, mit Airbus eine außergerichtliche Einigung zu finden.
Ich glaube, DAS ist eine echte News.

muck
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von muck »

Außergerichtliche Einigungen werden die Parteien eines Rechtsstreits nur eingehen, wenn sie beide ihres Prozesserfolges nicht sicher sind oder sie einen langwierigen, kostenintensiven und womöglich ihrem Ansehen abträglichen Prozess vermeiden wollen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann ich nicht erkennen, was Tanner gegen Airbus in der Hand hat, um sie an den Verhandlungstisch zu bekommen.

Es kann natürlich sein, dass Airbus hier noch immer eine Leiche im Keller liegen hat, die bisher einfach nicht gefunden wurde, aber Tatsache ist, dass ein österreichisches Gericht eine Anzeige gegen den Konzern als unbegründet zurückgewiesen hat.

Bleibt also, nach gegenwärtigem Kenntnisstand, der Rechtsstreit.

Ich denke, @Opticartini hat hier den Nagel auf den Kopf getroffen. Wien hat sich nicht gerade als loyaler Kunde erwiesen und steht angesichts der geringen Flottengröße sicher auch nicht in Airbus’ Fokus.

Landeten die österreichischen Eurofighter Typhoon in der Schrottpresse und würden durch Gripen ersetzt, wäre es für das Unternehmen kein Image-Schaden, weil die Meinung in der Fachpresse längst feststeht: Ihr habt genau das Produkt bekommen, das ihr bestellt habt, also worüber beklagt ihr euch?

Interessant wird Österreich für Airbus erst wieder, sollte es wirklich zu einem Prozess kommen. Den wiederum dürfte Airbus durchfechten wollen, um zu beweisen, dass man mit der britisch-französisch-amerikanischen Ermittlungskampagne von 2016 in der Tat vorbehaltlos kooperiert hat.

Dass man sich ins Zeug legen wird, um Österreich zu helfen, seine Typhoons an die Indonesier zu verscherbeln, glaube ich irgendwie nicht – angesichts der geringen Erfolgsaussichten.

Wegen der verbauten Technik der Austro-Typhoons könnten die Amerikaner gemäß ihrer ITAR-Regeln den Deal untersagen, und sie wären schön blöd, täten sie es nicht; immerhin versuchen sie schon seit Jahren, Indonesien die F-16V anzudrehen.

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

Wie gestern im Report zu erfahren war, ist Österreich gerade dabei um 450 Mio. Euro fragwürdige PCR-Tests zu bestellen.
Stellt euch die selbe Summe für unsere EF vor und die Sache wäre gegessen.

opticartini
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Registriert: So 14. Okt 2018, 14:36

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

muck hat geschrieben:
Mi 7. Okt 2020, 02:05
Wegen der verbauten Technik der Austro-Typhoons könnten die Amerikaner gemäß ihrer ITAR-Regeln den Deal untersagen, und sie wären schön blöd, täten sie es nicht; immerhin versuchen sie schon seit Jahren, Indonesien die F-16V anzudrehen.
Die Situation Indonesiens und der USA sehe ich wie folgt:

- Außenpolitik: Indonesien hätte eigentlich russische Flugzeuge bestellt, können/wollen den Deal aber wegen Boykott-Drohungen der USA nicht durchziehen.

- Innenpolitik: Gegen Geschäfte mit den USA gibt es innerhalb Indonesiens Kräfte, die das schwierig bis unmöglich machen (siehe Kauf bei Russland).

- Bleiben also andere Rüstungsfirmen aus Europa und Asien. Bei China wird Indonesien eher nicht kaufen, bleiben daher europäische Anbieter.

- Geopolitik: Indonesien hat einen Anteil am sog. "südchinesischen Meer", ist in dieser Region ein Gegenspieler Chinas, die dort Ansprüche erheben. Die USA haben starkes Interesse daran, die Gegenspieler Chinas möglichst gut gerüstet zu sehen.

Daher: Wenn die Indonesier schon nicht direkt in den USA kaufen, haben die USA aus geopolitischen Gründen Interesse daran, dass sie zumindest NATO-Geräte kaufen. Aus diesem Grund kann ich mir vorstellen, dass die USA nichts dagegen haben würden.

Maschin
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von Maschin »

öbh hat geschrieben:
Di 6. Okt 2020, 00:10
Die Aussage von Tanner ist interessant - ob sie jetzt Airbus kennen lernen will und vielleicht auf konstruktive Gespräche bereit ist ??
Ja es wird zu Gesprächen kommen.

https://kurier.at/amp/politik/inland/eu ... ssion=true

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »



Das ist doch völlig verrückt.



Ehrlicherweise müsste man auch eine Diskussion über eine Aufhebung des Neutralitätsgesetzes und eine Novelle des Truppenaufenthaltsgesetzes führen. Und zwar in der Form, dass durch das Truppenaufenthaltsgesetz statt einem "vorübergehenden Aufenthalt in [...] österreichischem Hoheitsgebiet" ein "ständiger Aufenthalt in [...] österreichischem Hoheitsgebiet" ermöglicht werden würde.

opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

2005 bis 2008 schon vergessen? Damals überwachten von der Schweiz gemietete F-5 unseren Lauftraum. Hat auch funktioniert.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Das war aber für drei Jahre! Nicht für mehrere Jahrzehnte. Und es war eine absolute Notlösung.

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