Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Großgerät, Fliegerhorste, ...
opticartini
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von opticartini »

theoderich hat geschrieben:
So 6. Sep 2020, 18:02
opticartini hat geschrieben:
So 6. Sep 2020, 17:55
Gleiche Kosten stimmt nicht, die Gripen sind deutlich günstiger zu betreiben (sofern man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht natürlich).
"Günstiger" - vielleicht! "Deutlich günstiger" - ganz bestimmt nicht. Und wenn der "Gripen" tatsächlich "günstiger" wäre, würde das automatisch drastische Budgetkürzungen beim BMLV zur Folge haben. Weil das BMLV die ursprünglich für den Betrieb des EF reservierten Mittel schließlich "nicht mehr benötigt". Und dann steht man mit denselben oder noch deutlich gravierenderen Problemen da, als jetzt schon.
Ein direkter Vergleich ist schwierig, da keine Luftwaffe beide Flieger gleichzeitig und mit den gleichen Aufgaben im Einsatz hat.

Es ist ja sogar schwierig, eindeutige Kosten für den Eurofighter von ein und derselben Luftwaffe zu bekommen, da schwanken die Angaben innerhalb weniger Monate von 60 bis 90 Millionen pro Jahr ...

Auch bei den Kosten pro Stunde findet man Angaben von 50.000 bis 100.000 Euro, wobei das eine reine Division Gesamtkosten (fixe + variable Kosten) durch Betriebsstunden zu sein scheint und diese Rechnung bekanntlich wenig vergleichbar ist, da die Kosten pro Stunde umso niedriger sind, je mehr Stunden geflogen werden.

Artikel zu den Schwierigkeiten bei der Kostenberechnung:
https://web.archive.org/web/20160427040 ... denkosten/

Üblicher ist die "cost per flight hour (CPFH)" oder "variable operation cost" und diese Zahl zu wissen, wäre interessant, da dabei eher eine Vergleichbarkeit gegeben ist.

Einige Angaben von amerikanischen Kampfflugzeugen hinsichtlich CPFH:

F-22A: $ 33.538
F-35A: $ 28.455
F-15C: $ 23.124
F-15E: $ 21.301
FA-18D: $ 12.605
FA-18F: $ 10.507
F-16C: $ 8.278

https://fighterjetsworld.com/air/mainte ... ets/11995/

Die Angaben zu Gripen C scheinen im Bereich von ca. $ 5.000 bis $ 7.000 zu liegen.

https://www.ftm.nl/upload/content/files ... 281%29.pdf

Gemäß obigem Link von "milnews" geben die Italiener die Zahl für den Eurofighter bei ca. 14.500 Euro (ungefähr 17.000 Dollar) an.

Die Engländer liegen zwischen 17.550 und 19.650 Pfund, also etwa 20.000 Euro:

https://assets.publishing.service.gov.u ... fleets.pdf

Trotz schwieriger Vergleichbarkeit kristallisiert sich in allen Fällen heraus, dass Gripen günstiger als Eurofighter sind und zwar in einer Höhe, die man durchaus als "deutlich" bezeichnen kann.

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

ZiB 1

ORF 2

19:30

Verkauf von Eurofighter an Indonesien wird geprüft

Nadja Bernhard: [Eurofighter beim Überflug] Der Generalstab des Bundesheers empfiehlt einen Verkauf der österreichischen Eurofighter an Indonesien. Die Anfrage stammt vom 10. Juli und ist bisher auf Echtheit [BM Tanner in ihrem Büro im Gespräch mit Adjutant Obstlt Martin Selzer] untersucht worden. Die rechtlichen Möglichkeiten eines Verkaufs der Flieger werden jetzt vom Verteidigungsministerium geprüft. [Eurofighter beim Überflug] Einem Verkauf müssen auch die vier Herstellerländer und die USA zustimmen.



cliffhanger
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von cliffhanger »

Ich war und bin PRO Eurofighter, aber eigentlich geht mir der ganze Zirkus einfach nur mehr auf die .... Deshalb bin so weit das wenn Sie (die Politik) garantiern könnten das mit Gripen in einer Letztstandversion und entsprechender Anzahl an Flugzeugen endlich für die nächsten 25 Jahre Ruhe in der Politik und den Medien einkehrt wäre ich sofort dafür - obwohl es finanziell ein Wahnsinn wäre...

cliffhanger
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von cliffhanger »

Geri hat geschrieben:
So 6. Sep 2020, 19:09
...........Vorallem werden wir die EF niemals verkaufen dürfen..............
Es wäre auch denkbar das grad Airbus (die ja einem Verkauf erst zustimmen müssten) den Indonesiendeal einfädelt um in Österreich wieder die Füsse in die Hubschraubertür zu bekommen.....weil Abfangjäger verkaufen die in Österreich eh nie mehr...

iceman
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von iceman »

Der Generalstab des Bundesheers empfiehlt einen Verkauf der österreichischen Eurofighter an Indonesien.
Ohne Worte....

propellix
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von propellix »

Der Generalstab WILL gar keine Abfangjäger, weil er der Meinung ist, dass die Kosten dafür mittelfristig das ÖBH umbringen.
Das kommt halt davon, wenn Panzerkommandanten und Sperrbattalionskommandeure die Geschicke eines Militärs lenken.
Da wird die Fliegerei halt gleich beinhart abgedreht.
Glaubt denn irgendwer, dass in der jetzigen Zeit ein Ersatz für verkaufte Eurofighter käme? Ist wirklich irgendwer so blauäugig? Da glaube ich eher, dass man nur mehr passive LRÜ macht, und die EU-Mitglieder auffordert, keine ungenehmigten Überflüge im Rahmen von General Air Traffic macht. Und wenn das alle abnicken, sollte außer aus der Schweiz nichts mehr kommen können.
Es hätte auch seine guten Seiten: die zivile Flugsicherung kann sich dann alle Koordinationsverfahren mit dem ÖBH rexen.

chris10
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von chris10 »

Eurofighter soll wieder fliegen

Nach elfjährigem Dasein als Ausbildungsobjekt in Kaufbeuren wird ein Eurofighter in Manching wieder flugtauglich gemacht.
Beim Kampfjet der Tranche 2 mit der Kennung 31+15 handelt es sich um die Seriennummer AS0008 / Austrian Singleseater, die ursprünglich für die österreichische Luftwaffe vorgesehen war. Er hat erst 115 Stunden Flugzeit, denn in den vergangenen zwölf Jahren stand er beim Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe, Abteilung Süd in Kaufbeuren, wo tausende von angehenden Luftfahrzeugtechnikern probeweise an ihm schraubten.

https://www.flugrevue.de/militaer/ausbi ... r-fliegen/

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

An Indonesien
Eurofighter-Verkauf zu ungünstigem Zeitpunkt
Für Ministerin Tanner (ÖVP) wäre es das Opus Magnum ihrer Karriere im Verteidigungsressort: der Verkauf unserer als unverkäuflich geltenden Eurofighter an Indonesien.
Schadensmaximierung als "Opus Magnum"?
Sollte der Deal mit Österreich dennoch zustande kommen - Indonesien braucht tatsächlich bald Jets, um eine Lücke in seiner Luftraumüberwachung zu schließen - wird die Republik wohl trotzdem nicht reich dabei: Indonesiens Verteidigungsetat beträgt mit knapp neun Milliarden Euro gerade einmal das dreifache von Österreichs überschaubarem Wehrbudget - bei dreißigmal so vielen Einwohnern.
Hat der Autor beim Abtippen dieser Zeilen wiederholt zur Flasche gegriffen? In nüchternem Zustand kann man solch unlogisches, fehlerhaftes Geschwafel doch kaum fabrizieren.

https://www.krone.at/2224930

theoderich
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Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von theoderich »

Insider vom 9. September 2020, p. 10-11 hat geschrieben:Die Luftstreitkräfte rüsten auf - vorerst nur am Boden
Im Auge der Republik

Klaudia Tanner überraschte mit dem INSIDER die Radarspezialisten des Bundesheers in ihrer modernisierten Topsecret-Basis über dem Mondsee.


BILD
Fesche Camouflage-Sneaker neben einem Dutzend "Feldschuhen leicht": Die Verteidigungsministerin sah sich an, wofür das Heer viel Geld ausgibt - und sprach über die Zukunft der Armee.

Wien/Mondsee. Sie ist wieder locker, die Zeit der heftigsten Attacken gegen die 50-jährige Verteidigungsministerin ist vorbei. "Zumindest im Moment", scherzt die Politikerin im Schatten der beiden riesigen Radartürme auf dem Kolomansberg bei Mondsee.

Die gute Laune ist verständlich, die Stimmung hat sich gedreht, die ÖVP-Ministerin gilt nun längst als tüchtig und durchsetzungsstark. Ein Leserbriefschreiber hat sie erst kürzlich als "das am meisten unterschätzte Regierungsmitglied" gelobt - immerhin hätte sie die bisher höchste Summe für das Heeresbudget herausverhandelt und 200 Millionen Euro für die Modernisierung der Milizeinheiten aufgestellt.

Überwachung aller Jets bis nach Sarajewo möglich

Hightech. Und selbst die Luftstreitkräfte rüsten jetzt auf, zumindest vorerst am Boden: Der neue Kommandant mit gewaltig viel Auslandserfahrung, Toppilot Brigadier Gerfried Promberger, präsentiert der Ministerin und dem INSIDER-Magazin die neuen Investitionen im "Auge der Republik" - in der Topsecret-Radarbasis auf dem Kolomansberg in der Nähe von Salzburg. Promberger: "19 Millionen Euro kostete die neue Antenne, zwei Millionen der Umbau. Von hier sehen wir bis Sarajewo oder in die Westschweiz, jedes Fluggerät wird erkannt." 15.000 Kilo wiegt die schnell drehende Radarantenne in den gewaltigen weißen Kugeln, die von der Westautobahn gut zu sehen sind.

Auf der Basis selbst ist dann alles "streng geheim": Hohe Zäune, Militärpolizei, Personenkontrollen, die Mobiltelefone müssen abgegeben werden, nichts darf ohne ausdrückliche Genehmigung fotografiert werden, es darf auch "nichts abgezeichnet werden", ermahnt ein Offizier bei der Begrüßung.

Bei "Priorität A"-Alarm läutet bei Tanner das Mobiltelefon

Bunker. "Pro Jahr werden zwischen 26 und 50 Abfangjägereinsätze von hier aus angefordert, die Reaktionszeit für unser Team ist nur sehr kurz", erklärt Brigadier Promberger im "007"-Ambiente des Betonbunkers den Alltag der Radarspezialisten. Und auch, dass die Ministerin bei "Priorität A"-Einsätzen eine extrem rasche, vielleicht auch folgenschwere Entscheidung über einen Abschuss eines Jets via Mobiltelefon treffen muss. "Diese Chain of Command wird alerdings wirklich oft geübt."

Immer mehr Drohnen im österreichischen Luftraum

Gefahr. Die Adleraugen der Armee überwachen den gesamten Luftraum Österreichs mit ihren drei fixen Radarstationen am Kolomansberg, auf der Koralpe und in den Leiser Bergen im Weinviertel (NÖ) rund um die Uhr. Der Job werde nicht einfacher, sagt Brigadier Gerfried Promberger: "Die Flugverkehrszahlen haben zwar aufgrund der Corona-Pandemie heuer abgenommen, aber die große Anzahl an Drohnen könnte künftig Probleme machen."

So können die Radarexperten des Heeres vom Kolomansberg aus sogar eine handelsübliche Drohne über der Stadt Wien verfolgen: Die Radarsignatur dieser ferngesteuerten Fluggeräte ist nämlich wesentlich größer als die eines F-35 Kampfjets.

Mit einem Verbot alleine und der Androhung von Strafen wäre noch nicht viel erreicht, meinen die Heeresoffiziere: "Die Drohnenbesitzer müssten auch sofort zu stoppen sein, wenn sie den Luftverkehr gefährden.

Ministerin will Leasingvariante für neue, schnelle Trainingsjets

Beschaffung. Im Talk mit dem INSIDER sagt die Verteidigungsministerin dann zu, dass künftig auch Investitionen ins Fluggerät der Luftstreitkräfte stattfinden werden: "Ja, eine Leasingvariante für die Luftraumüberwachung ist bereits angedacht, das Bundesheer braucht auf alle Fälle eine Überschall-Lösung. Die Entscheidung wird nach der parlamentarischen Enquete mit internationalen und nationalen Experten fallen - ich hoffe, dass dies ohne parteipolitisches Taktieren möglich sein wird."

Eurofighter. Die Pilotenausbildung für den späteren Einsatz im Eurofighter "Typhoon" ist aktuell nach Italien verlagert. Für einige junge Flieger ist das so nicht akzeptabel: Weil sie nun länger als zweieinhalb Jahre auf einer Luftwaffenbasis in Norditalien fern von der Lebenspartnerin oder der Familie verbringen müssen, quittieren sie den Dienst.
Fellner'sche Propaganda ... Und ein Wording, dass es einem den Magen umdreht ...


Jetzt amtlich: Airbus hat Tanner noch nicht so richtig kennengelernt

https://www.derstandard.at/story/200011 ... nengelernt
Zuletzt geändert von theoderich am Do 10. Sep 2020, 08:42, insgesamt 1-mal geändert.

muck
Beiträge: 66
Registriert: Do 9. Jul 2020, 05:10

Re: Evaluierungskommission Luftraumüberwachung

Beitrag von muck »

Einfach nur erstaunlich, welche Entwicklung sich da vollzieht. Es ist wohl wirklich so, dass Österreichs Generalität keine Abfangjäger mehr haben will, denn dass kein gleichwertiger Ersatz für die Eurofighter Typhoon kommen wird, ist doch wohl klar – und wenn überhaupt ein Ersatz erfolgt, dann nur als Leasinglösung, vermutlich mit obsoleten Mustern und in homöopathischen Dosen.

Und spätestens in zehn, fünfzehn Jahren steht man wieder da und sucht Ersatz, hat also effektiv Geld verbrannt.

Dass Politiker dergleichen aushecken, geschenkt. (Obgleich mich die Schärfe der Rhetorik verblüfft; ginge es hier um ein Land oder ein Volk anstelle um ein Gerät, würde man wohl von offener Feindschaft sprechen.)

Hier in Deutschland sorgt Tanners Verve für Kopfschütteln, gilt der durchschnittliche Österreichische Politiker – ob zu Recht oder zu Unrecht – doch nicht gerade als Paragon der Unbestechlichkeit.

Aber dass Fachleute das Ganze auch noch absegnen und als sinnvoll darstellen? Österreichs Männer und Frauen in Uniform hätten einen Vorgesetzten wie den französischen Armeechef De Villiers verdient, der seinerzeit aus Protest gegen die Verteidigungspolitik der Regierung Macron seinen Abschied nahm.

Frage: Hat Österreich eigentlich von den Ausnahmeregelungen der EU-Verträge Gebrauch gemacht und Bereiche definiert, in denen aufgrund vorrangiger nationaler Interessen ungeachtet des Auftragsvolumens keine Ausschreibung mehr zu erfolgen braucht?

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