Eurofighter-U-Ausschuss #3

Flächenflugzeuge, Hubschrauber, Großgerät, Fliegerhorste, ...
propellix
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Re: Eurofighter-U-Ausschuss #3

Beitrag von propellix » Mo 1. Jul 2019, 16:03

opticartini hat geschrieben:
So 30. Jun 2019, 13:44
Die "Leistung" unserer Kampfflieger ist es, ein paarmal pro Jahr eine Cessna abzufangen ...
Was soll diese Aussage? Was für eine Cessna? Cessna 152 oder Citation X? 80KT oder Mach 0,95? 7000ft oder FL 470?
Österreich hat für seine Lufthoheit zu sorgen, und zwar JEDEM gegenüber! Und den Verkehrspiloten, die zu blöd sind, auf die nächste Frequenz zu wechseln und so Abfänge auslösen, gehört eigentlich eine Rechnung für ihre Dummheit rübergeschoben. Und zwar die FlugstundenVOLLkosten, die der aktuelle burgenländische Landeshauptmann hat ausrechnen lassen. Also so in Summe für 2 AJ und 1 1/2 Flugstunden so runde €200000. Wurscht ob´s stimmt, Hauptsache zahlen.
Und wenn die eine Citation X abfangen, IST das eine Leistung, denn außer einem Fighter kommt DEM Ding NICHTS hinterher.
Vmo: Mach 0,95.

opticartini
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Re: Eurofighter-U-Ausschuss #3

Beitrag von opticartini » Mo 1. Jul 2019, 18:13

Cessna hat zwar auch die Citation-Jets, ist aber landläufig vor allem bekannt für seine kleinen Propeller-Flugzeuge, daher habe ich den Namen stellvertretend dafür verwendet.

Hätte ich "Airbus" geschrieben, würde man auch zuerst an ein großes Verkehrsflugzeug denken und nicht an die Hubschrauber.

Was für ein Flugzeug genau es war weiß ich nicht, nachdem es laut Medienberichten in etwa 2000 Metern Höhe flog und von Zeltweg aus in der Nähe von Linz abgefangen wurde, sagt mir die Logik, dass es sich eher um eine kleinere Propellermaschine als um einen schnellen Jet handelte.

---> Laut folgendem Artikel war es eine Diamond DA-40:
http://www.austrianaviation.net/detail/ ... skotieren/

Beim Abfangen wird übrigens nicht "hinterhergeflogen", sondern es wird basierend auf Richtung, Geschwindigkeit und Höhe des zu erreichenden Flugzeuges ein Abfangkurs berechnet. Insofern wäre es theoretisch sogar möglich, dass je nach Situation ein langsameres Flugzeug ein schnelleres "abfängt" (mit dem Begleiten wirds dann halt schwierig).

theoderich
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Re: Eurofighter-U-Ausschuss #3

Beitrag von theoderich » Mi 17. Jul 2019, 23:06

Eurofighter: Ermittlungen gegen WKStA offenbar vor Einstellung

https://orf.at/#/stories/3130623/

theoderich
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Re: Eurofighter-U-Ausschuss #3

Beitrag von theoderich » Di 23. Jul 2019, 01:06

Versäumnisse der Eurofighter Ermittlungen (3607/J) (Beantwortet am 19. Juli 2019)

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml

Versäumnisse in den Eurofighter Ermittlungen (3608/J) (Beantwortet am 19. Juli 2019)

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml

Versäumnisse der Eurofighter Ermittlungen (3609/J) (Beantwortet am 19. Juli 2019)

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml

Versäumnisse der Eurofighter Ermittlungen (3610/J) (Beantwortet am 19. Juli 2019)

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml

propellix
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Re: Eurofighter-U-Ausschuss #3

Beitrag von propellix » Mi 24. Jul 2019, 16:12

opticartini hat geschrieben:
Mo 1. Jul 2019, 18:13
Beim Abfangen wird übrigens nicht "hinterhergeflogen", sondern es wird basierend auf Richtung, Geschwindigkeit und Höhe des zu erreichenden Flugzeuges ein Abfangkurs berechnet. Insofern wäre es theoretisch sogar möglich, dass je nach Situation ein langsameres Flugzeug ein schnelleres "abfängt" (mit dem Begleiten wirds dann halt schwierig).
Danke für die Belehrung; ohne Dich hätte ich das NIE gewusst; Danke für Deine erhellende Weisheit!
Was Du meinst, ist übrigens praxisfern und zwar besonders in einem so relativ kleinen Land wie Österreich. Mit einer Saab 105Oe kannst Du defacto NICHTS über Flugfläche 300 abfangen, einfach weil die Performance (Steigrate und Höchstgeschwindigkeit) so mickrig ist, dass man vor dem Einflug des Zieles in den österr. Luftraum starten müsste.
Deshalb sind aus der Zeit von 1970 bis 1988 (Beginn der echten Draken-Operation) kaum Abfänge gegen Jets dokumentiert. Die türkische Transall zähle ich nicht, weil es sich dabei ja um einen Turboprop-Transporter handelt.
Ganz im Gegensatz zu den zahlreichen erfolgreichen Abfangmissionen ab Indienststellung der Draken.

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Re: Eurofighter-U-Ausschuss #3

Beitrag von theoderich » Mo 5. Aug 2019, 22:45

Justiz-Streit: Ex-Eurofighter-Teamleiter soll hinter heimlicher Tonaufnahme stecken

https://kurier.at/politik/inland/justiz ... /400570319

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Re: Eurofighter-U-Ausschuss #3

Beitrag von theoderich » Mi 18. Sep 2019, 16:45

Eurofighter-U-Ausschuss endet ohne Bestechungsnachweise

https://orf.at/#/stories/3137659/

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Re: Eurofighter-U-Ausschuss #3

Beitrag von Doppeladler » Do 19. Sep 2019, 15:17

Eurofighter Untersuchungsausschuss #3 abgeschlossen

Auch der dritte Ausschuss konnte laut Verfahrensrichter im Zusammenhang mit der Beschaffung der Eurofighter Typhoon keine Bestechung aufdecken.

Weiterlesen: https://www.doppeladler.com/da/news/eur ... schlossen/
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Re: Eurofighter-U-Ausschuss #3

Beitrag von theoderich » Fr 20. Sep 2019, 22:25

Untersuchungsausschuss "Eurofighter Typhoon" (1/US) (696 d.B.)

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml

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Re: Eurofighter-U-Ausschuss #3

Beitrag von theoderich » So 22. Sep 2019, 17:46

Zu viel bezahlt | Der Eurofighter-Coup: U-Ausschuss bestätigt Betrugsvorwurf
Erst auf den zweiten Blick zeigt sich, dass es der Abschluss-Bericht des Eurofighter-Untersuchungsausschusses in sich hat: Der Kern der Anzeige gegen Eurofighter wurde bestätigt: Österreich habe 183,4 Millionen Euro zu viel bezahlt. Ex-Verteidigungsminister Doskozil fühlt sich bestätigt.
Umso brisanter ist der Abschlussbericht des Eurofighter-Untersuchungsausschusses. Die Fäden zog Verfahrensrichter Ronald Rohrer, seinerzeit immerhin Vizepräsident des Obersten Gerichtshofes (OGH). Und - das ist eine Besonderheit: Diesem Ausschuss lagen sämtliche Dokumente vor, die auch der Korruptionsstaatsanwaltschaft vorliegen. Inklusive der allerjüngsten Ermittlungsergebnisse.

Fazit des Berichts: Österreich habe tatsächlich um 183,4 Millionen Euro zu viel für die Eurofighter bezahlt, sei in ungerechtfertigter und betrügerischer Weise über den Tisch gezogen worden. Das ist einer der beiden Kernpunkte der Anzeige gegen die Airbus-Firmen, die nun schon so viele Jahre die Staatsanwälte beschäftigt.

"Treuwidrig und unrechtmäßig"

Im Bericht des Untersuchungsausschusses zur Untersuchung der
politischen Verantwortung im Zusammenhang mit dem Kampfflugzeugsystem „Eurofighter Typhoon“ von Anfang 2000 bis Ende 2017 wird unmissverständlich festgestellt, dass die Verantwortlichen von Eurofighter Jagdflugzeuge GmbH bzw. Airbus mit der rechtswidrigen Einpreisung von Euro 183,4 Mio in den Kaufpreis treuwidrig und unrechtmäßig gehandelt hätten.

Der heutige Innenminister Wolfgang Peschorn war 2017 als Leiter der Finanzprokuratur Berater des damaligen Verteidigungsministers Hans Peter Doskozil, der Anzeige gegen die Eurofighter-Firmen erstattet hatte. Gegenüber der Kleinen Zeitung sagt Peschorn: „Der Bericht des Verfahrensrichters bestätigt die Vorwürfe in der Sachverhaltsdarstellung vom Februar 2017 und lässt keinen Zweifel daran, dass die Staatsanwaltschaft zu Recht ein Verfahren eingeleitet hat."

Auch der heutige Landeshauptmann Dokozil fühlt sich bestätigt: „Wer nach diesem Bericht immer noch glaubt, die Republik sei nicht geschädigt worden, dem würde ich unlautere Motive unterstellen. Die Staatsanwaltschaft sollte nun rasch ihre Ermittlungen vorantreiben und die Sache endlich zur Anklage bringen. Wir fühlen uns zu 100% bestätigt.“

Millionen zurückgeflossen

Gegengeschäftskosten seien gesondert auszuweisen gewesen, der klare Wortlaut der entsprechenden Vereinbarung lasse keine Zweifel offen. Im Gesamtkaufpreis waren jedoch "Offsetkosten von 183.400.000 Euro enthalten, die entgegen der eindeutigen Anordnung in der Angebotseinholung nicht offengelegt wurden", heißt es im Endbericht auf Seite 71. Zumindest ein Betrag von rund 90 Millionen Euro sei "ohne erkennbare Gegenleistung" aus den von EADS für Gegengeschäfts veranschlagten Kosten verschoben worden. Schon die Staatsanwaltschaft München hatte ja festgestellt, dass dieser Betrag zurück an EADS und über EADS an das Vector-Netzwerk floss.

Der Endbericht des Untersuchungsausschusses bekräftigt das. Auf Seite 134 heißt es: „Die Übertragung der Gegengeschäftsverpflichtung diente weit überwiegend als Deckmantel, um Gelder von EADS/EF auszuleiten und diese Gelder Zwecken zuzuführen, die mit der Abwicklung von Gegengeschäften nicht in Zusammenhang standen. In weit überwiegendem Ausmaß standen den von Brokern und Subbrokern an Vector und von Vector an EADS gelegten Rechnungen keine diese rechtfertigenden Leistungen gegenüber."

Und weiter, auf Seite 247: „Entsprechend dem Auftrag im Beweisbeschluss wurden die Zahlungsflüsse bestmöglich rekonstruiert. Damit wird jedenfalls das im Strafbefehl des Amtsgerichts München thematisierte unrechtsmäßige Ausleiten von Geldern aus dem EADS-Konzern als auch im Detail zutreffend festgestellt.“

Nach dem nunmehrigen erweiterten Wissensstand des dritten Eurofighter-Untersuchungsausschusses sei hinzuzufügen, "dass dieses Verschweigen der Übertragung der Gegengeschäftsverpflichtung ... nicht nur treuwidrig, sondern außerdem mit dem Ziel erfolgte, Gelder zu unlauteren Zwecken aus dem EADS-Konzern auszuschleusen und dies zu verheimlichen".

Die Übertragung der Gegengeschäftsverpflichtung letztlich an Vector sei "ohne Kenntnis österreichischer Behörden" erfolgt, zu dem Zweck, parallel "ein geheim gehaltenes Netzwerk zu schaffen Dadurch wurden aufgrund von Scheinrechnungen und verschachtelten Offshorefirmen Gelder, die Teil des von der Republik Österreich geleisteten Eurofighter-Kaufpreises waren, einer unrechtmäßigen Verwendung zugeführt".
Beim Kaufpreis geht es um die Gegengeschäfte, beim Kaufgegenstand um die Fluggeräte selbst. Eurofighter sei "weder in der Lage noch willens" gewesen, Jets der von Österreich bestellten Tranche 2 Block 8 zeitgerecht zu liefern. Das Eurofighter-Management habe von allem Anfang an gewusst, dass die Tranche 2 nicht fertig werden würde, und die österreichischen Partner bei den Verhandlungen 2002 und 2003 vorsätzlich belogen.

Auch diese Vorwürfe haben sich inzwischen erhärtet. Im Bericht des zweiten Untersuchungsausschusses über das Kampfflugzeugsystem „Eurofighter Typhoon“ aus dem Jahr 2017 heißt es, "aus heutiger Sicht spricht einiges dafür, dass die Vertreter der Republik Österreich bei Abschluss des Kaufvertrags über die Fähigkeit von EF zur Lieferung der vertragsgegenständlichen 18 Eurofighter Jagdflugzeuge der Tranche 2/Block 8 und über die Erfüllbarkeit der Forderung nach Baugleichheit, wie im Punkt 2.5 des Teiles B des Kaufvertrages zugesagt, getäuscht wurden."

Unter dem Eindruck dieser Ergebnisse dürfte es der Korruptionsstaatsanwaltschaft schwerfallen, die Ermittlungen einzustellen, so wie dies zwischendurch offenbar erwogen worden war.
https://www.kleinezeitung.at/politik/in ... bestaetigt

Am besten noch einmal zehn Jahre ohne konkrete Ergebnisse ermitteln, damit die Medien einen Dauerskandal und die Politiker ein Thema zur Ablenkung haben.

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