Bundesheer beschafft AW169M

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öbh
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Re: Bundesheer beschafft AW169M

Beitrag von öbh »

Die AW-169 ist der ideale Mehrzweck-HS für unser ÖBH, welche die Aufgaben der Al3, OH-58 übernehmen und künftig auch die ideale Ablöse für die AB-212 darstellen. Der OH-58 wird meiner Meinung, falls überhaupt tauglich, als leichter Schul-HS Verwendung finden und wahrscheinlich werden nach Auslieferung aller 18 AW-169, die Kiowas in vier/fünf Jahren gegen einige SW-4 von Leonardo für die HS-Grundschulung ausgetauscht.

muck
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Re: Bundesheer beschafft AW169M

Beitrag von muck »

Eher schon die AW119 oder -109 (wobei letztere Variante mit Einschränkungen nach EU-Luftrecht verbunden wäre). Denn wenn man sich an Italien anlehnen will, würde man wohl auf das Modell setzen, mit dem die Italiener ihre MD 500 ersetzen werden. Die SW-4 wäre zwar billiger, aber ein Einhorn. Außerhalb von Polen fliegt die niemand, und PZL Swidnik baut sie nur in homöopathischen Dosen.

theoderich
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Re: Bundesheer beschafft AW169M

Beitrag von theoderich »

Parlamentskorrespondenz Nr. 988 vom 05.10.2020
Dringende Investitionen bestimmten Aussprache im Landesverteidigungsausschuss mit Verteidigungsministerin Tanner
Die formelle Einleitung beginne von 7. bis 9. Oktober in Italien mit Verhandlungen auf Ebene der Rüstungsdirektoren.
https://www.parlament.gv.at/PAKT/PR/JAH ... ndex.shtml

theoderich
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Re: Bundesheer beschafft AW169M

Beitrag von theoderich »

Und oe24 hat die Aussage vor dem LV-Ausschuss in ein Inserat ... äh ... einen "Artikel" verwandelt:

Offiziere flogen nach Italien
Neue Helikopter: Erste Verhandlungen in Rom

https://www.oe24.at/oesterreich/chronik ... /449186633

cliffhanger
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Re: Bundesheer beschafft AW169M

Beitrag von cliffhanger »

theoderich hat geschrieben:
Mi 7. Okt 2020, 12:39
Und oe24 hat die Aussage vor dem LV-Ausschuss in ein Inserat ... äh ... einen "Artikel" verwandelt:

Offiziere flogen nach Italien
Neue Helikopter: Erste Verhandlungen in Rom

https://www.oe24.at/oesterreich/chronik ... /449186633
...... Die Abteilung Flugzeugbau von Leonardo ist übrigens auch an der Fertigung des Eurofighters ..........beteiligt......

Böse Firma !


theoderich
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Re: Bundesheer beschafft AW169M

Beitrag von theoderich »

Statusupdate Hubschrauberbeschaffung (3145/J)
1. Wie weit sind die Beratungsgespräche zur Beschaffung der neuen Hubschrauber zur Zeit der Anfragebeantwortung fortgeschritten?

2. Welche Personen waren in den bisherigen Prozess der Entscheidungsfindung inwieweit eingebunden?

a. Wann, wo und wie oft wurden Gespräche geführt?

b. Welche Expert_innen wurden hinzugezogen?

3. Welche Schritte wurden bisher gesetzt, um zu einer Entscheidung zu gelangen?

4. Bis zu welchem Zeitpunkt ist eine endgültige Entscheidung geplant?

5. Sollte es zum Zeitpunkt der Anfragebeantwortung bereits zu einer Entscheidung gekommen sein; aufgrund welcher Kriterien wurde diese gefällt?
  • Zu 1 bis 5:

    Das Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) hat ein Pflichtenheft und eine technische Leistungsbeschreibung erstellt, in denen alle Kriterien, die der zu beschaffende Hubschraubertyp erfüllen muss, aufgelistet waren. Es handelt sich dabei um 376 Muss- und Soll-Kriterien. Es wurden Partnernationen gesucht, die einerseits selbst eine Hubschrauberbeschaffung mit einem ähnlichen Anforderungsprofil beabsichtigen und andererseits auch willens sind, mit dem Bundesheer in den Bereichen Beschaffung, Logistik, Ausbildung, Betrieb und Einsatz kooperieren zu wollen. Nach Abschluss der Beratungsgespräche der Fachexperten unter Einbeziehung der Finanzprokuratur sind Kooperationsmatrizen potentieller Vertragsnationen nach vorstehend angeführten Kriterien erstellt worden, deren Auswertung zur Entscheidung für eine Kooperation mit Italien geführt hat. Italien hat als einziger Mitbewerber die Kriterien in allen Kooperationsbereichen erfüllt, sodass ein effizienter Betrieb während der gesamten Nutzungsdauer der Hubschrauber zu erwarten ist. Per Weisung wurde der Generalstab beauftragt, mit dem Kooperationspartner Italien in weitere Gespräche zu treten.
a. Welche Argumente haben letzten Endes gegen die anderen Hersteller überzeugt?
  • Zu 5a:

    Das österreichische Bundesheer suchte einen Kooperationspartner, mit dem eine Zusammenarbeit in vielfältigsten Bereichen im Betrieb von Hubschraubern möglich ist (z.B. eine gemeinsame Ausbildung, wechselseitige Nutzung von Simulatoren, gemeinsamer Betrieb und Einsätze, Kooperationen im Bereich Logistik, Kooperation im Bereich Güteprüfung und Zulassung). Im Vordergrund steht daher das Finden eines Kooperationspartners, der gleichzeitig geeignete Hubschrauber beschafft. Innerhalb der EU (sowie Norwegen, Schweiz, USA, Kanada) gibt es derzeit nur ein Land, welches nicht nur eine umfassende Kooperation angeboten hat, sondern derzeit auch die Beschaffung von Mehrzweckhubschraubern durchführt.
b. Wie sehen die weiteren Schritte zur Beschaffung aus?
  • Zu 5b:

    Nach der formellen Einleitung zur Beschaffung beginnen die Vertragsverhandlungen mit Italien hinsichtlich des tiefergehenden Kooperationsvertrag. Von 7. bis 9. Oktober reiste eine Delegation des Verteidigungsministeriums unter der Leitung des Nationalen Rüstungsdirektors Generalleutnant Gehart zu einem Treffen mit dem italienischen Rüstungsdirektor, Generalleutnant Falsaperna, nach Rom. Der Schwerpunkt dieser konkreten Verhandlungen war die Entwicklung und Abstimmung von Kooperationsfeldern zwischen den beiden Nationen Italien und Österreich. Diese werden in den nächsten Wochen weiter detailliert und durch Expertengruppen beider Nationen ausgearbeitet und finalisiert werden.

    In weiterer Folge werden dann durch das italienische Verteidigungsministerium die Vertragsverhandlungen zur Beschaffung des Hubschraubers AW169M durchgeführt werden. Darüber hinaus wurde ein Zeitplan für die weitere gemeinschaftliche Bearbeitung erstellt.
6. Welche Maßnahmen haben Sie gesetzt, damit es in diesem Beschaffungsvorgang zu keinem Korruptions,- und Manipulationsverdacht kommen kann?
  • Zu 6:

    In den seit Anfang 2019 laufenden Vorbereitungen zur Beschaffung eines leichten Mehrzweckhubschraubers fanden sämtliche Bearbeitungen ausschließlich mit Regierungs-stellen der jeweiligen Nationen unter Einbindung der Finanzprokuratur statt. Unternehmen, die Hubschrauber herstellen, waren in den Prozess nicht eingebunden. Im Zuge der Marktbeobachtung aufgenommene Kontakte zu Herstellerunternehmen wurden sorgfältig dokumentiert. Darüber hinaus sind den beteiligten Experten die Compliance Regelungen bekannt, die selbstverständlich auch eingehalten wurden und werden.
https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml

Tribun
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Re: Bundesheer beschafft AW169M

Beitrag von Tribun »

Italien hat als einziger Mitbewerber die Kriterien in allen Kooperationsbereichen erfüllt
Und genau da liegt das Problem der Gov-Gov-Beschaffungen. Man hat kaum, in diesem Fall sogar gar keine, Auswahlmöglichkeit. Man kann sich nicht das bestgeeignete Gerät aussuchen, man muss nehmen was man bekommt.

In diesem Fall haben wird vielleicht sogar das beste Gerät bekommen, dennoch finde ich die Gov-Gov-Beschaffungen für Schwachsinn!

opticartini
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Re: Bundesheer beschafft AW169M

Beitrag von opticartini »

Italien waren die einzigen, die zum passenden Zeitpunkt Hubschrauber angekauft haben, da hat man sich "drangehängt". Militärische Überlegungen oder technische Aspekte waren bei der Auswahl eher nebensächlich (solange die Mindest-Anforderungen erfüllt wurden, was sowieso bei allen Kandidaten der Fall war).

Wenn also derzeit überhaupt niemand Hubschrauber beschafft hätte, dann hätte auch Österreich keine kaufen können...
Das ist mal eine "geniale" Einkaufsstrategie: Man wartet, bis wer anderer was halbwegs passendes kauft.

theoderich
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Re: Bundesheer beschafft AW169M

Beitrag von theoderich »

Die Presse vom 22. Oktober 2020 hat geschrieben:Bundesheer: Lieferant in Turbulenzen

Der Leonardo-Vorstandschef wurde verurteilt, bleibt aber.


Rom. Das Verteidigungsministerium hat sich bei der Beschaffung neuer Hubschrauber gegen das Modell von Airbus entschieden - unter anderem wegen der Vorkomnisse bei der Eurofighter-Beschaffung. Stichwort: Verdacht strafbarer Handlungen. Doch wie sieht es da beim siegreichen Anbieter Leonardo aus?

Alessandro Profumo, Vorstandschef des italienischen Herstellers, wurde vergangene Woche wegen Betrugs nicht rechtskräftig zu einer sechsjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Urteil betrifft Profumos Tätigkeit bei seinem vorherigen Arbeitgeber, der MPS-Bank. Leonardo sprach Profumo das Vertrauen aus, der Aktienkurs des Konzerns brach ein.

Leonardo ist derartige Probleme gewohnt: Schon drei Vorgänger Profumos mussten gehen, weil sie verurteilt wurden oder weil gegen sie ermittelt wurde. Die Vorwürfe reichten von Korruption bei einem Hubschraubergeschäft bis zu einem Eisenbahnunfall, den ein Manager in seinem vorherigen Job zu verantworten hatte. (maf/ag.)
maf ... Martin Fritzl

opticartini hat geschrieben:
Do 22. Okt 2020, 19:00
Militärische Überlegungen oder technische Aspekte waren bei der Auswahl eher nebensächlich (solange die Mindest-Anforderungen erfüllt wurden, was sowieso bei allen Kandidaten der Fall war).
Und das kannst Du belegen?!?
Zuletzt geändert von theoderich am Mo 26. Okt 2020, 23:34, insgesamt 2-mal geändert.

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