Neue Transportflugzeuge für das Bundesheer

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theoderich
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Re: Neue Transportflugzeuge für das Bundesheer

Beitrag von theoderich »




Scheint attraktiv zu sein, denn die von der RAF zum Verkauf stehenden Flugzeuge haben deutlich weniger Flugstunden verbraucht, als die 2002 vom BMLV gekauften C-130K:

Parlamentskorrespondenz Nr. 329 vom 07.05.2002
SCHEIBNER: KRANZNIEDERLEGUNG FÄLLT NICHT UNTER VERSAMMLUNGSGESETZ
BUNDESHEER KAUFT BRITISCHE HERCULES-TRANSPORTFLUGZEUGE

Weiteres Thema der Aussprache war u.a. das Projekt der Transportflugzeuge. Minister Scheibner bestätigte, dass die Entscheidung nun zugunsten des britischen Angebots ausgefallen sei. Das Bundesheer werde demnach drei Transportflugzeuge vom Typ C-130-Hercules aus Beständen der Royal Air Force anschaffen. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei zum einen der Preis von 38 Mill. € gewesen, der deutlich unter dem der konkurrierenden Lockheed-Offerte lag. Darüber hinaus handle es sich bei der Beschaffung um ein sogenanntes Government-to-Government-Geschäft, das eine Kooperation mit den Briten erlaube. Mit der Ausbildung des Flugpersonals werde Mitte dieses Jahres begonnen, Anfang 2003 könne die erste Maschine in Betrieb genommen werden, mit dem Vollbetrieb sei für 2004 zu rechnen. Die Maschinen, die in Hörsching stationiert werden, haben bereits je 20 000 Flugstunden absolviert, teilte Scheibner weiter mit.
https://www.parlament.gv.at/PAKT/PR/JAH ... ndex.shtml

iceman
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Re: Neue Transportflugzeuge für das Bundesheer

Beitrag von iceman »

Konnten damals die britischen Herkules nur gekauft werden, weil man in Gegenzug die M-60 Panzer an Ägypten verkaufte?

theoderich
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Re: Neue Transportflugzeuge für das Bundesheer

Beitrag von theoderich »

Offiziell wurde es so kommuniziert, dass der Verkauf der Kampfpanzer quasi die Basis für die Beschaffung der C-130K war:

Grünes Licht für M60-Verkauf an Ägypten
Die Panzerfahrzeuge in der Version A3 werden den Ägyptern als Komplettpaket, also mit Munitions- und Ersatzteilstock, für rund 31 Millionen Euro übergeben. Das entspricht etwa dem Basispreis jener 3 Transportflugzeuge, die das Bundesheer im letzten Monat von Großbritannien erworben hat.
https://www.bundesheer.at/cms/artikel.php?ID=2203

Veräußerung von beweglichem Bundesvermögen (1158 d.B.)

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml

Man findet auch einen Hinweis im Bundesrechnungsabschluss 2002:
11. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

+ 33 637 447,70 EUR


Zugänge im Bereich BMSG (502,4 Mill. EUR) entstanden durch Umbuchungen im Zusammenhang mit der vorjährigen Umstellung der Haushaltsverrechnung auf SAP R/3, im Bereich BMWA (31,5 Mill. EUR) durch Ethöhungen im Bereich Arbeitsmarktpolitik, im Bereich BMLV (16,6 Mill. EUR) durch die Vormerkung der zweiten Rate des Verkaufserlöses für den Panzer M60.
https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/ ... _Band1.pdf

theoderich
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Re: Neue Transportflugzeuge für das Bundesheer

Beitrag von theoderich »

Militär Aktuell, 7/2021 hat geschrieben:Das Bundesheer beschäftigt sich bereits mit der Hercules-Nachfolge

Anfang des Jahres ließ Verteidigungsministerin Klaudia Tanner mit dem Hinweis aufhorchen, dass man sich schon jetzt mit der Nachfolge der Hercules-Transportflugzeuge beschäftige und dazu eine Arbeitsgruppe eingerichtet wurde. Die drei ex-RAF C-130K des Bundesheeres sind Baujahr 1967/68, wiesen bei ihrer Übernahme je rund 20.000 Flugstunden auf und müssen spätestens mit Ende des Jahrzehnts abgestellt werden. Als Ersatz bieten sich sowohl neu gebaute als auch gebrauchte Lösungen an, wie Brigadier Erich Weissenböck, Leiter der Abteilung Strukturplanung im Verteidigungsministerium, in der die Arbeitsgruppe angesiedelt ist, im Gespräch mit Militär Aktuell erklärt.

Herr Brigadier, was wird in der Arbeitsgruppe bezüglich der geplanten C-130K-Nachbeschaffung genu erhoben und evaluiert?

Es geht um das Fähigkeitsportfolio "Lufttransport Fläche" in Anlehnung an die Profilvarianten und außerdem um eine erste Investitionsprognose zur Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit des Lufttransportsystems C-130K bis zum derzeit beabsichtigten Laufzeitende.

Und das liegt gegen 2030?

Maximal, sofern nichts Unvorhergesehenes am System eintritt. Sollten sich kürzerfristige Lösungen oder Optionen auftun, kann das aber auch früher sein. Es geht um die Sicherstellung des geforderten Fähigkeitsportfolios.

Wie weit sieht man diesbezüglich "über den Tellerrand" hinaus? Also ganz konkret, was andere Länder machen und was es absehbar am Markt geben wird? Wie etwa C-390, jüngere gebrauchte C-130 oder gar A400M?

Weit. Es erfolgt eine Analyse des militärischen Lufttransportes bei relevanten europäischen Referenznationen. Aber ebenso eine Marktanalyse zu verfügbaren und absehbar verfügbaren militärischen Lufttransportsystemen von sicherheitspolitisch machbaren Anbietern ...

"Sicherheitspolitisch machbar" heißt, dass Antonows oder Xi'ans kein Thema sind?

So weit sind wir noch nicht.

Ist auch eine gemeinsame Beschaffung mit anderen Ländern denkbar?

Sicherlich. Eine der Agenden, die wir zu verfolgen haben, ist die Sondierung von anstehenden vergleichbaren Rüstungsvorhaben relevanter Partnernationen und in diesem Zusammenhang die Erörterung möglicher Government-to-Government-Beschaffungen. Dabei geht es auch um aktuelle und zukünftige Kooperationsmöglichkeiten in puncto Verfügbarkeiten mit europäischen Partnernationen innerhalb der EU beziehungsweise mit sicherheitspolitischen Institutionen im Lufttransport.

muck
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Re: Neue Transportflugzeuge für das Bundesheer

Beitrag von muck »

Hat 'Militär Aktuell' ernsthaft gefragt, ob man Transportflugzeuge aus der VR China kaufen will? Jesses.

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