BAE Systems Hägglunds BvS10 MkIIB

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cliffhanger
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Re: BAE Systems Hägglunds BvS10 MkIIB

Beitrag von cliffhanger » Fr 2. Aug 2019, 08:18

Kriegt der BvS10 keinen Namen ? (ulan,pandur,husar,kürassier...) Kann mal wer bei den Verantwortlichen nachfragen?

Dragoner wär noch frei... ;-)

MaPi
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Re: BAE Systems Hägglunds BvS10 MkIIB

Beitrag von MaPi » Fr 2. Aug 2019, 11:20

wäre für "Sappeur" .. wurden sie nicht für den "Katastrophenschutz" angeschafft? .. Sarkasmus aus

Embe
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Re: BAE Systems Hägglunds BvS10 MkIIB

Beitrag von Embe » Fr 2. Aug 2019, 11:22

theoderich hat geschrieben:
So 28. Jul 2019, 10:45
Offenbar gab es schon Anfang der 1980er-Jahre Bestrebungen, Gefechtsfahrzeuge für die Gebirgsjäger einzuführen - indem man zur Erprobung eine Pistenraupe des TÜPl Hochfilzen zweckentfremdete:

SCHNEIDER Horst: Ausbruch eines Jägerbataillons nach erfolgter Einschließung im Winter, in: Truppendienst, H 3 (1980), p. 272- 277 (Foto!)
Das was 1980 erprobt wurde, war ein Überschneefahrzeug Skidozer von Bombardier Rotax. Mitte der achtziger Jahre wurde das Fahrzeug in der Version BR-200 "Ranger" mit einer 8-Mann Kabine dann auch in einer kleinen Stückzahl eingeführt.


theoderich
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Re: BAE Systems Hägglunds BvS10 MkIIB

Beitrag von theoderich » Di 27. Aug 2019, 16:50

Lienz | Es fehlt an Ausrüstung und Munition
Das österreichische Bundesheer muss den Gürtel enger schnallen: Insgesamt 47 Millionen Euro sollen im laufenden Budget eingespart werden. Der rigorose Sparkurs trifft auch das Jägerbataillion 24 hart. „Bei den Anschaffungen stehen die Garagen für die circa acht Gefechtsfahrzeuge „Hägglunds“ aus und auch die laufenden Renovierungen der Unterkunftsgebäude Haspinger Kaserne und Franz-Joseph-Kaserne können nur realisiert werden, wenn die neue Regierung die Finanzierung dafür sicher stellt. Bei der Instandhaltung der Gebäude sind wir schon bisher in Verzug“, erklärt Oberstleutnant Frank Nalter, Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit im Militärkommando Tirol, die prekäre Situation.
https://www.kleinezeitung.at/kaernten/o ... 82WEsynmt8

Embe hat geschrieben:
Fr 2. Aug 2019, 11:22
Das was 1980 erprobt wurde, war ein Überschneefahrzeug Skidozer von Bombardier Rotax. Mitte der achtziger Jahre wurde das Fahrzeug in der Version BR-200 "Ranger" mit einer 8-Mann Kabine dann auch in einer kleinen Stückzahl eingeführt.
Das Bundesheer hatte auch eine Zeit lang einen oder mehrere "Schneegängige Kettenkraftwagen" (SchneeKKW 1/2 t), AB Westeråsmaskiner "Snow-Trac", die für bis zu sieben Personen zugelassen waren.

iceman
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Re: BAE Systems Hägglunds BvS10 MkIIB

Beitrag von iceman » Di 27. Aug 2019, 20:05

Kann man nicht Garagen bauen, bevor man solch Gerät beschafft? Neues Gerät steht im Freien, toll.

theoderich
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Re: BAE Systems Hägglunds BvS10 MkIIB

Beitrag von theoderich » Di 27. Aug 2019, 23:06

Geplant war es - nur hat es dafür nie Geld gegeben:

10. August 2017
S91147/6-PMVD/2017 (1)

Stellungnahme zum Jahresbericht 2016 der Parlamentarischen Bundesheerkommission für Beschwerdewesen
Die Haspinger-Kaserne in Lienz verfügt über eine gute Bausubstanz und Infrastruktur. Für die Gefechtsfahrzeuge Hägglund sind zusätzliche Garagenbauten bis 2018 zu errichten.
Für die angeführten Gefechtsfahrzeuge werden nach Festlegung ihrer Aufteilung (noch im 1. HJ 2017) die infrastrukturellen Voraussetzungen - im Rahmen der budgetären Möglichkeiten - geschaffen.
https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... 666317.pdf

Und heuer hat man sich bekanntlich - nach Forderungen des Vorarlberger Landeshauptmanns Wallner - dazu hinreißen lassen, die 32 BvS10 nicht an einem Standort zu konzentrieren, sondern sie auf Salzburg, Tirol, Kärnten und Vorarlberg zu verteilen. 8 Universalgeländefahrzeuge pro Bataillon. Selbstredend, dass die Infrastruktur nirgends in Österreich zur Unterbringung solcher Geräte geeignet ist.

Der 2. Ausbauschritt der Haspinger-Kaserne lief nach jahrelangen im Geldmangel begründeten Verzögerungen, in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre:

Schriftliche Anfrage (2249/J) (Beantwortet am 20. Januar 1983)
Zu 1:

Nach den bisher vorliegenden Planungen beträgt der Gesamtaufwand für den Ausbau der Haspinger-Kaserne in Lienz 130 Millionen Schilling. Er setzt sich zusammen aus rund 80 Millionen Schilling für die Errichtung eines Kompaniegebäudes, eines Wirtschaftsgebäudes und eines Wachgebäudes (erster Bauabschnitt) sowie rund 50 Millionen Schilling für den Bau eines Garagen- und Magazingebäudes und eines Turnsaales (zweiter Bauabschnitt)
https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XV ... ndex.shtml

Anfragebeantwortung (1603/AB) (Beantwortet am 3. Dezember 1985)
Ausbau der Haspinger-Kaserne, Weiterführung
Die Bauarbeiten für den Ausbau der Haspinger-Kaserne sind im vollen Gange
(Kosten: rd. 80,0 Mio.S)
https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XV ... ndex.shtml

Damals hat natürlich niemand daran gedacht, dass österreichische Gebirgsjäger jemals mit einem technisch aufwändigeren Fahrzeug als einem "Pinzgauer" ausgestattet sein könnten.

theoderich
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Re: BAE Systems Hägglunds BvS10 MkIIB

Beitrag von theoderich » Fr 13. Sep 2019, 14:58

ZWEIKER Klaus: BvS10 AUT Hägglunds. ein Quantensprung in der geschützten Beweglichkeit der Gebirgsjäger, in: Truppendienst, H 3 (2019), p. 180-187
Truppendienst, H 3 (2019) hat geschrieben:Sanitäts-"Hägglunds"

Das ÖBH beschafft zwei Sanitätsausrüstungssätze für CASEVAC-Einsätze (Casualty Evacuation). Dazu können im hinteren Fahrzeugteil die Sitze ausgebaut und durch eine Transportliege für Verwundete ersetzet werden. Damit können insgesamt ein liegender und zwei sitzende Verwundete oder vier sitzende Verwundete und zwei Sanitäter befördert werden.
Truppendienst, H 3 (2019) hat geschrieben:Die beschaffte Anzahl von 32 BvS10 AUT erlaubt die Ausstattung von einer Gebirgsjägerkompanie und einem gepanzerten Pionierzug. Im Vergleich dazu verfügen die derzeit zwei in der Deutschen Bundeswehr damit ausgerüsteten Gebirgsjägerbataillone über je rund 80 "Hägglunds".
Und dann auch noch über vier Bundesländer (K, SBG, T, V) verteilen, damit jeder Landeshauptmann und Landesrat "seinen" "Hägglund" für PR-Fotos zur Verfügung hat.
Truppendienst, H 3 (2019) hat geschrieben:Solange keine Vollausstattung zumindest für den kleinen Verband "GebJgB" absehbar ist, müssen Lösungen gefunden werden, die die abwechselnde Nutzung des Fahrzeuges durch verschiedene Bedarfsträger sinnvoll ermöglichen. Eine Nachbeschaffung von weiteren Fahrzeugen, hier insbesondere von Spezialvarianten wie MEDEVAC, C2-, Granatwerfer-, Instandsetzungs- und Transportversionen, wäre dringend erforderlich.

Acipenser
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Re: BAE Systems Hägglunds BvS10 MkIIB

Beitrag von Acipenser » Di 17. Sep 2019, 22:41

Meines Wissens haben die Deutschen gepanzerte und nicht gepanzerte Hägglunds aber nicht in der High End Ausführung wie wir Österreicher. Mein Liebling ist er und ich bin froh das zumindest 32 angekauft wurden. Eine höhere Zahl war wohl aus bekannten Finanziellen Gründen nicht möglich. Ich gehe aber davon aus das wir in Jahren ein Zweites Baulos bestellen (weil wir diese brauchen) ähnlich wie beim Dingo auch schon, inzwischen gibt's da ja auch SAN und I-Zug Dingos

theoderich
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Re: BAE Systems Hägglunds BvS10 MkIIB

Beitrag von theoderich » Di 17. Sep 2019, 22:52

Nicht in Jahren. Entweder in Jahrzehnten - oder man mustert die 32 Fahrzeuge schon binnen der nächsten fünf bis zehn Jahre aus, was aus heutiger Sicht sehr realistisch ist. Es gibt bekanntlich nicht einmal die notwendige Infrastruktur, um das Gerät unterzustellen und zu warten.

Und Deutschland wird möglicherweise das Nachfolgemodell des BvS10 MkIIB anschaffen, um den Bv206D zu ersetzen (Die deutschen Bv206S werden modernisiert.):

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