Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

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Robos
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von Robos »

Verweigerer hat geschrieben:
Di 15. Dez 2020, 12:05
Denkt man zumindest über einen Ulan 2 nach, Stichwort ASCOD? Wäre ja mal ein kräftiges heimisches Ausrufezeichen ❗️
Wo sollten die hinkommen?

Verweigerer
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von Verweigerer »

Robos hat geschrieben:
Di 15. Dez 2020, 14:35
Wo sollten die hinkommen?
Zumindest irgendwann mal dorthin wo die Alten jetzt stehen. Dachte in den nächsten 5-6 Jahren sollte spätestens etwas eingeläutet werden oder zumindest an einen leichten Übergang. Bin wohl zu enthusiastisch. Danke trotzdem!

Milizler
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von Milizler »

Die SPZ Ulan wurden von 2001 bis 2005 in Österreich ausgeliefert, sind also aktuell knapp 15-20 Jahre alt, ein Ersatz ist noch nicht mal theoretisch ein Thema und auch nicht notwendig.

Wolfgang
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von Wolfgang »

Sagt ja auch keiner. Modernisieren war das Thema

theoderich
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von theoderich »

Eine Kampfwertsteigerung des "Ulan" geistert seit fast neun Jahren durch heeresnahe bzw. heeresinterne Publikationen. Vor sechs Jahren wurde ein nur unscharf skizziertes "Optimierungsprogramm" umgesetzt, das kleinere Maßnahmen umfasste. Darüber hinaus wurden neue SAAB Barracuda-Tarnkits eingeführt. Die einzige "größere" Maßnahme war der Einbau einer neuen Klimaanlage samt Hilfstriebwerk (Kinetics LSS-APU) in 46 Schützenpanzer.
Amt für Rüstung und Wehrtechnik. Jahresbericht 2016 (Wien 2017), p. 38-40 hat geschrieben:Güteprüfung der SPz Ulan-Kampfraumkühlanlage mit modifiziertem Frischluftfiltersystem

[...]

Abb. 50: Klimatest im Klima-Wind-Kanal der Fa. RTA (Rail Tec Arsenal)

[...]

Abb. 51: Wat-Test im Hafen FREUDENAU

[...]

Abb. 52: Schallpegelmessungen mit Abteilung OPMT

[...]

Abb. 53: Staubmessfahrten zum Test der modifizierten Frischluftfilteranlage

Technische Betreuung der Optimierung des Konfigurationsstandes SPz ULAN

[...]

Abb. 54: SPz ULAN mit optimiertem Konfigurationsstand
Amt für Rüstung und Wehrtechnik. Jahresbericht 2017 (Wien 2018), p. 57 hat geschrieben:Truppenerprobung der SPz ULAN Kampfraumkühlanlage mit modifiziertem Frischluftfiltersystem

Nach erfolgreicher Absolvierung einiger grundlegender funktionaler Systemtests im Jahr 2016 (z.B. Klimatest im Klima-Wind-Kanal der Fa. RAIL TEC ARSENAL) konnte nunmehr die Erprobung der Anlage bei der Truppe durchgeführt werden. Ziel dieser Erprobung beim PzGrenB35 in GROSSMITTEL war es, die Kampfraumkühlanlage mit modifiziertem Frischluftfiltersystem unter realen klimatischen Verhältnissen sowie unter Einbeziehung der gefechtsmäßigen Gegebenheiten und Einsatzszenarien des SPz ULAN als Kampffahrzeug der Panzergrenadiertruppe zu testen und so mögliches Verbesserungspotential zu erkennen. Besonderes Augenmekr lag hier auf der Standfestigkeit des Gesamtsystems, Bedienung der Anlage durch die Besatzung, Materialerhaltung sowie einer funktionalen Integration der Komponenten in das Fahrzeug. Während der gesamten Erprobung war der SPz ULAN mit dem Mobile Camouflage System (MCS) der Fa. SAAB-BARRACUDA ausgestattet. Im Zuge der Güteprüfung wurden unter anderem Schallpegelmessungen am integrierten Zusatzaggregat (APU - Auxiliary Power Unit) mit der Abteilung Optronik und physikalische Messtechnik (OPMT) des ARWT sowie Luftgütemessungen des Frischluftfiltersystems durchgeführt.
Amt für Rüstung und Wehrtechnik. Jahresbericht 2018 (Wien 2019), p. 68 hat geschrieben:
  • Güteprüfung und Abnahme der ersten Seriensätze SPz ULAN Kampfraumkühlanlage mit modifiziertem Frischluftfiltersystem für die Integration im HLogZ KLAGENFURT.
Newsletter Kommando Streitkräftebasis. COVID19-Newsletter 44. 05. November 2020, p. 10-13 hat geschrieben:"Erste Schützenpanzer mit nachgerüsteter Kampfraumkühlanlage und Grobstaubgebläse an die Truppe übergeben"

Am 20. Oktober 2020 war es soweit: Bei strahlenden Wetter konnte der Kommandant des Heereslogistikzentrum KLAGENFURT, Obst Ing. Gerhard BAMBERGER (Im Bild rechts), in der JANSA-Kaserne in GROSSMITTEL, die ersten drei durch das HLogZ K modifizierten Kampfschützenpanzer ULAN an den Bataillonskommandanten des PzGrenB35, Obstlt Reinhard JANKO, MA, für seine Soldaten übergeben.

Dieses, im Zusammenwirken mit General Dynamics European Land Systems (GDELS), durch das HLogZ K umgesetzte Modernisierungsprojekt trägt wesentlich zur Entlastung der Panzerbesatzungen in den verschiedenen Einsatzszenarien bei.

Nachstehend hierzu die Projektdetails gemäß ADir Ing. Helmut SCHLATTE, Referat Betriebs- & Systemmanagement im HLogZ K:

Einrüstung der Kampfraumkühlanlage mit Grobstaubgebläse
in den SPZ ULAN (Eckdaten)

VORGABE
  • Bei 46 Stk. SPz ULAN (45+1PT)
    Integration einer Kampfraumkühlanlage (inkl. Grobstaubgebläse) gem. der im HLogZ K erstellten Vorgangsliste
  • Bei 66 Stk. SPz ULAN
    Einbau eines Grobstaubgebläse für den Mannschaftsraum gem. der im HLogZ K erstellten Vorgangsliste
PROJEKTPLANUNG
  • Prototyp
    Erstellung durch die Fa. GDELS
    (auch mit Hilfestellung durch HLogZ K)
  • 4. Quartal 2018- 4.Quartal 2019
    Anlieferung der ersten Einbausätze (Fa. GDELS) ins HLogZ K undErstellung einer E-Teilliste samt Fotodokumentation (Ersatzteilkörbe für die einzelnen Fachbereiche) durchgeführt
    (45 Einbausätze Kampfraumkühlanklage mit Grobstaubgebläse und 66 Einbausätze Grobstaubgebläse)
  • 1. Quartal 2019
    Beginn mit der Einrüstung im HLogZ K
  • 4. Quartal 2020 Auslieferung der ersten 3 ULANE mit Kampfraumkühlanlage und Grobstaubgebläse
  • Planung:
    Pro Jahr sollten 8 bis 10 ULANE in dieser Konfiguration (Kampfraumkühlanlage mit Grobstaubgebläse) ausgeliefert werden
ZEIT / ARBEITSAUFWAND
  • ca. 900 Std.
    für die Kampfraumkühlanlage mit Grobstaubgebläse
  • ca. 180 Std.
    für den Einbau des Grobstaubgebläse
BESONDERE HERAUSFORDERUNGEN (seitens HLogZ K)
  • Elektronik – Ausbildung
    für den Umbau des Fahrerinstrumentenbretts und diverser anderer elektrischer Komponenten (inkl. Aufspielen der Software)
  • Lackierung und Montage
    der Dämmplatten im Kampfraum
https://kdoskb.einsatzbereit.at/wp-cont ... 1105-1.pdf


Und es wurde die IP-Bordsprechanlage Cobham VIC 5-0 für zwei "improvisierte" FüSPz "Ulan" angeschafft. Diese funktioniert aber erst dann im ursprünglich gedachten Sinne, wenn die im Zulauf befindliche Hardware des TCN eingeführt ist, insbesondere der taktische Router:
IKT-Netzplan bewegliche Befehlsstelle (bwgl. BefSt)

Die Führungsfähigkeit der bwgl. BefSt gemäß Abb. 24 stützt sich auf dieMehrfacheinbindung der beiden Fahrzeuge in das Truppenfunksystem CONRAD, die Einbindung in das WAN sowie die Verfügbarkeit eines LAN im und zwischen den Fahrzeugen. Eine Kurzwellenverbindung ist als Redundanz sichergestellt. Die Verfügbarkeit der breitbandigen Einbindung und die Arbeitsfähigkeit auch zurDatenbearbeitung sind nur bei Marschhalt als gegeben zu betrachten. Die Abdeckung der LAN-Verbindungen kann alternativ zum Vorhaben CONRAD auch mittels einer in Beschaffung befindlichen IP-Bordsprechanlage erfolgen.
https://bibisdata.bmlv.gv.at/190594.pdf

theoderich
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von theoderich »

BONATOTZKY Erich: Schützenpanzer ULAN. Nachrüstung mit Kampfraumkühlanlagen, in: Miliz Info, H 1 (2021), p. 28

https://www.bundesheer.at/php_docs/down ... be0121.pdf

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Doppeladler
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von Doppeladler »

Der ULAN mit Kampfraumkühlanlage:

Bild
Die Anlage stammt wohl von Elbit Systems KINETICS, denn die werden in der Miliz-Info als Copyright-Info genannt.

Riesen Teil, der erste Versuch war kompakter, aber wohl nicht wirksam genug, undicht, laut und hat hohe Staubpartikelwerte ergeben. Die Serieneinrüstung der 46 SPz ULAN hat im Heereslogistikzentrum Klagenfurt begonnen und im Dezember 2020 konnte das erste nachgerüstete Fahrzeug dem Pz-GrenB35 übergeben werden. Die restlichen der 112 ULAN bekommen nur das adaptierte Frischluftsystem.
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theoderich
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von theoderich »

Großinvestitionen beim Bundesheer
Weiters beginnt 2021 die überfällige Modernisierung der Kampfpanzer "Leopard" 2A4 und der Schützenpanzer "Ulan".
https://www.bundesheer.at/cms/artikel.php?ID=10754



https://www.facebook.com/story.php?stor ... &__tn__=-R

Es wäre schon ein Fortschritt, wenn man die Kampfraumkühlanlage bei allen 112 SPz "Ulan" einbauen würde und nicht nur bei den bereits beauftragten 46 Fahrzeugen. Mit einem Kampfwertsteigerungsprogramm in einer Qualität wie es die Niederlande mit ihren CV9035 durchführen rechne ich nicht, aber ein mit der Schweiz oder Schweden vergleichbares Projekt könnte "drin" sein. Norwegen hat bei der Modernisierung seiner CV90-Flotte, neben dem Kauf zusätzlicher 43 CV90, Maßnahmen umgesetzt, die sehr kostspielig waren (u.a. ein leistungsgesteigerter Motor mit 810 PS und eine verbesserte Panzerung).

Was heute angekündigt worden ist, hat neun Jahre (!) Vorlaufzeit gebraucht:
Zuletzt geändert von theoderich am So 14. Feb 2021, 12:55, insgesamt 1-mal geändert.

Wolfgang
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von Wolfgang »

Kann unser Turmaufbau bei den Ulan auch mit einer PAL bestückt werden. Wäre auch nicht eine Zweitwaffen samt Sensoren wie RCWS sinnvoll.

theoderich
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Re: Schützenpanzer Ulan (ASCOD)

Beitrag von theoderich »

Offiziersgesellschaft unterstützt Panzerpaket

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS ... anzerpaket

Wolfgang hat geschrieben:
So 14. Feb 2021, 08:57
Kann unser Turmaufbau bei den Ulan auch mit einer PAL bestückt werden. Wäre auch nicht eine Zweitwaffen samt Sensoren wie RCWS sinnvoll.
Den Angaben auf der früheren Website von GDELS Steyr zufolge, können in den SP30 optional ein Battle Management System und/oder ein Selbstschutzsystem (z.B. Laserwarnsystem; siehe Elbit TDS auf portugiesischen Pandur II 8x8) eingebaut werden. Die Integration von Panzerabwehrlenkwaffen war nie vorgesehen. Eine RCWS wäre vermutlich mit einigem Aufwand machbar.

Aber ich glaube nicht, dass man sich eine Lösung wie in den Niederlanden leisten kann, wo die Türme von 122 CV9035 mit einem komplett neu entwickelten System ersetzt werden sollen - zu Kosten von über 400 Mio. EUR:

Bild
viewtopic.php?p=16723#p16723

Und ein verbesserter Minenschutz ist auch schwer vorstellbar, denn dazu müsste bei allen 112 Fahrzeugen die Wanne durch eine Neukonstruktion ersetzt werden:

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