Medienberichte 2020

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
chuckw
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von chuckw »

IndieGrz hat geschrieben:
Mi 5. Feb 2020, 10:20
Jets bald am Ende: Grüne wollen Saab-Ersatz, aber keine Eurofighter

Wehrsprecher David Stögmüller drängt auf rasche Nachfolgeentscheidung und bringt Leasing-Variante ins Spiel. Im Vorjahr stiegen heimische Jets zu 27 Alarmstarts auf, ein Drittel der Eurofighter war im Durchschnitt einsatzbereit.

https://www.kleinezeitung.at/politik/in ... urofighter
Stögmüller selbst drängt zu einer langfristigen Gesamtlösung ganz ohne Eurofighter: „Der war bisher ein Milliardengrab, das brauchen wir nicht.“
Jetzt geht es also dem Eurofighter an die Gurgel...wa dieser Herr in diesem Interview absondert ist nicht in Worte zu fassen. Da werden die Betriebskosten der uralten 105er (wohlgemerkt ein Schulflugzeug+) mit denen eines modernen Kampflugzeugs der 4. Generation verglichen...wobei, grüner Wehrsprecher ist ansich schon ein Widerspruch.

Es wird immer lächerlicher.
Alles läßt sich durch Standhaftigkeit und feste Entschlossenheit erreichen. (Prinz Eugen v. Savoyen)

theoderich
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von theoderich »

Modell für Österreich?
Schweizer zahlen Abgabe bei Untauglichkeit

https://www.krone.at/2092211


iceman
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von iceman »

Würde vom Verfassungsgerichtshof sicher gekippt werden.

öbh
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von öbh »

eine Abgabe ala Schweiz der Untauglichen für das Heer wäre eine gute Idee. Vor allem für diejenigen, die trotz Untauglichkeit in der Freizeit oder auch professionell ihren Sport frönen, im Beruf leistungsfähige Arbeit verrichten etc.
Für geistig oder akut körperbehinderte Burschen und auch jene die an schweren Krankheiten leiden wäre eine solche
Abgabe nicht gerecht.

theoderich
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von theoderich »

  • An der heutigen Realität vorbei konzipiert (Gastkommentar, Marco Büchl)
    Wir unterhalten eine Vielzahl jener Waffensysteme, über die ein tatsächlich souveräner Staat verfügen will, um seine territoriale Integrität zu verteidigen, bringen aber auf der anderen Seite nicht annähernd den politischen Willen auf, diese auch adäquat zu finanzieren. Ganz zu schweigen davon, dass wir schon lange kein souveräner Staat im westfälischen Sinn mehr sind. Daraus resultiert eine dysfunktionale Scheinarmee, die bestenfalls als Sandkastenspielzeug für romantisch-retrospektive Fantasien mancher Heeresangehöriger dienen kann, in der realen Welt aber wenig Sinn macht. Das wird anhand der besonders kostspieligen Beispiele der Panzertruppe, der Luftraumverteidigung und der allgemeinen Wehrpflicht in ihrer derzeitigen Form verdeutlicht.
    Das immer wieder vorgebrachte Argument, das einsame Panzerbataillon in Wels stelle einen Nukleus an Know-how dar, aus dem im Bedarfsfall eine neue Panzerwaffe gebildet werden könne, ist auch keine Rechtfertigung für die Kosten, die es verursacht. Grundwehrdiener können an diesem komplexen Waffensystem in sechs Monaten zu wenig mehr ausgebildet werden, als dass sie im Einsatzfall als Kanonenfutter dienen würden, und verlieren ihr limitiertes Wissen nach der Ausmusterung rasch wieder. Sollte Österreich in mittlerer bis ferner Zukunft beschließen, sich mit einer ernsthaften Panzerwaffe auszustatten, macht es mehr Sinn, den Kern dieser Truppe bei einem europäischen Partner an dann aktuellem Gerät ausbilden zu lassen, statt mit Müh und Not zwei Dutzend alternde Leopard-Modelle einsatzbereit zu halten, mit denen dann aus Kostengründen nicht mehr als ein paar Kilometer im Jahr gefahren werden darf.
    In der Luft hat sich die Republik aus Gründen, die wir in aller Klarheit wohl nicht mehr erfahren werden, mit dem Eurofighter Typhoon ausgestattet, einer nicht top-, aber hochmodernen fliegenden Mehrzweck-Waffenplattform.
    Bewaffnet ist dieser Austro-Fighter ausschließlich mit Bordkanone und Luft-Luft-Rakete, einer Kurzstrecken-Lenkwaffe für den unmittelbaren Nahbereich bis 25 Kilometer. Im angenommenen Verteidigungsfall müssten wir darauf vertrauen, dass die gegnerische Luftwaffe nicht mit Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen ausgerüstet ist, was die Chancen unserer tapferen Männer in ihren möglicherweise dann zehn tatsächlich fliegenden Kisten signifikant reduzieren würde. In der Luftraumüberwachung kommt das natürlich nicht zum Tragen; nicht zuletzt, weil Eurofighter-Flugstunden mit gut 30.000 Euro so unerträglich teuer sind, dass dafür nach Möglichkeit unbewaffnete, 50 Jahre alte Saab-Trainingsflugzeuge eingesetzt werden.
    Bleibt die allgemeine Wehrpflicht. Jeder, der behauptet, in sechs Monaten ließen sich auch nur einigermaßen feldverwendungstaugliche Soldaten ausbilden, ist entweder ein hoffnungsloser Dilettant oder lügt vorsätzlich. In dieser begrenzten Zeit kann man niemandem Infanterietaktik und den einigermaßen professionellen Umgang mit Infanteriewaffen beibringen, von komplexeren Waffensystemen und Aufgaben ganz zu schweigen. Würden wir diese Männer nach sechs Monaten tatsächlich ins Gefecht schicken, wären sie bestenfalls eine Gefahr für sich selbst, nicht aber für jeden denkbaren Opponenten weit über die Grenzen Europas hinaus.
    Statt verantwortungsvoller Staatspolitik im Sinne des Bundesheers wird mit dem Bundesheer Parteipolitik gemacht. Das ist selbst bei dem geringen Anteil am BIP, den sich Österreich für seine Streitkräfte leistet, ein viel zu teures Investment bei keiner erkennbaren Rendite. Was es braucht, sind eine Neuerfindung österreichischer Verteidigungspolitik im Rahmen europäischer Realitäten und eine radikale Homogenisierung der Streitkräfte im Kontext des realpolitisch existierenden Finanzierungswillens.

    Im Zusammenhang mit allen mechanisierten (also sich auf Ketten fortbewegenden) Kräften und der Luftkampfkapazität des Heers kann das eigentlich nur ein Vorgehen nach der Devise Auflösen, Ausmustern, Abschreiben bedeuten.
    Die Idee, dass wir irgendjemanden in offener Feldschlacht niederringen könnten, war spätestens seit 1945 eine tollkühne und würde damit endlich auch offiziell zu Grabe getragen werden.
    https://www.wienerzeitung.at/meinung/ga ... piert.html
So viel Unsinn ...


Dr4ven
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von Dr4ven »

theoderich hat geschrieben:
Fr 7. Feb 2020, 00:31
  • An der heutigen Realität vorbei konzipiert (Gastkommentar, Marco Büchl)
Naja im Prinzip redet er den Pan B herbei und dabei hast du nicht mal den üblesten Schwachsinn des Artikels zitiert..
Starlinger ist übrigens Generalmajor, kein Brigadier.

Altmilizler
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von Altmilizler »

öbh hat geschrieben:
Mi 5. Feb 2020, 22:02
eine Abgabe ala Schweiz der Untauglichen für das Heer wäre eine gute Idee. Vor allem für diejenigen, die trotz Untauglichkeit in der Freizeit oder auch professionell ihren Sport frönen, im Beruf leistungsfähige Arbeit verrichten etc.
Für geistig oder akut körperbehinderte Burschen und auch jene die an schweren Krankheiten leiden wäre eine solche
Abgabe nicht gerecht.
Gerade so eine Meldung wie ihre zeigt auf das die Angedachten NEUEN TAUGLICHKEITSSTUFEN der RICHTIGE WEG ist, denn ihre ersten Argumente das man JEDEM ZUR MUSTERUNG anstehenen Jungen Mann(Noch?) einen Spion Nachschicken müsste um Festzustelllen ob er NICHT DOCH SCHNELLER LÄUFT als bei der Musterunge, ist glaube ich Utopisch, zumal ja selbst Menschen mit körpl.Beeinträchtigung entweder kurz oder auf Dauer auch angemessenen Sport Verschrieben erhält.Und eine Wehrersatzsteuer, die allein b.dieser Koalition NIE kommen wird,sollte als letzte Massnahme, dann aber auch Massiv, bei Milzübungsbefreiungen(ausser Med.) in Kraft Tretten.Viel Notwendiger wären aber,mit dem locker pro Jahr 2000 Rekruten MEHR ins BH kämmen, die Sofortige ANONYMIESIERUNG des MUSTERUNGSVORGANGESund somit Österr.weit Alle Protektionsbefreiungenn einstellen, und Befreiungsentscheidungen von NICHT ORTSANSÄSSIGEN KOMMISIONEN Durchführen. Und der 2Pkt der noch einmal was bringen würde wäre das Späteste Antrittsalter f.d.GWD auf 50Jahre anzuheben somit wäre allen MAUSCHELEIEN mit Melde Adressen v.Scheinfirmen im Grenznahen Ausland ein massiver Riegel vorgeschoben!

innsbronx
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von innsbronx »

Die Wehrersatzssteuer oder wie auch immer ist in der Schweiz ein Mittel für Reiche, sich ganz aus ihrer Verantwortung zu steheln und die Mittel- und Unterschicht können dann Dienst leisten. Das ist genau das falsche.

Dr4ven
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Re: Medienberichte 2020

Beitrag von Dr4ven »

Wenn das der Kunasek oder Kickl gemacht hätte.... :-)
PR-VORGABEN
Message-Control unter Verteidigungsministerin Tanner sorgt beim Bundesheer für Gerede
Sprecher der Neo-ÖVP-Ministerin warnte Kommandanten und Co: "Wir müssen bei der Auswahl der Reporter sehr sorgsam sein"

Nina Weißensteiner 7. Februar 2020

Eine Art Medienerlass unter Neo-Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) sorgt für Gerede beim Bundesheer: Das entsprechende Schreiben ihres Pressesprechers Herbert Kullnig, datiert mit 4. Februar, das dem STANDARD vorliegt, wendet sich an alle mit Öffentlichkeitsarbeit betrauten Militärs, gemäß dem angeführten Mailverteiler also an mehr als hundert Adressen – und enthält interessante Einblicke, welche Prinzipien im Verteidigungsministerium im Umgang mit der Presse herrschen sollen.

"Wir müssen aufpassen, was wir über die Medien kommunizieren", heißt es da etwa, denn: "Manchmal stellen Journalisten Fragen, deren Beantwortung nicht in den eigenen Zuständigkeitsbereich fällt." Und weiter: "Medien oder dem Bundesheer nicht freundlich gesinnte Organisationen nutzen das dann meist aus. Es kann auch passieren, dass Angehörige des Bundesheeres gegenseitig ausgespielt werden."


Nur ausgewählte Reporter

Ursprünglich gab Kullnig, jetzt auch Leiter des "Zentrums für Information und Wehrpolitik", derlei Instruktionen schon bei der Kommandantentagung am 31. Jänner aus: In einer Rede vor den Leitern der neun Militärkommanden sowie aller Brigaden mahnte er bei den rund fünfzig anwesenden Uniformierten etwa auch diese Vorgangsweise ein: "Wir müssen bei der Auswahl der Reporter sehr sorgsam sein und Sie, meine Herren, besser vorbereiten. Stichwort Medientraining etc."

Mit Dienstag, dem 4. Februar, ging dann das Transkript von Kullnigs Rede offenbar an alle PR-Betrauten beim Bundesheer.

Anders als unter Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), in dessen Amtszeit die Landespolizeidirektionen unter anderem dazu angehalten wurden, missliebigen Zeitungen wie dem STANDARD, dem "Kurier" oder "Falter" nur die nötigsten Infos zu erteilen, werden in dem aktuellem Schreiben zwar keine Zeitungen auf die rote Liste gesetzt. Doch unter dem Betreff "Kommandotagung – Rede Mag. Kullnig" führt Tanners Mann für Medien sehr wohl ein unrühmliches Beispiel der jüngsten Vergangenheit, konkret vom 23. Jänner, an.

Bei einem Besuch der Ministerin bei der Einsatzzentrale in St. Johann im Pongau im Zuge der grenzüberschreitenden Luftraumüberwachungsoperation "Daedalus 2020" zum Schutz des Davoser Weltwirtschaftsforums, an dem auch Journalisten teilnahmen, sei es speziell bei der Berichterstattung des ORF zu "Widersprüchen zwischen den Aussagen der FBM (Kürzel für Frau Bundesminister, Anm.) und den Aussagen eines Offiziers" gekommen.

Geschlossenheit gefordert

Denn "nach Analyse des Mitschnitts" waren laut Kullnig "die Aussagen" des Soldaten "durchaus okay". Aber, so sein Befund: "Sie wurden aber sozusagen durch den Redakteur 'manipuliert' verkürzt wiedergegeben."

Dabei hat der Oberst dem ORF-Mann in St. Johann nur auf die simple Frage, woran es dem finanzmaroden Bundesheer mangle, eine entsprechende sachkundige Antwort gegeben, während Tanner bei dem Ausflug – anders als ihr Vorgänger, Expertenminister Thomas Starlinger– eben eher bemüht war, die prinzipielle Einsatzfähigkeit des Militärs zu betonen.


Kullnigs Fazit zu der Episode gemäß Redetranskript lautet: Das "schadet unserer Organisation und unseren Zielen". Mehrmals mahnt der Ministersprecher daher zu einem geschlossenen Auftreten in der Öffentlichkeit – unter anderem auch deswegen: "Wenn wir als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden und wenn junge Menschen sagen: 'Ja, das Bundesheer ist sexy', das ist toll, dann werden sie nach dem Grundwehrdienst bei uns bleiben. Dann werden sie sich verpflichten."

Abschließend gibt Kullnig noch den künftigen Kurs des Verteidigungsressorts, das bisher stets das geringe Budget unter der Finanzministerpartei ÖVP beklagte, in der Öffentlichkeit vor: "Ich möchte noch betonen, dass wir von der Linie wegkommen müssen, alles schlechtzureden. (...) Es wird mit dem Bundesheer wieder bergauf gehen, nur da müssen wir alle an einem Strang ziehen."

Auf Anfrage steht Kullnig jedenfalls zu jedem Wort in seiner Rede wie zu seiner ausgesandten Mail – es gehe dabei um eine "Sensibilisierung" der Mitarbeiter und "sicher nicht um eine Bevormundung" im Umgang mit den Medien, weil es eben – siehe ORF – unerfreuliche Anlässe dafür gegeben habe.

Ob er am von den Parteien heiß umkämpften Küniglberg interveniert habe wegen des missliebigen Beitrags? "Nein, interveniert hab' ich nicht", so Kullnig. Das werde er auch generell nicht tun – "außer, es ist etwas falsch". (Nina Weißensteiner, 7.2.2020)
https://www.derstandard.at/story/200011 ... schuetteln

Alpine
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Registriert: So 29. Apr 2018, 13:07

Re: Medienberichte 2020

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