Seite 2 von 3

Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Verfasst: Mi 18. Sep 2019, 23:47
von theoderich
iceman hat geschrieben:
Mi 18. Sep 2019, 23:30
Ein Satz ist mir im Bericht aufgefallen: "ohne Budgeterhöhungen müssen ein Drittel aller Verbände aufglöst werden."
Ratet mal welche?
Viel "raten" muss man da nicht. Es gibt beim Bundesheer derzeit 31 Verbände (4 Stabsbataillone, 9 Jägerbataillone, 2 Panzergrenadierbataillone, 1 Panzerbataillon, 3 Aufklärungs- und Artilleriebataillone, 3 Pionierbataillone, Jagdkommando, 2 Führungsunterstützungsbataillone, Versorgungsregiment, Kommando und Betriebsstab LRÜ, Radarbataillon, Überwachungsgeschwader, Fliegerabwehrbataillon 2, Luftunterstützungsgeschwader).

Definitiv aufgelöst werden das Panzerbataillon, die Panzergrenadierbataillone, die Aufklärungs- und Artilleriebataillone, die Pionierbataillone, das Fliegerabwehrbataillon 2 und das Überwachungsgeschwader. Macht insgesamt 11 Verbände - das ist etwas mehr als ein Drittel.

Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Verfasst: Fr 20. Sep 2019, 00:39
von iceman
Angenommen man erhöht das Heeresbudget wie im parlament. Entschliessungsantrag auf 3 Mrd. plus Sonderinvest
Würde bedeuten 1,5 Mrd für Personalkosten (wie derzeit)
1 Mrd Betriebskosten
500 Mio. Investitionen

Mit sorgsamer Planung für Investitionen und Neuanschaffungen plus, das größte Problem, Einhaltung der Personalkosten von 1,5 Mrd. müsste man doch Haushalten?

Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Verfasst: Fr 20. Sep 2019, 09:20
von theoderich
500 Mio. € wären prinzipiell eine deutliche Verbesserung, im Vergleich zum Status quo (1 Mio. €). Das Problem ist aber der Abbau des Investitionsrückstaus der letzten 15 Jahre. Daher kommen auch die auf den ersten Blick sehr hohen Forderungen von BM Starlinger. Unter einem Investitionsrahmen von mindestens 1 Mrd. € pro Jahr ist das in einem akzeptablen Zeitraum nicht zu bewältigen.

Zusätzlich müssen in den nächsten Jahren Pensionsabgänge und Gehaltsabschlüsse des öffentlichen Dienstes kompensiert werden. Daraus wären die Forderungen hinsichtlich der Personalkosten und der Aufnahme zusätzlicher Soldaten erklärbar.

Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Verfasst: Fr 20. Sep 2019, 09:35
von Dr4ven
Und selbst wenn es Geld regnen sollte, das ganze aufzuholen dauert 10 Jahre.
Kannst vergessen.

Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Verfasst: Fr 20. Sep 2019, 11:13
von theoderich
Bis dahin gibt es außerdem mindestens drei durch neue Sparpakete bedingte "Strukturreformen" des ÖBH. Es ist sehr wahrscheinlich, dass in den nächsten vier Jahren mehr als 2 Mrd. EUR im BMLV eingespart werden müssen.

Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Verfasst: Do 26. Sep 2019, 22:36
von iceman
Was generell übersehen wird:
Grundproblem neben des Geldes ist der zu kurze Wehrdienst. Auch wenn man das Bundesheer auf einen modernen Stand bringt, ist trotzdem kein Verband der präsenten Verbände, außer die KPE, einsatzbereit. Ausnahme Schneeschaufeln.
Warum zB für die Miliz zusätzliche Radpanzer budgetieren, wenn an den vorhandenen GWD ausgebildet werden, aber nie eingesetzt werden können?

Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Verfasst: Do 26. Sep 2019, 22:39
von theoderich
Vor allem könnte ein längerer Wehrdienst mit Wiederholungsübungen zu Einsparungen bei Betriebs- und Personalkosten führen.

Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Verfasst: Do 26. Sep 2019, 22:57
von iceman
Schon, aber einen längeren Wehrdienst wird es nicht geben.
Bleibt nur die Möglichkeit am jetzigen Zustand festzuhalten, was mMn ineffizient und teuer ist,
oder GWD nicht mehr als Infantriesten auszubilden sondern in Funktionen, wo es nicht "brenzlig" werden kann und innerhalb der 6 Monate einsetzen kann.
Stattdessen Infantrie nur für Berufssoldaten und freiwillige Miliz.

Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Verfasst: Do 26. Sep 2019, 23:03
von theoderich
Das ist schon wegen des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte nicht zulässig, der "jeden Dienst militärischen Charakters oder im Fall von Wehrdienstverweigerern, Dienste, die anstatt des verpflichtenden Wehrdienstes geleistet werden" nicht als Zwangsarbeit einstuft. Wenn man Grundwehrdiener nicht mehr militärisch ausbildet, hat man ein massives rechtliches Problem. Was Du hier skizzierst, würde außerdem keine nennenswerten Einsparungen bringen (außer im Bereich der Mehrdienstleistungen), dafür aber die Unzufriedenheit der Grundwehrdiener fördern.

Re: Wie sieht eine sinnvolle Refom des ÖBH aus ?

Verfasst: Do 26. Sep 2019, 23:24
von iceman
Grundausbildung und dann zB Logistik, Fernmelder, Systemerhalter, Sanitäter, ...