Generalstab schlägt Alarm

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
theoderich
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Re: Generalstab schlägt Alarm

Beitrag von theoderich »

iceman hat geschrieben:
Fr 3. Jan 2020, 20:04
Bei einem solchen Szenario wartet man in Wien stundenlang bis ein Leopard aus Wels da ist?
Es geht wohl mehr um präventiven Objektschutz. Vor oder nach einem systemischen Terrorangriff.

Das Hauptproblem bei den schweren Waffensystemen in ihren aktuellen Zustand ist die Rekonstruktion. Das Knowhow für den Betrieb und Einsatz von Kampfpanzern, Bergepanzern, Pionierpanzern und Artillerie ist sehr schnell verschwunden. Ein paar Jahre, ein paar Pensionierungswellen ... Und das alles wieder von null weg aufzubauen, benötigt Jahrzehnte an Vorlaufzeit!

Es gab letztes Jahr einige Übungen, bei denen österreichische KPz teilgenommen haben, darunter die Teilnahme an der "Informationslehrübung 2019" in Deutschland, ein Scharfschießen am TÜPl Allentsteig im Juli, das Kampfgruppenschießen von 4. - 14. Juni 2019 (mit Beteiligung der deutschen Bundeswehr), ein Zugsgefechtsschießen im Mai 2019, eine Unteroffiziersausbildung Ende März/Anfang April 2019, die "Handwerk 19" im März, eine Ausbildung für Richtschützen im Februar und eine Übung in der Urbanen Trainingsanlage "Schnöggersburg" vom 4. bis 16. Januar 2019. Aber eine Übung im Brigaderahmen mit einem klassischen Szenario militärischer Landesverteidigung gab es in Österreich seit 19 Jahren nicht mehr.

iceman
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Re: Generalstab schlägt Alarm

Beitrag von iceman »

Tribun hat geschrieben:
Sa 4. Jan 2020, 06:12
theoderich hat geschrieben:Beim Verkauf von 37 Leopard 2A4 und 3 Fahrschulfahrzeugen an KMW konnte man 2012 nur 17,32 Mio. EUR einnehmen
Was aber mehr an dem mutwilligen Verschleudern von Bundesheereigentum der Freunde Darabos und Klug lag. Zumindest sehe ich das so...
Man hätte da sicher mehr rausschlagen können. Interessant wäre, wieviel die Ungarn für ihre gebrauchten A4 bezahlen.

iceman
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Re: Generalstab schlägt Alarm

Beitrag von iceman »

theoderich hat geschrieben:
Sa 4. Jan 2020, 08:52
iceman hat geschrieben:
Fr 3. Jan 2020, 20:04
Bei einem solchen Szenario wartet man in Wien stundenlang bis ein Leopard aus Wels da ist?
Es geht wohl mehr um präventiven Objektschutz. Vor oder nach einem systemischen Terrorangriff.

Das Hauptproblem bei den schweren Waffensystemen in ihren aktuellen Zustand ist die Rekonstruktion. Das Knowhow für den Betrieb und Einsatz von Kampfpanzern, Bergepanzern, Pionierpanzern und Artillerie ist sehr schnell verschwunden. Ein paar Jahre, ein paar Pensionierungswellen ... Und das alles wieder von null weg aufzubauen, benötigt Jahrzehnte an Vorlaufzeit!

Es gab letztes Jahr einige Übungen, bei denen österreichische KPz teilgenommen haben, darunter die Teilnahme an der "Informationslehrübung 2019" in Deutschland, ein Scharfschießen am TÜPl Allentsteig im Juli, das Kampfgruppenschießen von 4. - 14. Juni 2019 (mit Beteiligung der deutschen Bundeswehr), ein Zugsgefechtsschießen im Mai 2019, eine Unteroffiziersausbildung Ende März/Anfang April 2019, die "Handwerk 19" im März, eine Ausbildung für Richtschützen im Februar und eine Übung in der Urbanen Trainingsanlage "Schnöggersburg" vom 4. bis 16. Januar 2019. Aber eine Übung im Brigaderahmen mit einem klassischen Szenario militärischer Landesverteidigung gab es in Österreich seit 19 Jahren nicht mehr.
Bei den Ulan wird das ähnlich aussehen.
Präventiver Objektschutz: erreicht man mit einem Pandur/Husar/Dingo und üsMG nicht das selbe?

theoderich
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Re: Generalstab schlägt Alarm

Beitrag von theoderich »

LMV , "Dingo 2" und "Pandur" bieten nicht annähernd dasselbe Schutzniveau wie ein "Leopard 2".

Acipenser
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Re: Generalstab schlägt Alarm

Beitrag von Acipenser »

iceman hat geschrieben:
Sa 4. Jan 2020, 11:38
Tribun hat geschrieben:
Sa 4. Jan 2020, 06:12
theoderich hat geschrieben:Beim Verkauf von 37 Leopard 2A4 und 3 Fahrschulfahrzeugen an KMW konnte man 2012 nur 17,32 Mio. EUR einnehmen
Was aber mehr an dem mutwilligen Verschleudern von Bundesheereigentum der Freunde Darabos und Klug lag. Zumindest sehe ich das so...
Man hätte da sicher mehr rausschlagen können. Interessant wäre, wieviel die Ungarn für ihre gebrauchten A4 bezahlen.
man muss eben sagen, das die Kampfpanzer bis an Ihre Leistungsgrenze genutzt wurden und von KMW generalüberholt werden. Daher war der Preis auch eher gedämpft. Allein die Abdichtung für den ABC Einsatz ist immens. Auch war klar das A4 nicht mehr zeitgemäße Schutz bietet

iceman
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Re: Generalstab schlägt Alarm

Beitrag von iceman »

theoderich hat geschrieben:
Sa 4. Jan 2020, 15:32
LMV , "Dingo 2" und "Pandur" bieten nicht annähernd dasselbe Schutzniveau wie ein "Leopard 2".
Den Ulan habe ich vergessen.

theoderich
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Re: Generalstab schlägt Alarm

Beitrag von theoderich »




iceman
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Re: Generalstab schlägt Alarm

Beitrag von iceman »

Wehrgesetz:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassu ... r=20001612

Zur Umfassenden Landesverteidigung finde ich nichts konkretes bezgl. Abfangjäger/LRÜ und Kampfpanzer aber auch nichts bezgl. Cyberabwehr. Die Handhabung des Gesetzes mag vielleicht einen gewissen Interpretationsspielraum politischer Akteure bieten, nur:
Für die Mehrheit mag es zwar super klingen, daß man keine "milliardenschweren" Rüstungsgüter braucht, sondern Computerfreaks ausreichen, nur ich halte das für Populismus. Eine Regierungspartei sollte es besser wissen.

Andreas1957
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Re: Generalstab schlägt Alarm

Beitrag von Andreas1957 »

1938: „Gott schützte Österreich“
2020: „Gott schützte Österreich, vor allem vor sich selbst und einem Großteil seiner politischen Klasse“.

theoderich
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Re: Generalstab schlägt Alarm

Beitrag von theoderich »

iceman hat geschrieben:
So 5. Jan 2020, 10:25
Zur Umfassenden Landesverteidigung finde ich nichts konkretes bezgl. Abfangjäger/LRÜ und Kampfpanzer aber auch nichts bezgl. Cyberabwehr. Die Handhabung des Gesetzes mag vielleicht einen gewissen Interpretationsspielraum politischer Akteure bieten, nur:
Für die Mehrheit mag es zwar super klingen, daß man keine "milliardenschweren" Rüstungsgüter braucht, sondern Computerfreaks ausreichen, nur ich halte das für Populismus. Eine Regierungspartei sollte es besser wissen.
Das Wehrgesetz ist lediglich ein allgemeiner Rahmen, der keinen Maßstab für Strukturanpassungen bietet. Maßgeblich sind Dokumente wie die Österreichische Sicherheitsstrategie, das Militärstrategische Konzept 2017 und in gewissem Maß (aufgrund der hohen Aktualität) auch das Dokument "Trends und Konfliktbild 2030".

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