Medienberichte 2019

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
iceman
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von iceman »

Eigentlich nicht; Kraftfahrer, Köche, Mechaniker, Wirtschaftsgehilfe, Wache; sehe ich nicht als Zivilersatzdienst, sondern Tätigkeiten, wofür eine 6monatige Ausbildung/Dienst reicht.

theoderich
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von theoderich »

So habe ich das nicht gemeint: Der Zulauf zum Zivildienst würde deutlich ansteigen und da seit Jahren freie Wahl zwischen Grundwehrdienst und Zivildienst besteht, würde sich wahrscheinlich nur noch eine kleine Minderheit für den Wehrdienst entscheiden.

theoderich
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von theoderich »

Ö1 Morgenjournal
Starlinger fordert mehr Geld für Bundesheer

Moderator: "Die Ministerinnen und Minister der Übergangsregierung haben es ganz unterschiedlich angelegt. Von einigen war kaum etwas zu hören - andere waren umso lauter, zum Beispiel Thomas Starlinger. Der Verteidigungsminister hat jede Gelegenheit genützt, auf die, seiner Meinung nach, katastrophale finanzielle Situation des Bundesheeres hinzuweisen.

900 Millionen Euro mehr müssten es im nächsten Jahr auf jeden Fall sein, verlangt Starlinger. In den Koalitionsverhandlungen ist angeblich von 400 Millionen mehr die Rede. Was er davon hält, das hat Klaus Webhofer den Verteidigungsminister gefragt."

Klaus Webhofer: "Ziehen wir eine kurze Bilanz, Herr Starlinger. Ein gutes halbes Jahr sind Sie jetzt schon Minister. In der Zeit haben Sie viel Wind gemacht. Manchmal, wie man gehört hat, auch zum Missfallen der Kanzlerin. Was hat es gebracht?"

Thomas Starlinger: "Würde mal sagen, was wir erreicht haben ist eine höhere Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung, dass das Bundesheer nicht nur bei Katastrophen eingesetzt ist, sondern dass es Bedrohungsszenarien gibt - wie Blackout, Cyber und dergleichen - wo das Bundesheer mehr können muss."

WEBHOFER: "In unserem ersten Interview nach Ihrem Amtsantritt, da waren Sie sehr zuversichtlich, dass Sie die Politiker überzeugen können, dass das Heer vor dem Abgrund steht. Einige Monate später haben Sie dann gesagt, wörtlich gesagt ,am Rande des eigenen Grabes' und das Heer braucht eben mehr Geld, viel mehr Geld - das ist Ihre Botschaft, mit der Sie jetzt seit einem halben Jahre durch das Land dingeln.

Jetzt nach meiner Beobachtung waren die Politiker von all dem bisher nicht sonderlich beeindruckt."

STARLINGER: "Ich bin schon überzeugt, dass nicht nur in der Bevölkerung das Bewusstsein gestiegen ist, dass das Bundesheer mehr braucht zum Schutz der Bevölkerung, sondern auch in den Köpfen der Politiker."

WEBHOFER: "Na, dann machen wir's konkret: Was hören Sie denn aus den türkis-grünen Verhandlungen?"

STARLINGER: "Na, da hör' ich relativ wenig. Aber wir haben zumindestens die Möglichkeit, unsere Fakten entsprechend einbringen zu können."

WEBHOFER: "Das heißt: Wurden Sie kontaktiert? War Ihre Meinung gewünscht?"

STARLINGER: "Ich konnte meine Fakten entsprechend einbringen."

WEBHOFER: "Jetzt hört man, dass es 400 Millionen mehr an Budget geben soll, über die nächsten zehn Jahre. Das wären dann halt summa summarum 4 Milliarden. Das ist aber immer noch sehr weit unter den von Ihnen und im Heeresbericht genannten Summen."

STARLINGER: "Ich hab' meinen Generalstab ausrechnen lassen, was passiert, wenn diese 4 Milliarden über die nächsten zehn Jahre kommen. Und das Ergebnis ist, dass ca. 30 Prozent der Kasernen verschwinden, dass wir nur mehr die Hälfte der Grundwehrdiener ausbilden können und dass wir uns aus drei der vier Einsatzräume im Ausland zurückziehen müssen."

WEBHOFER: "Das heißt, diese 4 Milliarden oder 400 Millionen pro Jahr, das wären auf jeden Fall zu wenig."

STARLINGER: "Ja, weil wir müssen ja den derzeitigen Zustand des Bundesheeres betrachten: Wir haben 10 Milliarden Investitionsrückstau bei der Ausrüstung, fast 2 Milliarden bei der Infrastruktur. Und wenn Sie mich fragen, welcher Verband bei uns noch einsatzbereit ist, dann sage ich Ihnen: Der einzig grüne Bereich ist noch die Militärpolizei."

WEBHOFER: "Und konnten Sie die Regierungsverhandler überzeugen, dass diese 400 Millionen auf jeden Fall zu wenig wären? Wie ist da Ihr Eindruck?"

STARLINGER: "Na, mein Eindruck ist, dass alle Fakten jetzt am Tisch liegen. Und niemand mehr sagen kann ,Ich hab's nicht gewusst'."

WEBHOFER: "Jetzt hat Ihr Ministerium kürzlich einen Vergleich angestellt mit den Armeen Finnlands und der Schweiz. Das Ergebnis dort war: Die Personalkosten liegen in diesen beiden Ländern bei 28 bzw. 40 Prozent des Wehrbudgets, in Österreich bei 70 Prozent. Mehr Geld löst jetzt auch nicht unbedingt alle Probleme."

STARLINGER: "Na doch, wenn Sie unseren Bericht anschauen. Wir haben halt nur die Hälfte des notwendigen Budgets zur Verfügung. Und damit werden die Personalkosten anteilsmäßig ganz einfach größer dargestellt, als wenn Sie ein um das Doppelte größeres Budget hätten. Wenn Sie dann die Relation betrachten würden: Bei dem gleichen Personalkostenanteil wäre das bei 1 % des BIPs sogar weit unter 50 %, wie auch in unserem Bericht dargestellt."

WEBHOFER: "Grundwehrdienstverlängerung, - das ist auch etwas, was Sie fordern - nämlich wieder auf diese 6+2 zu gehen, zwei Monate Übungen. Was, wenn sich das nicht durchsetzen lässt? Gäbe es Alternativen? Haben Sie einen Plan B?"

STARLINGER: "Der Plan B ist, wenn es nicht gelingt, aus politischen Gründen, wieder auf die acht Monate zurückzukehren, könnten wir es versuchen auf Basis der Freiwilligkeit. Das heißt, dass wir dem Grundwehrdiener anbieten, wenn er sich freiwillig auf acht Monat verlängert, dann kriegt er ab dem zweiten Monat ein entsprechend höheres Gehalt.

Uns schwebt vor, damit das wirklich attraktiv ist - weil der Grundwehrdiener bekommt ungefähr 340 Euro im Monat - dass er ein Nettogehalt von 1000 Euro bekommt. Wenn man das aber aufrechnet, sind wir auch wieder auf 42 Millionen Euro!"

WEBHOFER: "Draußen in Ihrem Empfangsbereich hängt so eine Ministerfoto-Ahnengalerie, sag' ich jetzt einmal. Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass Sie dort auch bald hängen werden? Sprich: Dann Ihren Dienst quittiert haben werden, als Minister?"

STARLINGER: "Das hängt sehr stark ab von der Koalitionsvariante. Aber das kann auch sehr bald dort sein, ja."

WEBHOFER: "Aber ich hör' jetzt ein wenig raus, Sie würden auch durchaus weitermachen wollen."

STARLINGER: "Wenn die Rahmenbedingungen gegeben sind, dass das Bundesheer wieder auf einen Kurs gebracht wird, dass wir von einer einsatzbereiten Armee sprechen können, dann bin ich auch gerne bei der Umsetzung dabei. Wenn es das Geld gibt, wie wir's in unserem Bericht dargestellt haben."

Moderator: "Grundwehrdiener die länger bleiben, sollen 1000 Euro netto bekommen. Nur eine Idee von Verteidigungsminister Starlinger, die deutlich mehr Geld kosten wird. Klaus Webhofer hat das Interview geführt."
https://oe1.orf.at/player/20191223/5826 ... 42492.5398

Zuletzt geändert von theoderich am So 29. Dez 2019, 23:22, insgesamt 1-mal geändert.

theoderich
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von theoderich »


iceman
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von iceman »

Statt den geforderten 12 Mrd. sind es dann, wenn es so kommt, in 10 Jahren nur rund 4 Mrd.
Der Starlinger oder sein Nachfolger kann schon zu planen beginnen, welche jede dritte Kasernen geschlossen werden soll.
Max. 2 Brigaden werden übrig bleiben.

theoderich
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von theoderich »

Österreicher wollen mehr Geld fürs Heer

https://kurier.at/politik/inland/oester ... /400710828

Berni88
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von Berni88 »

Ach diese Umfragen!
Ich glaub es kommt da immer auf die Fragestellung an:
- braucht das Bundesheer mehr Geld - no na!!!
- soll mit unserem steuergeld mehr KITAS gebaut werden, soll das Glasfasernetz ausgebaut werden, wollt ihr höhere Pensionen, soll das Gesundheitssystem verbessert werden, oder sollen wir mit dem Geld “Kampfpanzer und Kampfjets“ upgraden oder gar neue kaufen!
Was glaubt ihr is dann das Ergebnis?

Ich frag mich immer wie zB. Finnland das macht: die haben über 60 Hornets dazu Hawks, 200 Leos Eine Marine usw.. und die sind bei den Pisa-Studien immer ganz vorne, haben ein ausgezeichnetes Gesundheitssystem (zumindest hab ich nichts negatives gehört) - die schaffen das auch.
Nur bei uns versickert das Geld in irgendwelchen Bünden, im Aperat, in irgendwelchen Parteiakkademien usw. traurig 😔!

iceman
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von iceman »

Da die finnische Armee teile wie Systemerhalter ausgelagert hat, wird die Zahl der Berufssoldaten dadurch ziemlich gleich sein, interessant wäre, ob man ähnliche regionale Militärkdo. wie Ö hat, inkl. Blasmusik, das natürlich auch kostet.
Die Hälfte weniger Soldaten im Ausland kostet natürlich über Jahre gerechnet auch viel weniger. Ein Unterschied ist natürlich, ob man für 60 neue Abfangjäger ein Sonderbudget hat, oder wie das ÖBH, seine Abfangjäger selbst bezahlen mußte.
Das ÖBH hat bei etwa gleich viel Budget deutlich mehr Aufgaben als die finnische Armee.

theoderich
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von theoderich »

Bundesheer-Friedenseinsätze
1000 Soldaten im Ausland: Weihnacht zwischen Fronten

https://www.krone.at/2067379

IndieGrz
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von IndieGrz »

theoderich hat geschrieben:
Mi 25. Dez 2019, 00:13
Bundesheer-Friedenseinsätze
1000 Soldaten im Ausland: Weihnacht zwischen Fronten

https://www.krone.at/2067379
Diese Grafik ist doch längst überholt, oder? Genauso wie der Pandur im Schnee.
https://www.krone.at/2067379#fb-10555-0ca623e2

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