Medienberichte 2019

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iceman
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von iceman » So 10. Mär 2019, 11:29

Wieso zynisch? 56 Leopard und 112 Ulan?
Saurer und Kürassier wurden durch den Husar ersetzt, an der Modernisierung des Leopard ist man am planen.
Ungarn und Tschechien ersetzen ihre T-72 und BMP2 durch neue Geräte, ist ja in diesem Umfang bei uns nicht nötig.

theoderich
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von theoderich » So 10. Mär 2019, 16:13

iceman hat geschrieben:
So 10. Mär 2019, 11:29
Saurer und Kürassier wurden durch den Husar ersetzt
Der Iveco LMV war nie ein Ersatz für Saurer und Kürassier, sondern nur für die Pinzgauer AP710 bei den Aufklärungskompanien.
Das IVECO LMV ist ein eigenständiges Fahrzeugsystem und soll ungeschützte Fahrzeuge wie z. B. den "Pinzgauer" und den Puch G teilweise ersetzen.
http://www.bundesheer.at/truppendienst/ ... php?id=911
Der IVECO LMV ist als eigenständiges Fahrzeugsystem zu sehen und wird die ungeschützten Fahrzeuge wie zum Beispiel den Pinzgauer und den Puch G ersetzen.
http://www.bundesheer.at/pdf_pool/miliz ... be0111.pdf

Ausgewählte Beschaffungsvorgänge im BMLVS
Zielsetzung

Das BMLVS plante, um den Schutz und die Beweglichkeit der Truppe gemäß internationalem Standard im Auslandseinsatz sicherzustellen, insgesamt 748 gepanzerte Schutzfahrzeuge zu beschaffen. In einer ersten Tranche sollten 150 geschützte Mehrzweckfahrzeuge (einschließlich Waffenstation) und 145 Allschutztransportfahrzeuge angekauft werden.
Strategische Änderungen im Kraftfahrzeugwesen

5.1 Das BMLVS ging in seinen strategischen Konzepten davon aus, dass Österreich auf absehbare Zeit keiner direkten konventionellen Bedrohung ausgesetzt sein werde und kein gleichzeitiger Einsatz aller Verbände in einem militärischen Konflikt anzunehmen sei. Dies erlaube eine Reduktion der Materialstrukturen. Im Bereich des Fahrzeugwesens war geplant, den Gesamtbestand an Fahrzeugen zu vermindern und den Fuhrpark strukturell zu ändern.

Für die Verwendung im Inland sollten die nicht mehr betreibbaren Fahrzeuge der Puch G– und Pinzgauer–Flotte einerseits möglichst großflächig durch handelsübliche geländegängige Kraftfahrzeuge ersetzt werden; das BMLVS war bereit, die dadurch entstehenden Fähigkeitsverluste hinsichtlich Geländegängigkeit und universeller militärischer Nutzung in Kauf zu nehmen. Andererseits war der direkte Ersatz von Puch G– und Pinzgauer–Fahrzeugen durch so genannte „Gefechtsfahrzeuge der Infanterie“ (noch in Entwicklung) geplant.

Im Rahmen der Auslandseinsätze wiesen die verwendeten Puch G keinen ballistischen Schutz und Minenschutz auf [Das BMLVS wies darauf hin, dass das bisherige provisorische „Härten“ von Fahrzeugen den Bedrohungen nicht genüge tat.]. Um die Beweglichkeit der Truppe unter entsprechenden Schutzvorkehrungen sicherzustellen, sollten aus Sicht des BMLVS gepanzerte Schutzfahrzeuge mit einer Transportkapazität von sechs bis acht Personen (Allschutztransportfahrzeuge) und drei bis fünf Personen (geschützte Mehrzweckfahrzeuge) beschafft werden.
Das BMLVS legte im Jahr 2005 den Gesamtbedarf an Schutzfahrzeugen mit 1.142 Stück fest; in weiterer Folge plante das BMLVS die Beschaffung von insgesamt 748 Schutzfahrzeugen (um rd. 536 Mill. EUR). Aus budgetären Gründen sollten in einer ersten Tranche 295 Schutzfahrzeuge (150 geschützte Mehrzweckfahrzeuge und 145 Allschutztransportfahrzeuge) beschafft werden. Das BMLVS plante, zwei Jägerbataillone sowie zwei Aufklärungskompanien für den Auslandseinsatz auszustatten.

(2) Ende 2008 schloss das BMLVS den Kaufvertrag für die 150 geschützten Mehrzweckfahrzeuge mit einem Beschaffungszeitraum bis 2016 ab. Die Beschaffung der Allschutztransportfahrzeuge wurde im Frühjahr 2009 — laut BMLVS aus budgetären Gründen — nicht mehr fortgesetzt.
https://www.rechnungshof.gv.at/berichte ... bmlvs.html

Zum "Ersatz" des "Saurer" und "Kürassier" wurde dieses Fahrzeug erst dann hochstilisiert, als 2011 die Entscheidung, alle 432 Spz A1 und 126 JaPz K zu verschrotten, gefallen war. Ein reines Ablenkungsmanöver, um den Fähigkeitsverlust zu kaschieren. Heute fehlen solche Fahrzeuge bei den Brigaden:
  • Beschaffungsprogramm des österreichischen Bundesheeres (1463/J-BR/98)
    23. Über wieviele unterschiedlichen Panzertypen (Fahrgestelle, Antrieb und Wanne) wird die PzGrenBrig am Ende der Umgliederung verfügen und wie wird die Ersatzteilversorgung und Instandsetzung sicher gestellt
    • Zu 23:

      Die Panzergrenadierbrigaden werden zukünftig an gepanzerten Kampf - und Bergefahrzeugen über die Typen Kampfpanzer Leopard II, Kampfschützenpanzer Ulan, Schützenpanzer Saurer in den Versionen mit üsMG, 2cm MK, mGrW, sowie als Pi -, Beob - und FüPz, Jagdpanzer Kürassier, Bergepanzer Greif, Panzerhaubitze M 109A5Ö und Bergepanzer M578 verfügen. Ersatzteilversorgung und Instandsetzung sind mit den schon derzeit geltenden Richtlinien sichergestellt.
    25. Welche Panzertypen sollen nach Einnahme der adaptierten HG - NEU in welcher Stückzahl ausgeschieden werden?

    26. Was soll mit diesen Panzern geschehen?
    • Zu 25 und 26:

      162 Stk. Kampfpanzer M60 A3 und eine noch nicht konkret festgelegte Anzahl von Jagdpanzern Kürassier sowie Schützenpanzern Saurer sind für eine entsprechende Verwertung, primär durch Verkauf. vorgesehen.
    https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/BR ... ndex.shtml
  • Einsparungen im österreichischen Bundesheer, welche auch zu sozialen Schlechterstellungen im Personalbereich führen (6855/J)
    12. Ist daran gedacht, Gerätschaften des österreichischen Bundesheeres auszuscheiden? Wenn ja, welche?
    • Zu 12:

      Neben den Schützenpanzern Saurer sind die Jagdpanzer Kürassier und die Bergepanzer M578 zur Ausscheidung vorgesehen. Bei den Systemen Kampfpanzer Leopard, Panzer­haubitze M109, Führungs- und Funktionsvarianten M109, Panzerabwehrlenkwaffe Bill, Granatwerfer 81 mm und 120 mm, Fliegerabwehrlenkwaffen Mistral und Fliegerabwehr­kanonen 35 mm erfolgt eine anteilige Bestandsreduktion. Bei den Luftfahrzeugen wird die Ausphasung einer Hubschraubertype in Zusammenschau mit den leichten Flächenflugzeugen derzeit noch einer detaillierenden Prüfung unterzogen.
    https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml
  • Details zum Verkauf von 40 Panzern des Typs Leopard II (10203/J)
    1. Warum sollen Kampfpanzer Leopard II verkauft werden?

    2. Warum sollte Österreich keine Kampfpanzer mehr brauchen?

    3. Ist es verteidigungspolitisch sinnvoll modernstes Gerät, wie den Kampfpanzer Leopard, zu verkaufen?

    4. Sollte es Ihnen nicht zu denken geben, dass wir nach Ihrer Meinung keine Kampfpanzer mehr brauchen, aber andere Länder sehr wohl Interesse an diesen Fahrzeugen haben?

    5. Ist es budgettechnisch sinnvoll modernstes Gerät, wie den Kampfpanzer Leopard, im Wissen zu verkaufen, dass Neuanschaffungen auf diesem Gebiet auf Grund der Einsparungen in den nächsten Jahren sicher nicht möglich sind?

    6. Ist Ihnen bekannt, dass Kampfpanzer auch anders als zu einer „Panzerschlacht im Marchfeld“ verwendet werden können, wie uns andere Länder bereits vorexerzieren und eigene Verbände es auch schon geübt haben?
    • Zu 1 bis 6:

      Wenn sich die Welt verändert und damit die sicherheitspolitische Situation, müssen sich auch die Streitkräfte verändern. Bis 2014 wird das Österreichische Bundesheer daher zwei Drittel seiner gepanzerten Fahrzeuge einsparen. Von den derzeit 1150 gepanzerten Fahrzeugen werden rund 750 ausgesondert. Das Gerät wird verkauft, verschrottet oder zur Gewinnung von Ersatzteilen verwendet. Mit der Reform wird der aktuellen und künftigen Bedrohungslage Rechnung getragen. In der vom Ministerrat beschlossenen Sicherheitsstrategie wird klar festgehalten: „Konventionelle Angriffe gegen Österreich sind auf absehbare Zeit unwahrscheinlich geworden.“ Eine hohe Anzahl von Panzern bereitzustellen ist daher weder aus militärischer noch aus ökonomischer Sicht sinnvoll. Investiert werden soll nur noch in einsatzrelevantes Gerät, das den aktuellen Herausforderungen (schnell und flexibel einsetzbar, auch ins Ausland verlegbar) entspricht.

      Als Beispiel kann hier das Geschützte Mehrzweckfahrzeug IVECO LMV genannt werden.

      Die massive Reduktion beim schweren Gerät bedeutet auch, dass veraltetes und daher kostenintensives Gerät abgestoßen wird, das teuren Ballast für das Österreichische Bundesheer darstellt. Aus der Verwertung sind bis 2014 Einsparungen in Höhe von 15 Millionen Euro zu erwarten. Bei den Betriebskosten sind mittel- und langfristige Einsparungen von jährlich 15 Millionen Euro zu erwarten.

      Investiert wird in einsatzrelevantes Gerät:
      • 35 Geschützte Allschutz-Transportfahrzeuge Dingo (gesamt 50 Mio. €)
      • Ein Teil der Radpanzer Pandur wird mit modernen Waffenstationen ausgerüstet (etwa 10 Mio. €)
      • 96 hochmoderne Hakenlastsysteme (rund 60 Mio. €)
      • 150 Geschützte Mehrzweckfahrzeuge IVECO LMV (rund 105 Mio. €).
    https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml

iceman
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von iceman » So 10. Mär 2019, 18:26

Von den 126 K waren nur noch rund 30 in Bestand, ob ein Saurer heute auf dem modernen Gefechtsfeld mithalten kann?
Aber wie könnte die Zukunft ausschauen? Die Modernisierung der Leopard ist in Planung, Geld dafür fraglich?
Sollte man die Mechtruppe neu gliedern, zB nur 2 gemischte Bat?
1 Bat bestehend aus zwei Kp Leopard + 1 Kp Ulan?
1 Bat bestehend aus einer Kp Leopard + zwei Kp Ulan?
Überzählige Ulan an Aufklärer abgeben?

theoderich
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von theoderich » So 10. Mär 2019, 18:59

iceman hat geschrieben:
So 10. Mär 2019, 18:26
Von den 126 K waren nur noch rund 30 in Bestand, ob ein Saurer heute auf dem modernen Gefechtsfeld mithalten kann?
Vielleicht hätte ich nicht "solche Fahrzeuge" schreiben sollen. Ich meinte damit konkret Mannschaftstransportpanzer, Sanitätspanzer, Granatwerfer-Schützenpanzer (zur Erstellung des MPH für so ein System gab es bis vor ein paar Jahren sogar ein Projekt am Institut Artillerie der Heerestruppenschule), Führungsunterstützungs- und Führungsfahrzeuge. Außerdem ein stark geschütztes BAA-Fahrzeug für die GZ 2.

Moderne Granatwerfersysteme im internationalen Einsatz, in: Der Liechtensteiner. Truppenzeitung des Aufklärungs- und Artilleriebataillons 4, H 1(2014)

https://bibisdata.bmlv.gv.at/185273.pdf

öbh
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von öbh » So 10. Mär 2019, 23:08

da muss ich iceman voll beipflichten. wir können von hunderten neuen Pz in jeder Konfiguration träumen, spielen wird's dies schon aus budgetpolitischer Sicht nicht. Wäre auch vollkommen unlogisch eine Panzerarmee aufzubauen, aber keinen Schutzschirm in der Luft zu installieren. Das wichtigste ist derzeit sicherlich eine ordentliche LRÜ aufzubauen, welche bereits in Friedenszeiten sicherheitspolitisch die wichtigste Aufgabe des ÖBH zu erfüllen hat sowie die Hubschrauberflotte zu erneuern. In der weiteren Folge sind die vorhandenen KPz und SPz zu modernisieren. Die Anzahl derselben ist auf einem guten europäischen Niveau. In puncto geschützter Radfahrzeuge sind wir mit der Anzahl der Pandur, Dingo und Husar ebenfalls schon gut aufgestellt.

iceman
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von iceman » Mo 11. Mär 2019, 07:44

Neue, zusätzliche Panzer wird man sich nicht leisten können. Aber vielleicht wäre durch eine Umgliederung der einzelnen Verbände ein Umbau von Leopard zu Bergepanzer und Umbau Ulan zu Mörserschützenpanzer, Aufklärungspanzer und Führungspanzer möglich. Ich glaube, solche Umbauten am Ulan sind mit Zusammenarbeit mit GDLS vom HLogZ selbst zu stämmen.
Einen "Umbau"oder Modernisierung kann man auch budgetär besser verkaufen als eine komplette Neuanschaffung.

chuckw
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von chuckw » Mo 11. Mär 2019, 08:45

Regierungs-PR: Starke Ausgabensteigerung unter Türkis-Blau
Noch mehr für Verteidigungsressort

Das Verteidigungsministerium, das schon in der Vorgängerregierung mit beachtlichen 5,2 Millionen Euro an PR-Ausgaben auffiel, erhöhte seine Aufwendungen unter Mario Kunasek (FPÖ) noch einmal kräftig – auf 7,3 Millionen Euro. Ins Auge sticht dabei, dass dutzende Schaltungen auf weniger bekannten Onlineseiten für wenige tausend Euro erfolgten.
https://derstandard.at/2000099280353/Oe ... erkis-Blau

Um 1-2 Millionen Euro könnte man z.B. in einem Jahr doppelt so viele neue Uniformen ausgeben. Aber ich weiß, diese Denke ist pol. naiv....
Alles läßt sich durch Standhaftigkeit und feste Entschlossenheit erreichen. (Prinz Eugen v. Savoyen)

Robos
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von Robos » Mo 11. Mär 2019, 13:35

iceman hat geschrieben:
Mo 11. Mär 2019, 07:44
Neue, zusätzliche Panzer wird man sich nicht leisten können. Aber vielleicht wäre durch eine Umgliederung der einzelnen Verbände ein Umbau von Leopard zu Bergepanzer und Umbau Ulan zu Mörserschützenpanzer, Aufklärungspanzer und Führungspanzer möglich. Ich glaube, solche Umbauten am Ulan sind mit Zusammenarbeit mit GDLS vom HLogZ selbst zu stämmen.
Einen "Umbau"oder Modernisierung kann man auch budgetär besser verkaufen als eine komplette Neuanschaffung.
Au weh, von Panzermodernisierung und -umbau hast Du wenig Ahnung! Und wie das in den HLogZ abgehen soll, dürfte Dir auch fremd sein. Die Zeiten sind lange vorbei!

cliffhanger
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von cliffhanger » Mo 11. Mär 2019, 14:22

Robos hat geschrieben:
Mo 11. Mär 2019, 13:35
Au weh, von Panzermodernisierung und -umbau hast Du wenig Ahnung!
Warum man immer alles kompliziert machen muß ? Wahrscheindlich nur damit´s richtig teuer wird ...
Panzermodernisierung: Altes Zeug raus, neues Zeug rein, fertig....

theoderich
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Re: Medienberichte 2019

Beitrag von theoderich » Mo 11. Mär 2019, 17:00

Ein HLogZ wäre damit trotzdem überfordert. Montage von Zusatzpanzerungen - ja. Einbau von fernbedienbaren Waffenstationen - ja. Alles was darüber hinaus geht, insbesondere Entwicklungsarbeiten - nein.



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