Medienberichte 2018

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
Verweigerer
Beiträge: 121
Registriert: Do 3. Mai 2018, 13:03

Re: Medienberichte 2018

Beitrag von Verweigerer »

theoderich hat geschrieben:
Mi 6. Jun 2018, 21:10
Verweigerer hat geschrieben:
Di 5. Jun 2018, 19:37
Und ja, das Etat wird ab 2020 wieder schrittweise angehoben! Da werden sich viele Pessimisten noch wundern. Nicht nur PESCO lässt grüßen.
Und wie begründest Du diese Annahme? Das Bundesfinanzrahmengesetz sagt etwas anderes. Und zwar soll das Budget des BMLV bis 2021 um volle 579,148 Mio. EUR reduziert werden!
Soll... Genau. ;-)

Mehr Geld ab 2020

Aufhorchen ließ Löger mit dem Versprechen, dass es für das Bundesheer ab 2020 mehr Geld geben soll. Auf konkrete Zahlen ließ es sich freilich nicht ein. Er verwies aber darauf, dass im Zuge der Neuaufstellung der Luftraumüberwachung zu erwarten sei, "dass 2020 entsprechende Investitionen kommen werden müssen, die noch nicht berücksichtigt sind".

Er warte jetzt auf die Ergebnisse der von Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) eingesetzten Kommission, die Modelle für die künftige Luftraumüberwachung erarbeiten soll. Er gehe davon aus, "dass wir 2018/2019 die Basis dessen, was wir planen, absichern können". Die Verteidigung befinde sich in einer "ambitionierten Investitionsphase, ab 2020 wird es erforderlich sein, die Finanzierung zu sichern".

http://www.nachrichten.at/nachrichten/p ... ,2851066,B

Deren Artikel gäbe es noch zuhauf. Weiters vermeine ich, vielerorts auch gelesen zu haben, dass eben das Etat schrittweise an 1 % des BIP herangeführt wird. Und eben nicht gleich beim ersten Doppelbudget, wie von Einigen gedacht. Das war aber auch logischer Weise abzusehen. Obendrauf sind durch PESCO die Wehrausgaben zu steigern. In unseren Breiten zwar marginal, aber immerhin.

However, ich bin nach wie vor positiv gestimmt. ;-)

theoderich
Beiträge: 5891
Registriert: So 29. Apr 2018, 18:13

Re: Medienberichte 2018

Beitrag von theoderich »

Neue Pläne für das Bundesheer
Kunasek wurde im Burgenland mit allen Ehren empfangen, doch eine aktuelle Weisung des Ministers sorgte hinter den Kulissen für Unruhe. Große Teile der von Vorgänger Doskozil angeregten Reformen sollen gestoppt werden.

„Realistische und effiziente Maßnahmen“

„Ich verstehe auch den Wunsch des Landeshauptmannes und des Militärkommandanten. Und ich kann nur sagen, meine Aufgabe ist es auch zu entsprechen. Aber auch realistische und effiziente Maßnahmen zu setzen“, so Kunasek im Interview mit ORF Burgenland-Redakteur Hannes Auer.

Ein Kernpunkt: Die gerade erst aufgebaute Jäger-Kompanie in Eisenstadt soll aufgelöst und durch eine kleinere Pionier-Kompanie ersetzt werden. Das könnte weniger Arbeitsplätze bedeuten. „Wir werden versuchen, mit einer Pionier-Kompanie, die direkt dem Militärkommandanten unterstellt wird, hier rasche Einsatzkräfte zu haben, die im Bedarfsfall zum Einsatz kommen. Ich bin davon überzeugt, dass wir in den nächsten Wochen eine gute Lösung für Österreich und das Burgenland finden werden“, so Kunasek.
http://burgenland.orf.at/news/stories/2917584/


Kamerad erschossen: Anklage sieht Motiv in Hänseleien
Wozu das alles? Wozu das angebliche Post-Shooting-Trauma, das die Erinnerung zum Teil schluckt? Wozu die mühsam konstruierte und mit Privatexpertise untermauerte Geschichte, dass ihm ausgerechnet kurz davor das Sturmgewehr 77 aus der Hand gefallen sein und sich dabei selbstständig geladen haben soll (was theoretisch tatsächlich möglich ist), ohne dass es wer mitbekommen hat?

Wozu die an den Haaren herbeigezogene Version, dass er – mit dem Finger am Abzug! – die Tür zum Wachcontainer geöffnet, den Lichtschalter betätigt, dann über die eigenen Füße gestolpert und längs hingefallen sein will, wobei sich ein Schuss gelöst und hinter der Tür den Kopf des 20-jährigen Kameraden Ismail M. tödlich getroffen haben soll? Und wozu die abstruse Ausschmückung, er habe das Gewehr deshalb so verkrampft gehalten, damit die Waffe oder er selbst beim Sturz nicht zu Schaden kommen? Er habe nach dem Grundwehrdienst nämlich beim Heer bleiben wollen, das wäre als Verletzter nicht gegangen.

Hätte es von Anfang an eine klare (und weniger auf Foto-Shootings ausgerichtete) Verteidigungslinie gegeben, dann würde sich aus den am Donnerstag beim Mordprozess gegen Ali Ü. im Wiener Landesgericht herausgearbeiteten Umständen folgendes einleuchtende Szenario ergeben:

Wachsoldaten wie der 22-Jährige absolvieren genau zwei Mal Schießübungen, wobei er ein Mal krank war. Der Umgang mit der Waffe ist also mehr oder weniger Glücksspiel. Im faden Wachdienst ist das „Klick-Mach-Spiel“ sehr beliebt, man drückt den Sicherungsknopf hinein und wieder hinaus (was verboten ist). In der Unterkunft wird die Waffe zum Zeitvertreib gern ge- und entladen (verboten). Das StG 77 fällt tatsächlich manchmal herunter, was man nicht meldet (verboten), um es nicht ersetzen zu müssen, falls innen etwas kaputt geht.

Nur Dekoration

„Die Waffe ist ja eh nur Dekoration, damit wird nicht geschossen“, sagt Ali Ü. Na ja.

Um Zeit zu sparen, legt man das Gewehr nicht jedes Mal ab, wenn man den Wachcontainer betritt (verboten).

Unter den Kameraden war bekannt, dass Ali Ü. gern mit dem Gewehr auf andere zielt (verboten). Er selbst sagt, er habe durch das Zielfernrohr die Damen auf dem Laufband im gegenüber der Kaserne befindlichen Fitnessstudio beobachtet (sicherlich auch verboten). Und es kam vor, dass man schlafende Kameraden aufweckte, indem man sie mit dem Gewehrlauf anstupst (ganz sicher verboten).

So könnte es am 9. Oktober 2017 in der Wiener Albrechtskaserne gewesen sein: Mit dem Gewehr herumgespielt, den Kameraden damit geweckt, um seine letzte Zigarette mit ihm zu teilen („Ich bin kein Kameradenschwein“), den Finger nicht „lang gemacht“, was den Rekruten nicht einzubläuen ist, sondern am Abzug gekrümmt – so könnte sich der tödliche Schuss gelöst haben. Eine grob fahrlässige Tötung (bis drei Jahre Haft), was auch zum Sager des Verteidigers Manfred Arbacher-Stöger passen würde: „Es hat sich einfach deppert zugetragen.“

Staatsanwalt Georg Schmidt-Grimburg hat eine andere Version. Er fordert die Geschworenen auf: „Sie können das Gewehr angreifen, damit Sie ein Gefühl dafür bekommen.“ Es sei eine „Waffe, die dafür ausgerichtet ist, dass man in den Krieg zieht“. Man müsse den Spannschieber kraftvoll zurückschieben, das passiere nicht unabsichtlich. Der Ankläger ist überzeugt, dass Ali Ü. den Kameraden aus gekränkter Ehre absichtlich erschossen hat, weil ihn dieser gehänselt haben soll. „Dickerchen“ soll Ismail M. gesagt haben.

Der Angeklagte will mit Ismail befreundet gewesen sein, man habe sich gegenseitig Kosenamen wie „Schatzi“ gegeben. Und dass ihn andere wegen seiner Rundlichkeit „Jumbo“ riefen, habe ihn nicht gestört, erzählt er. Nach der Tat „war in seinem Gesicht das blanke Entsetzen“, berichtet ein Offizier als Zeuge.
Mord oder Unfall? Ein FÜR und WIDER

Der tödliche Kopfschuss wurde aus nächster Nähe abgegeben, das spricht für vorsätzlichen Mord und gegen die Sturz-Version. Der Offizier vom Tag sagt, die Waffe sei bei Dienstantritt ungeladen übergeben worden.

Ein Mithäftling packte beim Staatsanwalt aus, der Angeklagte habe ihm erzählt, er sei in den Container gegangen und habe abgedrückt. Er sei neben sich gestanden. Der Kamerad habe ihn gehänselt. (Was die Aussage relativiert, ist allerdings die Tatsache, dass der Zeuge die Geschichte bei Medien zu Geld machen wollte).

Der dritte Wachebeamte sah den Angeklagten aufrecht stehen, nachdem der Schuss gefallen war. Hätte sich Ali Ü. nach einem Sturz so rasch aufrappeln können?
Dass die Vorschriften im Wachdienst nicht beachtet werden, dass die Rekruten mit der Waffe herumspielen, war offenbar bekannt. Man muss fast sagen: Ein Wunder, dass nicht schon früher etwas passiert ist. Durchaus einleuchtend also, dass der Schuss unabsichtlich losgegangen sein könnte.

Ein anderer Mithäftling berichtete, dass Ali Ü. nach der Einlieferung ins Gefängnis „bis in die Früh nur geweint“ habe. Er habe berichtet, dass er den Kameraden habe wecken wollen und dabei gestürzt sei: „Er hat nonstop betont, dass es ein Unfall war.“

Ein Oberstabswachtmeister sagt, Ali Ü. habe gleich nach dem Schuss gesagt, die Waffe sei ihm runtergefallen.
https://kurier.at/chronik/wien/kamerad- ... /400047365

Ist das ein Artikel oder ein Kommentar?

Verweigerer hat geschrieben:
Do 7. Jun 2018, 15:55
Weiters vermeine ich, vielerorts auch gelesen zu haben, dass eben das Etat schrittweise an 1 % des BIP herangeführt wird. Und eben nicht gleich beim ersten Doppelbudget, wie von Einigen gedacht. Das war aber auch logischer Weise abzusehen. Obendrauf sind durch PESCO die Wehrausgaben zu steigern. In unseren Breiten zwar marginal, aber immerhin.
Das war ein "Sideletter" zum Regierungsprogramm, der vollkommen unverbindlich war. Die ÖVP hat dieses Ziel blockiert und die FPÖ hat es nicht unterstützt.
  • Update der mittelfristigen Prognose der österreichischen Wirtschaft 2018 bis 2022
    Für die Jahre 2017 und 2018 prognostiziert das WIFO einen BIP-Zuwachs von 2,9% bzw. 3,2%. Im Durchschnitt der Prognoseperiode 2018/2022 wird eine Steigerung um 2,1% pro Jahr erwartet (2013/2017 +1,3% p. a.).
    https://konjunktur.wifo.ac.at/index.php?id=77
Es gibt auch eine etwas detaillierte BIP-Prognose des WIFO von Oktober 2017, mit konkreten Zahlen, ohne Durchschnittswerte:

WIFO: Mittelfristige Prognose der österreichischen Wirtschaft bis 2022

https://www.bmdw.gv.at/Wirtschaftspolit ... nblatt.pdf

Laut Statistik Austria lag das gesamtösterreichische BIP 2017 bei 369.686 Mio. EUR:

http://www.statistik.at/web_de/statisti ... index.html

Was bedeutet das für das BMLV?
  • 2017
    • 2.095,30 Mio. EUR (exkl. 223 Mio. EUR nicht rücklagefähige Mittelverwendungsbindungen)
    • 0,566 % des BIP
    • BIP 2017: 369.686 Mio. EUR
    2018
    • 2.258,000 Mio. EUR
    • Wirtschaftswachstum laut WIFO: + 2,8 %
    • BIP 2018: 380.037,208 Mio. EUR
    • 0,594 % des BIP
  • 2019
    • 2.288,000 Mio. EUR
    • Wirtschaftswachstum laut WIFO: + 2,2 %
    • BIP 2019: 388.398,027 Mio. EUR
    • 0,589 % des BIP
  • 2020
    • 2.422,507 Mio. EUR
    • Wirtschaftswachstum laut WIFO: + 1,8 %
    • BIP 2020: 395.389,191 Mio. EUR
    • 0,613 % des BIP
  • 2021
    • 2.148,337 Mio. EUR
    • Wirtschaftswachstum laut WIFO: + 1,6 %
    • BIP 2021: 401.715,418 Mio. EUR
    • 0,534 % des BIP
  • 2022
    • 2.191,965 Mio. EUR
    • Wirtschaftswachstum laut WIFO: + 1,5 %
    • BIP 2022: 407.741,149 Mio. EUR
    • 0,537 % des BIP

Die Grundlage für "ÖBH 2018", in dessen Rahmen die militärischen Komponenten des Heeres zerstört werden sollten, war der Bundesfinanzrahmen 2014-2017:

Die damaligen Rahmenbudgets im Vergleich zur BIP-Prognose 2014-2018 (prognostiziertes durchschnittliches Wachstum von 1,9 % p.a.):
  • 2014
    • 2.133,8 Mio. EUR (BFRG, inkl. Sport)
    • 2.157,027 Mio. EUR (BFG, inkl. 6,4 % Sport)
      • 222,728 Mio. EUR (BFG, Steuerung & Service; Anteil: 10,325 %)
      • 1.796,572 Mio. EUR (BFG, Streitkräfte; Anteil: 83,289 %)
    • BIP 2013: 323,91 Mrd. EUR
    • Prognostiziertes BIP für 2014: 330,06 Mrd. EUR (+ 1,9 %)
    • 0,61 % des BIP ("Streitkräfte" + "Steuerung & Service")
  • 2015
    • 2.021,3 Mio. EUR (BFRG, inkl. Sport)
    • 1.981,680 Mio. EUR (BFG, inkl. 6,97 % Sport _ Wachstum von 0,57 %)
      • 226,990 Mio. EUR (BFG, Steuerung & Service; Anteil: 11,45 %)
      • 1.616,495 Mio. EUR (BFG, Streitkräfte; Anteil: 79,97 %)
    • Prognostiziertes BIP für 2015: 336,335 Mrd. EUR (+ 1,9 %)
    • 0,548 % des BIP ("Streitkräfte" + "Steuerung & Service")
  • 2016
    • 2.057,5 Mio. EUR (BFRG, inkl. Sport)
    • 2.024,58 Mio. EUR (Virtuelles BFG, 1,96 % unter dem BFRG inkl. 7 % Sport _ Wachstum um 50 % der Kerninflation 2016: 0,75 %)
      • 231,814 Mio. EUR (Virtuelles BFG, Steuerung & Service; Anteil: 11,45 %)
      • 1619,056 Mio. EUR (Virtuelles BFG, Streitkräfte; Anteil: 79,97 %)
    • Prognostiziertes BIP für 2016: 342,725 Mrd. EUR (+ 1,9 %)
    • 0,54 % des BIP ("Streitkräfte" + "Steuerung & Service")
  • 2017
    • 2.094,0 Mio. EUR (BFRG, inkl. Sport)
    • 2.052,957 Mio. EUR (Virtuelles BFG, 1,96 % unter dem BFRG inkl. 7,07 % Sport _ Wachstum um 50 % der Kerninflation 2017: 1,1 %)
      • 235,063 Mio. EUR (Virtuelles BFG, Steuerung & Service; Anteil: 11,45 %)
      • 1641,749 Mio. EUR (Virtuelles BFG, Streitkräfte; Anteil: 79,97 %)
    • Prognostiziertes BIP für 2017: 349,237 Mrd. EUR (+ 1,9 %)
    • 0,537 % des BIP ("Streitkräfte" + "Steuerung & Service")

2020 wird das Bundesheer an dem Punkt angelangt sein, an dem es 2014 war: Zahlungsunfähig. Die Budgetkürzung 2021 ist so stark, dass man um ein deutlich radikaleres Sparpaket als "ÖBH 2018" nicht herumkommen wird. Also z.B. mit Abschaffung aller schweren Waffen (sowohl Kettenfahrzeuge, als auch Infanteriewaffen), Abschaffung der Jetfliegerei oder Einschränkung der aktiven LRÜ auf wenige Tage im Jahr, Verschrottung und Verkauf des verbliebenen Kraftfahrzeugparks, Schließung und Verkauf von Liegenschaften, Stopp der Personalaufnahme.
Zuletzt geändert von theoderich am So 10. Jun 2018, 11:37, insgesamt 2-mal geändert.

theoderich
Beiträge: 5891
Registriert: So 29. Apr 2018, 18:13

Re: Medienberichte 2018

Beitrag von theoderich »

9. Juni 2018

Kunaseks Sparpläne am Prüfstand
An einem „Feinschliff“ der neuen Bundesheer-Reform wird noch gearbeitet, sagte Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) am Donnerstag beim Besuch des Militärhundezentrums im burgenländischen Kaisersteinbruch.
Kunasek will nur mehr zwei Kommanden. Jene Bereiche, die zukunftsorientiert aufgestellt sind, das Luftstreitkräfte- und Cyber-Defence-Kommando sollen ihre Sichtbarkeit verlieren und nachgeordnet einem anderen Kommando unterstellt werden.

Wie viele Soldaten, wie viele Jobs und wie viel Geld dadurch eingespart werden, ist offiziell nicht bekannt.

Geldsorgen

Dass die finanzielle Lage des Ressorts in den nächsten Jahren prekär wird, zeigen die Zahlen. 2018 hat das Heer 2,258 Milliarden Euro zur Verfügung, 2021 fällt das Budget signifikant nach unten: Dann gibt es nur mehr 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, 2,148 Milliarden Euro.

Dabei gehen die Bedrohungen nicht zurück: Der Feind kommt nicht mehr mit schweren Panzern, sondern durch das Netz, Cyber-Attacken nehmen zu.

Auch die aktive Luftraumüberwachung steht vor großen Herausforderungen. Das Heer braucht eine neue Hubschrauber-Flotte, bei Piloten gibt es Personal-Engpässe, ebenso bei Flugtechnikern und in der Flugsicherheit.

International kommen neue Herausforderungen auf das Militär zu. Die EU will die Sicherheits- und Verteidigungspolitik ausbauen, Österreich könnte gefragt werden, sich an Auslandseinsätzen verstärkt zu beteiligen.

Kunasek kündigte bei seinem Truppenbesuch im Burgenland an, dass die „Strukturreform durch den Nationalen Sicherheitsrat geht, dann in den Ministerrat kommt und danach umgesetzt wird“. Dem Vernehmen nach könnte es kommende Woche passieren. Der Sprecher des Verteidigungsminister sagt, dass „der Termin noch nicht abgeklärt ist“, im Bundeskanzleramt werden die Termine nächste Woche nicht bestätigt.

Unter Militärs werden die Kunasek-Pläne unterschiedlich bewertet. Manche sehen darin „eine Aufstellung wie im Kalten Krieg“, andere Generäle begrüßen gerade diese „klassische militärische Landesverteidigung“.
https://kurier.at/politik/ausland/kunas ... /400048136


13 Millionen für Bundesheer in Tirol
Das Bundesheer in Tirol soll besser ausgerüstet und um eine zusätzliche Pioniertruppe verstärkt werden. Das hat Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) am Rande einer großen Milizveranstaltung am Samstag in Igls angekündigt.
Beispielsweise soll in jedem Bundesland eine Truppe mit Spezialkräften für den raschen Einsatz im Katastrophenfall installiert werden. Diese sei direkt dem Militärkommando unterstellt.

Wo die Pioniertruppe in Tirol stationiert wird, steht derzeit noch nicht fest. Einst war sie in der Kaserne in Vomp, aber auch Landeck oder in Innsbruck sind kolportierte Standorte.

Kürzungen soll es keine geben

Für Tirol stellt der Minister am Samstag zusätzlich 13 Millionen Euro zusätzlich in Aussicht. Damit sollen Gebäude saniert, vor allem aber der zum Teil veraltete Fuhrpark modernisiert werden. Speziell für das gebirgige Westösterreich werden die Truppen mit 32 Kettenfahrzeugen - sogenannten Hägglunds - ausgestattet. Auf rund 85 Millionen Euro beläuft sich diese Investition.

Gekürzt soll beim Heer laut Kunasek jedenfalls nicht werden. Die Militärmusik bleibt unangetastet und ebenso der Assistenzeinsatz gegen illegale Migration in Tirol. Dieser werde so lange dauern, solange die Situation es erfordert und die EU nicht selbst in der Lage ist, die Außengrenzen zu sichern, so Kunasek.
http://tirol.orf.at/news/stories/2917977/
KUNASEK: "Und ich denke wir sind hier auf dem richtigen Weg und natürlich aber auch - und das muss man auch offen ansprechen - einen Investitionsstau abarbeiten müssen in vielen Bereichen. Und da freut es mich auch heute hier auch sagen zu können, dass wir auch in Tirol rund 13 Millionen Euro in den nächsten beiden Jahren in die Infrastruktur investieren. Dringend notwendige Maßnahmen."
Die "nächsten beiden Jahre" hat der ORF im Online-Artikel unterschlagen. Und von "zusätzlich" ist auch keine Rede.
Zuletzt geändert von theoderich am Di 12. Jun 2018, 23:31, insgesamt 1-mal geändert.

iceman
Beiträge: 891
Registriert: Do 17. Mai 2018, 21:05

Re: Medienberichte 2018

Beitrag von iceman »

Einen Pionierzug gibt es bei den Mil-Kdos doch jetzt auch schon?
Man könnte diese Kompanie doch Assistentskompanie benennen, Assistent für:
Katastrophenhilfe
Wach- und Sicherung von Infrastruktur
Evakuierung und Lagerbau

Was mich am meisten beruhigt: Die Militärmusik bleibt unangetastet.
Zuletzt geändert von iceman am So 10. Jun 2018, 10:40, insgesamt 1-mal geändert.

iceman
Beiträge: 891
Registriert: Do 17. Mai 2018, 21:05

Re: Medienberichte 2018

Beitrag von iceman »

theoderich hat geschrieben:
Do 7. Jun 2018, 19:25
Neue Pläne für das Bundesheer


2020 wird das Bundesheer an dem Punkt angelangt sein, an dem es 2014 war: Zahlungsunfähig. Die Budgetkürzung 2021 ist so stark, dass man um ein deutlich radikaleres Sparpaket als "ÖBH 2018" nicht herumkommen wird. Also z.B. mit Abschaffung aller schweren Waffen (sowohl Kettenfahrzeuge, als auch Infanteriewaffen), Abschaffung der Jetfliegerei oder Einschränkung der aktiven LRÜ auf wenige Tage im Jahr, Verschrottung und Verkauf des verbliebenen Kraftfahrzeugparks, Schließung und Verkauf von Liegenschaften, Stopp der Personalaufnahme.
Dann werden unsere Leos und Ulan ins Baltikum verkauft.
Beim Rest werden wir uns an Länder wie zB Irland orientieren müssen.

Alpine
Beiträge: 46
Registriert: So 29. Apr 2018, 13:07

Re: Medienberichte 2018

Beitrag von Alpine »

theoderich hat geschrieben:
So 10. Jun 2018, 01:23

Wo die Pioniertruppe in Tirol stationiert wird, steht derzeit noch nicht fest. Einst war sie in der Kaserne in Vomp, aber auch Landeck oder in Innsbruck sind kolportierte Standorte.
Landeck wäre bereits das Landeskatastrophenlager in der Kaserne, Vomp hätte direkten Wasser- und Bootszugang zum Inn, zentrale Lage, den Hubschrauber...... Wäre mE ein idealer Pioniere-Standort

theoderich
Beiträge: 5891
Registriert: So 29. Apr 2018, 18:13

Re: Medienberichte 2018

Beitrag von theoderich »

Im Grunde ist das die Rückgängigmachung von Maßnahmen, die bei ÖBH 2010 umgesetzt worden sind:

Das Stabsbataillon 6 im Wandel der Zeit (1964-2005)

http://www.bundesheer.at/sk/lask/brigad ... erzeit.pdf

2007: Das Stabsbataillon 6 verliert die Hochgebirgs- und die Pionierkompanie, bekommt dafür aber eine ABC-Kompanie und eine Lehrkompanie (beide in Absam) sowie eine Werkstattkompanie (in Innsbruck-Kranebitten).
http://www.bundesheer.at/sk/lask/brigad ... ando.shtml

Das Stabsbataillon 6 gibt es inzwischen auch nicht mehr. Es ist nun das Jägerbataillon 6 in der provisorischen Gliederung. Die Führungsunterstützungskompanie, die Nachschub- und Transportkompanie, die Werkstattkompanie und das Tragtierzentrum wurden dem Kommando Gebirgskampf direkt untergeordnet. Die ABC-Abwehrkompanie wanderte zum Kommando ABC-Abwehr unter dem Kommando Schnelle Einsätze und die Lehrkompanie zum Jägerbataillon 6.

theoderich
Beiträge: 5891
Registriert: So 29. Apr 2018, 18:13

Re: Medienberichte 2018

Beitrag von theoderich »

Prozess um getöteten Rekruten: Waffengutachten belastet Soldaten
Ali Ü. (22) und sein Anwalt Manfred Arbacher-Stöger bleiben dabei: Es sei „eine blöde Aneinanderreihung von Zufällen“ gewesen, die zum Tod des 20-jährigen Ismail M. geführt hätte.
Er habe nicht gewusst, dass die Waffe durchgeladen gewesen sei, sagt Ü. nun. Vielleicht sei ihm die Waffe zuvor irgendwann heruntergefallen und habe sich dabei quasi selbstständig geladen. Doch die Unfallversion des – unter Mordanklage stehenden – Angeklagten geriet am Donnerstag ins Wanken.

Der vom Gericht beauftragte Waffentechniker Manuel Fließ erklärte zwar, es habe sich in serienweise durchgeführten Fallversuchen gezeigt, dass sich das Sturmgewehr (freilich mit angestecktem 30-Schuss-Magazin) beim Aufprall auf den Boden „von selbst“ laden könne, also dass eine Patrone vom Magazin in den Lauf gelangen könne. Aber nur unter ganz speziellen Voraussetzungen.

Diese Versuche haben laut Fließ ergeben, dass bei einem Fall aus 25, 50, 75 und 100 Zentimeter Höhe keine Patrone in den Lauf gelangt. Bei einem Fall aus 1,25 Meter Höhe geriet bei den Versuchsreihen im Labor bei sechsmaligem Fallenlassen einmal eine Patrone in den Lauf. Hingegen zeigte sich, dass bei fünf Stürzen aus 1,50 Metern und bei fünf Stürzen aus 1,75 Metern jedesmal eine Patrone in den Lauf befördert wurde.
Allerdings nur dann, wenn die Waffe kerzengerade („ganz senkrecht“) nach unten hängt, ehe sie ausgelassen wird. Und genau am hinteren Rand des Kolbens aufschlägt. Wenn die Waffe schräg zu Boden fällt, gelangt – so das Fazit der Versuche – keine Patrone in den Lauf. Allein dieses Resultat zeigt: Dem Angeklagten müsste die Waffe in einer ziemlich spezifischen Art zu Boden gefallen sein. Sonst hätte sie sich nicht geladen.

Und noch etwas: Bei einem derart selbstständigen Laden bilden sich, so die Versuche, stets starke, längsseitig verlaufende Streifspuren an der Patronenhülse. Waffengutachter Fließ: „An der Tatpatrone wurden keine Längsriefen gefunden. Das heißt, die Tatpatrone kann nicht durch einen Fall in den Lauf gelangt sein.“ Ü. müsse wohl – aus welchen Gründen auch immer – die Waffe vorher selbst durchgeladen haben.
https://diepresse.com/home/panorama/544 ... t-Soldaten

theoderich
Beiträge: 5891
Registriert: So 29. Apr 2018, 18:13

Re: Medienberichte 2018

Beitrag von theoderich »

Toter Rekrut: 15 Jahre Haft wegen Mordes

http://wien.orf.at/news/stories/2918741/

Benutzeravatar
Oberleutnant
Beiträge: 54
Registriert: So 29. Apr 2018, 14:10

Re: Medienberichte 2018

Beitrag von Oberleutnant »

Wir sind Österreicher. Was bedeutet, daß grundsätzliche Kurskorrekturen und deutliche Prioritätensetzungen nicht unsere Sache sind. Man ist froh, einigermaßen über die Runden zu kommen und Probleme irgendwie auszusitzen. (Zitat v. Alfred Payrleitner)

Gesperrt