Medienberichte 2021

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
anastasius
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Re: Medienberichte 2021

Beitrag von anastasius »

theoderich hat geschrieben:
Mo 1. Feb 2021, 15:57
Besonders "hervorgetan" haben sich bei der Kampagne gegen das HGM die Zeitungen "Der Standard" und der "Falter".
Beide Zeitungen sind journalistischer Sondermüll.

theoderich
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Re: Medienberichte 2021

Beitrag von theoderich »



Heeresgeschichtliches Museum: Experten sehen großen Reformbedarf

https://www.derstandard.at/story/200012 ... formbedarf




T-Shirt mit Neonazi-Gedicht in Video: Tiroler Brigadier suspendiert

https://www.tt.com/artikel/30776971/t-s ... uspendiert

Gaiswinkler bedauert, Tanner schockiert
Neonazi-Spruch: Brigadier des Dienstes enthoben

https://www.krone.at/2332157
Zuletzt geändert von theoderich am Mo 1. Feb 2021, 19:37, insgesamt 1-mal geändert.

Alpine
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Re: Medienberichte 2021

Beitrag von Alpine »

Gaiswinkler war wenigstens mal einer der seine Meinung offen gesagt hat.
https://www.tt.com/artikel/30743552/gai ... zungen-ein

und hier der Vollständigkeit halber der Grund der Suspendierung
aber ob in seiner Position so ein Interview klug war ist eine andere Frage... und vor allem was er damit bezwecken will?
Zuletzt geändert von Alpine am Di 2. Feb 2021, 11:05, insgesamt 2-mal geändert.

öbh
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Re: Medienberichte 2021

Beitrag von öbh »

wenn ein Offizier in seiner Position als Brigadekommandant seine zwielichtigen Verse öffentlich darstellt, egal bewusst oder reine Blödheit, dürfe er nie wieder diese Position ausüben - siehe auch vor einigen Tagen diese Idioten in Güssing welche das Ansehen des ÖBH schädigen.

theoderich
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Re: Medienberichte 2021

Beitrag von theoderich »

Sehe ich auch so. Dazu gibt es auch einen Absatz in der ADV:
Äußeres Verhalten

(7) Auch das äußere Verhalten des Soldaten muß der Achtung und dem Vertrauen gerecht werden, die der Dienst als Soldat erfordert. Zu einem solchen Verhalten ist der Soldat gegenüber jedermann verpflichtet, gleichgültig, ob im oder außer Dienst, ob in Uniform oder in Zivil.
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassu ... r=10005468


Heeresgeschichtliches Museum auf allen Ebenen renovierungsbedürftig

https://kurier.at/kultur/heeresgeschich ... /401175004


Kehraus im Heeresgeschichtlichen überfällig

https://schautv.at/kurier-news/kehraus- ... /401174974

muck
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Re: Medienberichte 2021

Beitrag von muck »

öbh hat geschrieben:
Mo 1. Feb 2021, 23:02
wenn ein Offizier in seiner Position als Brigadekommandant seine zwielichtigen Verse öffentlich darstellt, egal bewusst oder reine Blödheit, dürfe er nie wieder diese Position ausüben - siehe auch vor einigen Tagen diese Idioten in Güssing welche das Ansehen des ÖBH schädigen.
In der Tat, mit der allgegenwärtigen "Cancel Culture" hat das nichts zu tun. Es geht hier nicht um Gaiswinklers Meinung, sondern darum, dass er Berufssoldat ist. Es tut auch nichts zur Sache, dass er behauptet, als Privatier gesprochen zu haben. Er mag Kritik an der Regierungspolitik äußern, kann die Kritik jedoch nicht mit folgendem Zitat verknüpfen:

Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten. Vom Feinde bezahlt, dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk. Dann gnade Euch Gott!

Es ist auch völlig wurscht, wer diese Verse verfasst hat. Insbesondere die letzten Worte sind hochproblematisch, könnten sogar als Insubordination, als Drohung mit umstürzlerischer Gewalt und als Infragestellung des zivilen Primats über das Militärische verstanden werden.

Denn die Pandemie-Maßnahmen der Bundesregierung sind im Wege der repräsentativen Demokratie demokratisch legitimiert und höchstrichterlich nicht infrage gestellt worden. Die Regierung begeht also keinen Rechtsbruch, den es zu ahnden gelte. Schon gar nicht in einer Weise, die den Zusatz "dann gnade Euch Gott" verlangte.

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Oberleutnant
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Re: Medienberichte 2021

Beitrag von Oberleutnant »

Gehe mal davon aus, dass weder die Verwendung dieses Zitats noch das ganze Interview zufällig, unbeabsichtigt oder durch Schlampigkeit genau in diese Weise wie es passiert ist, eben passiert ist.
Ansonsten hätte die seit Dekaden stattfindende Negativauslese für Führungspositionen im öffentlichen Dienst, auch im Bundesheer schon ein Ausmaß erreicht, welches auch für mich noch schockierend wäre. Im übrigen unterscheidet sich mM hier die Privatwirtschaft nicht mehr großartig vom öffentlichen Dienst.

Eine inhaltliche Beurteilung des Interviews obliegt jedem nach seinen Möglichkeiten selber!

Öffentlich würde ich, als im öffentlichen Dienst Angestellter, zur Zeit überhaupt nichts zu diesem Themengebiet äußern. Es wird zur Zeit ein massiv, noch nie da gewesener, repressiver Kurs gegen alle Kritiker der Massnahmen im öffentlichen Dienst gefahren, da genügt schon eine anonyme Denunziation an die vorgesetzte Behörde.

Im übrigen möchte ich schon daran erinnern, dass sich diese Regierung seit Jänner 20 auf diesem Themengebiet nur durch Hybris, Chaos und Ignoranz auszeichnet und dass alle erlassenen Verordnungen aufgrund ihrer Wirksamkeit, Erforderlichkeit und Angemessenheit nachvollziehbar und überprüfbar sein müssen. Die Webseite des VfGH gibt Auskunft darüber inwieweit dies eben nicht der Fall ist.

Ich denke mir da auch schon meinen Teil als öffentlich Bediensteter, weil ich eben auch Staatsbürger bin! Chapeau, Gaiswinkler!
Zuletzt geändert von Oberleutnant am Di 2. Feb 2021, 08:24, insgesamt 1-mal geändert.
Wir sind Österreicher. Was bedeutet, daß grundsätzliche Kurskorrekturen und deutliche Prioritätensetzungen nicht unsere Sache sind. Man ist froh, einigermaßen über die Runden zu kommen und Probleme irgendwie auszusitzen. (Zitat v. Alfred Payrleitner)

chuckw
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Re: Medienberichte 2021

Beitrag von chuckw »

Egal ob in Zeiten einer Pandemie oder nicht, ob ich die Maßnahmen der Regierung gut, schlecht oder als katastrophal bewerte, die im Zitat enthaltenen Aussagen sind gegenüber dem Dienstgeber Bundesheer, d.h. der Republik, sowie aus demokratiepolitischer Sicht nicht akzeptabel. Wie Vorposter "Muck" richtig schrieb, können diese als Aufruf zum Widerstand oder gar Umsturz etc. verstanden werden. Auf so einen medialen Auftritt eines hochrangigen Offiziers ist daher im Regelfall mit Konsequenzen zu rechnen.
Alles läßt sich durch Standhaftigkeit und feste Entschlossenheit erreichen. (Prinz Eugen v. Savoyen)

muck
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Re: Medienberichte 2021

Beitrag von muck »

Oberleutnant hat geschrieben:
Di 2. Feb 2021, 07:09
Im übrigen möchte ich schon daran erinnern, dass sich diese Regierung seit Jänner 20 auf diesem Themengebiet nur durch Hybris, Chaos und Ignoranz auszeichnet und dass alle erlassenen Verordnungen aufgrund ihrer Wirksamkeit, Erforderlichkeit und Angemessenheit nachvollziehbar und überprüfbar sein müssen. Die Webseite des VfGH gibt Auskunft darüber inwieweit dies eben nicht der Fall ist.

Ich denke mir da auch schon meinen Teil als öffentlich Bediensteter, weil ich eben auch Staatsbürger bin! Chapeau, Gaiswinkler!
Wie Sie oder der General die Maßnahmen bewerten, ist egal. Seine Meinung scheint hier auch nicht entscheidungserheblich gewesen zu sein; er wurde sanktioniert, weil er mit einem Zitat hausieren ging, in dem der Dienstherr als Volksfeind verunglimpft und mit offenkundig gewaltsamen, widerrechtlichen Konsequenzen bedroht wird.

Nicht nur trägt das Verb "richten" die negative Konnotation von Hinrichtung und Standrecht. Dass Gaiswinkler das Zitat Theodor Körner zugeschrieben haben will, ändert nichts am Sachverhalt.

Denn Körner bezog seine Drohung auf die deutschen Fürsten, die mit Napoleon paktierten, und die er durch Krieg oder Attentat beseitigt sehen wollte. Aus damaliger Sicht verständlich, aber in einer Demokratie hat solche Sprache nichts zu suchen.

Seine Meinung ist dem General unbenommen. Aber selbst eine derart inkompetente und wetterwendische Ministerin wie Klaudia Tanner spricht zu Recht von einem erschütterten Vertrauensverhältnis, wenn ein General seine Meinung in einer Weise äußert, die man als Versuch der Nötigung von Verfassungsorganen werten kann.

Ich finde es befremdlich, zwischen dem Inhalt der Meinung und der Art der Meinungsäußerung nicht zu trennen. Und um die Wahrheit zu sagen: Ich glaube nicht, dass Sie Beifall äußern würden, hätte Herr Gaiswinkler seinen Auftritt mit einer politischen Botschaft verknüpft, die Sie ablehnen.

theoderich
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Re: Medienberichte 2021

Beitrag von theoderich »

Und die Kampagne gegen das HGM darf fröhlich weitergehen:



muck hat geschrieben:
Di 2. Feb 2021, 09:02
Denn Körner bezog seine Drohung auf die deutschen Fürsten, die mit Napoleon paktierten, und die er durch Krieg oder Attentat beseitigt sehen wollte.
Das wird behauptet. Tatsächlich ist nicht erwiesen, dass das Zitat von Körner stammt. Es erfreut sich aber in rechtsextremen Kreisen sehr großer Beliebtheit. Wenn man danach auf "Google Books" sucht, ist das Ergebnis erschreckend. Laut Erhard Jöst ist es von der NPD gefälscht und für Propagandazwecke diesem Dichter des 19. Jahrhunderts zugeschrieben worden.

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