"Bundesheerreform": Militärische Landesverteidigung wird abgeschafft

Landesverteidigung, Einsätze & Übungen, Sicherheitspolitik, Organisation, ...
Zeppelinrules
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Re: "Bundesheerreform": Militärische Landesverteidigung wird abgeschafft

Beitrag von Zeppelinrules »

Jetzt kenn ich mich garnicht mehr aus

https://www.bundesheer.at/cms/artikel.php?ID=10499

theoderich
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Re: "Bundesheerreform": Militärische Landesverteidigung wird abgeschafft

Beitrag von theoderich »

https://m.facebook.com/bundesheer/photo ... &__tn__=-R

"Krisenkommunikation" nach dem Lehrbuch :-)))


souverän AT
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Re: "Bundesheerreform": Militärische Landesverteidigung wird abgeschafft

Beitrag von souverän AT »

Tanner: Militärische Landesverteidigung ist und bleibt Kernaufgabe unseres Heeres

General Robert Brieger: „Es ist mein Anliegen, im Rahmen des laufenden Prozesses die Kernfähigkeiten für die militärische Landesverteidigung in einer aktuellen Form zu erhalten und zu verbessern. Die Straffung der Führungsstrukturen und Delegierung von Verantwortung in die Regionen, wird die Reaktionsfähigkeit erhöhen und Ressourcen für Schwergewichtsbereiche freimachen“.

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS ... res-heeres

theoderich
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Re: "Bundesheerreform": Militärische Landesverteidigung wird abgeschafft

Beitrag von theoderich »

OTS0165, 24. Juni 2020, 14:24
Stögmüller: Modernes Heer muss kosteneffizient geführt werden und gleichzeitig die Sicherheit unserer Bevölkerung gewährleisten

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS ... ehrleisten

Leeres Gequatsche ...

Die Straffung der Führungsstrukturen und Delegierung von Verantwortung in die Regionen, wird die Reaktionsfähigkeit erhöhen und Ressourcen für Schwergewichtsbereiche freimachen“.
PR-Sprech für die Journalisten. Wenn im ÖBH irgendwo Waffengattungen reduziert oder aufgelöst werden, werden dadurch "freigemachte" Ressourcen immer aus dem Budget des BMLV gestrichen - weil man sie schließlich nicht mehr benötigt. Das war immer so und das wird auch hier der Fall sein.
Zuletzt geändert von theoderich am Mi 24. Jun 2020, 17:54, insgesamt 1-mal geändert.

Dr4ven
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Re: "Bundesheerreform": Militärische Landesverteidigung wird abgeschafft

Beitrag von Dr4ven »

Der Brieger und sein Staff sollte sich besser schnell vom Acker machen, denn der macht sich gerade mitschuldig.

theoderich
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Re: "Bundesheerreform": Militärische Landesverteidigung wird abgeschafft

Beitrag von theoderich »










opticartini
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Re: "Bundesheerreform": Militärische Landesverteidigung wird abgeschafft

Beitrag von opticartini »

Zeppelinrules hat geschrieben:
Mi 24. Jun 2020, 12:35
Jetzt kenn ich mich garnicht mehr aus

https://www.bundesheer.at/cms/artikel.php?ID=10499
Das muss man so lesen: Mit "Land" sind "Regierungspolitiker" gemeint und deren Schutz bleibt die Kernaufgabe. Die werden im Notfall verteidigt, der Rest der Bevölkerung muss selber schauen wo er bleibt.

theoderich
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Re: "Bundesheerreform": Militärische Landesverteidigung wird abgeschafft

Beitrag von theoderich »

Und natürlich sollen EU und NATO Österreich in allen Notlagen beistehen. Dazu sind sie ja "vertraglich verpflichtet" ...

Ich gehe jede Wette ein, dass man bei künftigen Naturkatastrophen, wenn das "Rest-Heer" an die Grenzen seiner Ressourcen stößt (d.h. bei allen regionalen bzw. überregionalen Ereignissen, die wenigstens mehr als eine Gemeinde betreffen), bei der EU Unterstützung nach Art. 222 AEUV fordert. Und für den Fall einer militärischen Bedrohung gibt es ja Art. 42 (7) EUV ...


Zuletzt geändert von theoderich am Mi 24. Jun 2020, 22:50, insgesamt 2-mal geändert.

Dr4ven
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Re: "Bundesheerreform": Militärische Landesverteidigung wird abgeschafft

Beitrag von Dr4ven »

theoderich hat geschrieben:
Mi 24. Jun 2020, 17:56
Und natürlich sollen EU und NATO Österreich in allen Notlagen beistehen. Dazu sind sie ja "vertraglich verpflichtet" ...

Ich gehe jede Wette ein, dass man bei künftigen Naturkatastrophen, wenn das "Rest-Heer" an die Grenzen seiner Ressourcen stößt (d.h. bei allen regionalen bzw. überregionalen Ereignissen, die wenigstens mehr als eine Gemeinde betreffen), bei der EU Unterstützung nach Art. 222 AEUV fordert.
JA, nur dumm, wenn dann das eintritt, wovon die Tanner schwafelt: Blackout, Pandemie, Cyberangriffe....denn diese sind meistens länderübergreifend, wie wir gerade erleben durften.

Und welches Land hat dann noch Kapazitäten, um einem anderen Land helfen zu können?
Slowenien, Kroatien sind NATO Mitglieder, also wird man - wenn denn Kapazitäten frei sind, denen helfen, genauso wie den Ländern wo NATO Kräfte stationiert sind, um die nicht destabilisieren zu lassen, was die eigenen Truppen gefährded - also wie jetzt gerade Bosnien und dem Kosovo.

Und mit Hilfe meine ich hier keine kleine Assistenz, sondern die Hauptlast zu tragen, weil hiesige Kräfte nach 7-14 Tagen durch und fertig sind. Am Ende werden wir alleine sein, das verstehen die alle nicht.

Ganz ehrlich, wir werden von einer Gruppe an inkompetenten mediengierigen Schauspielern regiert, oder wie bitte kann man allen ernstes in einer Presseaussendung sagen, man richtet sich nach Umfragen in der Bevölkerung und dass man den Führungsoffizieren nächste Woche Bescheid gibt?

Was da abrennt, ist ja nicht mehr normal!

---

Und da war da noch Conrad Seidl:

https://www.derstandard.at/story/200011 ... ik?ref=rec

Entmilitarisierung der Republik
Das Bundesheer kann seinen Auftrag nicht erfüllen, also wird dieser geändert

KOMMENTAR
Conrad Seidl 24. Juni 2020


Die Artikel 9a und 79 der Bundesverfassung legen ziemlich deutlich fest, welche Aufgaben das Bundesheer hat und wie diese zu erfüllen sind. Allerdings weiß man auch: Der Zustand des österreichischen Bundesheeres entspricht schon lange nicht mehr dem Verfassungsauftrag – um diesen erfüllen zu können, müsste man im laufenden Jahrzehnt mindestens 17 Milliarden Euro an zusätzlichen Budgetmitteln aufbringen.

Das hat im Vorjahr der Interimsverteidigungsminister Thomas Starlinger, ein Berufsoffizier, der das Vertrauen des Bundespräsidenten und Oberbefehlshabers Alexander Van der Bellen genießt, erheben lassen.


Seine Nachfolgerin Klaudia Tanner weiß, dass es die geforderten Budgetmittel in einer Mitte-links-Regierung nicht gibt (es hat sie ja auch nicht unter der letzten Mitte-rechts-Regierung gegeben). Ein den Aufgaben angemessenes Budget ist politisch nicht gewollt. Also verlegt sich Tanner darauf – Bundesverfassung hin, Bundespräsident her –, die Aufgaben des Heeres (und demnächst wohl auch die der Luftwaffe) an das knappe Budget anzupassen.

Vieles von dem, was diese Woche den enttäuschten Offizieren – und anschließend dem Nationalen Sicherheitsrat – vorgelegt wird, kommt einem irgendwie vertraut vor. Das beginnt schon mit dem Arbeitstitel "Unser Heer": Diesen Begriff hatte das damalige Büro für Wehrpolitik in den 1980er-Jahren geprägt, um die Volksverbundenheit der damals auf 200.000 Mann anwachsenden Truppe zu betonen. Tanner verwendet ihn nun für ihre Schrumpfversion des Bundesheeres – und auch diese ist schon in den 1980er-Jahren angedacht worden. 1989 hatten die Jusos den Begriff "Bundesheer light" geprägt, der auf vehementen Widerstand des damaligen Verteidigungsministers Robert Lichal (ÖVP) gestoßen ist.

Schmiergeld-Gerüchte

Jetzt also nimmt das Bundesheer Abschied von schweren Waffensystemen – und damit auch von der Fähigkeit, mit diesen umzugehen und sie gegebenenfalls in internationale Einsätze einzubringen. Aber diese Einsätze sind (wie eine gleichzeitig lancierte Demox-Studie belegt) ohnehin nicht sehr populär in der österreichischen Bevölkerung.

Unpopulär sind auch teure Waffensysteme, die daher stets mit Schmiergeld-Gerüchten skandalisiert werden. Da will Tanner nicht anstreifen. Und tatsächlich ist es ja nicht sehr wahrscheinlich, dass das Bundesgebiet in den nächsten fünf bis zehn Jahren zum Schauplatz eines mit konventionellen Waffen ausgetragenen Konfliktes wird.

Also nimmt die Ministerin eine weitgehende Entmilitarisierung der Republik vor: Das Bundesheer soll die Fähigkeit, "Schutz und Hilfe" (ein Wehrpolitik-Slogan der 1990er-Jahre) zu leisten, beibehalten, den Schutz und die Hilfe aber vor allem als Assistenzleistung für zivile Organisationen erbringen. Die Soldaten haben sich ja immer wieder als Katastrophenhelfer bei Naturereignissen (das wird von der Bevölkerung besonders anerkannt) und als Helfer der Polizei oder der Post (wie zuletzt beim Corona-Einsatz) bewährt. Ergänzt wird das Ganze durch ein bisschen Cybersicherheit, Luftraumüberwachung und Geheimdiensttätigkeit. Und nach wie vor gilt, dass das Bundesheer die einzige Organisation des Landes ist, die auch bei längeren Krisen durchhaltefähig ist. Ob das für die Sicherheit des Landes ausreichend ist, wird sich weisen. Aber immerhin legt die Politik einmal offen, dass sie ohnehin nicht mehr Sicherheit will. (Conrad Seidl, 24.6.2020)

theoderich
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Re: "Bundesheerreform": Militärische Landesverteidigung wird abgeschafft

Beitrag von theoderich »




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