Neuartiges Coronavirus (COVID-19) & Bundesheer

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Oberleutnant
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Re: Neuartiges Coronavirus (COVID-19) & Bundesheer

Beitrag von Oberleutnant »

Ein wie in der Verfassung vorgesehenes Bundesheer täte schon genügen!
Will heißen ein Milizheer, kein Kaderrahmenheer oder Berufsheer und schon gar nicht mit Beamtendienstrecht!

Wenn das derzeitige Kasperltheater wenigstens dazu beiträgt auch gut!
Wir sind Österreicher. Was bedeutet, daß grundsätzliche Kurskorrekturen und deutliche Prioritätensetzungen nicht unsere Sache sind. Man ist froh, einigermaßen über die Runden zu kommen und Probleme irgendwie auszusitzen. (Zitat v. Alfred Payrleitner)

theoderich
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Re: Neuartiges Coronavirus (COVID-19) & Bundesheer

Beitrag von theoderich »

Beschlussprotokoll des 15. Ministerrates vom 22. April 2020

https://www.bundeskanzleramt.gv.at/bund ... -2020.html

theoderich
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Re: Neuartiges Coronavirus (COVID-19) & Bundesheer

Beitrag von theoderich »


theoderich
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Re: Neuartiges Coronavirus (COVID-19) & Bundesheer

Beitrag von theoderich »

San-Struktur im Fall eines Assistenzeinsatzes angesichts des Coronavirus (1099/J)
1. Ist geplant, Heeressanitätseinrichtungen in einen Assistenzeinsatz, nicht nur für eigene Teile, mit einzubeziehen?

2. Wenn ja, welche Sanitätseinrichtungen sind derzeit in der Lage, sowohl infrastrukturell, als auch personell, Assistenz zu leisten? (Aufgegliedert nach Sanitätseinrichtungen, jeweiligen detaillierten Leistungsspektren, Aufnahme-/Behandlungskapazitäten, sowie jeweilige durchgehender Leistungsdauer)

3. Wie lange ist die militärische San-Schiene im Fall eines Assistenzeinsatzes angesichts des Corornavirus, überhaupt einsatzfähig, das heißt durchhaltefähig?

4. Mit welcher permanenten Mann-Stärke ist die militärische San-Schiene im Fall eines Assistenzeinsatzes angesichts des Corornavirus durchhaltefähig?
  • Zu 1 bis 4:

    Es gibt derzeit keine Planungen, Heeressanitätseinrichtungen in einen Assistenzeinsatz für zivile Behörden einzubinden.
5. Wie viele Patienten könnten hier einer entsprechenden San-Behandlung unterzogen werden (Kapazitäten)?
  • Zu 5:

    Die Behandlungskapazität des militärischen Sanitätsdienstes ist grundsätzlich für die Soldaten im Friedensbetrieb – auch unter Abstützung auf zivile Krankenanstalten – gerade als ausreichend zu beurteilen. Bei einer Seuchenlage ist eine Ausweitung von Kapazitäten zur Unterstützung der Zivilbevölkerung weder konzeptionell geplant, noch mit entsprechenden Ressourcen vorgehalten.
6. Über wie viele einsatzfähige Feldambulanzen verfügt das Bundesheer?

7. Wie viele können im Einsatzfall gleichzeitig betrieben werden (mit dem vorhandenen Personal und Material)?
  • Zu 6 und 7:

    Nach der geltenden Sanitätskonzeption sind für Einsatzaufgaben zwei ortsungebunden einsetzbare Feldambulanzen materiell und personell bereitzuhalten. Auf Grund der zur Verfügung gestellten budgetären Mittel der letzten Jahre konnte diese Bereitstellung bisher nicht realisiert werden. Einzelne Module einer Feldambulanz sind für Einsätze verfügbar. Diese werden derzeit für die internationale Verpflichtung zur Beteiligung an einer deutschen Sanitätseinrichtung der EU Battle-Group 2020 bereitgehalten.
14. Wie sieht das neue San-Konzept aus?
  • Zu 14:

    Im Regierungsprogramm 2020 bis 2024 wurde im Kapitel Landesverteidigung die „Weiterentwicklung und kosteneffiziente Optimierung der Sanitätsversorgung unter Wahrung der medizinischen Eigenversorgung des Bundesheeres (insbesondere zur Beseitigung des Ärztemangels)“ vereinbart. Diese Willenserklärung wird unter Berücksichtigung neuer militärstrategischer Vorgaben, veränderter einsatzbezogener Aufgaben im Inland sowie geänderter internationaler Standards und Vereinbarungen zur Teilnahme an multinationalen Einsätzen aktuell analysiert und konzeptiv bearbeitet. Zudem sollen in einer neuen Sanitätskonzeption auch Entwicklungen im zivilen Gesundheitswesen, die Einfluss auf den Sanitätsdienst des Bundesheeres haben, wie zB. Ärztesituation und geänderte Ausbildungsrichtlinien für Gesundheitsberufe, einfließen.
15. Ist es überhaupt möglich mit dem künftigen Budget dieses neue San-Konzept umzusetzen?
  • Zu 15:

    Inwieweit der Bedarf neuer Sanitätskonzepte abgedeckt werden kann, hängt von den Budgetmitteln ab, die dem Bundesheer in den nächsten Jahren zur Verfügung stehen werden.
https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XX ... ndex.shtml

innsbronx
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Re: Neuartiges Coronavirus (COVID-19) & Bundesheer

Beitrag von innsbronx »

theoderich hat geschrieben:
Mi 29. Apr 2020, 21:20
Die Behandlungskapazität des militärischen Sanitätsdienstes ist grundsätzlich für die Soldaten im Friedensbetrieb – auch unter Abstützung auf zivile Krankenanstalten – gerade als ausreichend zu beurteilen. Bei einer Seuchenlage ist eine Ausweitung von Kapazitäten zur Unterstützung der Zivilbevölkerung weder konzeptionell geplant, noch mit entsprechenden Ressourcen vorgehalten.
[/list]
[/quote]

Da muss ich mich schon sehr wundern, denn vor Ort wird etwas andere behauptet bzw. wurden Vorbereitungen für eben eine Unterstützung der zivilen KH getroffen...

theoderich
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Re: Neuartiges Coronavirus (COVID-19) & Bundesheer

Beitrag von theoderich »

Zuletzt geändert von theoderich am Fr 1. Mai 2020, 21:35, insgesamt 1-mal geändert.

anastasius
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Re: Neuartiges Coronavirus (COVID-19) & Bundesheer

Beitrag von anastasius »

theoderich hat geschrieben:
Fr 1. Mai 2020, 21:06
Bundesheer:
Warum es zwei Monate bis zum Einsatz braucht
Weil das System Bundesheer an die Wand gefahren wurde.

Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn eine wirkliche militärische Bedrohung vor der Haustür steht.

innsbronx
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Re: Neuartiges Coronavirus (COVID-19) & Bundesheer

Beitrag von innsbronx »

Dadurch, dass man im Gegensatz zur Schweiz bisher eben nie die Miliz in diesem Sinne aufgeboten hat ist das alles Neuland. Man wird hoffentlich daraus lernen. Ich glaube auch, dass es das nächste Mal dann schneller gehen könnte. Die Schweizer Miliz ist übrigens auch nicht das Gelbe vom Ei... die Sanitätsbataillone dort schienen mir, wie ich einem Fernsehbericht entnehmen konnte, schwer übungsbedürftig.

Dr4ven
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Re: Neuartiges Coronavirus (COVID-19) & Bundesheer

Beitrag von Dr4ven »

anastasius hat geschrieben:
Fr 1. Mai 2020, 21:27
theoderich hat geschrieben:
Fr 1. Mai 2020, 21:06
Bundesheer:
Warum es zwei Monate bis zum Einsatz braucht
Weil das System Bundesheer an die Wand gefahren wurde.

Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn eine wirkliche militärische Bedrohung vor der Haustür steht.
Ich habe den Bericht Gestern an ein paar Freunde weitergeleitet....binnen 2 Minuten kamen mehrere Antworten auf whatsapp.
Was will man wem sagen, wenn man es nicht einmal schafft, weiter als bis zum Ende der Überschrift zu kommen?
Es steht auch explizit drin, dass binnen 24 Stunden genug Kräfte verfügbar gewesen wären, weil sich so viele freiwillig meldeten, ABER auch, dass Minimum 20% der Ansuchen um Freistellung positiv beantwortet werden, also muss es wohl sicher 30% der Angeforderten Milizsoldaten geben, die NICHT einrücken wollen.
Auch die Karteisoldaten, die bis zum Einrückungsbefehl nichts von ihrem "Kartei Dasein" wussten, kamen darin vor..

Der Artikel sagt ja eh alles und viel mehr, ich fand die Tatsachenberichte der eingesetzten Kameraden sehr interessant.

Und wie ich Gestern erfahren musste, darf man bei aus Wals eingesetzten AssE Kräften die Armschleife mit unseren Nationalfarben nicht mehr tragen, weil sich angeblich wer aufgeregt hat, dass das an nationalsozialistische Zeiten erinnert.

anastasius
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Re: Neuartiges Coronavirus (COVID-19) & Bundesheer

Beitrag von anastasius »

Dr4ven hat geschrieben:
Sa 2. Mai 2020, 17:00


Ich habe den Bericht Gestern an ein paar Freunde weitergeleitet....binnen 2 Minuten kamen mehrere Antworten auf whatsapp.
Was will man wem sagen, wenn man es nicht einmal schafft, weiter als bis zum Ende der Überschrift zu kommen?
https://www.addendum.org/coronavirus/miliz-mobilmachung/ hat geschrieben:
„Für mich ist es ein Skandal, dass wir als Einsatzorganisation zwei Monate brauchen, um zu mobilisieren. Das steht unserem langjährigen und vielfach geübten Selbstverständnis einer raschen Reaktion diametral gegenüber.“
Einsatzberichte sind in der Regel subjektiv. Den angegebenen Bericht habe ich gelesen.
Dr4ven hat geschrieben:
Sa 2. Mai 2020, 17:00
Es steht auch explizit drin...
Vielleicht reden wir von zwei verschiedenen Links?
Dr4ven hat geschrieben:
Sa 2. Mai 2020, 17:00

Und wie ich Gestern erfahren musste, darf man bei aus Wals eingesetzten AssE Kräften die Armschleife mit unseren Nationalfarben nicht mehr tragen, weil sich angeblich wer aufgeregt hat, dass das an nationalsozialistische Zeiten erinnert.
Nur ein weiters Bundesheergerücht, wie seinerzeit der "Vizeleutnant der mit ein PAR66/79 auf eine Kuh schoss", oder doch nur das Spiegelbild der Linken in Österreich?

Bitte um Quellenangabe!

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