Fehlverhalten von Bürger in Uniform

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7L-WF
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Fehlverhalten von Bürger in Uniform

Beitrag von 7L-WF »

Servus
Ich habe es bewusst hier rein gestellt und nicht in einen anderen Bereich da meiner meinung nach man sich hier ungezwungen unterhalten könnte darüber. Ich möchte die Doku und den Inhalt nicht werten. Schaut sie euch an und macht euch euer eigenes Bild:


Es wäre schön wenn Ihr andere (ernste) Videos findet das Ihr diese hier postet.
Danke

muck
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Re: Fehlverhalten von Bürger in Uniform

Beitrag von muck »

Es gibt leider nicht allzu viel dazu zu sagen. Es sei denn vielleicht, dass man nicht dem (aus meiner Sicht) Fehlschluss aufsitzen sollte, diese Männer seien allein durch den Krieg brutalisiert worden.

Der durchschnittliche Rekrut in der westlichen Welt ist mit dem Tod nicht anders in Berührung gekommen als vielleicht durch den Verlust eines Familienmitglieds. Die Mehrzahl hat noch nicht einmal ein Tier getötet.

Die Hemmschwelle, außerhalb von Kampfhandlungen zu töten, bleibt deshalb bei gut sozialisierten und geführten Soldaten auch nach Jahren im Einsatz hoch.

Kriegsverbrechen, so sie nicht von staatlicher Seite angeordnet werden, laufen heute deswegen fast immer auf dieselbe Weise ab: Ein amoralischer, aber charismatischer Soldat begeht den ethischen Dammbruch, und der Gruppenzwang führt ihm die Mittäter zu.

Dazu muss man wissen, dass (je nach Studie und Land) bis zu 5% der männlichen Bevölkerung anti-sozial eingestellt ist, also zum Bruch sozialer Normen neigt.

Die extremsten Fälle schaffen es normalerweise nicht ins Militär, da sie mit dem Zwang zu gehorchen nicht umgehen können, aber schon im Mittelfeld finden sich viele, die zur Delinquenz neigen und auch zu unterschiedsloser Gewalt fähig sind.

Man kann viele davon durch charakterliches Screening aussortieren, aber nicht alle. Zumal in der heutigen Zeit Berufsarmeen derart händeringend nach Rekruten suchen, dass keine Bestenauslese mehr betrieben wird.

Der Gruppenzwang erledigt dann den Rest. Militäreinheiten, gerade im Einsatz, sind tribalistisch organisiert; sich dem Drängen der Kameraden zu entziehen, kann aus psychologischer Sicht bedeuten, das Vertrauen derjenigen zu verlieren, die einem vielleicht mal das Leben retten müssen.

Der Gruppenzwang bringt im Menschen das Bestialischste hervor, und zwar relativ unabhängig von der Sozialisation der Täter. Da können liebevolle Familienväter darunter sein, ganz egal. Es gibt einige schockierende Untersuchungen dazu, wie rapide z.B. bei Raubüberfällen oder Sexualverbrechen die Überlebenschancen des Opfers mit jedem zusätzlichen Täter sinken.

7L-WF
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Re: Fehlverhalten von Bürger in Uniform

Beitrag von 7L-WF »

Die Hemmschwelle, außerhalb von Kampfhandlungen zu töten, bleibt deshalb bei gut sozialisierten und geführten Soldaten auch nach Jahren im Einsatz hoch.
Genau deswegen hat mutmasslich das US Militär auch viel unternommen damit eben diese Hemmschwelle fällt. Wenn man sich die Propaganda anschaut welche durch Bush sozusagen vorgegeben wurde wundert es keinen das so mancher Soldat sich im recht fühlt einen Afghanen zu ermorden.
Es ist leider oft genug der fall das der mutmassliche Gegner durch die Medien entmenschlicht wird.
Man muss sich doch nur mal schauen wer in den Serien der feind ist. Früher der Russe dann der Muslim und jetzt wieder der Russe. Dazu kommt das was man so hört in manchen Serien es scheinbar normal ist das man jemanden schnell mal foltert.
Wenn man mit dieser Propaganda aufwächst wundert es niemanden das aus deren sicht ein Afghanischer Ziegenhirte weniger wert ist als jemand der durch die eigene Regierung am 11.09 ermordert wurde.

muck
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Re: Fehlverhalten von Bürger in Uniform

Beitrag von muck »

Durch die eigene Regierung ermordet?

7L-WF
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Re: Fehlverhalten von Bürger in Uniform

Beitrag von 7L-WF »

Oder wie es in Fachsprache besser heisst Kollateralschäden.

muck
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Re: Fehlverhalten von Bürger in Uniform

Beitrag von muck »

Okay, ich frage offen heraus: Bist Du einer dieser 9/11-Verschwörungstheoretiker?

7L-WF
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Re: Fehlverhalten von Bürger in Uniform

Beitrag von 7L-WF »

Nein jeder der auch nur halbwegs seriös an die sache ran geht wird feststellen das es viele merkwürdige Merkwürdigkeiten gibt.

muck
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Re: Fehlverhalten von Bürger in Uniform

Beitrag von muck »

Nu jüt, wie der Sachse sagt; lassen wir das. Persönlich glaube ich nicht, dass die von Dir unterstellte bewusste Konditionierung stattgefunden hat, sei es durch die Medien, sei es durch die Regierung.

Was die US-Armee im Konkreten anbelangt, nehme ich vielmehr gewisse Qualitätsmängel an.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen; ich habe viele US-Soldaten getroffen, denen ich bedenkenlos mein Leben anvertraut hätte, pflichtbewusste Leute mit einem gefestigten christlichen Weltbild, von denen sich so mancher junge Europäer einer Scheibe abschneiden könnte.

Aber mir sind eben auch zwei, drei G.I.s begegnet, die kaum lesen und schreiben konnten, oder von einem Richter vor die Wahl gestellt worden waren: Gefängnis oder Bewährung beim Heer. Alle Berufsarmeen haben heute Nachwuchsprobleme, aber in westlichen Staaten ist nur die US-Armee zum Rekrutieren "verdammt".

Interessant sind aber auch die Parallelen zwischen den bekannt gewordenen amerikanischen Kriegsverbrechen und den jüngsten Vorfällen. In beiden Fällen kommen die Täter aus vormaligen englischen Kolonien, wo Soldaten stellvertretend für Pioniere und Siedler als Inbegriff der Landnahme, als Verkörperung des Wesens der Nation heroisiert werden.

Das mag eine gewisse aggressive Grundhaltung begünstigen. So produzieren etwa auch sowohl die US- als auch die australische Armee sehr viel mehr Fälle sexueller Gewalt gegen weibliche Soldaten als andere westliche Streitkräfte. Der Fairness halber sei hier aber erwähnt, dass die Australier die Aufklärung der Vorwürfe energisch betreiben.

7L-WF
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Re: Fehlverhalten von Bürger in Uniform

Beitrag von 7L-WF »

Alle Berufsarmeen haben heute Nachwuchsprobleme, aber in westlichen Staaten ist nur die US-Armee zum Rekrutieren "verdammt".
Was ist mit Deutschland? Es ist kein wunder das nur die wenigsten sich frei uns in Europa freiwillig melden würden weil niemand gerne verheizt wird in einen illegalen Krieg. Man sieht das Wir immer mehr Amerikanisiert werden. Das Bildungsniveau in der Schule wird immer mehr runter gedreht mit der "Bürger in Uniform" ja nicht auf die idee kommt selbständig zu denken und zu hinterfragen ob die sache an der Sie beteiligt sind überhaupt den Völkerrecht entspricht. Man hat ja gesehen das die Amerikaner meines wissens immer gelogen haben was deren Kriegsgründe betraf. Früher hat der Hitler halt behauptet man habe zurück geschossen und dann eben Bush...
Wird das kritisch hinterfragt von der Masse? Nein! Alle die auch nur leise zweifel an den Kriegsgrund haben sollen Mundtot gemacht werden. Was haben Wir aus den 2ten Weltkrieg gelernt? Scheinbar nicht sehr viel!
So produzieren etwa auch sowohl die US- als auch die australische Armee sehr viel mehr Fälle sexueller Gewalt gegen weibliche Soldaten als andere westliche Streitkräfte.
Ich behaupte mal das dort mehr Frauen dienen als sonst wo.
Keine ahnug wie es bei uns ist aber was Ich weiss haben Wir keine Soldaten Siedlungen wo Militär Personal sozusagen "Zivil" lebt in einer eigenen Siedlung die mehr oder weniger abgeschlossen ist. Kurz gesagt bei uns hat ein Vergewaltiger genug Zivile auswahl. Dazu kommt das sich das Thema auch super für eine falsche beschuldigung eignet. Sozusagen beweisen das man nicht daran beteiligt war ist sehr schwer.

muck
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Re: Fehlverhalten von Bürger in Uniform

Beitrag von muck »

7L-WF hat geschrieben:
Mo 7. Dez 2020, 21:03
Was ist mit Deutschland? Es ist kein wunder das nur die wenigsten sich frei uns in Europa freiwillig melden würden weil niemand gerne verheizt wird in einen illegalen Krieg. Man sieht das Wir immer mehr Amerikanisiert werden. Das Bildungsniveau in der Schule wird immer mehr runter gedreht mit der "Bürger in Uniform" ja nicht auf die idee kommt selbständig zu denken und zu hinterfragen ob die sache an der Sie beteiligt sind überhaupt den Völkerrecht entspricht. Man hat ja gesehen das die Amerikaner meines wissens immer gelogen haben was deren Kriegsgründe betraf. Früher hat der Hitler halt behauptet man habe zurück geschossen und dann eben Bush...
Wird das kritisch hinterfragt von der Masse? Nein! Alle die auch nur leise zweifel an den Kriegsgrund haben sollen Mundtot gemacht werden. Was haben Wir aus den 2ten Weltkrieg gelernt? Scheinbar nicht sehr viel!
Du hast einen ziemlichen Amerika-Beißreflex und politisierst, wo in meinen Augen nichts zu politisieren ist. Rennen denn die Rekruten dem Bundesheer die Türe ein? Oder den Streitkräften Irlands oder der Schweiz, wo sie doch dagegen gefeit wären, in den Kriegen der USA "verheizt" zu werden?

Tatsache ist, dass sich die Werte der jüngeren Generationen, gerade in Westeuropa, verschoben haben. Erfüllung suchen junge Leute heute in der Regel nicht mehr in einer Berufung, im Dienst am Gemeinwesen, sondern in freier Persönlichkeitsentfaltung. Böse Zungen würden sagen: im Hedonismus. YOLO — you only live once.

Überall stirbt das Ehrenamt. Die freiwilligen Feuerwehren haben Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden. Unterordnung unter ein höheres Ziel ist out. Strebte noch vor zwanzig Jahren mehr als jeder zweite ERASMUS-Student danach, einmal im Leben eine Führungsposition oder sonstwie verantwortliche Stellung zu bekleiden ist es heute kaum jeder vierte.

Angesichts solcher Entwicklungen ist es kein Wunder, dass auch die auf Freiwilligkeit angewiesenen Streitkräfte immer weniger Nachwuchs finden.

Und übrigens liegt diese gesellschaftliche Fehlentwicklung nicht im kulturellen Einfluss der USA begründet – gerade die stehen, was individuelles Engagement und die Bereitschaft angeht, dem Gemeinwesen zu dienen, noch vergleichsweise gut da. Vielmehr handelt es sich um eine bestens erforschte Degenerationserscheinung reicher Gesellschaften.
7L-WF hat geschrieben:
Mo 7. Dez 2020, 21:03
Keine ahnug wie es bei uns ist aber was Ich weiss haben Wir keine Soldaten Siedlungen wo Militär Personal sozusagen "Zivil" lebt in einer eigenen Siedlung die mehr oder weniger abgeschlossen ist. Kurz gesagt bei uns hat ein Vergewaltiger genug Zivile auswahl. Dazu kommt das sich das Thema auch super für eine falsche beschuldigung eignet. Sozusagen beweisen das man nicht daran beteiligt war ist sehr schwer.
Das geht am Kern der Sache vorbei. Soldatinnen sind in allen Ländern, deren Armeen Frauen rekrutieren, in räumlicher Nähe zu den männlichen Kameraden untergebracht; anders wäre eine militärische Einheit auch nicht aufrechtzuerhalten. Und es ist egal, wie viele Frauen letztlich in welchem Land dienen.

Dazu kann man Vergleichswerte bilden, indem man zählt, wie viele Straftaten sich in Land A und Land B je Bezugsgröße ereignen, z.B. pro 1.000 Personen, und daraus extrapoliert, wie viele Straftaten sich in Land B ereignen müssten, wenn die Häufigkeit dort die gleiche wäre.

Und dabei fällt eben auf, dass es in manchen Armeen zu mehr moralisch fragwürdigen Verhaltensweisen kommt als anderen. Man kann versuchen, dafür Erklärungen zu finden; und plausible Erklärungen müssen mehr vorweisen können als ein lapidares: Die sind eben so.

Einen möglichen Erklärungsansatz habe ich geliefert, weil er auch auf Australien zutrifft und sogar in jenem Untersuchungsbericht angesprochen wird: eine mutmaßlich historisch gewachsene Krieger-Mentalität, die im vorliegenden Fall dazu geführt haben soll, dass die Beschuldigten Afghanen als den "Feind" ansahen, der nicht zu schonen sei.

Infolgedessen bietet sich ein zweiter Erklärungsansatz an: die besonderen psychischen Belastungen eines Guerillakriegs gegen einen Gegner, der keine Uniform trägt, mit der Zivilbevölkerung zu verschmelzen versucht und dementsprechend eine Atmosphäre ständiger Bedrohung erzeugt.

Übrigens gehst Du für meinen Geschmack viel zu wenig auf den Gesichtspunkt ein, dass die Taliban ihrerseits das Völkerrecht systematisch missachten und furchtbare Kriegsverbrechen begehen. Es ist schwer, denke ich mir, einen Gegner nicht zu entmenschlichen, der Geiseln enthauptet oder Vergewaltigungsopfer als "Ehebrecherinnen" steinigt.

Überhaupt ist dies, auch geschichtlich gesehen, eine der stärksten Triebfedern für Kriegsverbrechen: Der Eindruck, ob berechtigt oder nicht, dass der Feind nicht fair und anständig kämpft und sich durch seine Verbrechen überhaupt selbst verdammt.

Ein dritter Erklärungsansatz könnte lauten: Abstumpfung, Überlastung durch die hohe Einsatzbelastung – schließlich haben manche Soldaten insgesamt viele Jahre in Afghanistan, im Irak und anderswo verbringen müssen. Allerdings habe ich weiter oben dargelegt, dass ich diese Erklärung nur in Einzelfällen für relevant halte.

Zumal nicht wenige Kriegsverbrechen der jüngeren Vergangenheit, etwa in Abu Ghraib, von Militärpolizisten, Logistikern und vergleichbaren Kräften verübt wurden, nicht von der kämpfenden Truppe. Unter den Tätern waren Leute, auf die in ihrem ganzen Leben nicht geschossen worden war.

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