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| Mitte Oktober 2005 wurde die Fliegerwerft 2 (FlWft 2) seitens des Materialstab
Luft (MSL) mit der Neulackierung des "Ostarrichi-Draken" beauftragt. Nach
genauer Durchsicht der verfügten technischen Anweisung (TA) aus der hervorgeht,
welche Farbe und welches Reinigungsmittel verwendet werden muss, kamen
wir zum Entschluss, das die Lackierung nicht in der Systemhalle der Fliegerwerft
2 durchgeführt werden kann. Bei dem Lacksystem handelt sich um PUR-Lacke
(2 K - Lacke). Bei der Durchsicht der Lacke sah ich sofort das etwas nicht
stimmte, denn die weiße Farbe war seidenmatt und die rote Farbe matt.
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| Wir erhielten folgende Terminvorgaben: Funktionstestflug
(FTF): Übergabe an das Überwachungsgeschwader: Teilnahme am Fly-out: |
21. November 2005 23. November 2005 25. November 2005 |
Der Ostarrichi-Draken ist der Draken Nr. 08. Kurz bevor er am 22. Dezember 2005 zu seinem letzten Flug startete, bekam das Luftfahrzeug noch eine komplett neue Lackierung verpasst. © Bundesheer |
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| Nachdem sämtliche Rahmenbedienungen geschaffen wurden begann am
08. und 09. November die Reinigung des Luftfahrzeugs (Lfz). Während
der Reinigung kam es uns so vor, als ob der Draken Blut verlieren würde.
Die verwendete temporäre Umtarnfarbe hat sich nicht als Ideallösung
herausgestellt. Am 10. November wurde der Draken in der Systemhalle entfettet, die notwendigen Teile mit Papier abgedeckt und das Lfz zum Lackieren vorbereitet. In der Zwischenzeit machte ich mich auf den Weg zur Flughafenfeuerwehr, damit sie uns die vorgesehene Halle IV räumen und reinigen konnte. Warum wir uns für die Halle IV entschieden haben ist leicht erklärt: Diese Halle wird normalerweise als Kfz-Werkstätte genutzt und ist mit einer Lackierabsaugung bzw. mit einer Umluftheizung ausgestattet. Die Räumung und Reinigung ging ohne Probleme über die Bühne. Nach den Vorarbeiten wurde das Lfz am 11. November in die Halle IV von Bediensteten der FlWft 2 überstellt und für die Lackierarbeiten vorbereitet. Am Nachmittag begannen wir mit der Grundierung. Vom 12. bis 14. November lackierten wir die weiße und rote Farbe. Wir entschieden uns für eine Zweischichtlackierung. Am 15. November überstellten wir das Lfz zurück in die FlWft 2. Noch am selben Tag begann ich mit der Wiederherstellung des Schriftzuges "Ostarrichi 996", ein Vorgang der bis zum 21. November dauern sollte. Während der Wiederherstellung wurde die Idee geboren die Dienstbezeichnung "08" nicht schwarz, sondern weiß zu lackieren. Weiters wurde am Höhenleitwerk das steirische Wappentier wieder händisch aufgemalen (es war beim letzten Lackieren übermalt worden). Nach Rücksprache mit der zuständigen Wartungstechnik und dem Systembetreuer Draken im MSL bekamen wir das O.K.. |
| Nachdem bei der letzten Neulackierung das steirische Wappen übermalt wurde, habe ich es nun wieder angebracht - etwa 4 Stunden Pinselarbeit. | ![]() |
Das fertige Leitwerk mit der weißen "08". |
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| Doch stießen wir mit unserer weißen "08" von Beginn
an auf Widerstand seitens einiger Bediensteter der FlWft 2. Am Vormittag des 21. November war es so weit. Das Roll-out mit der neuen Lackierung aus der FlWft 2. Am Nachmittag wurden die Vorbereitungen für den nach der Lackierung notwendigen Funktionstestflug (FTF) getroffen. Als der Pilot kam und die erstmalig die weiße "08" sah, entbrannte eine heiße Diskussion. Aus seiner Sicht wurde sein Urheberrecht am Originalentwurf verletzt. Er beschwerte sich, warum er vor diesem Vorhaben nicht gefragt wurde. Aus meiner Sicht gibt es kein Urheberrecht auf militärischen Geräten. Nach einigen Diskussionen haben wir uns darauf geeinigt, die Dienstbezeichnung nach dem FTF wieder schwarz umzulackieren. Doch aufgrund einer Schlechtwetterfront kam es am 21. November nicht mehr zum geplanten Flug. Schade, denn so kam es leider nie zu einen Flug mit der weißen "08". |
Rückkehr vom Funktionstestflug. |
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Hier gut zu sehen die nunmer wieder schwarze "08". |
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Gruppenfoto nach dem letzten Funktionstestflug der Draken Typenwerft. In der Mitte Obstlt KOWATSCH, der erste und letzte Drakenpilot des Österreichischen Bundesheeres; rechts außen der Autor. |
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| Zu guter letzt möchte ich noch Bemerken das es für
mich eine Ehre war dieses Luftraumüberwachungsflugzeug insgesamt
3mal einer Sonderlackierung zu unterziehen. Es ist mir deshalb sehr ans
Herz gewachsen.
Mit freundlichen Grüßen |
| Anmerkung: Da bei der letzten Lackierung durch Herrn
Maier und seiner Crew richtiger Flugzeuglack verwendet wurde, können
Sie das Meisterwerk noch lange bewundern. Bis 15. Oktober 2006 ist es
in der Ausstellung "Militärluftfahrt Gestern - Heute - Morgen"
zu sehen. Natürlich mit schwarzer "08". |
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