Die Lissa-Feier des Jahres 2002.
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Am 19. Juli 2002 - dem Tag vor dem Jahrestag der Seeschlacht von Lissa (20. Juli 1866) , fand in der unmittelbaren Umgebung der Magdeburg-Kaserne der Pioniertruppenschule in Klosterneuburg eine Gedenkfeier statt. Dabei wurde allen auf See gefallenen österreichischen Soldaten gedacht.

die "Oberst Brecht" wendet den Bug gegen den Strom. Dahinter die "Niederösterreich" als Silhouette.





  
c Tögel
   





Zwei Züge der PiTS, eine Abteilung der Gardemusik Wien sowie je eine Abordnung des Marineverbandes und des Kameradschaftsbundes stellten sich auf der Uferstraße an der Einmündung des Klosterneuburger Durchstichs auf.
  Die ausgerückte Truppe in Aufstellung gegenüber der Magdeburg-Kaserne
   
Der Kranz wird dem Strom übergeben. Als Höhepunkt und Schluß der Feier wurde von der "Brecht" aus ein Kranz den Donauwellen übergeben. Als Panorama stand dahinter die "Niederösterreich" im Fluß. Beide Boote voll aufgerüstet.
Vermisst habe ich allerdings die Traditionsflagge der k.u.k. Kriegsmarine im Top der "Niederösterreich".
  Die Bedeutung des Sieges Tegetthoffs über die italienische Flotte vor Lissa/Vis werde ich in einem eigenen Beitrag aufarbeiten und wahrscheinlich auch ein Typenblatt dazu auflegen. Nur kurz vorweg: Durch den Sieg 1866 verblieben Südtirol, Triest, das Küstenland (Istrien) und Kroatien bis zur Auflösung der Monarchie 1918 im Verbund Österreich-Ungarns. Venetien und die Lombardei gingen aufgrund der Niederlage von Königgrätz verloren.
 
  "Steinerner Pionier" für Magdeburg-Kaserne.


Die Skulptur im Ensemble
des Eingangsbereiches.
Im Rahmen der Feier am 19. Juli 2002 wurde in einem zweiten Teil der Veranstaltung auch eine eindrucksvolle Plastik eines "steinernen Pioniers" im Einfahrtsbereich der Magdeburg-Kaserne auf seinem neuen Aufstellungsort übergeben.
Zu diesem Zweck stellte sich die ausgerückte Truppe vis-a-vis vom komplett neu gestalteten Eingangsbereich zur Magdeburg-Kaserne noch einmal auf.
Die Skulptur wurde im Jahr 1968 vom Künstler Professor Höllwarth anlässlich seines Präzenzdienstes in der PiTS geschaffen und nach "Dornröschen-Jahren" am Landeplatz restauriert und neu aufgestellt.
Gleichzeitig übernahm der Künstler auch die Gestaltung des Eingangsbereiches, wobei mir der Granitblock mit der Beschriftung in dynamischer Aufstellung (Hebel und Rolle - zwei wichtige Instrumente der Pioniere) besonders gut gefällt.





Die eindrucksvolle Skulptur, wobei der feine Kriegerkopf mit dem "brutalen" Körper interessant kontrastieren.
 
  Neues für den Modellbauer.



Die "Brecht" bei der
Musterung vor der Feier - der Kommandant und die Besatzung in neuer Montur. Beatche Kranzmontage.



Einfahrt der "Brecht" in den Klosterneuburger Durchstich.
Der "Ranghöchste
Anwesende" vor dem Lauf
des üsMG.



Anlässlich der Feier gab es natürlich auch einige interessante Details für den Modellbauer.

Zuerst die "Brecht": Durch die wichtige Rolle, die anlässlich der Kranzübergabe gegeben war, stand die "Brecht" im Mittelpunkt des Interesses. Sie war mit einem üsMG (Cal.50) mittschiffs aufgerüstet, was übrigens dem mitfahrenden "Ranghöchsten Anwesenden" missfiel, weil die Mündung genau auf seinem Kopf zielte als er im Boot stand.

Interessant ist die Adjustierung der Besatzung, die ich bei der Musterung vor der Feier fotografiert habe. Sie trägt den flammhemmenden Overall 85 der Panzertruppe. Auch ein neues Abzeichen ersetzt die ehemaligen Ärmelbänder:
ein dunkelblauer Kreis mit gelben Anker, Hoheitsabzeichen und den Schriftzug "Patrouillenbootstaffel"

Im Rahmen der Veranstaltung kam es zu einer sensationellen "Enthüllung": Die "Brecht" sollte laut Befehl bereits verschrottet worden sein. Die PiTS hielt das Boot jedoch aus eigenen Mitteln in einsatzfähigem Zustand. Und sie leistet nach wie vor gute Dienste. Ein Glück, das es couragierte Erhalter von Traditionsschiffen gibt.





Der Kommandant der Oberst Brecht. Er trägt den flammhemmenden Overall 85 der Panzertruppe und das neue Abzeichen der Patrouillenbootstaffel.


Detail von Bugsektion und Ruderhaus.

  Die "Niederösterreich":
Ausführung 2002. Das bedeutet zusätzliche Scheinwerfer am Ruderhaus und ein MG davor. Interessanterweise gibt es jetzt das Hoheitszeichen wieder in voller Ausführung - aber an einem anderen Standort: knapp am Ende der Aufbauten.
Noch einmal: Der Anlass hätte zum Führen der k.u.k. Traditionsfahne durchaus berechtigt. Wie ist das wirklich mit der Traditionspflege?

das Vorschiff der Niederösterreich - das aktuelle Hoheitsabzeichen ist gut zu erkennen.
  Diese Szene wäre eine wunderbare Vorlage für ein Diarama, das sich im Maßstab 1/200 leicht verwirklichen ließe. Die Rüstung beider Boote und vor allem die Bettung des Kranzes ist auf den obigen Fotos gut zu sehen.

 
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