das CAMCOPTER VTOL UAV
  eine geniale österreichische Lösung für ein kompaktes unbemanntes Luftfahrzeug.
 
Inhalt:
> das Camcopter-System
> Technische Daten
> Einsatzmöglichkeiten
> die Entwicklung des Camcopters
> der Camcopter als Marinedrohne
> die Nutzer des Camcopters
> die Schiebel GmbH
der Camcopter.
  Auf dem Balkan wurden zum ersten Mal intensiv UAVs (unmanned aeral vehicles) zur Aufklärung und zum Suchen von Minenfeldern eingesetzt. Man lernte dabei sehr schnell die Möglichkeiten der Drohnen zu schätzen. Jedoch konnten diese nicht immer voll ausgenützt werden, da die eingesetzten Typen zu fehleranfällig, kompliziert und damit praxisuntauglich waren.
Nur der kleine Camcopter, ein Produkt der österreichischen Firma Schiebel konnte sich über Bosnien vollends bewähren.
 

  das Camcopter-System.
das gesamte System passt ohne Probleme in ein Allradfahrzeug. Weder für den Betrieb noch zur Auswertung der Daten werden zusätzliche Geräte benötigt.
Der Camcopter ist ein unbemannter leichter Helikopter für eine Vielzahl an Aufgaben geeignet, die auch völlig autonom durchgeführt werden können. Ursprünglich wurde er für das Minensuchen bei humanitären Einsätzen entwickelt.
Das gesamte System besteht außer dem Hubschrauber noch aus der Kontrollstation, einer Steuerungseinheit, der Antennenanlage und eventuell einem Fahrzeug. Die Drohne startet und landet vertikal (VTOL) auf kleinem Raum - ohne zusätzliche Manöverausrüstung.

 
das komplette Camcopter-System.



der Camcopter.


der Camcopter in einer späten Ausführung.

 
die Drohne.

Der Camcopter ist ein Minihubschrauber.
Er ist tragbar und kann in fast jeder Art von PKW mitgeführt werden. Durch seinen modularen Aufbau ist eine einfache Anpassung an die Mission - etwa durch Austausch der Nutzlast - möglich. Auch die Wartung gestaltet sich einfach.

Gesteuert wird das UAV durch vorprogrammierte Wegpunkte oder manuell vom Boden aus. Auch eine Kombination ist möglich. In beiden Varianten ist der Camcopter automatisch stabilisiert, so daß man kein Pilot sein muss, um den Helikopter fliegen zu können. Verschiedene automatische Sicherheitssysteme reduzieren zusätzlich den Verlust des Flugzeugs. Bricht beispielsweise die Verbindung zur Bodenstation ab, so kehrt der Camcopter automatisch zur Bodenstation zurück. Navigiert wird über eine Trägheitsnavigationsanlage und einem DGPS Sensor.

Der Camcopter ist aus leichten aber robusten Materialen gebaut. Durch die geringe Größe weist er einen niedrigen Radarquerschnitt auf. Er besitzt einen besonders zuverlässigen 2zylinder Verbrennungsmotor. Die Tankgröße kann der Mission angepasst werden.
 

die Bodenstation. Die Bodenstation.
Die Bodenstation dient zum Festlegen der Wegpunkte, der Flug- und auch der Nutzlastkontrolle. Das heisst direkt in der Station können damit die Daten der jeweiligen Nutzlast in Echtzeit betrachtet werden. Die Einsatzplanung wird durch ein Geographical Information System (GIS) gestützt. Digitales Kartenmaterial oder Luftaufnahmen können zur Festlegung der Wegpunkte herangezogen werden.
die Steuereinheit. Die Steuerungseinheit.
Sie ermöglicht das manuelle Fliegen des Camcopters mittels Joystick und Bildschirm. Alle relevanten Flugdaten werden direkt auf der Einheit angezeigt.
 
  Das Camcopter - System
Hersteller Schiebel Elektronische Geräte GmbH
Missionsradius Standard: 10 km
Upgrade möglich bis zu 130 km
Standard-Sensor vorwärtsgerichtete Kamera für den Piloten
Verbindung C-Band
Navigation Trägheitsnavigation, DGPS Sensor
Steuerung Wegpunkte und/oder manuell
Bodenstation:  
Abmessungen 542 mm x 292 mm x 756 mm
Bildschirm 18" TFT Bildschirm
Datenspeicher 2x 18 GB Wechselfestplatten
CD-R und DVD-R sowie 3,5" Laufwerk
Besonderheiten integrierte UPS Batterie
Video-/ Drucker-Anschluss

Späte Camcopter Variante mit Stealthgehäuse und neuer Antennenanlage. Bis auf seine Piloten-Kamera trägt er keine Nutzlast.
 
  Technische Daten - UAV
Typ leichter unbemannter Hubschrauber
Abmessungen Länge: 2680 mm
Rotordurchmesser: 3090 mm
Antrieb 2zylinder Flugmotor mit Minarelli 15 PS, luftgekühlt, 12,5 bis 30l Treibstoff
Verbrauch: etwa 5l/h (Nutzlastabh.)
2-Blatt Hauptrotor und Heckrotor
Geschwindigkeit 90 km/h
max. Einsatzdauer 6 Stunden
Eigengewicht 43 kg (ohne Nutzlast)
max. Nutzlast 25 kg
Verbindung mit der Nutzlast Video- und Datenanschlüsse sowie eine Onboard-Stromversorgung
  
  entdecke die Möglichkeiten.

im Einsatz gegen Demonstranten.


die hellen Flecken am Bildschirm sind vergrabene Minen.
Gelände-/See- und Luftüberwachung (z.B. Grenzraumüberwachung, SAR, Flughafensicherung, Aufklärung)
Zielerfassung und -markierung auch Über-den-Horizont Einsätze.
Kommunikationsrelais
Minen und Seeminen suchen und räumen (durch Abwurf von hochexplosiven Sprengsätzen)
Abwurf von tödlichen und nicht-tödlichen Waffen; Nebel-, Blend- oder Tränengasgranaten
ABC Einsätze
Andere Anwendungen: Katastrophenhilfe, Verkehrsüberwachung, Umweltkontrollen, Luftbildkamera-Plattform, Überwachung von Pipelines, Lavinensprengungen, ...
 
Mögliche Nutzlasten sind dabei:
Kameras, IR-Sensoren, Radar und den Boden durchdringendes Radar, Laser-Zielerfassungssysteme, ABC-Sensoren, Hochexplosive Sprengsätze, Nebelgranaten, Tränengas-Granaten, Flugzettel, ...
Das ABC-Sensorenpaket ist z.B. nicht größer als eine Zigarettenschachtel und kann einen Raucher über große Entfernungen aufspüren.
 
  die Entwicklung des Camcopters.
Mitte der 90er Jahre für Minensuch-Aufgaben entwickelt, wurde der Camcopter richtungsweisend für VTOL UAVs. Das Basismodell 3.1 wurde mit Hilfe von Modellflug-Entusiasten und der TU Wien zusammengebastelt (Bastler und Studenten sind heute teilweise bei Schiebel beschäftigt). Angetrieben wurde der 3.1 von einem STEAL Kettensägen-Motor. Ein einfacher IR Sensor war die erste Nutzlast. Schrittweise wurden neue Technologien und Materialen verwendet. Die heutigen Camcopter 4.5 und 5.0 Modelle haben satellitengestützte Navigationssysteme. Seit 1998 wir der luftgekühlte 15 PS Minarelli 2zylinder Motor und ein neuer Rotor verwendet. Die 5.1 Version hat einen Rotormast, der Mast-moniterbare Nutzlasten aufnehmen kann. Eine hochauflösende Farbkamera für den Piloten, Gyro-Stabilisatoren und ein neues Radfahrwerk wurde eingeführt. Die wichtigste Errungenschaft dieser Version ist jedoch die Fähigkeit, selbständig Missionen durchzuführen. Der Camcopter 5.1 Mk 2 hat einen britischen UEL AR 741 Wankelmotor.
Auch heute verwendet das Camcoptersystem nur Bauteile aus dem Regal! Selbst die Bodenstation basiert auf einem herkömmlichen Dual Pentium III PC und einem 18 Zoll TFT LCD Farbbildschirm.
 
  das Valiant Experiment.

an Bord der USS Valiant.
Im August 2000 wurde der Camcopter das erste UAV, das manuell von einem Schiff aus operierte - und das bei Seegang und wechselnden Wind von 21 Knoten. Als Plattform diente der US Coast Guard Kutter Valiant. Das Experiment gelang, da der Camcopter auch Positionen relativ zum fahrenden Objekten halten kann. Die Einsatzfähigkeit des Systems auf offener See wurde erwiesen. Das Mutterschiff benötigt dabei keine spezielle Ausrüstung.
Mittlerweile wurden bei Versuchen im Mittelmeer Deckmanöver bei 40 Knoten Windgeschwindigkeit problemlos durchgeführt.
 
  die Nutzer des Camcopters.

US Soldaten bei der Bedienung des Camcopter-
Systems
.


Transport in einem HUMMVEE der US Army.
Hauptkunde des Camcopters ist das U.S. Army Humanitarian Demining Program. Die USA, traditionell ein Großkunde für Schiebel Produkte, testet den Camcopter jedoch für eine ganze Reihe unterschiedlicher Regierungsstellen und Aufgaben. Die US Army testet seit dem Jahr 2000 zwei 5.1 Systeme in Fort Benning (Dismounted Battlespace Battle Lab - DBBL). Getestet werden Einsätze gegen Minen, Anti-Terror Einsätze, Einsätze gegen Ausschreitungen, usw. Auch Abwürfe verschiedener Sprengsätze und Granaten wurden durchgeführt - damit wurde der Camcopter zum ersten UCAV (Unmanned Combat Air Vehicle) der Welt. Aus den modifizierten Täuschkörper-Abwurfanlagen wurden aber auch harmlose Rauch-, Blend- und Tränengasgranaten abgefeuert. Sogar der Abwurf von stacheligen Objekten, die Reifen zum platzen bringen, und Flugzettel zur psychologischen Kriegsführung wurden erprobt. Die US Airforce überlegt den Camcopter zur Flughafenabsicherung anzuschaffen. Weitere interessierte Behörden sind die US Coast Guard, die US Border Patrol und die DEA Drug Enforcement Agency.
Die Bundeswehr hat am 9. Mai 2001 den Camcopter für das AAMIS (Airborne Minefield Reconnaissance) Programm ausgewählt. Als Nutzlast kommt ein Multispektral-Sensorpaket von der Bodenseewerk-Gerätetechnik zum Einsatz. Die Beschaffung beginnt 2006.
Die ägyptische Marine beschaffte über das US Foreign Military Financing Program modifizierte Camcopter 5.1 Mk 2 mit Elektro-optischen- und Infrarotsensoren für Über-den-Horizont-Aufklärung sowie einer leistungsgesteigerten Funkanlage. Die beiden Systeme mit je 2 UAVs werden von den ägyptischen Fregatten aus eingesetzt. USD 4,5 Mio soll dieser Auftrag wert gewesen sein.
Drei Systeme dienen bei Thomson-CSF als Versuchsträger.
Das österreichische Bundesheer will den Camcopter zwar beschaffen, nur Mittel hat es dafür keine. Das UAV wäre - neben seiner Minensuchfunktion - zur Sicherung der grünen Grenzen bestens geeignet. Im Dezember 2002 wurde ein scharfes Artillerieschießen durchgeführt. Unter schlechten Wetterverhältnissen erfasste er Ziele und übertrug den Einschlag der Projektile in Echtzeit.

Das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis und die ständige Weiterentwicklung werden dem Camcopter auch langfristig gute Marktchancen einräumen
 
  künftige Entwicklungen.

so stellt sich das USMC den Dragon Warrior vor. Schon heute erfüllt der Camcopter die Anforderungen dieses künftigen Nahbereichs-
Aufklärungssystems.
In Zukunft soll der Camcopter leiser und damit unauffälliger werden.
Die nächste Generation soll bereits in den Leistungsbereich der Tragflächen-Drohnensysteme hereinreichen.
Man experimentiert mit neuen Limbach Boxer-Motoren (ähnlich den Motoren der BMW Motorräder) und Schalldämpfern. Jeder Miniaturisierungsschub der Bauteile soll mitvollzogen und die Nutzlast schrittweise erhöht werden. Außerdem werden ständig neue Nutzlasten getestet.
Getestet (und präsentiert) wird in Fort Benning (USA) und am Truppenübungsplatz Allentsteig (NÖ).
 
SCHIEBEL Elektronische Geräte GmbH

AN-19/2
AN-19/2
ATMID
ATMID

Gegründet 1951. Die Schiebel GmbH aus Wien ist eines der führenden Unternehmen bei der Herstellung von Geräten zum Aufspüren von Minen und Sprengstoffen. Um näher am wichtigsten Markt - der USA - zu sein und um die Exportschranken Österreichs zu umgehen, gründete man die US Tochter Schiebel Technology Inc.

Einige Produkte:
der AN-19/2 Minendetektor (US Army AN/PSS-12). Standardgerät der NATO. Allein die US Army hat 30.000 Geräte im Einsatz!
ATMID Minendetektor für alle Bodenverhältnisse. Weiterentwicklung des AN-19/2.
Mimid
, ein miniaturisierter Minendetektor auf Basis des AN-19/2.
DIMADS
, ein digitaler Magnet-Anomalie-Detektor um ferromagnetische Objekte zu lokalisieren.
Handdetektoren für z.B. Flughafenpersonal;
VAMIDS, ein Minensuchsystem für leichte Fahrzeuge. Damit lassen sich auf Straßen und im Gelände Minen lokalisieren und markieren.
DIMADS
DIMADS
VAMIDS
das montierte VAMIDS.

Zu den Kunden gehören z.B. die Streitkräfte aus: Ägypten, Deutschland, Italien, Kanada, NATO, Österreich, Schweden, USA.
 

 
Modell? Aber nicht doch: Sie werden sich sicher denken: "So ein tolles Ding will ich auch!"
Kein Problem. Im Spionage-Fachhandel ist der Camcopter bereits erhältlich. Um USD 490.000 konnte man im April 2002 das UAV auf SpyWorld.net kaufen.

Der Camcopter im Einsatz.
        
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